nerdalarm.at https://nerdalarm.at Sat, 28 Sep 2024 09:23:29 +0000 de hourly 1 https://nerdalarm.at/storage/2021/12/favicon-100x100.png nerdalarm.at https://nerdalarm.at 32 32 Mischwald – Das ultimative ökologische Kartenspiel für 2-5 Strategie- und Naturbegeisterte https://nerdalarm.at/mischwald-spielbericht/ https://nerdalarm.at/mischwald-spielbericht/#respond Sat, 28 Sep 2024 09:00:57 +0000 https://nerdalarm.at/?p=4869 Worum geht es in Mischwald?

Ziel des Spiels Mischwald ist es, den ökologisch und ökonomisch wertvollsten Wald zu kultivieren. Die spielenden Personen müssen stets strategisch planen, verschiedene Bäume anpflanzen, das Tier- und Pflanzenreich um die Bäume herum zum Leben erwecken und dadurch Punkte für die Endwertung sammeln. Jede Baumart in Mischwald bringt spezifische Vorteile und Herausforderungen mit sich, wodurch Spieler*innen kontinuierlich ihre Taktiken anpassen müssen. Die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen, welche rund um die Bäume ausgespielt werden, verschaffen den Spieler*innen Punkte, wobei es besonders wichtig ist, passende Karten-Kombinationen im eigenen Wald zu erschaffen. Am Ende gewinnt der*die Spieler*in mit den meisten Punkten.

 

Detaillierter Spielablauf von Mischwald

Im Herzen von Mischwald steht ein cleveres Kartenziehsystem, das mit einem überschaubaren Spielbrett kombiniert ist. Das Spielbrett dient hauptsächlich als Ablage und Auslage der Karten. Zu Beginn haben die Spieler 6 Handkarten zur Verfügung – das Handkartenlimit ist mit 10 Karten begrenzt. In jeder Runde haben die Spieler*innen zwei Möglichkeiten. Entweder entscheidet man sich für das Ausspielen einer Handkarte oder man zieht zwei Karten vom Nachziehstapel bzw. von der offenen Auslage (Waldlichtung).

Baumkarten sind erforderlich, um weitere Tier- und Pflanzenkarten ausspielen zu können. Die Baumkarte wird mittig abgelegt und bietet den Spieler*innen diverse Vorteile (zB Siegpunkte, Karten nachziehen, etc.) Weitere Tier- und Pflanzenkarten werden an bereits ausgespielte Bäume angelegt. Dabei ist zu beachten, dass die Karten waagrecht oder senkrecht in zwei Sektionen geteilt sind, was mittels einer Linie auf der Karte gut ersichtlich ist. Die Spieler*innen können dabei entscheiden, welche Seite der jeweiligen Karte sie nutzen möchten, und schieben die Karte dazu unter eine Baumkarte, bei welcher diese Seite noch nicht belegt ist. An jede Baumkarte können maximal 4 andere Karten angelegt werden (oben, unten, links, rechts)

 

6 unterschiedliche Baumkarten aus dem Spiel Mischwald

 

Das Ausspielen von Karten kostet Ressourcen. Die Kosten sind auf den jeweiligen Sektionen der Karte links oben abgebildet und müssen beim Ausspielen bezahlt werden. Man bezahlt die Kosten, indem man einfach die Anzahl an Handkarten abwirft und auf die Waldlichtung (Auslage) legt. Damit stehen die Karten, welche zum Bezahlen der Kosten verwendet wurden, den nächsten Spieler*innen in der Auslage zur Verfügung. Bleiben diese dort länger liegen, so kann man sich die Karten sogar wieder selber aus der Auslage zurückholen. Doch Achtung, die Auslage wird komplett geleert, sobald sich dort 10 Karten befinden.

Der Spielablauf ist ziemlich einfach, da man entweder eine Karte ausspielt und deren Kosten bezahlt oder zwei Karten nachzieht. Die Herausforderung an dem Spiel liegt vor allem darin, mit den vorhandenen Karten bestmögliche Kombinationen zu erschaffen und damit die meisten Punkte für die Endwertung zu sammeln.

Viele unterschiedliche Karten ermöglichen zahlreiche Kombinationen, wodurch jedes Spiel in Mischwald zu einer neuen Herausforderung wird.

 

 

Der Winter leitet das Ende ein

Der Nachziehstapel wird vor Beginn des Spiels entsprechend der Anleitung mit drei Winterkarten bestückt. Je eine Winterkarte wird in das obere, das mittlere und das untere Drittel des Nachziehstapels gegeben. Wurden vom Nachziehstapel also schon zwei Winterkarten aufgedeckt, so wissen die Spieler*innen ab diesem Zeitpunkt Bescheid, dass das Spiel nun jederzeit enden kann, wenn die dritte Winterkarte aufgedeckt wird.

Wird die dritte und letzte Winterkarte nun aufgedeckt, weil ein*e Spieler*in Karten nachgezogen hat, so endet das Spiel sofort. Der*Die aktuelle Spieler*in darf den Zug nicht mehr beenden.

Es erfolgt die Punkteauswertung und der*die Siegerin wird ermittelt.

Punkte bekommt man für die Baumkarten, Kombinationen der angelegten Tier- und Pflanzenkarten (oben, unten, links, rechts) sowie Karten in der Höhle.

Manche Karten erlauben es den Spieler*innen Handkarten in die Höhle zu legen, was am Ende auch zusätzlich Punkte bringt.

 

 

Fazit – Warum du Mischwald spielen solltest

Mischwald ist mehr als nur ein einfaches Kartenspiel. Strategisches Denken, Planungsfähigkeit und ein Bewusstsein für Umweltthemen werden gefördert. Mit seiner tiefgehenden Strategie und dem wunderschönen Design ist Mischwald ein Muss für jeden Spieleabend und eine großartige Möglichkeit, Familie und Freunde in die Welt des Waldes und der Nachhaltigkeit einzuführen.

 

Bewertung: 9/10

+ sehr einfache Spielmechanik und trotzdem tiefgehendes Gameplay
+ Fördert strategisches Denken und Umweltbewusstsein
+ Nachhaltige Verpackung und Spielmaterialien (kein Plastik vorhanden)
+ schöne Illustrationen der Flora und Fauna des Waldes
+ jede Partie ist eine neue Herausforderung aufgrund zahlreicher Kartenkombinationen

– Kann anfangs komplex erscheinen
– Längere Spieldauer bei mehreren Spieler

 

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Beer & Bread – Hier backen und brauen 2 Spieler um die Wette! https://nerdalarm.at/beer-and-bread-spielbericht/ https://nerdalarm.at/beer-and-bread-spielbericht/#respond Sat, 26 Aug 2023 15:43:24 +0000 https://nerdalarm.at/?p=3858 Auf den Tisch und los geht‘s

Beer & Bread besteht hauptsächlich aus einem Spielplan, 60 Karten (Bier- und Brotkarten) und den Zutatenmarkern. Das Spielmaterial ist also rasch vorbereitet. Legt einfach den Spielplan und die 60 Karten bestehend aus Bier- und Brotkarten auf den Tisch, füllt die Äcker mit der aufgedruckten Menge an Zutaten und schon kann es los gehen.

 

Beer & Bread - mitten im Spiel

 

Brauen und Backen – so wird es gemacht

Das Spiel geht insgesamt über 6 Runden (Jahre), wobei sich fruchtbare und trockene Jahre ständig abwechseln. Jedes Jahr besteht wiederum aus 4 Phasen.

1) In der Saatphase werden die Äcker mit der richtigen Anzahl an Zutaten (Weizen, Gerste, Roggen, Hopfen, Wasser) bestückt. Die Menge an Zutaten variiert je nachdem, ob es sich um ein fruchtbares oder ein trockenes Jahr handelt. Auf dem Spielplan ist die jeweilige Anzahl als Hilfestellung aufgedruckt. Da trockene Jahre natürlich nicht so ertragreich sind, kommen hier weniger Zutaten auf die Äcker.

2) In der Kartenphase werden, wie der Name schon sagt, Karten gezogen. In einem fruchtbaren Jahr ziehen die beiden Spieler*innen jeweils 5 Karten. In einem trockenen Jahr musst du zuerst deine Erntekarten, welche in der vorherigen Runde ausgespielt wurden, zurück auf die Hand nehmen und anschließend auf 5 Handkarten auffüllen. Zusätzlich werden 3 Tauschkarten auf den dafür vorgesehenen Platz am Spielplan ausgelegt. In trockenen Jahren können die Spieler*innen diese Tauschkarten nutzen und anstelle der eigenen Handkarten ausspielen.

3) In der Aktionsphase sammelst du Zutaten und produzierst verschiedene Bier- und Brotsorten. Außerdem kannst du auch dein Dorf ausbauen, was dir zusätzliche Rohstoffe, Siegpunkte oder andere Möglichkeiten bringt. In fruchtbaren Jahren spielt jede Person beginnend mit dem*der Startspieler*in eine Karte aus, dann tauschen die beiden Spieler*innen ihre Karten miteinander. Das geht so lange, bis alle Handkarten gespielt sind. Im Gegensatz dazu werden in trockenen Jahren die Handkarten nicht untereinander getauscht. Das bringt Abwechslung ins Spielgeschehen und erfordert ständiges Mitdenken. Alle Karten in Beer & Bread sind so gestaltet, dass sie auf drei unterschiedliche Arten verwendet werden können.

 

Spielkarten - 3 Aktionsarten pro Karte möglich

 

 

Nutze den oberen Bereich der Karten, um Zutaten von den Äckern zu ernten und diese zu lagern. Das Lager bietet den Spieler*innen anfangs 9 Lagerplätze, kann aber durch Ausbauten noch erweitert werden. Im oberen Bereich der Karten sind verschiedene Zutaten abgebildet, welche du beim Ausspielen der Karte einsammeln darfst. Spielst du in einer Runde mehrere Karten zum Ernten aus, so kannst du deinen Ertrag steigern, wenn du sogenannte Erntereihen bildest. Dabei überprüfst du, welche Arten von Zutaten im Erntebereich der neu gespielten Karte abgebildet sind. Von jeder Zutat musst du nun so viele einsammeln, wie insgesamt davon in der Reihe zu sehen sind. Doch Vorsicht – Zutaten die nicht in dein Lager passen, musst du deinem*deiner Mitspieler*in anbieten.

Sobald du genügend Zutaten gesammelt hast, kannst du Bier brauen oder Brot backen. Dazu spielst du eine Karte aus und nutzt deren mittleren Bereich, wo eine Tafel mit Zutaten abgebildet ist. Das Brauen bzw. Backen kostet dich die angeführten Zutaten, welche du von deinem Lager zurück in den Vorrat legen musst. Nun legst du die Karte auf die Brauerei bzw. die Bäckerei und die Ware gilt als verkauft. Hier gibt es eine Begrenzung, denn es kann jeweils nur eine Karte auf der Brauerei bzw. Bäckerei liegen. Bevor du also weitere Waren produzieren und verkaufen kannst, musst du erst eine sogenannte Reinigung durchführen.

Eine Reinigung in Beer & Bread erfolgt, indem du den unteren Bereich einer Karte ausspielst. Der untere Bereich der Karten ermöglicht dir, Ausbauten in deinem Dorf zu platzieren. Ausbauten bringen dir im Verlauf des Spiels weiter Vorteile (zB mehr Ertrag beim Ernten, zusätzliche Punkte am Ende des Spiels, zusätzliche Lagerplätze, Vorteile beim Brauen und Backen, etc.). Nachdem du die Karte an den dafür vorgesehenen Platz des Spielplans gelegt hast, entfernst du die Karten von der Brauerei und der Bäckerei. Nun kannst du ab sofort wieder Bier und Brot produzieren und verkaufen.

4) Zuletzt kommt die Mühlenphase – hier wird nur der*die Startspieler*in für die nächste Runde bestimmt. Wer zu diesem Zeitpunkt weniger Zutatenmarker in seinem Lager liegen hat, der bekommt nun die Windmühle (Startspielermarker). In einem trockenen Jahr werden jetzt auch noch die 3 übrig gebliebenen Tauschkarten sowie die ausgespielten Erntekarten abgeworfen.

 

Spielplan - hier sind die Äcker mit Zutaten bestückt und die Lager der Spieler*innen abgebildet

 

Wer wird Meister von Bier und Brot?

Nach der 6. Runde endet Beer & Bread und die Spieler*innen nutzen den Wertungsblock um ihre Punkte festzuhalten. Jeder nimmt seine verkauften Karten und trennt diese in Brot und Bier. Dann werden die Werte der darauf abgedruckten Münzen zusammengezählt jeweils für Bier und Brot. Anschließend werden noch jene Ausbauten überprüft, welche Extramünzen gewähren. Nun gibt es ein Gesamtergebnis für die Warenart Brot und ein Gesamtergebnis für die Warenart Bier. Das niedrigere der beiden ist das Endergebnis. Der*Die Spieler*in mit dem höchsten Ergebnis gewinnt das Spiel Beer & Bread.

 

Fazit – einfach aber taktisch

Beer & Bread punktet auf jeden Fall zuerst einmal mit tollem Design und hochwertigem Spielmaterial – Die heißbegehrten Holzspielsteine sind auch mit dabei. Die Spielanleitung ist mit 12 Seiten ziemlich schnell durchgelesen und die Regeln sind verständlich geschrieben und mit einigen Beispielen ergänzt. Für jene, die regelmäßig Kenner- oder Expertenspiele zocken, sollte das Regelwerk im Handumdrehen erlernt sein. Neueinsteiger sollten sich die Beispiele ordentlich durchlesen. Im Prinzip kann man aber gleich mit dem Spielen loslegen, da die Grundregeln ziemlich einfach sind.

Im ersten Spiel muss man sich zwar noch an die richtige Taktik herantasten, das wird aber von Partie zu Partie besser. Man kommt aber schnell dahinter, wie man seine Karten am sinnvollsten einsetzt. Hier ist ein cooler Mechanismus hervorzuheben – jede Karte im Spiel kann nämlich auf drei unterschiedliche Arten eingesetzt werden, man muss also nicht gleich ganz verzweifeln, wenn man kein Kartenglück hat. Der Glücksfaktor spielt zwar schon eine Rolle beim Nachziehen der Karten, allerdings kann man das durch unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten wieder etwas ausgleichen.

Besonders wichtig ist es, ein Gleichgewicht zwischen Bier- und Brotproduktion zu finden, da die Endwertung von der Warengruppe mit dem wenigsten Ertrag abhängt. Man muss hier also sowohl die eigenen Karten geschickt einsetzen als auch etwas hoffen, dass in den fruchtbaren Jahren der*die Gegner*in beim Hin- und Hertauschen der Karten nicht die benötigten Karten wegschnappt. Das kann zwar ärgerlich sein, bringt aber durchaus Spannung und etwas Nervenkitzel mit ins Spiel. Im Großen und Ganzen ein solides Brettspiel für 2 Spieler*innen. Da es nicht allzu lange dauert, kann es auch mal Zwischendurch ausgepackt werden.

Uns hat es sehr gut gefallen und wird Beer & Bread sicherlich noch für längere Zeit unsere Spielesammlung ergänzen.

 

Bewertung 7,5/10

+ kurze Spieldauer
+ Spielregeln sind nicht allzu komplex und mit Beispielen ergänzt
+ taktische Varianz, da alle Karten für 3 unterschiedliche Aktionen genutzt werden können
+ hochwertiges Spielmaterial

– leider nur für 2 Spieler
– Glücksfaktor beim Ziehen und Tauschen der Karten

 

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Die Pranken des Löwen – Erlebe 25 fesselnde Abenteuer im spannenden Gloomhaven Spin-Off https://nerdalarm.at/die-pranken-des-loewen-spielbericht/ https://nerdalarm.at/die-pranken-des-loewen-spielbericht/#respond Sat, 08 Jul 2023 19:31:57 +0000 https://nerdalarm.at/?p=3785 Aufbau:

Bevor wir uns in das Spiel stürzen, werfen wir einen Blick auf den beeindruckenden Aufbau des Spiels. „Die Pranken des Löwen“ ist ein kooperatives Brettspiel, das mit 1-4 Spieler*innen gespielt werden kann. Es bietet sowohl für Einsteiger*innen als auch für erfahrene Gloomhaven-Spieler*innen eine ansprechende Herausforderung. Die packende Kampagne besteht aus einer Reihe von Szenarien, die miteinander verbunden sind und eine fortlaufende Geschichte erzählen. Ein wesentlicher Unterschied zum großen Bruder Gloomhaven ist das Szenariobuch, denn in „Die Pranken des Löwen“ wird der Spielplan nicht aus einzelnen variablen Teilen zusammengesetzt, sondern es gibt ein Szenariobuch, wo der Spielplan aufgedruckt ist. Du musst also nur die richtige Seite des Szenariobuches aufschlagen und schon könnt ihr loslegen.

Die ersten fünf Szenarien sind sozusagen ein Tutorial, wodurch ein schnellerer Einstieg in das Spiel möglich ist, da die Regeln für das komplette Spiel Schritt für Schritt erklärt werden, während die ersten Szenarien gespielt werden.

 

Spielaufbau Gloomhaven Die Pranken des Löwen

 

 

Spielablauf: Taktik und Abenteuer

In diesem Spiel übernimmst du die Kontrolle über einen Helden, der sich mutig den herannahenden Gefahren stellt. Zu Beginn der Kampagne wählst du einen der vier Helden aus. Jeder Held besitzt ein einzigartiges Set an Fähigkeiten und Eigenschaften, die sich im Laufe des Spiels weiterentwickeln können. Deine Wahl beeinflusst den Spielverlauf, da jeder Held unterschiedliche Stärken und Schwächen mitbringt.

Nun wollen wir uns dem fesselnden Spielablauf widmen. Das Spiel basiert auf einem innovativen Kartenmechanik-System, das dir interessante Entscheidungen und taktische Möglichkeiten bietet. Jeder Spielzug beginnt damit, dass du eine Auswahl aus deiner individuellen Kartenhand triffst. Jede Karte zeigt verschiedene Aktionen an, die du durchführen kannst, wie Bewegen, Angreifen oder den Einsatz spezieller Fähigkeiten.

Dabei ist es wichtig, vorausschauend zu planen, denn jede Karte wird nach ihrer Verwendung im weiteren Spielverlauf entweder abgeworfen oder zurück in die Hand genommen. Hast du dann nicht mehr genügend Karten auf der Hand, so musst du eine Rast durchführen, was bedeutet, dass sich deine Aktionskarten um eine Karte reduzieren werden. Dadurch können sich die Helden für das Szenario nicht ewig Zeit lassen, denn irgendwann gehen die Aktionskarten aus – die Ausdauer der Helden ist also in gewisser Weise begrenzt. Das Management deiner Kartenhand wird somit zu einer strategischen Komponente des Spiels.

 

Monster Aktionen und Monster Deck

 

 

Spielzüge und Aktionen: Dein Held, deine Entscheidungen

Nun schauen wir uns genauer an, wie die Spielzüge ablaufen und welche Aktionen du durchführen kannst. In jedem Zug hast du die Möglichkeit, verschiedene Aktionen zu wählen, um deine Ziele zu erreichen. Dazu gehört das Bewegen auf dem Spielbrett, das Angreifen von Gegnern, das Einsammeln von Münzen und Schätzen sowie das Aktivieren spezieller Fähigkeiten deines Helden.

Die Bewegung ermöglicht es dir, deinen Helden taktisch auf dem Spielbrett zu positionieren und Wegstrecken zurückzulegen. Du kannst entscheiden, ob du dich vorwärts in den Kampf stürzt, dich defensiv zurückziehst oder geschickt Hindernisse umgehst, um einen taktischen Vorteil zu erlangen. Jeder Zug erfordert eine kluge Entscheidung, denn du möchtest sowohl den besten Angriffswinkel finden als auch deine eigene Verteidigung aufrechterhalten.

Der Angriff ist ein zentraler Bestandteil des Spiels. Ermöglicht dir die gewählte Aktionskarte einen Angriff, wählst du dein Ziel und führst einen Angriff aus. Auf der Aktionskarte ist abgebildet, wie der Angriff erfolgt. Es gibt Fernkampf-, Nahkampf- oder auch Flächenangriffe und die Stärke der Angriffe ist ebenso auf der Karte angeführt. Manche Angriffsfertigkeiten haben sogar noch zusätzliche Effekte, die dir Vorteile im Kampf verschaffen können oder die Gegner massiv in Bedrängnis führen. Doch nicht nur die Helden haben mächtige Angriffe und Fähigkeiten – ja genau, du hast richtig gehört. Auch deine Feinde, diese Monstrositäten, haben mächtige Angriffe oder Fähigkeiten.

Jeder Angriff im Spiel wird außerdem von einer Karte des Kampfstapels beeinflusst. So besteht die Möglichkeit, dass der Angriff mit modifizierter Stärke durchgeführt wird (zB Angriffskraft +1, +2, -1, -2). Selten kann es sogar auch vorkommen, dass du einen mächtigen Angriff mit doppelter Stärke durchführen kannst. Das Gefühl der Befriedigung, wenn du einen mächtigen Angriff erfolgreich ausführst, ist unvergleichlich!

Mit etwas Pech ziehst du aber die Karte, die deinen Angriff fehlschlagen lässt. Dein Held sollte also auch vom Glück gesegnet sein. Durch die Kampfmodifikatoren wird jeder Kampf noch spannender, da das Ergebnis des Angriffs so nicht vorhergesehen werden kann.

Deine speziellen Fähigkeiten erweitern dein taktisches Repertoire. Jeder Held verfügt über einzigartige Fähigkeiten, die im Verlauf des Spiels freigeschaltet werden können. Diese Fähigkeiten ermöglichen dir, mächtige Kombinationen aus Aktionen durchzuführen, Feinde zu schwächen oder dein Team zu unterstützen. Die Wahl der richtigen Fähigkeiten zur richtigen Zeit kann den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.

Zusätzliche Spielelemente wie Statuseffekte, Elementfähigkeiten, schwieriges Gelände, Fallen oder auch mächtige Ausrüstungsgegenstände bringen enorme Vielfalt in jedes Szenario.

 

Szenariobuch und Heldenfiguren sowie Monster-Aufsteller

 

 

Zwischen den Szenarien: Weiterentwicklung und Individualisierung

„Die Pranken des Löwen“ bietet dir nicht nur spannende Szenarien, sondern auch vielfältige Möglichkeiten, deinen Helden zwischen den Szenarien weiterzuentwickeln und anzupassen. Nach jedem abgeschlossenen Szenario und auch während des Szenarios erhältst du Erfahrungspunkte und möglicherweise Belohnungen, mit denen du deinen Helden verbessern kannst.

Der Markt ist auch ein wichtiger Ort, an dem du neue Ausrüstung kaufen und verkaufen kannst. Neue Waffen, Rüstungen und magische Gegenstände stehen zur Verfügung und werden im Laufe der Kampagne freigeschaltet, um deinen Helden zu stärken. Die richtige Ausrüstung kann deine Fähigkeiten erheblich verbessern und dir einen Vorteil im Kampf verschaffen.

Stadtereignisse bieten dir die Möglichkeit, interessante Geschichten zu erleben und deine Entscheidungen abseits des Kampfes zu treffen. Jede Entscheidung kann den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen und dir neue Möglichkeiten eröffnen oder unvorhergesehene Konsequenzen haben. Es werden so auch zusätzliche Szenarien freigeschaltet.

Charakterverbesserungen sind ein wichtiger Aspekt des Spiels. Durch das Sammeln von Erfahrungspunkten kannst du deine Helden stetig verbessern, indem du neue Fähigkeiten freischaltest, Charakterverbesserungen durchführst oder neue Aktionen erlernst. Diese Weiterentwicklung ermöglicht es dir, deinen Helden an deinen Spielstil anzupassen und noch mächtiger zu werden. So kannst du neue Aktionskarten erlernen oder auch dein Kampf-Modifikatoren-Deck modifizieren.

 

Stadtkarte für Aufkleber

 

 

Fazit: Spannung, Individualität und hoher Wiederspielwert

„Die Pranken des Löwen“ ist ein fesselndes Spin-Off des beliebten Gloomhaven-Universums mit einer packenden Geschichte und einem innovativen Kartenmechanik-System. Der Spielablauf bietet eine gelungene Mischung aus taktischen Entscheidungen, strategischer Planung und spannenden Kämpfen. Die Vielfalt der Helden, ihre individuellen Fähigkeiten und die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sorgen für langanhaltenden Spielspaß und einen hohen Wiederspielwert.

Die Stärken des Spiels liegen in der tiefgreifenden Spielmechanik, die es dir ermöglicht, deine Helden genau nach deinen Vorstellungen zu gestalten und spannende taktische Entscheidungen zu treffen. Die Verbesserungen zwischen den Szenarien, wie der Markt, die Stadtereignisse und die Charakterverbesserungen, bieten zusätzliche Möglichkeiten zur Individualisierung und erweitern das Spielerlebnis.

Allerdings sollte beachtet werden, dass „Die Pranken des Löwen“ eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert. Die Komplexität der Regeln und die Vielzahl an Optionen können am Anfang überwältigend wirken. Es ist ratsam, sich etwas Zeit zu nehmen, um die Spielmechanik und die verschiedenen Heldenfähigkeiten zu verstehen. Sobald man sich jedoch damit vertraut gemacht hat, wird man mit einem spannenden und anspruchsvollen Spielerlebnis belohnt. Hier bietet „Die Pranken des Löwen“ außerdem ein paar Einführungs-Szenarien, wodurch der Spieleinstieg etwas erleichtert wird. Nach den ersten fünf Abenteuern ist man also schon mit den Grundregeln des Spiels vertraut.

Insgesamt ist „Die Pranken des Löwen“ ein empfehlenswertes Brettspiel für alle Fans von kooperativen Abenteuerspielen. Tauche ein in eine Welt voller Gefahren und tapferer Helden und erlebe fesselnde Abenteuer, die dich bis zur letzten Minute in ihren Bann ziehen werden!

Wir lieben es und würden es auf jedem Fall weiterempfehlen!

 

Bewertung (9/10)

+ tolles umfangreiches Spielmaterial
+ Einführungsszenarien erleichtern den Spieleinstieg
+ taktische Kämpfe und spielerische Entscheidungen
+ für erfahrene und neue Spieler*innen
+ fesselnde Story
+ Schwierigkeitsgrad kann angepasst werden (stärkere Monster)

– lange Spieldauer
– leider keine Monster-Miniaturen, sondern nur Monster-Aufsteller
– die Grundregeln sind schnell erlernt, die Detailregeln allerdings sind sehr umfangreich

 

 

Hier kommst du zum Spiel!

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Parks auf dem Prüfstand – Jetzt entdeckst du die Schönheit der Nationalparks https://nerdalarm.at/parks-auf-dem-pruefstand/ https://nerdalarm.at/parks-auf-dem-pruefstand/#respond Mon, 10 Apr 2023 18:04:06 +0000 https://nerdalarm.at/?p=3377 Welches Ziel verfolgst du in Parks?

Wer am Ende die meisten Siegpunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Punkte sammelst du, indem du während 4 Jahreszeiten mit deinen 2 Wanderern unterschiedliche Nationalparks besuchst, Fotos machst und deine Vorsätze erfüllst. Das Besuchen der Nationalparks bringt am meisten Punkte, erfordert jedoch auch unterschiedliche Ressourcen, die du vorher mit deinen Wanderern auf deiner Reise einsammeln musst. Hast du einen Nationalpark besucht, nimmst du dir die Karte und wertest am Ende des Spiels die darauf abgedruckte Punkteanzahl.

Parks - Kartenauslage mit Nationalparkkarten, Ausrüstungskarten, Jahreszeiten und Feldflaschenkarten

 

Echt einfacher Spielaufbau

Der Aufbau ist relativ schnell erledigt. Auf dem Spielplan werden zunächst 3 Nationalparkkarten aufgedeckt und die restlichen als Nachziehstapel bereitgelegt. Weiters gibt es noch Feldflaschenkarten, Ausrüstungskarten und Jahreszeitenkarten.

Der Spielplan, wo die Figuren eingesetzt werden, ist im Spiel Parks leicht modular. Es gibt einen Einstiegspunkt und einen Ausstieg bei jedem Wanderweg. Die dazwischen liegenden Teile werden jedes Mal neu zufällig ausgelegt und stellen einen einzigartigen Wanderweg dar. Der Wanderweg wird dann noch nach einer Wettervorhersage mit Ressourcen (Wald, Berg, Sonne, Wasser) bestückt. Und schon kann es los gehen!

Die 4 Runden des Spiels werden durch 4 Jahreszeiten repräsentiert. Die Jahreszeitenkarten verändern den Spielverlauf jeder Runde, da durch diese Karten zusätzliche Regeln für die jeweilige Runde ins Spiel kommen.

Parks - Wanderweg mit Wanderern

 

Vom Wandern bis zur Punktejagd – So wird Parks gespielt

Der Ablauf des Spiels ist sehr einfach und intuitiv. Als Startspieler*in beginnst du die Jahreszeit und setzt dazu einen deiner Wanderer auf einen beliebigen Streckenabschnitt in Richtung des Ausstiegs. Wichtig dabei ist, dass die Wanderer auf dem Wanderweg nie umkehren können. Wenn du deinen Wanderer also auf ein weiter hinten liegendes Feld abstellst, überspringst du die dazwischen liegenden Felder und kannst diese mit diesem Wanderer in dieser Runde nicht mehr erreichen. Dein zweiter Wanderer kann diese Felder aber schon noch erkunden, da dieser ja auch vom Einstiegspunkt aus beginnt. Auf jedem der Streckenabschnitte, wo du deine Wanderer hinsetzt, kannst du die dort abgebildeten Ressourcen einsammeln oder die dort angeführten Aktionen ausführen.

Sobald aber ein Streckenabschnitt durch einen fremden Wanderer besetzt ist, kannst du deine eigene Wanderer-Figur nur auf das Feld setzen, wenn du dein Lagerfeuer löschst. Dazu hat jede*r Spieler*in einen Lagerfeuer-Token, der dabei auf die „erschöpft“-Seite gedreht werden muss. Dies ist nur ein Mal pro Jahreszeit möglich. Daher musst du clever deine Aktionen planen und den Wanderweg bestmöglich nutzen. Sind dann alle Wanderer bis auf 1 am Ausstieg angekommen, wird der letzte Wanderer sofort auf den Ausstieg gesetzt. Du solltest also darauf achten, dass du nicht der letzte Wanderer bist, denn dadurch könntest du einige Aktionen verlieren.

Bei deiner Reise kannst du Feldflaschen oder andere Ausrüstungskarten erwerben, die dir zusätzliche Ressourcen-Einnahmen oder andere Fähigkeiten bringen. Wenn du einmal die Ressource Wasser erhältst, kannst du damit eine deiner Feldflaschen auffüllen und dadurch deren Fähigkeit nutzen. Dies bringt dir im Normalfall andere bzw. weitere Ressourcen ein.

Mit Ausrüstungskarten kannst du auch viele verschiedene Fähigkeiten nutzen. Beispielsweise bekommst du dadurch Vergünstigungen beim Besuch der Nationalparks und musst dabei nicht so viele Ressourcen bezahlen. Es ist also immer gut, verschiedenste Ausrüstungskarten dabei zu haben.

verschiedene Nationalparkkarten

Mit den gesammelten Ressourcen kannst du dann die ausliegenden Nationalparks besuchen. Dazu musst du deinen Wanderer auf ein entsprechendes Aktionsfeld setzen, dann die erforderlichen Ressourcen bezahlen und schon erhältst du die Nationalparkkarte, welche dir am Ende des Spiels die darauf abgebildeten Siegpunkte bringt. Es ist mit einer speziellen Aktion auch möglich, die ausliegenden Nationalparkkarten für sich zu reservieren, denn sonst kann es sein, dass ein*e andere*r  Spieler*in die gewünschte Karte vor dir beansprucht.

Eine weitere Möglichkeit, Punkte zu sammeln, ist auch die Kamera, mit der du Fotos der Landschaft machen kannst. Auf einem bestimmten Aktionsfeld namens Aussichtspunkt kannst du für 2 beliebige Ressourcen ein Foto schießen. Du bekommst einen Foto-Token, wobei am Ende des Spiels jedes Foto einen Siegpunkt wert ist. Weiters erhältst du nach dem Ausführen der Aktion am Aussichtspunkt den Kamera-Token.

Hast du die Kamera, kostet dich jedes Foto nur noch 1 beliebige Ressource anstatt 2. Und hast du die Kamera am Ende der Jahreszeit, darfst du zusätzlich noch ein Foto zum reduzierten Preis machen. Es macht also durchaus Sinn, die Kamera für sich zu beanspruchen. Andere Spieler*innen können dir die Kamera aber wieder wegnehmen, indem Sie nach dir die Aktion am Aussichtspunkt ausführen. Die Kamera ist also  meistens heiß umkämpft.

Am Ende jeder Jahreszeit wird der Wanderweg zwischen Einstieg und Ausstieg neu und zufällig ausgelegt. Es kommt mit jeder neuen Jahreszeit ein zusätzlicher Streckenabschnitt mit neuer Aktionsmöglichkeit ins Spiel und eine neue Jahreszeitenkarte mit besonderen Regeln für die aktuelle Runde wird aufgedeckt.

Sind dann 4 Jahreszeiten gespielt, so werden die Siegpunkte der Spieler ermittelt. Der Startspieler-Marker ist am Ende des Spiels sogar auch noch einen Punkt wert.

Parks Inlay

 

Fazit – wunderschönes Brettspiel für Zwischendurch

Das Brettspiel Parks erweckte gleich beim Öffnen der Box einen besonders eleganten Eindruck. Die Box ist wundschön gestaltet, das Inlay perfekt an das Spielmaterial angepasst. Die Illustrationen auf den einzelnen Karten sind bezaubernd und fügen sich zu einem wunderschön gestalteten Gesamtpaket zusammen – also rein optisch würden wir ohne Bedenken die Bestnote vergeben.

Bei uns kam das Spielthema sehr gut an. Es wirkte sehr entspannend und beruhigend, als würde man sich tatsächlich in der Natur der Nationalparks aufhalten. Doch leider empfinden nicht alle das Thema als passend – einigen unserer Mitspieler*innen gefiel die Thematik nicht so besonders. Es ist also jedem selbst überlassen, ob das Erkunden von Nationalparks ein geeignetes Thema für ein taktisches Brettspiel ist oder nicht. Uns hat es sehr gefallen, da es einmal etwas ganz anderes Genre abdeckt, das wir so noch nicht kannten.

Das Spiel ist schnell aufgebaut und mit seinem relativ einfachen Regelwerk auch gut geeignet für neue Spieler*innen. Die taktischen Elemente sind vorhanden, doch sucht man komplexere Mechanismen oder langfristiges strategisches Planen, dann ist man hier fehl am Platz. Nichtsdestotrotz sind die Spielmechanismen gut durchdacht und aufeinander abgestimmt, sodass es bis zum Ende spannend bleibt und jeder seine eigene Taktik wählen kann.

Je höher die Spieleranzahl, desto schwieriger wird es, da der Wanderweg und dessen Streckenabschnitte stärker besetzt sind. Man kommt schwieriger an die erforderlichen Ressourcen ran, Ausrüstungskarten haben einen höheren Stellenwert und auch die ausliegenden Nationalparks werden einem schnell mal vor der Nase weggeschnappt. Eine gemütliche Runde spielen wir eher zu zweit, wenn wir etwas mehr Spannung und Herausforderung suchen, dann spielen wir Parks lieber mit 4 Spieler*innen.

Das Spiel besitzt jetzt nicht den allerhöchsten Wiederspielreiz, da die Möglichkeiten und Varianten ziemlich bald ausgeschöpft sind. Allerdings spielen wir das Spiel aufgrund der relativ einfachen Mechanik immer wieder gern. Es eignet sich sehr gut für Zwischendurch und auch nach mehreren Partien ist es bei uns immer noch sehr beliebt.

 

Bewertung (8/10)

+ leichte Spielregeln, schnell und einfach zu erlernen
+ entspannende Atmosphäre
+ wunderschönes Spielmaterial inkl. Inlay
+ keine unnötigen Wartezeiten
+ perfekt für erfahrene und neue Spieler

– kein strategisches Highlight
– Spielthematik ist nicht jedermanns Sache
– Vorsatzkarten bringen verhältnismäßig wenig Punkte

 

Hier kommst du zum Spiel!

 

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The Hunger – 6 blutdurstige Vampire im Wettlauf gegen die Zeit https://nerdalarm.at/the-hunger/ https://nerdalarm.at/the-hunger/#respond Thu, 29 Dec 2022 10:51:09 +0000 https://nerdalarm.at/?p=3055 Worum geht es in The Hunger?

The Hunger ist ein Wettrennen, bei dem du im Verlauf des Spiels dein Start-Kartendeck bestehend aus sechs Karten modifizierst. Du übernimmst die Rolle eines Vampirs, der bei Anbruch der Nacht sein Schloss verlässt, um auf die Jagd zu gehen. Dabei entfernst du dich immer weiter vom Ausgangspunkt. Bei der Jagd bekommst du neue Karten in dein Deck. Du musst geschickt deine Beute auswählen, denn erbeutete Menschen bringen dir zwar am Ende Siegpunkte, jedoch verlangsamen sie dein Deck, sodass es dir am Ende schwerfallen wird, noch rechtzeitig vor Sonnenaufgang in das sichere Schloss zurückzukehren.

Du kannst auch andere Vampire oder Tier-Gefährten jagen, diese bringen deinem Deck zusätzliche Möglichkeiten oder dauerhafte Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Nachziehen weiterer Karten vom Nachziehstapel oder auch Erleichterungen bei deiner Bewegung auf dem Spielplan.

Schlussendlich musst du rechtzeitig im sicheren Schloss zurück sein, bevor die Sonne aufgeht. Das bedeutet konkret, dass du 15 Runden Zeit hast, möglichst viele Menschen zu jagen bzw. möglichst viele Punkte zu sammeln. Schaffst du es aber dann nicht, rechtzeitig nach Hause zu kommen, dann verbrennt dein Vampir zu Asche und du hast das Spiel verloren.

 

The Hunger - Spielaufbau

 

Wie wird The Hunger gespielt?

Zuerst suchst du dir einen von sechs unterschiedlichen Vampir-Charakteren aus. Hier gibt es nur geringfügige Unterschiede, denn jeder Vampir hat eine eigene Fähigkeit, die im Verlauf des Spiels ein Mal eingesetzt werden kann. Die Spielfiguren werden alle auf das Schloss platziert, von dort aus geht die Reise los.

Der Spielplan zeigt das Schloss der Vampire und einen Weg, der immer weiter vom Schloss wegführt. Der Weg verläuft durch die Berge, die Ebene und durch den Wald bis hin zum Labyrinth, welches sich am Ende des Weges befindet.

Wenn du am Zug bist, legst du deine 3 Handkarten in deine Auslage. Dann führst du die darauf abgebildeten Effekte aus. Beispielsweise kannst du noch zusätzliche Karten vom Nachziehstapel ziehen oder eine schlechte Karte austauschen.

Addiere nun alle auf den Karten links oben stehenden Zahlen, diese Zahl stellt dann deine Geschwindigkeit dar, mit der du dich in dieser Runde auf dem Spielplan entsprechend viele Felder bewegen kannst.

Nach deiner Bewegung kannst du noch auf die Jagd gehen. Die Jagd ist der eigentliche Spielmechanismus, der dein Deck beeinflusst. Für die Jagd musst du dir gewisse Geschwindigkeitspunkte aufheben, denn im Jagdgebiet gibt es drei Spalten, in denen du dir deine Jagd-Opfer aussuchen kannst. Dabei benötigst du für Ziele in der ersten Spalte drei Geschwindigkeitspunkte, in der zweiten Spalte zwei Punkte und in der dritten Spalte einen Punkt. Die Karten werden also von links nach rechts immer günstiger. Nach jeder Runde werden die Karten nämlich eine Spalte nach rechts verschoben.

Wenn du dir ein Feld für deine Jagd ausgesucht hast und die entsprechenden Geschwindigkeitspunkte noch ausgeben kannst, dann nimmst du dir die dort ausliegende Karte und legst sie auf deinen Ablagestapel. Das bedeutet, dass die Karte später in deinem Deck ist und verwendet werden kann. Hast du einen Menschen gejagt und deinem Deck hinzugefügt, dann erhältst du nun die darauf abgebildeten Siegpunkte. Schreite entsprechend viele Felder auf der Siegpunktleiste voran.

Es gibt verschiedene Karten, die du deinem Deck hinzufügen kannst.

  • Menschen
    Die Karten der Menschen bringen dir vor allem wichtige Siegpunkte für die Endwertung. Die Siegpunkte sind rechts oben auf den Karten in der Form eines Bluttropfens abgebildet. Menschen in deinem Deck verlangsamen allerdings deine Bewegung, denn die Menschen Karten haben zumeist einen Geschwindigkeits-Wert von Null. Manche Menschen haben dann auch noch negative Effekte, die du dann bei deiner Rückreise zum Schloss beachten und meistern musst. Es gibt außerdem vier farbliche Kategorien von Menschen (Bürger, Geistliche, Kämpfer, Adelige).
  • Vampire
    Die Karten der Vampire verstärken dein Deck, indem sie dir zusätzliche Fähigkeiten und Geschwindigkeitspunkte bringen. Vampire selbst bringen dir aber leider keine Siegpunkte.
  • Gefährten
    Die Gefährten können dir bei der Jagd helfen und deine Auslage verbessern.
  • Gegenstände
    Im Moment sind Rosen die einzigen Gegenstände im Spiel. Sie bringen dir Bonuspunkte am Ende jeder Runde. Diese Rosen sind im Labyrinth zu finden und nur schwer zu kriegen, da sie sehr weit vom Schloss entfernt sind.

 

Charaktere, Menschen, Gefährten und Jagdziele

 

So baust du in The Hunger also von Runde zu Runde dein Deck weiter aus. Wichtig ist hier die Balance zwischen Menschen und anderen Karten zu finden, sonst riskierst du am Ende noch, dass du es nicht rechtzeitig zurück ins Schloss schaffst.

Während des Spiels kannst du auf manchen Feldern des Spielplans auch noch Schätze aufnehmen oder Jagdziele auswählen. Schätze bringen dir zwei Siegpunkte und verleihen dir einen einmaligen Bonus (z.B. 1x zusätzliche Jagd, 1x Karten austauschen, 1-2 Geschwindigkeitspunkte). Ein Schatz in Form eines Regenschirms erlaubt dir am Ende der 15 Runden sogar noch einen zusätzlichen Zug – der Regenschirm ist also sehr begehrt.

Jagdziele geben vor, wie du am Ende auch noch zusätzliche Punkte bekommst, sozusagen kleine Quests (z.B. erhalte Extrapunkte, wenn du die meisten Menschen einer bestimmten Kategorie gejagt hast oder erreiche als Erster das Schloss, etc.). Zwei Jagdziele werden von Beginn an öffentlich aufgedeckt und können von allen Spielern verfolgt werden. Auf manchen Feldern, bezeichnet als Grabstätten, kannst du dir noch weitere Jagdziele schnappen, die dann nur für deine Schlusswertung zählen.

 

Jagdgebiet von The Hunger

Was passiert am Ende?

Am Ende von Runde 15 geht die Sonne auf und das Spiel endet. Nun wird überprüft, welche Vampire sich in Sicherheit gebracht haben, denn nur diese Vampire nehmen an der Schlusswertung teil. Alle anderen Vampire verbrennen zu Asche und haben das Spiel verloren, unabhängig davon, wie viele Siegpunkte sie gesammelt haben.

Du bekommst am Ende noch Punkte für die zwei öffentlichen Jagdziele. Weiters erhältst du Punkte für deine eigenen erfüllten Jagdziele und manche Karten in deinem Deck verschaffen dir auch noch Punkte, durch die darauf aufgedruckten Voraussetzungen.

Es gewinnt natürlich der Vampir mit den meisten Siegpunkten.

 

Fazit – ein lustiges Spiel mit Spannung bis zum Schluss!

Nach ein paar Partien von The Hunger können wir mit bestem Gewissen sagen, dass es sich auf jeden Fall einen Platz in unserem Spiele-Regal verdient hat. Das Thema des Spiels ist gut gewählt, das Spielmaterial ist auch sehr schön gestaltet und die Regeln sind aus unserer Sicht sehr einsteigerfreundlich. Es braucht also nicht lange, um die erste Partie spielen zu können. Der Deckbau-Mechanismus ist nicht allzu komplex, da es eine überschaubare Anzahl an unterschiedlichen Fähigkeiten gibt. Dies kommt allerdings wieder Anfängern zu Gute. Deckbau-Profis kommen hier eher weniger auf Ihre Kosten.

Ein großer Pluspunkt ist die Spieleranzahl, denn The Hunger kann mit bis zu sechs Spieler*innen gespielt werden.

The Hunger hat aber schon einen gewissen Spielreiz, hier die 15 Runden bestmöglich auszunutzen. So haben wir es meistens gerade noch mit dem letzten Zug zurück ins Schloss geschafft, einige von uns sind leider kurz vor dem Ziel zu Asche verbrannt. Das macht aber unserer Meinung den Spielwitz aus. Man sollte also seine Gier in Zaum halten, sonst muss man mit einer Niederlage rechnen.

The Hunger sollte allerdings nicht zu oft hintereinander gespielt werden, denn durch mehrmaliges Spielen geht der Wiederspielreiz verloren, da es immer wieder dieselben Karten sind, die man seinem Deck hinzufügt, und die Variationen nicht allzu groß sind.

Wenn man es allerdings nur hin und wieder auspackt, dann macht es sehr viel Spaß – es gefällt uns also sehr gut. Bei uns kommt das Spiel mit Sicherheit auch in Zukunft noch öfters auf den Tisch, da es in jeder Partie bis zur letzten Runde äußerst spannend bleibt.

 

Spielplan

 

Bewertung 8,0

+ einsteigerfreundliches Regelwerk
+ coole Spielidee
+ Spannung bis zur letzten Runde
+ bis zu sechs Spieler*innen möglich
– mit der Zeit geht der Wiederspielreiz verloren
– Deckbau ist nicht allzu komplex
– benötigt einige Durchgänge bis man die notwendige Spiel-Balance findet

 

Hier kommst du zum Spiel!

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Hamlet – Schnell mal eine Kirche bauen! https://nerdalarm.at/hamlet-the-village-building-game/ https://nerdalarm.at/hamlet-the-village-building-game/#respond Fri, 25 Nov 2022 16:27:58 +0000 https://nerdalarm.at/?p=3040 Welches Ziel verfolge ich?

Alle Spieler*innen bauen dasselbe Dorf aus, wodurch sich der Spielplan und die Aktionsmöglichkeiten erweitern, produzieren dabei Güter und unterstützen den Bau der Kirche durch Warenlieferungen. Du hast mehrere Möglichkeiten Siegpunkte zu sammeln. Siegpunkte erhältst du beispielsweise durch Warenlieferungen, Dorfausbau, Verkäufe auf dem Markt oder für gewisse besetzte Spielplanteile, die dir am Ende noch Punkte verschaffen. Bei Hamlet gewinnt am Ende der Spieler / die Spielerin mit den meisten Siegpunkten.

 

Was unterscheidet Hamlet von anderen Brettspielen?

In Hamlet besitzt du nur Gold und Blaupausen für dich alleine. Alle anderen Güter und Rohstoffe sowie errichtete Brücken können von allen Spielern und Spielerinnen genutzt werden. Du kannst sogar die Rohstoffe anderer Spieler*innen benutzen, diese veredeln oder auf dem Markt verkaufen. Hier bauen also wirklich alle Spieler*innen gemeinsam an einem Dorf.

Spielgeschehen von Hamlet

Wie funktioniert’s?

Der Spielplan von Hamlet ist modular und wird in jedem Spiel anders aufgebaut. Anfangs wird das Feld mit der in Bau befindlichen Kirche in die Mitte des Tisches gelegt und daran angrenzend die ersten Gebäude wie Holzfäller, Steinbruch, Farm, Markt und Stadthalle. Mit diesen Gebäuden, einem Dorfbewohner und einem Esel beginnen die Spieler*innen ihre ersten Aktionen.

Wenn du an der Reihe bist, kannst du mit allen deinen Spielfiguren (Esel und Dorfbewohner) folgende Aktionen in beliebiger Reihenfolge ausführen:

  • Esel bewegen:

    Du kannst jeden deiner Esel auf dem Spielplan um genau ein Feld bewegen. Die Esel benötigst du, um Waren von Ihrer Produktionsstätte zum Zielort zu transportieren. Du musst also deine Esel geschickt bewegen, sodass diese eine durchgehende Verbindung zwischen Produktionsstätte und Zielort herstellen. Du kannst maximal sechs Esel im Spiel erhalten.

  • Dorfbewohner Aktionen:

    Deine Dorfbewohner können sich beliebig weit bewegen, die einzige Voraussetzung ist nur, dass die Felder auf denen du dich bewegst durch Straßen oder Brücken miteinander verbunden sein müssen. Ein Dorfbewohner kann Gebäude aktivieren, Gebäude (Spielplanteile) oder Straßen bzw. Brücken bauen. Du kannst maximal vier Dorfbewohner im Laufe des Spiels erhalten.

 

Wenn du ein Gebäude aktivierst, führst du den aufgedruckten Effekt aus. Beispielsweise produzierst du beim Holzfäller bis zu drei Holz, im Steinbruch bis zu drei Steine oder bei der Farm bis zu drei Getreide. Am Markt kannst du Rohstoffe kaufen, wenn du für deine Warenlieferung nicht ausreichend Güter im Dorf vorhanden sind, oder verkaufen, um Gold und Siegpunkte zu erhalten. In der Stadthalle kannst du dir weitere Spielplanteile für den Ausbau des Dorfes kaufen und auch zusätzliche Dorfbewohner oder Esel für Gold erwerben.

Durch das bauen von Gebäuden bzw. Spielplanteilen erweitert sich das Dorf ständig und neue Gebäude kommen hinzu. Neue Gebäude bedeuten in diesem Fall neue Aktionsmöglichkeiten. Die Spielplanteile werden so aneinandergelegt, dass mindestens ein Segment der jeweils angrenzenden Teile übereinstimmt (z.B. Wald-Wald, Straße-Straße oder Berg-Berg). Beim Bau von solchen Spielplanteilen musst du ebenfalls die dafür notwendigen Rohstoffe zum Zielort bringen. Hast du etwas gebaut, erhältst du im Normalfall Siegpunkte und Gold.

Im Verlauf des Spiels kommen dadurch bessere Gebäude ins Spiel, die es dir erlauben die bereits produzierten Rohstoffe zu veredeln. Du kannst bei Hamlet beispielsweise Holz zu Brettern, Stein zu Ziegel oder Getreide zu Mehl verarbeiten. Die veredelten Güter bringen dem Produzenten / der Produzentin Punkte ein, wenn diese Güter von irgendeinem Spieler / irgendeiner Spielerin verbraucht werden.

Es können auch Straßen bzw. Brücken gebaut werden, um so unzugängliche Spielplanteile für alle Spieler*innen passierbar zu machen.

Für den Bau der Kirche musst du größere Warenlieferungen zum Spielplanteil mit der Kirche bringen, was bedeutet, dass du die Transportrouten mittels Esel von den Produktionsstätten zur Kirche einrichten musst.

Sobald du alle deiner Dorfbewohner eingesetzt und alle deine Esel bewegt hast, kommt der / die Nächste dran.

Spielplanteile

 

Wann endet das Spiel?

Das Ende von Hamlet wird ausgelöst, sobald alle Warenlieferungen zum Bau der Kirche erfüllt wurden. Es wird dann nur noch diese Runde fertiggespielt, sodass jeder Spieler / jede Spielerin dieselbe Anzahl an Spielzügen hatte. Nun wird abgerechnet und der Gewinner / die Gewinnerin ermittelt.

 

Wie bekomme ich bei Hamlet Siegpunkte?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du während des Spiels Siegpunkte sammeln kannst.  Während des Spiels erhältst du Punkte für verkaufte Waren auf dem Markt, für das Bauen neuer Geländefelder, für Warenlieferung zum Bau der Kirche und du bekommst auch Siegpunkte, wenn andere Spieler*innen deine veredelten Güter verbrauchen.

Am Spielende kommen noch weitere Siegpunkte hinzu. Es gibt sogenannte Awards und Auszeichnungen. Beispielsweise bekommt der Spieler / die Spielerin mit den meisten Warenlieferungen zur Kirche noch Extrapunkte. Oder erhalte Punkte durch errichtete Sehenswürdigkeiten. Die Sehenswürdigkeiten geben dir ein Ziel vor, wofür du am Ende noch mit Punkten belohnt werden kannst.

Alle Spieler*innen bekommen dann auch noch Punkte für den längsten von eigenen Dorfbewohnern durchgehend erreichbaren Weg und für das übrig gebliebene Gold.

 

Fazit

Hamlet überzeugte uns auf jeden Fall optisch – Spielmaterial und Cover sind grafisch echt ein Hingucker. Das Regelwerk scheint anfangs etwas kompliziert, doch nach den ersten paar Spielrunden waren wir relativ schnell mit der Spielmechanik vertraut.

Beim ersten Anlauf, fanden wir es etwas komisch, dass jeder die von anderen Spielern / Spielerinnen produzierten Waren verwenden konnte. So kommt es dazu, dass man Waren produziert, weil man einen bestimmten Plan verfolgt, doch bis man das nächste Mal am Zug ist, sind die Waren schon wieder Mitspielern / Mitspielerinnen verbraucht worden. Gerade im Spiel zu zweit war das sehr frustrierend.

Es bedurfte also einer anderen Spielweise bzw. Taktik. Wenn man die Spielmechanik von Hamlet jedoch einmal durchschaut hat, dann klappt es wesentlich besser, Punkte zu sammeln.

Es ist eine coole Idee, dass die Spieler miteinander an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, dem Bau der Kirche. Schluss endlich sammelt aber trotzdem jeder für sich selbst Siegpunkte. Das Konzept finden wir eigentlich ganz gut. Es gibt auch einen Solo-Modus, den wir aber selbst noch nicht ausprobiert haben.

Die Founders Deluxe Edition enthält coole Metallmünzen, bemalte Holzfiguren und ein Inlay aus Pappe sowie eine 3D Kirche aus Pappe. Echt tolles Spielmaterial.

Hamlet werden wir sicher noch öfter spielen.

 

Bewertung (7,5/10)

+ grafisch umwerfend
+ Spielplan sieht immer anders aus
+ Regelwerk nicht sehr kompliziert
+ Solo-Modus verfügbar
+ miteinander ein Dorf errichten ist großartig
– immer dieselben Awards und Auszeichnungen
– 3D Kirche (nur bei Founders Deluxe Edition) ist eher instabil
– Spielplan anfangs etwas unübersichtlich

 

Hier kommst du zum Spiel!

 

 

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4 Jahreszeiten in Everdell – Städtebau und Worker-Placement leicht gemacht! https://nerdalarm.at/spielbericht-everdell-kennerspiel-mit-auszeichnung/ https://nerdalarm.at/spielbericht-everdell-kennerspiel-mit-auszeichnung/#respond Sun, 18 Sep 2022 16:37:55 +0000 https://nerdalarm.at/?p=2525 Worum geht es in Everdell?

Das Tal von Everdell ist voller interessanter Orte, an denen du deine Arbeiter geschickt einsetzen musst. Dadurch sammelst du Ressourcen, neue Karten und Siegpunkte. Die Ressourcen benötigst du, um Karten offen vor dir auszuspielen. Die ausgespielten Karten stellen deine Stadt im Wald dar. Errichte vorteilbringende Gebäude, lasse dort die dazugehörigen Tierwesen einziehen und nutze deren Fähigkeiten, um mit deiner Stadt zu glänzen und mehr Punkte zu sammeln als deine Gegner.

 

Was ist am Spielaufbau so besonders?

Ein echter Hingucker in Everdell ist der aus Pappe zusammengesteckte Immerbaum in 3D. Dieser befindet sich im oberen Bereich des Spielplans. Der Nachziehstapel liegt am Fuße des Baums und in den Baumkronen befinden sich Ereigniskarten sowie zusätzliche Arbeiter, die im weiteren Verlauf des Spiels für die Spieler*innen freigeschaltet werden.

Auf dem Spielfeld gibt es zahlreiche Aktionsmöglichkeiten für die Arbeiterfiguren. Einige Aktionsfelder davon sind variabel, wodurch das Spiel abwechslungsreicher wird. Entlang des Flusses werden die Ressourcen bereitgelegt. Die Ressourcen sind liebevoll in unterschiedlichen Materialien gestaltet. Einfach toll.

Auf der großen Wiese vor dem Immerbaum liegen die offen ausgelegten Karten für alle Spieler*innen sichtbar.

Der Immerbaum ragt hoch über das Tal von Everdell hinaus.

 

Wie wird Everdell gespielt?

Die Spieler*innen starten mit zwei Arbeitern und ein paar Handkarten (je nach Spielerzahl). Im Uhrzeigersinn führen die Spieler*innen nun ihre Spielzüge aus, bis das Spielende eintritt.

Wenn du an der Reihe bist, musst du eine der drei möglichen Aktionen ausführen:

 

Arbeiter einsetzen

Nimm einen Arbeiter und schicke ihn an einen der zahlreichen Orte auf dem Spielplan. Es gibt Orte, an denen nur ein Arbeiter sich aufhalten kann und Orte, an denen beliebig viele Arbeiter aller Spieler*innen sich aufhalten können. Es kann also durchaus passieren, dass dir ein*e Mitspieler*in vor der Nase das Aktionsfeld wegschnappt – dann brauchst du einen neuen Plan. Hast du den Arbeiter einem Ort zugewiesen, so kannst du dir die dort auf dem Spielplan abgebildeten Ressourcen (Zweig, Stein, Harz, Beere), Karten oder Punkte aus dem Vorrat nehmen. Der eingesetzte Arbeiter bleibt dann dort stehen, bis du dich auf die nächste Jahreszeit vorbereitest.

Manche Orte ermöglichen dir auch das Erfüllen eines Ereignisses. Dazu musst du die Voraussetzungen für das jeweilige Ereignis erfüllen. Diese Ereigniskarten findest du in der mittleren Baumkrone und bringen diese auch Siegpunkte ein.

Karte ausspielen

Sobald du die notwendigen Ressourcen gesammelt hast, darfst du eine Karte von deiner Hand oder von der Wiese ausspielen. In deiner Hand kannst du bis zu acht Karten aufbewahren und in der Wiese (Mitte des Spielplans) liegen ebenso acht Karten offen aus, die du bei der Aktion „Karte ausspielen“ auch nehmen darfst.

Zahle die aufgedruckten Ressourcen in den Vorrat und achte darauf, ob es sich um eine gewöhnliche Karte oder eine einzigartige Karte handelt, denn einzigartige Wesen bzw. Bauwerke dürfen nur ein Mal in deiner Stadt vorkommen. Die gewöhnlichen Wesen bzw. Bauwerke kannst du öfters ausspielen. Wenn du ein Wesen ausspielst und bereits das richtige Bauwerk in deiner Stadt errichtet hast, kannst du die Kosten (Ressourcen) ignorieren. Jedes Gebäude hat also einen dazugehörigen Bewohner.

Ausgespielte Karten bringen dir sofortige Effekte, erleichtern dir das Ausspielen weiterer Karten, bringen Siegpunkte für die Endwertung oder ermöglichen dir weitere Aktionen, die du mit deinen Arbeitern nutzen kannst.

Wähle jedoch klug, welche Karten du ausspielst, denn in deiner Stadt ist nur Platz für 15 Karten (Wesen und Bauwerke). Hast du keinen Platz mehr in deiner Stadt, so kannst du deine restlichen Arbeiter nicht mehr einsetzen und das Spiel endet für dich.

Auf die nächste Jahreszeit in Everdell vorbereiten

Falls du keinen deiner Arbeiter mehr einsetzen kannst oder willst und auch keine Karten mehr ausspielen kannst, musst du dich auf die nächste Jahreszeit vorbereiten. Das bedeutet, dass du alle deine eingesetzten Arbeiter vom Spielplan zurück in deinen Spielbereich holst.

Dann blickst du auf die oberste Baumkrone des Immerbaums, dort warten weitere Arbeiter auf dich. Nimm dir die aufgedruckte Anzahl an Arbeitern je nach dem in welche Jahreszeit du voranschreitest. In der zweiten Jahreszeit hast du dann drei Arbeiter zur Verfügung, in der dritten Jahreszeit vier Arbeiter und in der letzten Jahreszeit kannst du dann alle sechs Arbeiter nutzen. Zusätzlich werden im Frühling und im Herbst bestimmte Karten nochmals aktiviert, wodurch du deren Bonus bzw. Fähigkeiten mehrmals nutzen kannst.

 

Wie endet Everdell?

Kannst du in der letzten Jahreszeit (Herbst) keine Karte mehr ausspielen, kannst du keine Arbeiter mehr einsetzen oder deine Stadt besteht aus 15 Karten, dann ist das Spiel für dich beendet. Die restlichen Spieler*innen können ihre Aktionen weiterhin abwechselnd durchführen, bis keiner der Spieler*innen mehr eine Aktion ausführen kann.

Anschließend zählen die Spieler*innen alle gesammelten Punkte zusammen und ermitteln den Gewinner /die Gewinnerin.

 

Fazit – Everdell ist einfach Märchenhaft!

Beim Öffnen der Box wird man schon in eine atemberaubende und märchenhafte andere Welt befördert. Spielplan und Spielmaterialen sind wunderschön und detailreich gestaltet. Ein echter Blickfang ist dann auch noch der prächtige Immerbaum. Also optisch muss man dem Spiel Everdell schon mal die Höchstpunktzahl geben, das steht fest.

Das Regelwerk zu Everdell ist einfach aufgebaut und ziemlich gut erklärt. Die Spielmechaniken sind leicht verständlich und daher aus unserer Sicht auch für Anfänger leicht zu beherrschen. Ein leicht variabler Aufbau und viele unterschiedliche Karten sorgen für Abwechslung und flexible Strategien.

Es liegt nun an dir, die richtige Strategie zu finden.

Wir finden, dass Everdell eines der besten Kennerspiele der letzten Jahre ist und auf keinen Fall in deinem Spieleregal fehlen darf.

 

Bewertung (8,5/10)

+ märchenhafte Spielwelt
+ tolles Spielmaterial
+ einsteigerfreundliches Worker-Placement
+ Solo-Spiel möglich
+ abwechslungsreich
– längere Wartezeiten möglich bei 4 Spieler*innen
– Glück bei den Karten gehört dazu

 

Hier kommst du zum Spiel!

 

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In 8 Runden einen gemütlichen Unterschlupf für den Winter vorbereiten – Die Tiere vom Ahorntal https://nerdalarm.at/spielbericht-die-tiere-vom-ahorntal/ https://nerdalarm.at/spielbericht-die-tiere-vom-ahorntal/#respond Thu, 04 Aug 2022 06:42:55 +0000 https://nerdalarm.at/?p=2276 Welches Ziel verfolgt das Spiel Die Tiere vom Ahorntal?

Im Ahorntal schnuppert der Frühling aus seiner Höhle hervor. Ein guter Zeitpunkt für die Tiere um langsam aber sicher mit den Vorbereitungen auf den kommenden Winter zu beginnen. Um alle benötigten Vorräte zu bekommen, begibst du dich also an verschiedene Orte, sodass dein Habitat für den Winter gut ausgestattet ist.

Sammle acht Runden lang Ressourcen und andere nützliche Sachen um am Ende die meisten Siegpunkte durch hergestellte Ideen und Gegenstände zu erzielen. Du sammelst verschiedenste Sachen, indem du deine Würfel und Tiere an verschiedenen Orten einsetzt. Dabei musst du darauf achten, dass die eingesetzten Würfel mit den abgebildeten Voraussetzungen zusammenpassen (z.B. genaue Augenzahl der Würfel, Summe der Augenzahlen, etc.). Mit den eingesammelten Ressourcen kannst du dann Ideen-Karten ausspielen und deren Kosten bezahlen. Die ausgespielten Karten bringen dir Siegpunkte. Und wer am Ende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt das Spiel Die Tiere vom Ahorntal.

Spieler Tableau und Ideen-Karten

Spielablauf kurz erklärt

Die Tiere vom Ahorntal wird über acht Runden, auch Monate genannt, gespielt. Als Spielfiguren fungieren liebevolle, kleine Holzelemente in den Formen von Füchsen, Eichhörnchen, Igel, Waschbären und Hasen. Auf dem Spielbrett gibt es verschiedene Orte, an denen die Spieler*innen verschiedene Aktionen durchführen können um Vorräte zu sammeln.

In der ersten Phase besucht ein Reisender das Gasthaus – es wird dazu eine „Reisendenkarte“ aufgedeckt. Alle Reisenden haben eine Fähigkeit und/oder verschiedene Würfeleffekte, die du nutzen kannst und welche dir im weiteren Spiel helfen.

In der zweiten Phase würfelt jede*r Spieler*in mit seinen beiden Familienwürfeln und legt diese auf seine Spielertafel. Achtung! Die Augenzahlen dürfen jetzt nicht mehr verändert werden!

In der dritten Phase stellen die Spieler*innen gleichzeitig ihre Tiere auf beliebige Orte, wobei jeder Ort vorgibt, welche Würfel später dorthin gelegt werden müssen, um die dortige Aktion nutzen zu können. Geschickte Planung und auch etwas Glück gehören also dazu.

In der vierten Phase nachdem alle Spieler*innen die Tiere vom Ahorntal losgeschickt haben, werden die vier Dorfwürfel gewürfelt. Die Augenzahlen dürfen auch hier nicht mehr verändert werden! Die Dorfwürfel stehen dann allen Spielern / Spielerinnen gleichermaßen zur Verfügung.

In der fünften Phase legen die Spieler*innen dann abwechselnd und beginnend mit dem Startspieler alle Würfel (2 Familienwürfel + 4 Dorfwürfel) auf die gewünschten Orte, auf denen eines der eigenen Tiere geschickt wurde. Jeder Ort gibt vor, welche Augenzahlen dorthin gelegt werden müssen. Wenn du alle Würfel zugeordnet hast, nimmst du dir die angegebenen Ressourcen bzw. führst du die angeführten Aktionen durch. Nachdem du dann alle Aktionen ausgeführt hast, nimmst du die Würfel zurück, dabei dürfen die Augenzahlen nicht verändert werden, da die Augenzahlen der vier Dorfwürfel für alle Spieler*innen in dieser Runde gleichbleiben. Anschließend kannst du mit deinen gesammelten Ressourcen noch Ideenkarten ausspielen, was dir Siegpunkte für die Tiere vom Ahorntal einbringt.

Mit Hilfe von sogenannten Trostpflastern kannst du während der Zuteilung der Würfel noch die Augenzahlen +/- manipulieren, sodass du an Orte gelangst, welche du sonst nicht bereisen könntest. Auf dem Aktionsfeld „Markt“ kannst du außerdem Waren tauschen oder in der „Werkstätte“ Verbesserungen bauen.

Spielplan Die Tiere vom Ahorntal

Fazit – einfach und schön zu spielen!

Das Spiel Die Tiere vom Ahorntal überzeugt sofort mit seinen schönen Zeichnungen und dem fantasievollen Thema. Ein leichtes und überschaubares Regelwerk ermöglicht einen einfachen Spieleinstieg für die ganze Familie. Leider fehlt die Komplexität, weshalb das Spiel für Strategen und Nachdenker wohl eher unterfordernd ist. Wer ein einfaches Brettspiel mit Worker- und Dice-Placement Elementen sucht, der sollte das Spiel Die Tiere vom Ahorntal aber auf jeden Fall ausprobieren. Da das Spiel rasch aufgebaut ist und die Spielzeit nicht allzu lange ist, kann man es auch für Zwischendurch mal auspacken.

 

Bewertung (7/10)

+ wunderschönes Spielmaterial mit tollen Illustrationen
+ einfaches Worker- & Dice-Placement
+ tolles Ambiente
+ einsteigerfreundlich

– nicht sehr komplex
– längere Wartezeiten möglich

 

Hier kommst du zum Spiel!

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Arche Nova – Kennerspiel des Jahres 2022! 128 Tierarten benötigen im Spiel deine Hilfe! https://nerdalarm.at/spielbericht-arche-nova-kennerspiel-des-jahres-2022/ https://nerdalarm.at/spielbericht-arche-nova-kennerspiel-des-jahres-2022/#respond Wed, 03 Aug 2022 18:05:47 +0000 https://nerdalarm.at/?p=262 Spielziel – herausfordernd aber gut!

Im Arche Nova Spiel nimmst du gefährdete Tierarten (u.a. Reptilien, Vögel, Säugetiere, Primaten etc. ) in unterschiedlich große und speziell dafür vorgesehene Gehege auf, die du natürlich vorher erst auf deinem Spielplan errichten musst. Durch das Aufnehmen von unterschiedlichsten Tieren sammelst du Attraktivität für deinen Zoo, so schreitest du auf der sogenannten Attraktionsleiste voran und erzielst somit höhere Einnahmen, die du wiederum für den weiteren Ausbau deines Zoos nutzen kannst.

Es gibt auch noch eine Artenschutzleiste, auf der du voranschreiten musst. Das schaffst du, indem du weltweit Artenschutzprojekte, wie z.B. Auswilderung oder Nachzuchtprogramme, unterstützt. Das Voranschreiten auf der Artenschutzleiste bringt dir außerdem auch einige Boni für den weiteren Spielverlauf.

Beide Leisten sind gegenläufig, was bedeutet, dass die beiden Leisten nebeneinander verlaufen und die Marker darauf sich immer weiter annähern, je mehr Punkte du sammelst. Das Ende des Spiels wird eingeläutet, sobald der erste Spieler es schafft, dass sich seine beiden Marker auf den beiden Leisten treffen. Durch spezielle Endpunkt-Bedingungen ist es möglich, nach dem Ende noch einige Punkte zu erhalten.

Zusätzliche Aktionen und Karten ermöglichen es dir in Arche Nova, deine Aufgaben zu meistern und einen erfolgreichen Zoo zu führen. Du kannst beispielsweise Verbandsarbeit leisten und dadurch Partnerschaften mit Universitäten eingehen, was dir Boni und Kosteneinsparungen für den weiteren Spielverlauf bringt. Spezialisten oder Sponsoren erleichtern dir auch das Erreichen deiner Ziele, z.B. erhältst du laufend Einkommen oder noch ein paar zusätzliche Punkte bei der Endwertung.

Wer also die beste Kombination aus Artenschutz und Attraktion in seinem Zoo erreicht, gewinnt das Spiel.

 

Wie baue ich in diesem Spiel meinen Traum Zoo?

Zu Beginn nimmt sich jede*r Spieler*in einen Zooplan und das dazugehörige Spielmaterial. Bei der ersten Partie sollten die Spieler*innen alle mit dem gleichen Zooplan spielen, um das Spielmaterial und die Mechanik etwas besser kennen zu lernen. Es gibt dann noch weitere Zoo-Spielpläne mit unterschiedlichen Start Effekten, wodurch das Spiel noch variabler wird.

Bei Arche Nova führen die Spieler*innen dann im Uhrzeigersinn jeweils einen Spielzug durch, und zwar solange, bis eine sogenannte Pause ausgelöst wird. In der Pause erhalten die Spieler*innen dann Einkommen, in der Auslage werden zwei offen liegende Karten durch zwei neue Zookarten ersetzt, Marker werden zurückgesetzt und der Vorrat auf dem Verbandstableau wird aufgefrischt. Jedoch müssen alle Spieler*innen ihr Handkartenlimit überprüfen und alle Karten bis auf drei Handkarten abwerfen. Du kannst dir im Verlauf des Spiels aber auch einen Bonus sichern, der dir bis zu fünf Handkarten erlaubt. Sobald die Spieler*innen die Pause abgehandelt haben, geht es reihum mit den Spielzügen weiter. Bis das Spielende erreicht wird, kommen also mehrere Pausen vor.

Dein Spielzug in Arche Nova läuft eigentlich ganz einfach ab. Die Spieler*innen erhalten je ein Set an Aktionskarten. Dann wählst du eine deiner fünf Aktionskarten und nutzt die darauf angeführten Aktionen. Die Aktionen auf den Karten werden stärker, je weiter rechts diese in der Reihenfolge liegen. Das bedeutet eine Aktionskarte an Position 1 hat eine Stärke von 1 oder eine Aktionskarte an Position 5 (ganz rechts) hat eine Stärke von 5. Je weiter rechts die Aktionskarte also liegt, desto stärker wird deren Aktion, die du ausführen kannst.

Ein kleines Beispiel: Nutzt du die Aktion „BAUEN“ so kannst du mit einer Aktionskarte an Position 2 nur ein 2er Gehege platzieren. Um ein größeres Gehege bauen zu können, müsste die Aktionskarte schon weiter rechts liegen. Durch die schwarzen X-Marker kannst du bei Bedarf die Stärke auch noch individuell um +1 erhöhen, sofern du dann einen solchen Marker besitzt.

Doch wie kommt nun die Reihenfolge der Aktionskarten zustande? Im Prinzip ist das ganz einfach. Am Beginn des Spiels werden die Karten in zufälliger Reihenfolge angeordnet. Nach jedem Spielzug musst du die gewählte Aktionskarte nehmen und nach ganz links, also an Position 1, verschieben und die restlichen Karten nach rechts nachrücken. Durch diesen Mechanismus werden die Aktionen, die du schon länger nicht mehr gespielt hast, automatisch immer stärker, bis diese dann Position 5 erreichen (also ganz rechts in der Reihenfolge liegen). Es stellt sich also häufig die Frage: Eine bestimmte Aktion jetzt gleich durchführen oder noch abwarten, bis diese weiter nach rechts rückt und dadurch mehr Möglichkeiten bietet?

Im Verlauf des Spiels kannst du die Aktionskarten auch noch auf Stufe 2 aufwerten, wodurch die Aktionen stärker werden und teilweise auch neue Möglichkeiten entstehen. Die Spieler*innen haben die Wahl, welche der Aktionskarten und in welcher Reihenfolge sie diese aufwerten. Wird die Aktion aufgewertet, so wird die Aktionskarte von der blauen Seite auf die violette Seite (= Stufe 2) umgedreht.

Arche Nova Spiel, Spaß und Spannung garantiert
Arche Nova Spiel, Spaß und Spannung garantiert

 

Welche 5 Aktionen gibt es überhaupt in Arche Nova?

BAUEN

Stufe 1 erlaubt dir, ein Bauwerk deiner Wahl zu errichten (Kiosk, Pavillon, Standardgehege und Streichelzoo)

Die 2. Stufe erlaubt dir, beliebig viele verschiedene Bauwerke zu errichten. Außerdem kannst du Spezialgehege (Reptilienhaus und Großvogelvoliere) errichten, wenn du deine Aktionskarte „Bauen“ auf Stufe 2 verbessert hast.

TIERE

Stufe 1 erlaubt dir, Tierkarten von der Hand auszuspielen.

Die 2. Stufe erlaubt dir, Tierkarten von der Hand oder sogar von der Auslage auszuspielen. 

KARTEN

Die 1. Stufe erlaubt dir, eine bestimmte Anzahl an Karten (je nach Stärke der Aktion) vom Nachziehstapel zu ziehen oder eine Karte von der Auslage zu schnappen. Außerdem wird der Pausenmarker jedes Mal 2 Felder vorwärtsbewegt, wenn ein*e Spieler*in die Aktion „Karten“ ausführt.

Stufe 2 erlaubt dir, eine bestimmte Anzahl an Karten vom Nachziehstapel oder nun sogar von der Auslage zu ziehen.

VERBAND

Stufe 1 erlaubt dir, eine Verbandsarbeit auf dem Verbandstableau auszuführen. Hier kannst du je nach Stärke der Aktion Ruf sammeln, einen Partnerzoo gründen, eine Partneruniversität gewinnen oder dich um die Unterstützung von Artenschutzprojekten kümmern. Dazu setzt du deine Verbandsarbeiter ein.

Die 2. Stufe erlaubt dir, eine oder mehrere verschiedene Verbandsarbeiten auszuführen. Außerdem darfst du eine Spende vornehmen, was dir wertvolle Artenschutzpunkte bringt.

SPONSOREN

Die 1. Stufe erlaubt dir, genau eine Sponsorenkarte auszuspielen, wobei die Stärke der Aktion der Stärke der Sponsorenkarte entsprechen muss. Oder du kannst stattdessen auch Geld entsprechend der Stärke der Aktion nehmen, im Gegenzug dazu musst du aber den Pausen-Marker entsprechend der Stärke der Aktion bewegen. (erreicht der Pausen-Marker das Ende der Leiste, so wird eine Pause ausgelöst)

Stufe 2 erlaubt dir, eine oder mehrere Sponsorenkarten aus der Hand oder auch direkt aus der Auslage auszuspielen. Es besteht hier auch wieder die Möglichkeit, stattdessen Geld zu nehmen. Hast du die Aktion „Sponsoren“ auf Stufe 2, dann erhältst du schon zwei Geld pro Stärkepunkt der Aktion. Auch hier musst du den Pausen-Marker wieder entsprechend bewegen, wenn du dich für das Geld entscheidest.

 

Nun musst du durch geschicktes und überlegtes Abhandeln deiner Aktionen die richtigen Gehege errichten, Tierkarten ausspielen und deren Fähigkeiten nutzen, Sponsorenkarten ausspielen und ebenso deren Boni nutzen, Verbandsarbeit leisten und Artenschutzprojekte unterstützen.

Es gibt also eine Vielzahl an Möglichkeiten in Arche Nova, wie du deine beiden Marker auf den beiden Punkteleisten vorantreibst. Kreuzen sich deine beiden Marker, so endet das Spiel und die Wertung wird nach der letzten Runde durchgeführt.

 

Unterstütze gefährdete Tierarten!

 

Fazit

Anfangs waren wir sehr skeptisch, was den Hype um Arche Nova anging, da es ja als Kennerspiel des Jahres 2022 in aller Munde war. Doch schon die erste Partie, die wir zu dritt spielten, zeigte uns, dass sich der Kauf des Brettspiels auf jeden Fall gelohnt hat.

Beim Auspacken wurden wir schon mal vom wunderschön gestalteten Spielmaterial abgeholt, und auch die echt coolen Tierkarten haben uns gleich angesprochen. Das Spielmaterial passt leicht in die Box und es sind auch 2 übersichtliche Sortierboxen enthalten. Die Spielregel ist übersichtlich gestaltet und scheint anfangs etwas kompliziert, doch das täuscht. Alle Abläufe sind gut und ausführlich beschrieben, sodass eigentlich ein einfacher Spieleinstieg bei hoher Komplexität möglich ist.

Der Aufbau des Spiels ist auch ganz unkompliziert und schnell erledigt. Uns gefiel die Spielmechanik verbunden mit dem Thema des Spiels sehr gut. Das Einsetzen der nächsten Aktionskarte will gut überlegt sein: Nutze ich die Aktion gleich oder warte ich noch ab, bis die Aktionskarte stärker wird und mir bessere Optionen ermöglicht.

Ein gewisser Glücksfaktor ist bei Arche Nova natürlich auch dabei, vor allem bei den Handkarten – immerhin gibt es mehr als 250 Karten im Spiel. Wenn man Pech hat, passen die Anfangskarten halt einfach nicht zusammen. Im Laufe des Spiels kann man sich dann aber bei der offenen Auslage, bestehend aus sechs Karten, bedienen. Der Glücksfaktor ist also ein Thema, war für uns aber keinesfalls störend. Wir wollten einfach die schönsten und gefährdetsten Tierarten mit den besten Fähigkeiten in unseren Tierpark aufnehmen, sodass der Glücksfaktor eigentlich nur Nebensache war.

Wir mussten das Spiel auch mehrmals spielen, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Wir fanden immer wieder neue Kombinationen beim Ausspielen der Tierarten, Sponsoren usw. Arche Nova punktet also auf jeden Fall mit hohem Wiederspielreiz. Die ausgewogene Spielmechanik rundet das Ganze noch ab.

Einer der Kritikpunkte stellte sich bei der ersten Endabrechnung heraus. Es gibt hier ja nicht nur eine Punkteleiste, sondern zwei. Am Ende des Spiels hat der Gewinner / die Gewinnerin also nicht die Summe an Punkten beider Leisten, sondern wird die Differenz der beiden Marker auf den beiden Leisten ermittelt. Es zählt also, wie weit die beiden eigenen Marker sich schlussendlich entgegen gefahren sind. Das war für uns etwas ungewöhnlich, da wir solche Brettspiele lieber doch mit einem vergleichbaren Punktestand für die nächsten Partien abschließen wollten. Hier wird durch die Punktezahl eher der Abstand zu den restlichen Spielern / Spielerinnen verdeutlicht.

Die auf dem Brettspiel angeführte Spielzeit von 90 – 150 Minuten konnten wir bis jetzt in den meisten Fällen nicht ganz einhalten.

Im Großen und Ganzen waren wir aber alle begeistert und hat uns Arche Nova schon sehr viele schöne Stunden beschert. Arche Nova spielten wir mittlerweile schon sehr oft – das Spiel kommt aber immer noch regelmäßig auf den Tisch. Wir warten schon gespannt auf die erste Spiel Erweiterung für Arche Nova.

Aus unserer Sicht hat sich das Spiel Arche Nova den Titel Kennerspiel des Jahres 2022 auf jeden Fall verdient.

 

Bewertung (9/10)

+ hoher Wiederspielreiz
+ vielseitige Spiel Mechanik, taktisch herausfordernd
+ leichter Einstieg trotz hoher Komplexität
+ wunderschön gestaltetes Spielmaterial
+ tolles Spielgefühl
+ Solo spielbar

– eine etwas ungewöhnliche Art der Wertung/Punkteermittlung
– etwas Glück gehört dazu (je nach Handkarten)
– längere Wartezeiten bei 4 Spieler*innen möglich

 

Hier kommst du zum Spiel!

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Flügelschlag: Kennerspiel des Jahres 2019! Entdecke die prachtvolle Welt der Vögel https://nerdalarm.at/spielbericht-fluegelschlag/ https://nerdalarm.at/spielbericht-fluegelschlag/#respond Mon, 01 Aug 2022 20:04:50 +0000 https://nerdalarm.at/?p=258 Meisterwerk von Feuerland Spiele

Flügelschlag ist eine Mischung aus Deckbauspiel und Brettspiel vom Verlag Feuerland. Bis zu fünf Personen können mitspielen und es dauert je nach Anzahl der Spieler*innen zwischen 40 Minuten und zwei Stunden.

 

Worum geht es in Flügelschlag?

Spielidee

Beim Flügelschlag geht es darum, in drei verschiedenen Lebensräumen unterschiedliche Vögel anzusiedeln. Jede Vogelart bringt dabei Punkte für die Endwertung und hat besondere Fähigkeiten, die während des Spiels mehrmals genutzt werden können. Man sollte versuchen, die Fähigkeiten der Vögel so aufeinander abzustimmen, dass starke Kombinationen in den einzelnen Lebensräumen entstehen. In weiterer Folge werden Siegpunkte für vier Zwischenwertungen und die Endwertung generiert.

Was bringt dir Punkte?

Die Siegpunkte in Flügelschlag bekommst du zum Beispiel durch Bonuskarten, Vogelkarten oder auch durch Zwischenziele, die du in jeder der vier Runden erfüllen kannst. Außerdem erhältst du am Spielende Punkte pro Karte unter bestimmten Vogelkarten, pro Ei auf einem deiner Vögel oder pro gelagertem Futtermarker auf einem deiner Vögel. Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, Punkte zu sammeln.

Spielablauf

Jede*r Spieler*in erhält am Spielbeginn ein Spieler Tableau, auf dem drei unterschiedliche Lebensräume (Wald, Wiese, Wasser) abgebildet sind. Außerdem erhält man fünf unterschiedliche Futtermarker, fünf Vogelkarten und eine Bonuskarte. ACHTUNG: Man kann zwischen zwei zufällig gezogenen Bonuskarten auswählen. Diese Karte stellt ein geheimes Ziel für jede*n Spieler*in dar.

Spieler Tableau mit Vogelkarten
Spieler-Tableau mit Vogelkarten

 

Welche Aktionen hast du bei Flügelschlag zur Verfügung?

Das Spiel wird in vier Runden gespielt. Pro Runde hat jede*r Spieler*in bis zu acht Aktionswürfel zur Verfügung. Es wird reihum ein Aktionswürfel auf das eigene Spieler-Tableau gelegt, um unterschiedliche Aktionen durchzuführen. Folgende Aktionen stehen dir zur Auswahl:

  • Vogel in Lebensraum spielen

Hat man für eine Vogelkarte ausreichend Futter und Eier gesammelt, kann man diesen Vogel in den für ihn vorgesehenen Lebensraum spielen.

  • Futter erhalten

Um Futter zu erhalten, muss ein Aktionswürfel in den Lebensraum „Wald“ gespielt werden. Je nachdem wie viele Vögel bereits im Wald angesiedelt sind, erhält man zwischen einem und vier Futtermarker aus dem Vogelhäuschen. ACHTUNG: Für Futter wird im Vogelhäuschen gewürfelt. Somit ist nicht immer jeder Futtertyp verfügbar.

  • Eier legen

Da für das Ausspielen von Vogelkarten Eier benötigt werden, kann man diese im Lebensraum „Grasland“ erhalten. Die Anzahl der erhaltenen Eier ist wieder abhängig von den bereits gespielten Vogelkarten in diesem Lebensraum. Die Eier müssen dabei auf bereits gespielten Vogelkarten gelagert werden. Auf jedem Vogel kann nur eine gewisse Anzahl an Eiern platziert werden.

  • Vogelkarten ziehen

Um neue Vogelkarten zu erhalten, platziert man einen Aktionswürfel im Lebensraums „Wasser“. Dadurch können drei offenliegende Karten von der „Vogeltränke“ oder verdeckte Karten vom Nachziehstapel gezogen werden. ACHTUNG: Jede Vogelkarte ist nur einmal im Spiel vorhanden.

Zusätzlich zu den Aktionen „Futter erhalten“, „Eier legen“ und „Vogelkarten ziehen“ werden Vögel, die sich in den jeweiligen Lebensräumen befinden, aktiviert. Dadurch können die Fähigkeiten auf den Vogelkarten genutzt werden

Flügelschlag umfasst ein Vogelhäuschen und eine Vogeltränke.
Vogelhäuschen und Vogeltränke (zusätzlich erworbenes Spielmaterial aus Holz! Original besteht aus Karton!)

Fazit – Flügelschlag ist ein großartiges Spiel!

Flügelschlag ist ein liebevoll gestaltetes und sehr abwechslungsreiches Spiel für Vogelliebhaber*innen und solche, die es noch werden wollen. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen und schön illustrierten Vogelkarten, Bonuskarten und Rundenzielen. Da in jeder Partie unterschiedliche Karten und Ziele im Spiel sind, ist keine Partie wie die andere. Dadurch wird ein hoher Wiederspielwert garantiert. Weitere Abwechslung bringen die Europa-Erweiterung oder die Ozeanien-Erweiterung ins Spiel. Mit den Erweiterungen kommen nämlich noch viel mehr Vögel mit einzigartigen Fähigkeiten ins Spiel. Echt eines der besten Brettspiele, die wir je gespielt haben.

Bewertung (9,5/10)

+ sehr hoher Wiederspielwert
+ liebevoll gestaltete Illustrationen
+ tolle  und abwechslungsreiche Erweiterungen
+ einfache Spielmechanik

– anfänglich viel Lesearbeit durch unterschiedliche Karten und Ziele
– Interpretationsspielraum bei Vogelfähigkeiten, die zu Diskussionen führen können
– gelegentlich lange Wartezeiten bis zum nächsten Zug

 

Hier kommst du zum Spiel!

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