Der 1.1. ist nur ein Datum

Aus historischer und natürlicher Sicht beginnt Neujahr nicht am 1.1. Das neue Jahr startet im März, zur Tag-Und-Nachtgleiche, Das ist meistens um den 20. oder 21. März.

Dass der 1.1. zum offiziellen Neujahr gekürt wurde, entstand lediglich aus menschlichen Entscheidungen heraus.

Das passt auch zu den Monatsnamen, denn ursprünglich waren September, Oktober, November, Dezember die Monate 7, 8, 9 und 10.

Im Jahr 153 v. Chr legte das Römische Reich den 1. Januar als Beginn des Amtsjahres fest – das hatte rein organisatorische Gründe.

Der Name „Silvester“ kam zudem durch Papst Silvester I. zustande, dieser starb an einem 31.12.

Ursprünglich beginnt das Jahr also im März, dann wenn alles erwacht. Wenn Licht, Wachstum und Aktivität zurückkehren. Und das fühlt sich auch viel natürlicher an. Vielleicht ist das auch der Grund weshalb sich der 31.12. für mich und viele andere nicht wie ein Jahresabschluss anfühlt, sondern eher so, als ob das Jahr ist noch nicht „fertig“.

Dezember und Januar, das ist die Zeit in der wir ruhen dürfen. Auch Pflanzen und Tiere ruhen, der Körper fährt herunter, doch der 1.1. erwartet einen Neuanfang.

Wie ist das für dich, setzt dich der 1.Januar und mögliche Vorsätze unter Druck?

Wenn Lebendigkeit Angst macht

Mir glücklicherweise nicht mehr, ich bin großer Fan von Lebendigkeit. Aber wir im deutschsprachigen Raum wurden dahingehend schon stark geprägt, als Kinder, als Jugendliche, als Erwachsene.


Ruhig sein, still sitzen, nicht zu laut, ja nicht zu präsent sein, und auf jeden Fall angepasst sein.

Doch selbst wenn bei Kindern Bewegung und eine gewisse Lautstärke toleriert wurden, dann sollten sie dennoch auf keinen Fall zu viel Aufmerksamkeit bekommen, sonst lernen sie vielleicht noch, sich selbst zu behaupten, wo kämen wir denn da hin?

Das war ganz sicher nicht überall so, das ist mir schon klar und die persönliche Bubble tut natürlich ihr übriges. Sie spielt sicherlich die zentralste Rolle.

Jedenfalls…. Jemand der lebendig ist, ist präsent. Und wenn Menschen Präsenz Angst macht, beispielsweise ein präsentes Kind, welches seine Emotionen deutlich zeigt, dann ist es nicht so gut kontrollierbar.


Also möglichst alle Emotionen und jegliche Authentizität unterbinden. Sonst müsste man sich ja noch mit dem eigenen Erleben befassen.

Wir können nicht immer dem Krieg / den Kriegen die Schuld geben, und alles dafür entschuldigen.

Wir tragen selbst Verantwortung und auch Menschen, die es schwerer im Leben hatten, tragen Verantwortung.

Was mich betrifft, ich musste es auch erst langwierig lernen, lebendig sein zu dürfen. Und diese Lebendigkeit zu schätzen lernen. Lebendig sein ist keine Behinderung ist, keine Schwäche. Nicht immer bequem. Nicht immer leicht auszuhalten.

Ich selbst kenne auch die Angst vor dem eigenen Erleben, davor, was da alles zum Vorschein kommen könnte. Doch um nichts in der Welt würde ich Lebendigkeit wieder gegen das Gegenteil eintauschen wollen.

Die Wehrpflicht in Deutschland

Noch ist es nicht so weit, aber man tut so, als sei das Ganze bereits beschlossene Sache. Es soll wieder eine Wehrpflicht geben in Deutschland.

Da hat man doch jahrelang erfolgreich eine nationale Verbundenheit bekämpft und wundert sich nun, dass sich keiner mehr freiwillig zum Sterben meldet. Zu Recht.

„Uns hat’s auch nicht geschadet.“

Was ist mit euch?

„Moderner“ Krieg ist nicht „ein bisschen Drohnen fliegen“, denn exakt das sagte kürzlich eine Moderatorin in einer Sendung und versuchte ernsthaft, den jungen Leuten Krieg schmackhaft zu machen. Da wurden die typischen Fluggeräusche der Drohnen eingeblendet und sie sprach es so aus, als würde sie einen unmotivierten Schüler zum Sportunterricht bewegen wollen.

Krieg ist kein Ferienlager mit Flaggenspiel. Auch kein Videospiel, man hat nämlich erstaunlicherweise nicht mehrere Leben.

Das bekannte Lied „Meine Söhne geb ich nicht“ von Reinhard Mey, wird im Radio nicht mehr abgespielt, passt ja auch nicht zur Kriegsrhetorik.

Das eigene Land verteidigen heißt es. Als ob. Momentan ist es zwar noch so, dass Soldaten nicht ohne weiteres im Ausland eingesetzt werden können, wenn sie nicht zustimmen, wir wissen aber ja nun, dass Gesetzeslagen schnell verändert werden können.

Blabla… das ist eine (von uns selbst herbeigeführte) Notlage, deswegen müssen wir euch jetzt opfern, denn wir sind zu wichtig.
Man kennt es.

Warum sollten tausende junge Menschen als Kanonenfutter dienen? Sich für die Geld- und Machtgier einiger weniger opfern? Das hat vielleicht vor 80 Jahren funktioniert. Und davor und in vielen Zusammenhängen und während der Coronazeit. Jetzt hoffentlich nicht mehr.

Fakt ist allerdings tatsächlich, wenn man den aktuellen Zahlen Glauben schenken kann, dass es im Peoplepleaser-Land im Verteidigungsfall zu wenig aktive Soldaten gibt. Es hängt unter anderem damit zusammen, wie groß Land und Bevölkerung sind, wie die geografische Lage ist, ob es eine Bedrohungslage und militärische Bündnisse gibt.


Deutschland hat rund 180.000 aktive Soldaten. Die Schweiz im Vergleich dazu 150.000 (inkl. Reservisten), obwohl die Schweiz ein Zehntel der Bevölkerung Deutschlands hat.

Es gibt also nach dieser Rechnung zu wenige aktive Soldaten für die Verteidigung in Deutschland. Dennoch sollte niemand gezwungen werden.

Und kürzlich brachten Schüler es auf den Punkt:

„Es ist euer Krieg, nicht unserer, warum sollen wir uns für euch opfern?“

Und mit euch meinen sie die, die vom Krieg profitieren.

„Alte Menschen brauchen keine teuren Medikamente“

Ein gutes Beispiel dafür, dass es keine echte Diskussionen mehr geben darf, und alles nur noch über Emotionen erfolgt. Es darf nicht hinterfragt werden, es darf keine Meinung geteilt werden.

Eine Aussage wird aus dem Zusammenhang gerissen und die Person, die sie sagte diffamiert und beleidigt – Von Personen, die vom sich behaupten, hoch gebildet und informiert zu sein.

Hendrik Streeck kritisierte, dass ältere Menschen (teure) Medikamente erhalten, die ihnen mehr schaden als nutzen. Er nannte dann zum Beispiel Chemotherapie bei einer 100-Jährigen.

Oh, da fühlt man sich angegriffen. Und behauptet, Streeck will älteren Menschen Medikamente verweigern.

Wieder geht es nicht um Lebensqualität, die Vollkaskomentalität der Deutschen macht ihrem Namen alle Ehre. Wenn man krank ist soll es doch gefälligst ein Medikament geben, das alles gut macht.

Wir wissen doch alle, wer von teuren Medikamenten profitiert und kein Interesse daran hat, Umsatzeinbußen hinzunehmen.

Es geht nicht wirklich ums Alter, es geht darum, dass Medikamente ohne Sinn, Verstand und Nutzen verschrieben werden. 

Alles blabla… Unter dem Deckmantel der Heilung, Solidarität und Fürsorge.

Habt ihr immer nur Sonne?

Diese Frage hörte ich vor kurzem.

Klar gibt’s hier Regentage wie überall.

Vielleicht ist der Unterschied, dass es selten den ganzen Tag regnet, es gibt meistens auch Sonnenstunden.

Jetzt im November kann ich mich am Nachmittag im Shirt sonnen, draußen oder auf der Fensterbank.

Eine schöne Entschädigung für 6 Monate Winter.

Meditation – Einladung oder Befehl?

Meditationen gibt es ja in zig Varianten. Einige Menschen setzen sich unter Druck, wenn es ihnen nicht gelingt, sich voll auf Meditationen einzulassen.


Oder – wenn nicht das passiert, was passieren „soll“.

Aus meiner Sicht macht es einen riesigen Unterschied, ob in Meditationen sanfte Einladungen ausgesprochen werden oder „Befehle“ bzw. Anweisungen.

„Dein Körper ist jetzt entspannt.“

Ist das ein Befehl? So eine direkte Anweisung kann Druck auslösen, wenn die Person merkt, hmm… der ist aber nicht entspannt, was mache ich falsch?

Du machst nichts falsch. Eine Einladung ist häufig einfacher anzunehmen, als eine Anweisung.

Wenn sich zum Beispiel „der Körper erlauben darf, zu entspannen“.

Wobei ich auch verstehen kann, dass die Befehlsform und klare Anweisungen eine gewisse Orientierung geben. Manche Menschen mögen also klare Vorgaben lieber.


Ich selbst mag die Offenheit lieber und finde es auch bei Bildern und Fantasiereisen schwierig, wenn dort zu viel vorgegeben wird.

„Du betrittst einen Garten und neben dir befindet sich ein riesiger Apfelbaum, der Himmel ist blau.“ ist eben etwas völlig anders als „Stell dir einen Garten vor, so wie er für dich angenehm ist – vielleicht mit Blumen, vielleicht mit Wasser, vielleicht ganz anders.“

Fernab von Beziehungslosigkeit

Du bist zu sensibel, das hatte man mir oft gesagt. Es war damals keineswegs als Kompliment gemeint. Mittlerweile wird Sensibilität ja von einigen Menschen schon als Stärke anerkannt.

Manchmal finde ich es jedoch seltsam für Stärken gelobt zu werden, die ich mir nicht selbst ausgesucht habe. 😅 Ist das nachvollziehbar?

Gelegentlich wird meine Fähigkeit gelobt, Dinge auf den Punkt zu bringen, prägnant zu sein. Eigentlich hat die Entstehung dieser „Stärke“ aber nicht unbedingt einen schönen Hintergrund. Zum Teil wird sie jedoch auch deshalb existieren, weil das introvertierte Gehirn nicht während des Redens nachdenkt, sondern erst nachdenken muss, bevor es eine Lösung präsentieren kann. Wenn ich dann eine Stunde still war, und dann eine Antwort gebe, wirkt das für Andere manchmal wie aus dem Nichts. Aber nachdenken ist nun mal nicht sichtbar. Also Nachdenklichkeit vielleicht schon, aber meine Gedankengänge nicht. 😅 Jedenfalls, hohe Empathie ist vielleicht nicht angeboren. Sie wird nicht in die Wiege gelegt.

Sensibilität und Empathie – für mich ist beides eng miteinander verbunden. Menschen können sich oft nicht gut in die Lebenssituation anderer hineinversetzen. Sie können vielleicht darüber sinnieren, wie sie selbst denken und handeln würden, aber sie vergessen, dass das Gegenüber vielleicht etwas anderes möchte und braucht.

Anders kann ich mir nicht erklären, wie Menschen glauben können, man hätte kurz nach einer langjährigen Beziehung inklusive Scheidung den Wunsch nach einer neuen Beziehung. Aber eigentlich geht es darum nicht. Eigentlich geht es generell darum, dass ich keine Lust mehr auf Beziehungslosigkeit habe.

Menschen, die empathisch sind – man sieht sich gegenseitig, man erkennt sich, man ist loyal zueinander – solche Menschen sind Gold wert.