Cronix Projects https://cronix.cc Tue, 27 Jan 2026 23:12:19 +0000 en-US hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Operation „Festungsbrecher“ & Der 1.470 € Beton-Cocktail https://cronix.cc/2026/01/27/operation-festungsbrecher-der-1-470-e-beton-cocktail/ https://cronix.cc/2026/01/27/operation-festungsbrecher-der-1-470-e-beton-cocktail/#respond Tue, 27 Jan 2026 22:59:21 +0000 https://cronix.cc/?p=40 Status: Die Muskeln sind warmgelaufen, der Kaffeekonsum ist stabil und der „Muskelkater“ ist mittlerweile ein Fremdwort. Während wir im Dezember noch Wasserleitungen planten, wurde es heute physisch – und zwar massiv.

Wer dachte, Kabelziehen sei Filigranarbeit, hat noch nie versucht, unser Fundament zu durchdringen.

Phase 1: Die 41mm-Illusion (und warum ich so optimistisch war)

Der Plan klang in der Theorie logisch: Drei saubere 40mm-Löcher nah unter die Decke setzen, um die Versorgungsleitungen für das Erdgeschoss, den künftigen SigEnergy Wechselrichter und eine Hand voll Datenleitungen (Kupfer und Glasfaser) vom Heizölraum im Keller rüber unter den künftigen (nicht unterkellerten) Haustechnikraum und durch das noch zu gießende neue Fundament (siehe Operation „Bunker“ ) zu bringen. Mein Werkzeug der Wahl lag bereit: Die treue Metabo UHE 2250 (SDS-Plus) und eine 41mm Trockenbohrkrone.

Warum ich mir so sicher war, dass das klappt? Weil genau diese Kombination kurz zuvor bereits triumphiert hatte. Eine massive, tragende Keller-Innenwand hatte sich der Krone geschlagen geben müssen, um Platz für das massive 5x25mm² Zuleitungskabel (vom Hausanschlusskasten zum künftigen Zählerschrank) zu machen. Mit diesem Sieg im Rücken war die Hoffnung groß: „Wenn sie den tragenden Beton frisst, ist die Wand zum Erdreich auch nur ein Snack.“

Das Problem mit Hoffnungen auf dem Bau? Sie überleben den ersten Feindkontakt meist nicht.

Der Realitäts-Check: Um sicherzugehen, habe ich an der neuen Wand mit einem langen 20mm Bohrer „vorgefühlt“. Als dieser erst nach fast 80 Zentimetern (!) auf der anderen Seite wieder Tageslicht sah, konnte ich die Bohrkrone direkt wieder einpacken. Warum? Eine Standard-Bohrkrone hat nur ca. 30–40 cm Nutzlänge. Bei einer 80 cm dicken Wand müsste ich mit wackeligen Verlängerungen arbeiten und, das ist der Killer, alle paar Zentimeter den Bohrkern mühsam herausbrechen. In einer Wand, die innen aus unbekannter Zusammensetzung besteht, verklemmt sich die Krone dabei mit 90%iger Sicherheit unwiederbringlich.

Maschinenseite
Auf der anderen Seite der Wand

Die Erkenntnis: Wir können hier nicht „Hohlbohren“ (Kernbohrung), wir müssen „Durchstechen“. Die Bohrkrone flog raus, ein 1 Meter langer Wendelbohrer in passendem Durchmesser (40mm) musste her.

Das Upgrade: David & Goliath

Optimistisch wie zuvor bestellte ich ihn gemeinsam mit einem SDS Plus auf SDS-Max Adapter, als diese dann geliefert wurden und ich Sie testweise zusammen gesteckt habe wurde sofort klar, das wird nix. Also musste schweres gerät her.

Das fast schon lächerliche Ergebnis der Adapter-Bestellung

Nun hatte ich zwar den richtigen Bohrer-Typ (lang, massiv, fördert den Staub raus), aber die falsche Maschine. Meine kleine 2-Joule-Metabo hätte einen 40mm dicken und 1 Meter langen Bohrer niemals durch diesen massiven Fels getrieben. Naja, 25€ Lehrgeld für ein Paar sehr amüsierte Kommentare waren es schon fast wieder Wert 🙂

Also: Systemwechsel auf SDS-Max. Die neue Metabo KHE 5-40 mit 8 Joule Schlagenergie trat als Verstärkung an.

(Oben: Die Präzisions-Nadel [20mm SDS-Plus]. Unten: Der Bunkerbrecher [40mm SDS-Max].)

Die Taktik: Da ich die Löcher chirurgisch präzise nebeneinander brauchte (und das riesige Gehäuse der großen Maschine kaum unter die Decke passte), gab es nur einen Weg:

  1. Die Markierung: Mit der kleinen Maschine und einem 8mm SDS-Plus Bohrer wurden die mitten der zu bohrenden Löcher “Markiert”
  2. Der Scout: Die “Kleine” wurde auf den 1m langen 20mm Bohrer umgerüstet um die Pilotkanäle zu setzen, präzise aus dem Handgelenk, damit die Richtung stimmt.
  3. Der Vollstrecker: Mit der 8-Joule-Maschine und dem dicken 40mm Bohrer hinterher. Dank des Pilotlochs fraß sich der dicke Bohrer durch die unverhältnismäßig Dicke Wand wie durch Pappe.

Das Ergebnis? Drei Kanäle durch fast einen Meter Wand. Zwar rieselte es im Inneren der Wand wie in einer Sanduhr (es stellte sich heraus, dass es sich eigentlich sogar um zwei Wände mit einem sandgefüllten Hohlraum dazwischen handelt), aber das erste Leerrohr liegt – vor allem dank tatkräftiger Unterstützung von Lena beim “Einfädeln” – und hat überlebt..

Sichtprüfung, die 3 Pilot-Löcher auf der anderen Seite der Wand, wie mit dem Laser ausgerichtet präzise Eines neben dem Anderen

Phase 2: Wohin führen die Rohre? -> „Operation Bunker“

Diese Mühe mache ich mir nicht zum Spaß. Die Leitungen die in diese Leerrohre einziehen werden sind die Nabelschnur für das Herzstück des Hauses: Den neuen Technikraum im Erdgeschoss, Codename „Operation Bunker“.

Wie im letzten Post angedeutet, wird hier nichts dem Zufall überlassen. Damit die Serverschränke, die USV und die PV-Speicher später sicher stehen, planen wir hier keine Estrich-Schicht, sondern eine massive 18 cm Bodenplatte. Die Zielvorgabe bleibt: 400 kg/m² Traglast.

Der Preis der Stabilität: Parallel zum Bohrmaschinen-Lärm läuft die Kalkulation für den Beton. Man mischt so eine Platte nicht mehr von Hand (außer man hasst seinen Rücken, Sein Leben und seine Freunde). Das aktuelle Angebot liegt auf dem Tisch:

  • Lieferung Fertigbeton (C25/30)
  • Inklusive “Pumi” (Fahrmischerbetonpumpe), um die graue Masse ins Haus zu befördern.
  • Kostenpunkt: ca. 1.470 €.

Klingt viel für “ein bisschen Boden”, aber für das Fundament von Projekt Endgame gibt es keine Kompromisse. Die Bohrungen sind fertig, der Weg ist frei. Sobald der Bestands-Dielenboden im Technikraum restlos entfernt, und auf die Zieltiefe von etwa 35cm ausgekoffert wurde kommt der Kies.

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05.01.2026 – Operation „Bunker“ – Warum mein Serverraum eine 18cm Bodenplatte bekommt (400 kg/m²!) https://cronix.cc/2026/01/05/05-01-2026-operation-bunker-warum-mein-serverraum-eine-18cm-bodenplatte-bekommt-400-kg-m%c2%b2/ https://cronix.cc/2026/01/05/05-01-2026-operation-bunker-warum-mein-serverraum-eine-18cm-bodenplatte-bekommt-400-kg-m%c2%b2/#comments Mon, 05 Jan 2026 20:15:20 +0000 https://cronix.cc/?p=33 Status: Der Bohrhammer hat kurz Pause, denn jetzt wird es massiv. Während oben im 1. OG die Daten bereits mit Lichtgeschwindigkeit durch den Kaminzug fließen (siehe Beitrag 2), widmen wir uns heute dem Fundament des Ganzen. Wortwörtlich.

Wer „Projekt Endgame“ sagt, kann beim Boden nicht aufhören. Der geplante Serverraum im Erdgeschoss ist das Herzstück des Hauses. Hier werden künftig nicht nur die 10G-Switche blinken, sondern auch schweres Eisen stehen. Serverschränke, USV-Batterien, vielleicht irgendwann mal Speicherlösungen, die heute noch wie Science-Fiction klingen.

Das Problem im Altbau von 1960? Die Böden. Sie schwingen. Sie sind für Wohnräume gemacht (ca. 150-200 kg/m²). Wenn ich hier einen vollbestückten 42HE-Serverschrank hinstelle und einmal kräftig huste, vibrieren die Festplatten im Takt. Das ist inakzeptabel.

Die Lösung: Wir bauen einen Bunker im Wohnhaus.

Ich habe nicht geraten, ich habe rechnen lassen. Für knapp 1.000 € gab es vom Statiker nicht nur den Segen für den Wanddurchbruch im OG (dazu später mehr), sondern auch eine Berechnung für eine neue Bodenplatte im Serverraum, die sich gewaschen hat.

Die „Endgame“-Spezifikationen:

  • Material: Beton C25/30
  • Stärke: 18 cm. (Im normalen Einfamilienhaus macht man gerne mal 12-14 cm. Wir machen 18. Weil wir es können.)
  • Bewehrung: Doppelte Lage Stahlmatten (Q257-A) plus Randeinfassung. Ich habe Stücklisten bekommen, die aussehen wie eine Bestellung für einen Panzerkreuzer.

Zahlen, die glücklich machen

Jetzt wird es technisch (und ein bisschen irre). Warum der Aufwand? Die Statik bescheinigt mir jetzt schwarz auf weiß:

  1. Flächenlast: 400 kg/m² (4 kN/m²). Das ist das Doppelte der normalen Wohnlast. Ich könnte den Raum also theoretisch bis zur Decke mit Bleiplatten stapeln (oder sehr, sehr vielen Festplatten).
  2. Der „Gabelstapler“-Faktor: Das eigentliche Highlight versteckt sich im Kleingedruckten der Berechnung (Lastfall 3). Die Platte ist rechnerisch für eine Punktlast von 30 kN ausgelegt. Für die Nicht-Ingenieure: Das sind 3 Tonnen. Auf einem Punkt.

Ich könnte also theoretisch einen einzelnen Stellfuß meines Serverschranks mit dem Gewicht eines ausgewachsenen SUVs belasten, und der Boden würde nur müde lächeln. Durchstanzen? Fehlanzeige.

Die Realität: Archäologie statt Technologie

Bevor ich allerdings zum Eisenflechter werde und das „Stahl-LEGO“ zusammensetze, muss erst einmal Platz geschaffen werden. Aktuell sieht der künftige High-Tech-Raum nämlich eher aus wie eine archäologische Ausgrabungsstätte.

Der Plan für die nächsten Tage:

Erdreich weiter ausheben und entsorgen.
Leerrohre aus dem Keller ziehen (damit die Glasfaser später auch hochkommt).
Kiesbett einbringen und verdichten.
Folie rein, Abstandhalter (Drunterleisten), erste Lage Matten, Unterstützungskörbe („Schlangen“), zweite Lage Matten.
Und dann kommen 2,5 Kubikmeter Beton in den Raum.

Der WAF (Woman Acceptance Factor)

Normalerweise sind Baustellen-Diskussionen ja ein Minenfeld: „Brauchen wir das wirklich?“, „Das wird aber teuer!“, „Da verlieren wir Raumhöhe!“. Ich hatte mich schon auf eine Verteidigungsrede vorbereitet, warum der Boden so dick sein muss. Aber die Reaktion der Freundin war der wahr gewordene Traum eines jeden Heimnetzwerkers.

Keine Diskussion. Kein Veto. Einfach pure „Laissez-faire“-Haltung. Sie interessiert sich null für Betonstärken, statische Nachweise oder Punktlasten. Das ist die gefährlichste Art von Freiheit: Ich darf machen, was ich will – aber wenn es am Ende nicht perfekt läuft, habe ich auch niemanden, dem ich die Schuld geben kann.

Nächste Schritte

Sobald der Stahl liegt, kommt der Betonmischer. Danach heißt es: Nachbehandlung. Feucht halten, Folie drauf, Risse vermeiden. Denn ein Bunker mit Rissen ist nur ein Loch im Boden.

Bis dahin übe ich schon mal das Rödeldraht-Drehen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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Planung Tag 5: Wasser marsch! (Oder: Warum ich die Hauptleitung ins Erdgeschoss hole) https://cronix.cc/2025/12/11/planung-tag-5-wasser-marsch-oder-warum-ich-die-hauptleitung-ins-erdgeschoss-hole/ https://cronix.cc/2025/12/11/planung-tag-5-wasser-marsch-oder-warum-ich-die-hauptleitung-ins-erdgeschoss-hole/#respond Thu, 11 Dec 2025 12:00:00 +0000 https://cronix.cc/?p=29 Status: Planungsphase Sanitär & Infrastruktur. Während die 10G-Leitung glüht (und ich immer noch Muskelkater vom Kisten schleppen habe), muss ich mich einem weniger digitalen, aber ebenso kritischen Gegner stellen: Kalk.

Wir haben hier Wasserhärte-Grade zwischen 18 und 23° dH. Das ist kein Wasser mehr, das ist flüssiger Stein. Für meine geplante Brauchwasserwärmepumpe (und die Dusche im Bad) ist das der sichere Tod. Der Wärmetauscher würde in Rekordzeit verkalken und die Effizienz ruinieren. Eine Entkalkungsanlage ist hier also kein Luxus, sondern Notwehr.

Das Problem: Der Kellerbereich, wo der Wasseranschluss ins Haus kommt, hat keinen Abfluss. Normalerweise hieße das: Hantieren mit fehleranfälligen Hebeanlagen, um das Spülwasser der Entkalkungsanlage irgendwie wegzupumpen. Ein Albtraum für Wartung und Sicherheit.

Aber wir sind ja bei „Projekt Endgame“. Warum Probleme lösen, wenn man sie umgehen kann?

Strategie 1: Der Berg kommt zum Propheten

Statt das Wasser im Keller zu entkalken und das Abwasser mühsam wegzupumpen, drehe ich den Spieß um. Ich hole die Hauptwasserleitung einfach durch die Decke hoch in den neuen Technikraum im Erdgeschoss.

Dort wird sowieso alles neu gebaut:

  1. Es gibt künftig einen Bodenablauf mit Trockensiphon (für das Kondensat der geplanten Aufsatzwärmepumpe zur Server-Kühlung).
  2. Der Raum wird abgedichtet und überwacht.
  3. Ich muss die schweren Salzsäcke nicht in den Keller schleppen, sondern fülle sie bequem im EG nach.

Das Wasser fließt also in einem Loop: Keller -> Technikraum (Entkalkung) -> Zurück in den Keller -> Verteilung im Haus. Ein sauberer Kreislauf, der mir jegliche Pumpen-Mechanik erspart. Schwerkraft geht nicht kaputt.

Strategie 2: Der Gartenwasser-Cheat

Ein Problem bei Entkalkungsanlagen ist normalerweise das Gartenwasser. Man will den Rasen nicht mit teurem, aufbereitetem Salzwasser gießen (und Pflanzen mögen das Natrium auch nicht). Das bedeutet meistens: Aufwendige Rohr-Trennung (Bypass) vor der Anlage.

Hier zünde ich den ultimativen Immobilien-Joker: Da auf unserem Grundstück insgesamt drei Gebäude stehen, habe ich eine radikale Arbeitsteilung beschlossen:

  • Haus 1 (Projekt Endgame): Bekommt 100% Weichwasser. Alles, was hier aus dem Hahn kommt, ist gefiltert. Keine Trennung, keine Komplexität.
  • Haus 2 (Das künftige Abriss-Objekt): Hat einen eigenen Wasseranschluss und dient ab sofort als exklusive Quelle für den Garten.

Warum kompliziert Rohre verlegen, wenn man einfach ein ganzes Gebäude als “Außenzapfstelle” nutzen kann? Zumindest so lange, bis der Bagger kommt.

Das Werkzeug-Upgrade (Bevor der erste Span fällt)

Einen Haken hat der neue Plan allerdings. Meine nagelneue 42mm Bohrkrone für die Metabo liegt hier bereit und wartet eigentlich auf ihren Einsatz für die Strom- und Datenleitungen. Ich wollte ursprünglich “nur” drei Löcher bohren.

Aber jetzt kommt Wasser dazu. Und Wasserleitungen müssen gedämmt werden (Schwitzwasser!). Ein gedämmtes 32er Rohr passt niemals durch ein 42er Loch. Bevor ich also die Maschine ansetze, muss ich aufrüsten: Eine 68mm oder 82mm Krone muss her.

Wenn ich die Decke zum Keller schon in einen Schweizer Käse verwandle, dann wenigstens mit dem richtigen Kaliber. Die Metabo wird also noch ein paar Tage warten müssen, bis der Postbote das Upgrade bringt.

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https://cronix.cc/2025/12/11/planung-tag-5-wasser-marsch-oder-warum-ich-die-hauptleitung-ins-erdgeschoss-hole/feed/ 0
Tag 4: Operation „Ruß & MTP“ – Die 12-spurige Datenautobahn steht! https://cronix.cc/2025/12/10/tag-4-operation-rus-mtp-die-12-spurige-datenautobahn-steht/ https://cronix.cc/2025/12/10/tag-4-operation-rus-mtp-die-12-spurige-datenautobahn-steht/#respond Wed, 10 Dec 2025 21:20:26 +0000 https://cronix.cc/?p=19 Status: Tag 4 nach Einzug. Die Muskelschmerzen werden weniger, der Kaffeekonsum steigt. Während im Erdgeschoss aktuell die Tapeten fallen, gab es heute im 1. Obergeschoss den ersten echten technologischen Meilenstein zu feiern.

Mein Ziel für Tag 4 war simpel: Ich brauche Bandbreite. Das provisorische WLAN war nett für die ersten Tage, aber für meine Ansprüche muss die „große Leitung“ stehen. Der Weg vom Keller (Internet) bis hoch ins Büro und auf den Dachboden ist aber versperrt – keine Leerrohre, nur massiver Stein.

Der „Kamin-Express“ mit 12 Fasern

Wenn man keine Schlitze klopfen will, muss man nehmen, was das Haus einem bietet. In meinem Fall: Ein stillgelegter Kaminzug. Dreckig, eng, voller Ruß.

Aber ich habe mich nicht damit begnügt, ein einfaches Patchkabel durchzuwerfen. Wenn ich das schon mache, dann richtig. Also habe ich ein 12-Faser MTP/MPO Trunk-Kabel durch den Kamin gefädelt. Für die Nicht-Nerds: Das ist kein normales Kabel. Das ist High-End Rechenzentrums-Technik. Statt einer Spur habe ich mir quasi eine 12-spurige Autobahn ins Büro gelegt. Overkill? Vielleicht. Zukunftssicher? Absolut.

First Light am MikroTik

Oben angekommen, wartete der Empfänger: Mein kleiner MikroTik CSS610-8G-2S+IN. Kabelpeitsche dran, SFP+ Modul verriegeln… und warten.

Und dann: Das grüne Licht. 🟢 Link ist da. Die 10 Gigabit Verbindung steht physikalisch. Unten im Keller hängt das Ganze am Internet, oben im Büro ist jetzt die Schleuse offen.

Nicht wundern, das Rosa Kabel ist eine Peitsche die den 12 fasern MPO Stecker auf 12 einzel LC stecker aufteilt

Der Beweis: Anschlag am Tacho

Natürlich reicht es mir nicht, dass eine LED leuchtet. Ich wollte Zahlen sehen. Also Rechner dran, Speedtest an und Feuer frei.

Das Ergebnis treibt mir die Tränen in die Augen (und das liegt nicht am Baustaub): 932 Mbit/s Download. 13 ms Ping.

Das ist das Limit dessen, was mein Gigabit-Internetanschluss netto hergibt. Die Leitung ist gesättigt. Das „Interims-Glas“ liefert ab!

Fazit Tag 4

Unten fallen die Tapeten von den Wänden, oben fließen die Daten mit Lichtgeschwindigkeit. Das MTP-Kabel liegt zwar noch quer über den Flur (Luxus-Stolperfalle), aber hey: Prioritäten.

Morgen geht’s an die Feinabstimmung. Bis dahin: Happy Streaming! 🚀


Update Tag 4: Die Gigabit-Mauer ist gefallen (1079 Mbit/s!)

Nachtrag zum Kamin-Express:

Es ist eine Sache, Glasfaserkabel durch einen dreckigen Kamin zu ziehen. Es ist eine andere Sache, zu sehen, warum man sich das antut.

Viele fragen mich: “Warum der Aufwand mit 10 Gbit/s Hardware, wenn dein Internetanschluss doch ‘nur’ 1 Gigabit hat?” Die Antwort gab es heute Abend in Form eines Speedtests, nachdem ich das Arris Kabel-Modem per RJ45 SFP+ Modul direkt an meine pfSense Firewall angeflanscht habe.

Das 940-Mbit-Limit durchbrochen

Wer einen Gigabit-Anschluss hat und “normale” Hardware nutzt, klebt meist bei ca. 940 Mbit/s fest. Das ist der technische Flaschenhals von Gigabit-Ethernet (Overhead). Mehr geht physikalisch nicht durch ein 1G-Kabel.

Da meine pfSense (Lenovo Tiny mit Intel X710) und das Modem aber nun über eine Multi-Gigabit-Verbindung sprechen und die Strecke ins Büro per Glasfaser (10G) läuft, wurde die Handbremse gelöst.

Das Ergebnis: Vodafone liefert etwas mehr als bestellt (Overprovisioning), und dank meiner “Endgame”-Hardware kommt das auch an:

1079 Mbit/s im Download. Das sind knapp 140 Mbit/s, die bei Standard-Hardware einfach im Müll landen würden. Bei mir landen sie auf der SSD.

Das MTP-Kabel im Kamin ist also nicht nur Deko – es ist der Grund, warum ich das Internet “komplett” leer saugen kann. Der Aufwand hat sich gelohnt. 🚀

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Projekt „Endgame“: Baustellentagebuch – Wenn der Bohrhammer auf Glasfaser trifft (und der WAF stimmt) https://cronix.cc/2025/12/09/projekt-endgame-baustellentagebuch-wenn-der-bohrhammer-auf-glasfaser-trifft-und-der-waf-stimmt/ https://cronix.cc/2025/12/09/projekt-endgame-baustellentagebuch-wenn-der-bohrhammer-auf-glasfaser-trifft-und-der-waf-stimmt/#respond Tue, 09 Dec 2025 23:59:13 +0000 https://cronix.cc/?p=11

Wir sind drin. Endlich. Die Kisten stapeln sich bis unter die Decke, der Körper schmerzt an Stellen, von denen ich nicht wusste, dass da Muskeln sind, und der Bohrhammer im Erdgeschoss wird bald unser neuer Wecker.

Aktuelle Situation: Wir „campen“ im 1. Obergeschoss, während unter uns das Erdgeschoss für die Kernsanierung vorbereitet wird. Es ist dreckig, es ist staubig, und es ist absolut großartig.

Aber während ich Kisten schleppe, läuft im Hintergrund mein eigentliches Projekt: Operation „Endgame“. Denn dieses Haus wird nicht nur saniert – es wird das technologische Rückgrat für die nächsten Jahrzehnte erhalten.

Die Realität vs. Der Plan

Wer in mein provisorisches Büro schaut, sieht aktuell vor allem Karton-Tetris. In diesen unscheinbaren braunen Boxen schlummert Hardware, die man eher in einem Rechenzentrum vermuten würde als in einem Einfamilienhaus in St. Leon-Rot:

  • MikroTik 10G Switche (noch originalverpackt).
  • Ein 4HE Supermicro Server für 300 TB Speicher (aktuell noch stumm).
  • Glasfaserkabel, die darauf warten, gespleißt zu werden.
  • Eine halb fertige Unterverteilung für den künftigen Technikraum, die das EG versorgen soll

Der WAF (Woman Acceptance Factor) im Härtetest

Meine Freundin hat momentan genau drei Wünsche:

  1. Eine funktionierende Dusche.
  2. Kleidung im Kleiderschrank und nicht in Säcken.
  3. Funktionierendes Internet.

Und Punkt 3 ist mein Job. Während ich davon träume, wie ich bald per Glasfaser (SFP+) durch den Kaminzug ins Büro gehe, muss jetzt erstmal alles über WLAN laufen.

Die Herausforderung:

  • Die Wände sind dick (Beton/Stein).
  • Die Störquellen sind zahlreich (Wetterradar in der Nähe = DFS-Albtraum).
  • Die Hardware ist noch nicht fest verbaut.

Aktuell hängt ein einsamer Ubiquiti U6 Pro provisorisch am Kabel im EG und kämpft tapfer gegen die Decke, um uns im 1. OG mit Netflix und Instagram zu versorgen. Er ist die digitale Lebensversicherung für den Hausfrieden.

Was kommt als Nächstes?

In den kommenden Wochen werde ich hier dokumentieren, wie aus diesem Chaos ein High-End-Netzwerk entsteht. Ihr werdet sehen, wie ich:

  • Den Zählerschrank im Keller zur 15 kWp PV-Festung mit Inselbetrieb aufrüste.
  • Versuche, Glasfaser zu verlegen, ohne wahnsinnig zu werden.
  • Mit neuen Shelly Gen4 Schaltern ein Zigbee-Netzwerk aufbaue, das durch Betonwände geht.
  • Und wie ich versuche, das alles so zu verstecken, dass die Freundin am Ende sagt: „Schön, dass alles einfach funktioniert.“

Drückt mir die Daumen für Nacht 3. Der Serverraum existiert zwar erst in meinem Kopf, aber der Plan steht.

Bis bald aus dem Staub! 🔨💻

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