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Im März 1921 spitzte sich in Mitteldeutschland ein harter Konflikt zu: Arbeiter kämpften für Würde, Sicherheit und politische Macht, während der Staat mit Polizei, Kontrollen und Härte reagierte. Wer nur auf das Ergebnis blickt, sieht eine Niederlage. Wer genauer hinsieht, erkennt auch etwas anderes: Lernprozesse, Selbstorganisation und den Versuch, aus Wut kollektive Kraft zu machen. Genau darin liegt die Bedeutung dieser Geschichte bis heute.
Im vergangenen Jahr ist ein interessantes Buch über die Märzrevolution von 1921 in Mitteldeutschland erschienen: Berndt Langer, „Im Glauben an die Weltrevolution. Die Märzrevolte 1921”. Unrast Verlag.
Berndt Langer war nach dem Fall der Mauer jahrelang in der deutschen Antifa-Bewegung aktiv. Diese Bewegung war und ist, gelinde gesagt, unklar in ihrer Haltung gegenüber der bürgerlichen Demokratie und der Bildung einer Front mit bürgerlichen Kräften. Langers Studie erschien mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, von der keine Sympathie für den Rätekommunismus zu erwarten ist. Dies kommt auch in Randbemerkungen im Buch zum Ausdruck. Dennoch ist das Buch wegen seiner historischen Beschreibung der letzten großen Bewegung des revolutionären Proletariats in Deutschland interessant.
Die Revolution vom März 1921 markierte die endgültige Niederlage, eine Niederlage, die durch den Aufstand von 1920 im Ruhrgebiet gegen den rechten Kapp-Putsch eingeleitet wurde. Aber jede Niederlage ist ein Fortschritt, wenn man aus ihr lernen kann. Das versuchen wir hier zu tun.
„März 1921. Eine Geschichte von Mut, Widersprüchen und Zukunft“ weiterlesen →