Austrian Space Forum (OeWF) https://oewf.org/ Österreichisches Weltraum Forum Austrian Space Forum Sun, 01 Feb 2026 19:18:24 +0000 de hourly 1 Laufen auf dem Mars, auf dem Mond und auf der Erde https://oewf.org/2026/01/laufen-auf-dem-mars-auf-dem-mond-und-auf-der-erde/ Fri, 30 Jan 2026 10:19:04 +0000 https://oewf.org/?p=25899 Leon Deutsch von der Medizinischen Universität Wien hat sich gemeinsam mit Prof. Dr. Nandu Goswami von der Medizinischen Universität Graz und dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) zusammengetan, um die Belastung des menschlichen Körpers unter simulierter reduzierter Schwerkraft zu untersuchen. Die […]

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Leon Deutsch von der Medizinischen Universität Wien hat sich gemeinsam mit Prof. Dr. Nandu Goswami von der Medizinischen Universität Graz und dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) zusammengetan, um die Belastung des menschlichen Körpers unter simulierter reduzierter Schwerkraft zu untersuchen. Die Studie wurde auf dem vertikalen Laufband der ESA Ground-Based Research Facility durchgeführt, die vom ÖWF betrieben wird. Hier ein Einblick in seine faszinierende Forschung!

Da die Menschheit ihren Blick zunehmend auf Orte jenseits unseres eigenen Planeten richtet, wird es immer wichtiger zu verstehen, wie der menschliche Körper auf körperliche Belastung unter verringerter Schwerkraft reagiert und wo dabei seine Grenzen liegen. Dies war eine der Hauptmotivationen für eine Studie, die im vergangenen Jahr an der ESA Vertical Treadmill Facility in Innsbruck durchgeführt wurde, in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) und finanziert von der European Space Agency (ESA). Der Titel der Studie lautete: „Evaluation of Ventilatory Thresholds during Exercise in Simulated Hypogravity with and without a Space Suit.” (zu Deutsch: „Evaluierung der ventilatorischen Schwellen während körperlicher Belastung in simulierter Hypogravitation mit und ohne Raumanzug“).

Auch wenn der Titel zunächst komplex klingt, war das Ziel der Studie recht einfach: Es sollte untersucht werden, wie der menschliche Körper auf körperliche Belastung in simulierter Hypogravitation reagiert, wie etwa auf dem Mond oder dem Mars, und wie sich diese Reaktionen im Vergleich zur Erde unterscheiden. Weiters ging es auch darum, die zusätzlichen Herausforderungen zu identifizieren, die das Tragen eines Raumanzugs mit sich bringt.

Um diese Fragen zu beantworten, wurden zwölf Studienteilnehmer rekrutiert, die mehrmals in den Sommermonaten 2025 das ÖWF SuitLab in Innsbruck besuchten und dort erleben konnten, wie es sich anfühlt, unter Mond- oder Marsgravitation zu laufen. Insgesamt absolvierte jede Person sechs Einheiten auf der Vertical Treadmill. In der Hälfte dieser Durchgänge trugen die Teilnehmer dasselbe Exoskelett, das auch im Aouda-Raumanzug des ÖWF verwendet wird und die zusätzliche Belastung sowie die Bewegungseinschränkungen eines echten Raumanzugs simuliert.

Während der Laufeinheiten erfasste das Forschungsteam eine Vielzahl physiologischer und biomechanischer Parameter. Dazu gehörten unter anderem Atemmessungen, wie der Sauerstoffbedarf oder die Zusammensetzung der Ausatemluft, aber auch biomechanische Faktoren wie die Schrittfrequenz. Kurz gesagt ging es nicht nur darum, wie schnell die Teilnehmer laufen konnten, sondern vor allem darum, wie sehr sich der Körper dafür anstrengen muss.

Am Ende der Versuchsreihe waren die Teilnehmer insgesamt mehr als 22 Stunden unter verschiedenen Gravitationsbedingungen gelaufen. Die Auswertung dieser großen Datenmenge war eine weitere anspruchsvolle Aufgabe, die entsprechend viel Zeit in Anspruch nahm. Doch der Einsatz der engagierten Studienteilnehmer sowie des unermüdlichen Forschungsteams hat sich eindeutig gelohnt: Erst vergangene Woche wurde das Team eingeladen, die Ergebnisse der Studie persönlich der European Space Agency zu präsentieren. In weiterer Folge sollen die Ergebnisse sowohl auf wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert als auch in einem peer-reviewten Journal veröffentlicht werden.

Jeder Teilnehmer leistete somit einen wichtigen Beitrag dazu, unser Verständnis der menschlichen Physiologie im Weltraum zu verbessern und das Wissen auf dem Gebiet der Weltraummedizin Schritt für Schritt voranzubringen. Insgesamt vertiefen die Ergebnisse nicht nur unser Wissen über die körperlichen Grenzen, die wir in Umgebungen mit reduzierter Schwerkraft erwarten können, sondern liefern auch wichtige Erkenntnisse darüber, wie stark sich das Tragen eines Raumanzugs auf die Belastungsintensität auswirkt. Diese Erkenntnisse sind nicht nur aus theoretischer Sicht spannend, sondern auch direkt für die Praxis relevant, zum Beispiel für die Gestaltung zukünftiger Astronautentrainingsprogramme und die Planung von Langzeitmissionen zum Mond, zum Mars und sogar darüber hinaus.

Über das Vertikal-Laufband
ESA Cora Program

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Die besten Bilder und Videos 2025 https://oewf.org/2025/12/die-besten-bilder-und-videos-2025/ Wed, 31 Dec 2025 05:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=25822 Wir blicken auf 2025 zurück auf ein Jahr das geprägt war von der World’s Biggest Analog, einem Vertikal Laufband in vollem Betrieb und der Ausweitung unserer Bildungsinitiativen. Von der Vernetzung von 16 analogen Habitaten weltweit bis zur Ausbildung der nächsten […]

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Wir blicken auf 2025 zurück auf ein Jahr das geprägt war von der World’s Biggest Analog, einem Vertikal Laufband in vollem Betrieb und der Ausweitung unserer Bildungsinitiativen. Von der Vernetzung von 16 analogen Habitaten weltweit bis zur Ausbildung der nächsten Generation von Weltraumforschende – hier ist unsere Auswahl der besten Bilder und Videos aus dem Jahr 2025.

Screenshots von Gernot Grömer während eines virtuellen Besuches im Suitlab im Rahmen des Stemmos Projekt.

1STEMMOS: Klassenzimmer mit Weltraumforschung verbinden
STEMMOS (Satellite Observation of Earth, Moon, and Mars in Schools) brachte Weltraumwissenschaft zu hunderten von Schüler*innen in ganz Europa. Diese internationale Zusammenarbeit unter der Leitung von Cosmos Education CLG mit Partnern aus Portugal, Griechenland, Bulgarien und Österreich entwickelte dieses Jahr erste Trainingstools für EMMO (Earth, Moon, Mars) Science. Virtuelle Besuche in unserem Suitlab in Innsbruck und im Mission Support Center in Wien ermöglichten es Schüler*innen, Weltraumforschung aus erster Hand zu erleben.

Gruppenfoto der Teilnehmenden des AMADEE-24 Lessons Learned Workshops in Wien.

2Behind the Scenes: AMADEE-24 Workshop
Der AMADEE-24 Lessons Learned Workshop in unserem Mission Support Center in Wien setzte Erkenntnisse aus der Mars-Analog-Mission in Armenien im April 2024 in die Praxis um. Missionsteams aus allen Bereichen kamen zusammen, um Feedback zu diskutieren und die Grundlage für systematische Verbesserungen zu schaffen. Dieser kollaborative Ansatz stellt sicher, dass zentrale Erkenntnisse gezielt umgesetzt werden, während wir uns auf unsere nächsten AMADEE-Simulationen vorbereiten.

Teilnehmer des Cassini Hackathons sitzt vor dem Computer und unterhält sich mit einem Mentor. (c) ÖWF/Leon Krieger

3 CASSINI Hackathon erstmals in Westösterreich
Die CASSINI Hackathon Austria Edition demonstrierte das Potenzial europäischer Weltrauminfrastruktur für terrestrische Gesundheitsanwendungen. Drei Gewinnerlösungen entstanden an einem Wochenende: TERRAMED, eine prädiktive Plattform zur Vorhersage von Malaria-Risiken mittels Satellitendaten; UrbiScore, das urbanen Stress durch weltraumbasiertes Monitoring sichtbar machen soll; und Eclipse, dynamisches Notfallrouting basierend auf Satellitendaten. © ÖWF/Leon Krieger

von links Gernot Grömer (ÖWF), Hayk Aslanyan (Armenian Space Forum) und Studierende sitzen an einem runden Tisch in der Akademie der Wissenschaften in Armenien.

4AMADEE-24 Ergebnisse in Armenien präsentiert
An der Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien präsentierten wir die ersten Ergebnisse unserer AMADEE-24 Mars-Simulation vor Akademie-Würdenträgern. Eine Gruppe junger Erwachsener voller Begeisterung für die Mars-Erforschung nahm an der Diskussion teil und wollte erfahren, wie sie sich in der Weltraumforschung engagieren können. Die Zukunft der Weltraumforschung sieht vielversprechend aus!

Rudolf Albrecht steht auf der Bühne für seinen Vortrag während der Planetary Defense Conference in Südafrika

5Planetary Defense Conference in Südafrika
Die Planetary Defense Conference 2025 in Südafrika brachte globale Expert*innen zusammen, um Asteroiden- und Kometenbedrohungen zu diskutieren. ÖWF Senior Advisor Dr. Rudolf Albrecht befasste sich mit geopolitischen und rechtlichen Aspekten von Planetary-Defense-Szenarien. Dieser Beitrag unterstreicht den multidisziplinären Ansatz des ÖWF von Analogforschung bis hin zu raumfahrtpolitischen Themen. 2029 wird das Internationale Jahr des „Asteroid Awareness and Planetary Defense”.

Gruppenfoto mit Staatssekretär Alexander Pröll und Gernot Grömer im Integration Lab in Innsbruck (c) BKA-Andy Wenzel

6Hochrangiger Besuch im ÖWF Innsbruck
Staatssekretär Alexander Pröll vom Bundeskanzleramt besuchte unser Innsbrucker Raumanzuglabor. ÖWF-Direktor Gernot Grömer präsentierte aktuelle Forschungsprojekte und demonstrierte die ESA Vertical Treadmill. Unser Standort ist Österreichs offizielle ESA Ground-Based Facility und trägt zur Stärkung des nationalen Raumfahrtsektors bei. Der Besuch unterstrich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und das Potenzial der Raumfahrt für Österreichs Wirtschaft. © BKA-Andy Wenzel

2 Schüler im Delta-Raumanzügen und eine Schülerin im Overall im Habitat der Explore-1 Mission in Portugal.

7EXPLORE 1: Schüler*innen Mars-Simulation abgeschlossen
Schüler*innen aus Österreich, Griechenland und Portugal absolvierten fünf Tage authentische Mars-Analog-Missionserfahrung in Alqueva, Portugal. Von EVAs in DELTA-Anzügen bis zum Management von Habitat-Systemen zeigten sie bemerkenswerte Reife und Professionalität. Internationale STEAM-Missionen wie EXPLORE-1 zeigen Schüler*innen hautnah, wie Wissenschaft durch Zusammenarbeit voranschreitet, und bereiten sie darauf vor, zukünftige Wissenschaftler*innen und Forschende zu werden. Diese Schüler*innen sind die zukünftigen Führungskräfte, die uns zum Mars bringen werden.

8Hypogravitationsforschung: Vertical Treadmill Studie
Dieses Jahr führten wir eine Hypogravitationsstudie an der Vertical Treadmill durch, die Belastungsmuster unter Mond und Mars Gravitationsbedingungen untersucht. In Zusammenarbeit mit den Medizinischen Universitäten Wien und Graz im Rahmen des ESA CORA-Programms absolvierten Teilnehmende intensive Laufbandeinheiten, während sie ein Unterkörper-Exoskelett trugen. Die Studie lief vom 28. Juli bis 19. August in der vom ÖWF betriebenen ESA Ground-Based Facility in Innsbruck und lieferte medizinische Daten für zukünftige astronautische Missionen.

Gruppenfoto mit Kindern und Erwachsenen im Rahmen eines Schulworkshops.

9ÖWF Education in Action
Junge Entdecker*innen schlüpften in Kinder-Raumanzüge und führten Aufgaben durch, die vom Analog-Astronauten-Training inspiriert waren. Von Kommunikationsproblemen über Probenentnahme bis hin zu Feinmotorik-Übungen erlebten sie, wie es sich anfühlt, im Weltraum zu arbeiten. Wir bieten praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Workshops, die Weltraumforschung direkt in Schulen und Bildungseinrichtungen bringen und Neugierde in unvergessliche Lernmomente verwandeln.

Gruppenfoto mit Prof. Rezende (2.ter von links) und ÖWF Mitarbeitende im Suitlab in Innsbruck

10 Internationale Zusammenarbeit: Besuch aus Brasilien
Professor Júlio Rezende von der Universidade Federal do Rio Grande do Norte und Direktor von Habitat Marte besuchte am 1. Dezember das ÖWF Suitlab. Während seines Besuchs informierte er sich über unser Raumanzug-Simulator-Programm und erlebte die ESA Ground-Based Facility Vertical Treadmill aus erster Hand. Habitat Marte ist eine aufstrebende Analog-Forschungsstation in der südlichen Hemisphäre, und wir arbeiteten während der World’s Biggest Analog Mission mit ihnen zusammen.

Anika Mehlis steht auf der Bühne für den Vortrag beim Robo4YOU Jubiläum. (c) Ingeborg Zeh

11Die nächste Generation inspirieren
Analog-Astronautin Dr. Anika Mehlis begeisterte das Publikum beim Robo4YOU-Jubiläum mit Einblicken in Robotik im Weltraum und wie Analog-Missionen dabei helfen, sich auf zukünftige Mars-Missionen vorzubereiten. Sie zeigte jungen Talenten, wie spannend und vielfältig eine Karriere in Wissenschaft und Technik sein kann. Beim ÖWF glauben wir, dass die Inspiration junger Menschen der Schlüssel zu Innovation und Fortschritt ist. © Ingeborg Zeh

Gruppenfoto des MICO-VIE-Teams in Wien zum Abschluss der World's Biggest Analog.

12World’s Biggest Analog: Größte synchronisierte Analog-Mission
Die World’s Biggest Analog Mission wurde im Oktober 2025 nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung Realität. Das ÖWF beherbergte das MICO-VIE (Mission Coordination Center Vienna) und wurde zur Schaltzentrale für die Mission. Zum ersten Mal simulierten 16 analoge Mond-/Mars-Habitate auf 5 Kontinenten gleichzeitig ein Mond- oder Mars-Szenario auf der Erde, an dem 200 Wissenschaftler*innen aus 25 Ländern beteiligt waren. Die Mission demonstrierte die Wichtigkeit von internationaler Zusammenarbeit und den kollaborativer Forschung und setzte neue Maßstäbe für zukünftige Analog-Missionen. Das Foto zeigt das abschließende Gruppenfoto des MICO-VIE-Teams.

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Analog-Astronaut*innen gesucht! https://oewf.org/2025/10/analog-astronautinnen-gesucht/ Thu, 30 Oct 2025 08:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=25677 Bewerbungsfrist läuft bis 7. Dezember 2025 Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) sucht neue Analog-Astronaut*innen. Bewerben können sich Menschen zwischen 25 und 45 Jahren mit Erfahrung in einem technologischen, ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Bereich oder mit Pilot*innenerfahrung (kommerziell oder militärisch). Sie sollten […]

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Bewerbungsfrist läuft bis 7. Dezember 2025

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) sucht neue Analog-Astronaut*innen. Bewerben können sich Menschen zwischen 25 und 45 Jahren mit Erfahrung in einem technologischen, ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Bereich oder mit Pilot*innenerfahrung (kommerziell oder militärisch). Sie sollten fließend Englisch sprechen und die Bereitschaft mitbringen, an einer vierwöchigen Mars-Analogmission teilzunehmen.

Dr. Gernot Grömer, Direktor des ÖWF:
„Wir suchen außergewöhnliche Menschen, die an unseren einzigartigen Projekten als Analog-Astronaut*innen teilnehmen werden. Mars-Analog-Forschung testet auf der Erde wie Menschen in Zukunft auf dem Mars leben und forschen werden. Dazu verbringen unsere Analog-Astronaut*innen durchschnittlich vier Wochen in einer Gegend, die dem Mars geologisch so nahe wie möglich kommt und testen dort Ausrüstung und Arbeitsabläufe.“

Dr. Anika Mehlis, ÖWF-Analog-Astronautin: „Ich habe bereits an zwei Analog-Missionen des ÖWF teilgenommen: eine unvergessliche Erfahrung, bei der ich neue Perspektiven gewonnen und meine Grenzen ausgelotet habe. Als Wissenschaftlerin schätze ich die Möglichkeit, in einem internationalen Expert*innen-Team an vorderster Linie zu verschiedensten Forschungsbereichen beizutragen.“
 
Am 7. Dezember 2025 endet die Bewerbungsfrist, im Mai 2026 werden die ausgewählten Kandidat*innen bekannt gegeben. Auf sie wartet ein umfangreiches und fundiertes Training.

Zur Bewerbungsseite

Was die fertigen Analog-Astronaut*innen erwartet:
Seit über 20 Jahren betreibt das Österreichische Weltraum Forum Analogforschung und stellt als einzige Organisation in Europa ein dauerhaftes Team ehrenamtlicher Analog-Astronaut*innen für Mars-Analogmissionen.

Bei Mars-Analogmissionen arbeiten die Analog-Astronaut*innen im rund 50 kg schweren Raumanzug-Simulator des ÖWF. Der Raumanzug-Simulator wird während der Außeneinsätze im Gelände getragen.
Analog-Astronaut*innen sind zudem hochkarätige Botschafter*innen für die astronautische Raumfahrt und die Marsforschung im Allgemeinen. Sie werden mit Journalist*innen und vielen Raumfahrt-Interessierten sprechen, Vorträge halten und in den Medien präsent sein.
Im Rahmen ihrer Tätigkeit erhalten Analog-Astronaut*innen Zugang zu einem einzigartigen Netzwerk an Raumfahrt-Unternehmen und -Expert*innen.

Analog-Astronaut Joao Lousada und Analog-Astronautin Anika Mehlis im Aouda Raumanzugssimulator während der AMADEE-20 Simulation (c) OeWF/Joao Lousada
Analog Astronaut Joao Lousada und Analog-Astronautin Anika Mehlis während eines EVA’s bei der AMADEE-20 Simulation in der Negev-Wüste (c) ÖWF/Joao Lousada

Wichtigste Bewerbungsvoraussetzungen:

  • Staatsbürgerschaft in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Weltraumorganisation ESA oder Liechtenstein
  • Alter zwischen 25 und 45 Jahren
  • Körpergröße zwischen 165 und 190 cm, Mindestkörpergewicht: 55 kg
  • ausgezeichnete geistige und körperliche Gesundheit
  • Englisch fließend
  • Erfahrung in einem technologischen, ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Bereich und/oder Ausbildung zu Berufs- oder Militärpilot*innen
  • Volle Verfügbarkeit für die Grundausbildung (ca. fünf verlängerte Wochenenden) plus Fernstudium und die Fähigkeit, ein strenges körperliches und ernährungswissenschaftliches Trainingsprogramm zu absolvieren
  • Verfügbarkeit für Missionsvorbereitung oder Rezertifizierung (typischerweise 2 Wochenenden pro Jahr) und Missionen (durchschnittlich 2–4 Wochen Feldeinsätze alle 2–3 Jahre) sowie für Medien- und Bildungs-/Öffentlichkeitsarbeit in unregelmäßigen Abständen

Auswahlverfahren
Das Auswahlverfahren erfolgt in 3 Runden, vorwiegend im Suitlab des ÖWF in Innsbruck. Getestet wird die physische und psychische Eignung der Kandidat*innen, ihr Teamgeist, Kommunikationstalent sowie ihre Fähigkeit, technische und wissenschaftliche Themen schnell zu erfassen. Dabei werden bis zu 637 verschiedene Parameter gemessen.
Im Mai 2026 werden die ausgewählten Kandidat*innen feststehen.

Training der ausgewählten Analog-Astronaut*innen
Die ausgewählten Kandidat*innen erwartet ein umfassendes Training: Fitness, Medientraining und Naturwissenschaften, z.B. Geologie stehen dabei ebenso am Programm wie der Raumanzug-Simulator des ÖWF. Dieser ist 50kg schwer und imitiert die Einschränkungen eines echten Raumanzuges: dazu gehören v.a. ein eingeschränktes Gesichtsfeld, starke Bewegungseinschränkungen der Arme und Beine, Kommunikation nur über Funk und dicke Handschuhe, die die Feinmotorik behindern. Es dauert 3 Stunden, um den Raumanzug-Simulator anzuziehen, medizinische Telemetrie gibt laufend Auskunft über den Zustand des/der Analog-Astronaut*in und die Luftqualität im Anzug. Der Raumanzug-Simulator wird während der Außenbordeinsätze bei Mars-Analog-Missionen getragen.

Carmen Köhler während des Donnings (Anziehen des Raumanzugssimulators) (c) ÖWF/vog.photo
Analog-Astronautin Carmen Köhler während einem Donning Training (c) ÖWF/vog.photo

Was ist Analogforschung?  
Analogforschung ist die Simulation der Arbeit von Astronaut*innen auf der Erde, um Ausrüstung und Arbeitsabläufe zu testen und Schwachstellen vor Weltraummissionen zu identifizieren. Was Astronaut*innen später Millionen von Kilometern entfernt auf dem Weg zum Mars am Leben erhalten soll, wird auf der Erde genau unter die Lupe genommen und getestet. Dabei geht es auch um psychologische Faktoren wie Teamdynamik, das Zusammenleben auf engstem Raum oder die Auswirkungen der Isolation, die eine zukünftige Mars-Expedition mit sich bringen wird.

ÜBER DAS ÖSTERREICHISCHE WELTRAUM FORUM
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist seit August 2024 Österreichs erste ESA Ground Based Facility und betreibt ein Vertikal-Laufband zur Simulation unterschiedlicher Schwerkraft-Levels. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die von 2022 bis 2024 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspürten. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
Media Officer
Austrian Space Forum
Tel: +43 699 1213 4610
monika.fischer@oewf.org

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World Biggest Analog 2025 – Bild des Tages https://oewf.org/2025/10/world-biggest-analog-2025-bild-des-tages/ Sun, 26 Oct 2025 11:15:00 +0000 https://oewf.org/?p=25415 13. bis 26. Oktober 2025, 1 Mission, mehrere Habitate, gemeinsame Forschung. Der größte Zusammenschluss von Weltraumfachleuten und -organisationen simuliert zwei Wochen lang, wie wir als Gemeinschaft im Weltraum leben und arbeiten werden. Tag 14: 26 Oktober 2025Der letzte Tag der […]

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13. bis 26. Oktober 2025, 1 Mission, mehrere Habitate, gemeinsame Forschung.

Der größte Zusammenschluss von Weltraumfachleuten und -organisationen simuliert zwei Wochen lang, wie wir als Gemeinschaft im Weltraum leben und arbeiten werden.

Tag 14: 26 Oktober 2025
Der letzte Tag der Mission ist gekommen, und was für eine unglaubliche Reise es war!

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Habitaten und allen Beteiligten der WBA für ihre unglaubliche Arbeit und Zusammenarbeit bedanken.

Diese Mission war ein echter Beweis für Teamwork, Innovation und die Essenz von Exploration. Wir freuen uns darauf, auf diesem Erfolg aufzubauen und die Grenzen des Möglichen bei analogen Missionen auch in Zukunft zu erweitern.

Tag 13: 25 Oktober 2025
Wie wäre es, ganz allein auf dem Mars zu leben?

Im Habitat SAM in Arizona verbringt Analog-Astronaut Matthias Beach derzeit für die World’s Biggest Analog zwei Wochen in vollständiger Isolation.
SAM – das Space Analog for the Moon and Mars – ist ein hermetisch abgedichtetes, unter Druck stehendes Forschungshabitat, das Teil des historischen Biosphere-2-Testmodul ist. Es zählt zu den realistischsten Mars-Simulationsumgebungen auf der Erde, ausgestattet mit einem Lebenserhaltungssystem, das Sauerstoff, CO₂, Luftfeuchtigkeit und Druck reguliert.

Während der Mission läuft ein bioregeneratives Experiment, das sich auf die Entwicklung pflanzenbasierter Lebenserhaltungssysteme für zukünftige Mond- und Mars-Habitate konzentriert. Ziel ist es herauszufinden, wie Pflanzen das vom Menschen produzierte CO₂ ausgleichen können – ein wichtiger Schritt hin zu einer selbstversorgenden Existenz im Weltraum. (c) SAM Mars Analog

Tag 12: 24 Oktober 2025
Das heutige Bild des Tages zeigt MICO-VIE bei der täglichen „Pool Party“. Trotz des Namens geht es hier weniger ums Schwimmen, sondern um Koordination: Bei dieser abendlichen Besprechung werden die Ereignisse des Tages reflektiert, Aufgaben für den nächsten Tag geplant und wichtige Updates zwischen allen Teams ausgetauscht. Geleitet wird das Meeting von unserem Director of Operations, die sicherstellt, dass alle informiert und gut vorbereitet sind.

Auch ohne echten Pool ist die Stimmung immer hervorragend, schließlich arbeiten wir gemeinsam an einem Ziel: der Weiterentwicklung zukünftiger Missionen zum Mond und Mars.

Tag 11: 23 Oktober 2025
Während es bei vielen Experimenten der World’s Biggest Analog um Wissenschaft und Technologie geht, die uns eines Tages zum Mars oder Mond bringen könnten, ist einer der entscheidendsten Aspekte jeder Mission die Crew-Dynamik.
Wir untersuchen, wie Crews in isolierten, beengten und extremen Umgebungen zusammenleben und zusammenarbeiten – und was dabei hilft, Teamwork, Kommunikation und die mentale Gesundheit aufrechtzuerhalten. Schließlich kann keine Mission ohne eine gesunde und eingespielte Crew erfolgreich sein.

Auf dem heutigen Bild des Tages ist die Crew des Habitat Marte beim gemeinsamen Frühstück zu sehen. Das ist mehr als nur eine Mahlzeit – es ist ein Moment der Verbindung, der Vertrauen, Moral und Zusammenhalt stärkt. (c) Lucas Alderette

Tag 10: 22 Oktober 2025
In der weltweit größten Analogmission werden an 16 Standorten verschiedene wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Einige davon werden von allen Teams gleichzeitig durchgeführt und simulieren die internationale Zusammenarbeit, die für zukünftige Weltraummissionen unerlässlich sein wird, während andere Projekte nur von einem Team durchgeführt werden.

In der Habitat Monsaraz Mars Analog Station führen Analog-Astronaut*innen das COMPASS-Experiment durch, bei dem sie untersuchen, wie essbare Pflanzen wie Quinoa und Spinat in marsähnlichen Böden wie Serpentinit und Smectit wachsen können. Ihre Arbeit gibt Aufschluss über die Herausforderungen der außerirdischen Landwirtschaft und darüber, wie wir eines Tages auf dem Mars Landwirtschaft betreiben könnten. (c) ASP-1 Novares – Habitat Monsaraz Mars Analog Station

Tag 09: 21 Oktober 2025
PETRA-2 ist zurück auf der Erde! Nach sieben Tagen in Isolation verließen die Besatzungsmitglieder ihre Unterkunft und wurden von ihren Kindern in Wadi Rum herzlich empfangen. Ihre Begeisterung und Neugierde machten deutlich, warum Missionen wie diese so wichtig sind. ❤

Als Teil des weltweit größten Analogprojekts war PETRA-2 die zweite jordanische Weltraum-Analogmission und in vielerlei Hinsicht eine historische Mission, bei der eine rein arabische weibliche Crew aus Jordanien und Palästina zusammenkam. (c) Jordan Space Research Initiative

Tag 08: 20 Oktober 2025
Hinter jeder erfolgreichen analogen Mission steht ein Team, das den Himmel im Auge behält. Hier bei MICO-Vienna sendet unser Meteorologenteam täglich Wetterberichte an alle 16 Habitate im gesamten Missionsnetzwerk.

Durch die Verfolgung von Winden und extremen Temperaturen stellen sie sicher, dass jede EVA (Extravehicular Activity) und jedes Experiment unter den sichersten und realistischsten Bedingungen geplant wird, was der Präzision entspricht, die für echte Weltraummissionen erforderlich ist. Und durch die Verwendung realer Daten des Perseverance-Rovers der NASA liefern sie unseren Analog-Astronaut*innen _realistische Mars-Wetterbedingungen auf der Erde und bringen so einen Hauch des Roten Planeten in unseren täglichen Betrieb. (c) Oewf

Tag 07: 19 Oktober 2025
Die Crew 319 der Mars Desert Research Station in Utah führt im Rahmen des World’s Biggest Analog eine spannende Mission durch. Zu den Aufgaben der Crew gehören die Analyse von Gesteins- und Bodenproben im Wissenschaftslabor, die Beobachtung von Sonnenflecken mit ihrem Sonnenobservatorium und die Durchführung eines Mikrogrün-Experiments, bei dem die Einsatzfähigkeit von Vermiculit- und Papiertuchsubstraten für den Anbau von Brokkoli, Radieschen und Mungbohnen verglichen wird.

Der einzigartigen Vorteil der Mars Desert Research Station liegt in seiner Umgebung, einer echten geologischen Mars-Analogie, die Möglichkeiten für rigorose Feldstudien unter Bedingungen bietet, die denen einer tatsächlichen Weltraummission ähneln.

Von links nach rechts: Crewmitglieder Mackenzie Calle und Shriya Musuku (c) MDRS / Mackenzie Calle

Tag 06: 18 Oktober 2025
Heute hatten wir im Mission Control Center in Wien einen besonderen Besuch vom Direktor des Hydronaut-Habitats und einen Live-Chat mit EarthComs und deren dreiköpfiger Crew!

Außerdem konnten wir unseren Human Factors Lead hinzuziehen, um direkt mit der Crew zu sprechen. Selbst ein kurzes Gespräch wie dieses kann einen großen Unterschied machen, wenn es darum geht, die Moral der isolierten Crew zu stärken. In einem Habitat mit nur 10 m³ Wohnraum hat das Team die Kunst des Minimalismus perfektioniert. Wir haben sie gefragt, worauf sie sich am meisten freuen, und ihre Antworten waren einstimmig: Freiraum und echte Matratzen! (c) Oewf

Tag 05: 17 Oktober 2025
Australiens erste analoge Weltraummission ist Teil von World’s Biggest Analog! Die Universität Adelaide und ICEE Space haben sich für die ADAMA-Mission in Adelaide zusammengetan: Dieser einzigartige Lebensraum simuliert die Bedingungen auf dem Mond, einschließlich der einzigartigen Lichtverhältnisse eines Mondtages.

Die ADAMA-Crew wird 14 Tage lang vollständig isoliert sein und nur über ihre Kommunikationskanäle und die gesicherte Daten-Cloud mit der Erde verbunden sein. Diese unglaubliche Mission wird zu unserem Verständnis beitragen, wie sich die neuartige physische Umgebung des Weltraums auf das mentale und kognitive Wohlbefinden der Astronaut*innen auswirkt. (c) University of Adelaide / ICEE Space

Tag 04: 16 Oktober 2025
🚀 Willkommen auf dem Mars! Die Jordan Space Research Initiative (JSRI) veranstaltet PETRA-2 im Rahmen des weltweit größten Analogprojekts, um die psychologische, ökologische und technologische Forschung voranzutreiben und gleichzeitig die Jordanier*innen für die Weltraumwissenschaft zu begeistern und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Das Projekt befindet sich in der roten Wüste von Wadi Rum, deren einzigartige Umgebung perfekt ist, um das Arbeiten und Leben in marsähnlichen Lebensräumen zu simulieren.

Rundgang durch die Habitate

Foto aufgenommen während der ersten Weltraum-Analogmission der JSRI in Jordanien: “Petra-1“ (Der Hintergrund wurde vergrößert, um die Habitate besser sichtbar zu machen) (c) JSRI / Hope Byrd

Tag 03: 15 Oktober 2025
Grüße von der Nivalis-Crew der LunAres-Station in Polen! Die Crew freut sich auf ihre zweiwöchige Mission „auf dem Mond“ im Rahmen des World’s Biggest Analog. Die LunAres-Forschungsstation ist ein weltweit anerkanntes Analog-Habitat mit einzigartigem Design, das eine Mondbasis simuliert. Die Crew wird in einer geschlossenen, künstlichen Mond-Umgebung arbeiten und sich dabei an strenge Zeitpläne und kontrollierte Bedingungen anpassen müssen. (c) Cassandra Klos

Tag 02: 14 Oktober 2025
Dies ist ein stolzer Moment für World’s Biggest Analog: Die Direktorin des UN Büros für Weltraumfragen (UNOOSA) Aarti Holla-Maini hat uns in einer inspirierenden Nachricht viel Glück und Erfolg gewünscht: “Ihr zeigt der Welt, insbesondere jungen Menschen, was die Menschheit wirklich erreichen kann, wenn wir große Träume haben und zusammenarbeiten.” Hier geht’s zum Video (c) UNOOSA

Anika Mehlis (left) als Director of Operations im MICO-VIE (c) ÖWF

Tag 01: 13 Oktober 2025
World’s Biggest Analog hat offiziell begonnen! Als zentrale Koordinationsstelle verbindet das MICO-VIE des ÖWF 16 Analog-Mond/Mars-Habitate auf fünf Kontinenten – in der größten gleichzeitigen Analogmission aller Zeiten. Wir machen Geschichte. 200 Forschende aus 25 Ländern eint die größte Analogmission der Welt: World’s Biggest Analog.. (c) ÖWF

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Polarsternpreis 2025 geht an Astrophysiker Rudolf Albrecht https://oewf.org/2025/10/polarsternpreis-2025-geht-an-astrophysiker-rudolf-albrecht/ Fri, 24 Oct 2025 16:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=25612 Am 24. Oktober 2025 verlieh das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) den Polarsternpreis 2025 an den Astrophysiker Dr. Rudolf Albrecht. Damit würdigt das Forum Albrechts herausragende Leistungen in der Astrophysik, der Weltraumtechnologie sowie seine jahrzehntelange Arbeit für internationale Kooperationen in der Weltraumpolitik. Die feierliche […]

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Am 24. Oktober 2025 verlieh das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) den Polarsternpreis 2025 an den Astrophysiker Dr. Rudolf Albrecht. Damit würdigt das Forum Albrechts herausragende Leistungen in der Astrophysik, der Weltraumtechnologie sowie seine jahrzehntelange Arbeit für internationale Kooperationen in der Weltraumpolitik. Die feierliche Übergabe fand am Freitagabend in den Räumlichkeiten des ÖWF in Wien statt.

Rudolf Albrecht zählt zu den Pionieren der europäischen Weltraumforschung. Er war maßgeblich am Erfolg des Hubble-Weltraumteleskops beteiligt, leitete unter anderem das ESA/ESO Space Telescope European Coordinating Facility in München und engagiert sich seit vielen Jahren im Rahmen der Vereinten Nationen für eine friedliche und nachhaltige Nutzung des Weltraums. Zu seinen aktuellen Tätigkeiten zählen die Mitarbeit in internationalen Initiativen wie „Dark and Quiet Skies“ (Erhalt des dunklen und stillen Nachthimmels), der planetaren Abwehr sowie den Vorbereitungen zum „International Year of Asteroid Awareness and Planetary Defence 2029“.

Die Direktorin der UN Weltraum-Büros UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs), Aarti Holla-Maini lobte Albrechts „engagierte Unterstützung“ und seine Rolle bei der Stärkung der weltweiten Zusammenarbeit im Bereich Weltraumwissenschaft und -sicherheit. Kolleginnen und Kollegen aus der NASA, der ESA und der Europäischen Astronomischen Gesellschaft hoben insbesondere seine Fähigkeit hervor, Wissenschaft, Technologie und Diplomatie miteinander zu verbinden.

Neben seiner wissenschaftlichen Laufbahn ist Albrecht auch als Mentor, Netzwerker und vielseitiger Mensch bekannt – mit Leidenschaften, die von Softwareentwicklung über Oldtimer-Restaurierung bis zu Fallschirmspringen und Marathonlauf reichen. Über seine Motivation sagte er einmal:

„Wir müssen akzeptieren, dass unser Gehirn niemals in der Lage sein wird, das Universum wirklich zu verstehen. Aber das bedeutet nicht, dass wir es nicht versuchen sollten – auf dem Weg dorthin lernen wir viel. Außerdem macht es Spaß.“

von links: Dr. Gernot Grömer, ÖWF Director, Dr. Rudolf Albrecht, Polarsternpreisträger 2025, Willibald Stumptner, ÖWF Obmann
v.l.: Dr. Gernot Grömer, ÖWF Director, Dr. Rudolf Albrecht, Polarsternpreisträger 2025, Willibald Stumptner, ÖWF Obmann

Der Polarsternpreis, der seit 2009 verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die mit ihrem Wirken ein „Leitstern“ für Wissenschaft, Exploration und Zusammenarbeit sind. Zu den bisherigen Preisträger*innen zählen unter anderem der österreichische Astronaut Franz Viehböck  und die Autorin und Astronomin Lisa Kaltenegger.

Willibald Stumptner, Präsident des ÖWF bei der Preisverleihung: „Mit der Auszeichnung würdigt das ÖWF Dr. Rudolf Albrecht als Forscher, Netzwerker und Visionär, dessen Arbeit über Jahrzehnte hinweg Generationen inspiriert und den internationalen Wissenschaftsdialog geprägt hat.“

Preisverleihung – Video
Mehr über Dark and Quiet Skies
International Year of Asteroid Awareness and Planetary Defence 2029

Über das Österreichische Weltraum Forum
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die seit 2022 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspüren. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
ÖWF Media Team Lead
Tel: +43 699 1213 4610
monika.fischer@oewf.org

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Weltweit größte Mond/Mars-Analog-Mission startet:„World’s Biggest Analog“ https://oewf.org/2025/10/weltweit-groesste-mond-mars-analog-mission-startetworlds-biggest-analog/ Mon, 13 Oct 2025 09:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=25317 ÖWF in Wien ist zentrale Drehscheibe! Am 13. Oktober startete die bislang größte Mond/Mars-Analog-Mission mit 17 Institutionen auf fünf Kontinenten: das „World’s Biggest Analog“. Von 13. bis 26. Oktober 2025 werden 16 Mars/Mond-Habitate unter der Leitung des Österreichischen Weltraum Forums […]

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ÖWF in Wien ist zentrale Drehscheibe!

Am 13. Oktober startete die bislang größte Mond/Mars-Analog-Mission mit 17 Institutionen auf fünf Kontinenten: das „World’s Biggest Analog“. Von 13. bis 26. Oktober 2025 werden 16 Mars/Mond-Habitate unter der Leitung des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) möglichst realitätsnah nachstellen, wie die Erforschung des Mondes und des Mars mit Menschen vor Ort gelingen kann. Dabei werden sogenannte Analog-Astronaut*innen in Habitaten leben und bis zu zehn verschiedene Experimente durchführen. Das ÖWF als Missions-Koordinations-Zentrum (MICO-VIE) ist in diesen zwei Wochen Herzstück des „World’s Biggest Analog“: Es zeichnet für die weltweite Missionsplanung verantwortlich und wird während der Mission die Habitate rund um die Welt mit wissenschaftlichem Know-How unterstützen und detaillierte meteorologische Daten zur Verfügung stellen.

Offizielles Medienmaterial

Dr. Gernot Grömer, Direktor des Österreichischen Weltraum Forums: „Mit den aktuellen technischen Möglichkeiten ist die beste Option für eine Reise zum Mars: 200 Tage Richtung Mars, ca. ein Jahr Aufenthalt und 200 Tage retour. Viele Fragen betreffend diese lange Reise und den Aufenthalt von Menschen am roten Planeten sind noch ungeklärt – daher unsere Forschung. Aus heutiger Sicht rechnen große Weltraumorganisationen damit, dass Menschen in den 2040er Jahren den Mars betreten werden.“

Dr. Gernot Grömer: „Zum ersten Mal arbeiten 200 Forschende in Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa zeitgleich zusammen – mit dem gleichen Ziel: Die menschliche Präsenz am Mond und Mars vorzubereiten. Dazu werden sie den Aufenthalt am Mond oder Mars so realitätsnah wie möglich nachstellen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten internationalen Universitäten erhalten die seltene Gelegenheit, ihre Experimente von bis zu 16 Gruppen gleichzeitig durchführen zu lassen.“

Dr. Anika Mehlis ist ÖWF-Analog-Astronautin. Für World’s Biggest Analog leitet sie als „Director of Operations“ das Missions-Koordinations-Zentrum in Wien: „World’s Biggest Analog ist einzigartig: Das weltweit größte Projekt seiner Art. Wir wollen international einheitliche Standards für Analogforschung festlegen, um Ergebnisse vergleichbar zu machen und wissenschaftlichen Output zu optimieren. World’s Biggest Analog wird die bestehenden Habitate besser vernetzen und jüngeren Institutionen den Zugang zu einem reichen Erfahrungsschatz eröffnen. Es entsteht eine neue Analog-Community, die es neuen Ländern erleichtert, Teil der Weltraumforschung zu werden.“

Die beteiligten Länder

5 Kontinente: Amerika, Asien, Australien, Afrika, Europa

17 Institutionen:

  • 16 Habitate in: Armenien, Australien, Brasilien, Frankreich, Indien, Jordanien (2), Kenia, Niederlande, Oman, Polen, Portugal, Tschechien, USA (3)
  • Missions-Koordination in Österreich

10 Experimente aus den Bereichen:

1. Psychologie
Entscheidungsfindung in Stresssituationen
Entspannung in Stresssituationen durch kreative Tätigkeiten

2. Umwelttechnik
Messung von Raumklima, Luftqualität etc.

3. Soziologie/Rechtswissenschaften:
Entwicklung eines regulatorischen Rahmens für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller, ethnischer, ökonomischer Herkunft – eine Voraussetzung für das Zusammenarbeiten am Mars

4. Biologie:
Überlebensfähigkeit von Mikroorganismen unter ausgewählten Marsbedingungen

5. Biologie/Psychologie:
Wie gehen Menschen in einem isolierten, beengten Raum mit einem halbautomatischen Mini-Gewächshaus um? Welche psychologischen Auswirkungen hat das? Wie gut ist die Leistung des Mini-Gewächshauses?

Die Experimente werden je nach Komplexitätsgrad in mindestens 5 Habitaten durchgeführt. Die Daten für die psychologischen Experimente werden in allen Habitaten gesammelt und liefern einen wertvollen Datensatz mit Input von Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alters, kultureller und ethnischer Zugehörigkeiten.

Was ist Analogforschung?

Dazu Dr. Anika Mehlis: „Was Millionen Kilometer von der Erde entfernt das Überleben der Astronaut*innen und eine erfolgreiche Forschungsmission gewährleisten soll, muss vorher in sicherer Umgebung auf die Probe gestellt werden. Das ist Analogforschung.  Analogforschung simuliert die Arbeit von Astronaut*innen in marsähnlichen oder mondähnlichen Umgebungen auf der Erde. Dabei testen wir Ausrüstung und Arbeitsabläufe und suchen nach Schwachpunkten, damit beim tatsächlichen Einsatz alles glatt geht. Diese Methode erleichtert es, die Vorteile, aber auch die Grenzen von zukünftigen astronautischen Missionen auf fremden Planeten zu verstehen.“

Über das Österreichische Weltraum Forum
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist seit August 2024 Österreichs erste ESA Ground Based Facility und betreibt ein Vertikal-Laufband zur Simulation unterschiedlicher Schwerkraft-Levels. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die von 2022 bis 2024 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspürten. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.

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Mission Mars. Terraforming als Schlüssel zur Besiedlung des roten Planeten https://oewf.org/2025/09/mission-mars-terraforming-als-schluessel-zur-besiedlung-des-roten-planeten/ Mon, 22 Sep 2025 05:35:00 +0000 https://oewf.org/?p=25263 Die Faszination für den Astrophysiker Stephen Hawking mit seiner Gedankenwelt begleitet mich seit meiner Kindheit. Seine Fähigkeit, die Grenzen unseres Verständnisses von Raum und Zeit und dem Universum zu erweitern, beeindruckt mich immer wieder. Er hat gezeigt, wie wichtig es […]

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Die Faszination für den Astrophysiker Stephen Hawking mit seiner Gedankenwelt begleitet mich seit meiner Kindheit. Seine Fähigkeit, die Grenzen unseres Verständnisses von Raum und Zeit und dem Universum zu erweitern, beeindruckt mich immer wieder. Er hat gezeigt, wie wichtig es ist, die großen Fragen zu stellen und dabei niemals aufzuhören, nach Antworten zu suchen. 2017 sprach Hawking in einem BBC-Interview davon, dass die Menschheit sich nur vor sich selbst bewahren könne, in dem sie sich von einem Planeten zum anderen bewegt. Er appelliert, dass so schnell wie möglich der Mars und andere Planeten erschlossen und besiedelt werden müssen.

Problemstellung

Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, globale Konflikte und Ressourcenerschöpfung, die unseren Planeten nachhaltig beeinträchtigen, habe ich die Aussage Hawkings als Grundlage für die Themenwahl meiner vorwissenschaftlichen Arbeit genommen, um zu erfahren, wie realistisch eine Besiedlung des Mars sein könnte.

In diesem Kontext konzentriert sich die Arbeit auf das wissenschaftliche Konzept Terraforming. Um mein Thema zu präzisieren habe ich folgende Forschungsfrage formuliert: Inwieweit dieses Konzept geeignet erscheint, einen extraterrestrischen Planeten derart zu verändern, dass menschliches Leben darauf möglich ist und im speziellen wie wahrscheinlich eine Besiedelung des roten Planeten durch den Menschen unter der Verwendung von Terraforming ist?

Methodik

In meiner Arbeit wurden mittels einer Literaturanalyse die bisherigen Forschungsergebnisse zum Terraforming näher beleuchtet. Mit dem Ziel, die technischen und ökologischen Möglichkeiten des Terraformings zu analysieren, um den Mars langfristig in einen bewohnbaren Planeten umzuwandeln. Ein geführtes Experteninterview mit dem Direktor des ÖWF Herrn Dr. Grömer ermöglichte kontextbezogene Einblicke in das Forschungsfeld. Durch die Verknüpfung der Erkenntnisse aus der Literatur mit denen aus dem Interview konnten die qualitativen Daten ausgearbeitet werden.

Terraforming mit seinen Methoden und Herausforderungen

Terraforming ist als ein Prozess zu verstehen, bei dem ein extraterrestrischer Planet, wie der Mars, durch gezielte technische Maßnahmen so verändert wird, dass Menschen auf ihm leben könnten. Aufgrund seiner Lage in der habitablen Zone und dem Vorhandensein wichtiger chemischer Elemente wie Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff würde der Mars grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine potenzielle Besiedlung bieten. Dennoch fehlen ihm zentrale Eigenschaften wie eine dichte, atembare Atmosphäre, ausreichend hohe Temperaturen und ein stabiles ökologisches System.1

Abb. 1: Terraforming des Mars
Abb. 1: Terraforming des Mars2

Um den Planeten langfristig für menschliches Leben bewohnbar zu machen, wird für Terraforming des Mars eine Kombination verschiedener technologischer Ansätze benötigt. Hierbei sind vier zentrale Methoden relevant:3

1. Erwärmung der Marsoberfläche

Zur Erhöhung der Temperaturen auf dem Mars sollen große Spiegel im All eingesetzt werden, die Sonnenlicht gezielt auf die Oberfläche reflektieren. Denkbar ist die Positionierung dieser Spiegel in einer Umlaufbahn oder auf dem Marsmond Phobos. Die Konstruktion eines weltraumbasierten Sonnenlichtreflektors sollte dabei die gesamte Marsoberfläche auf erdähnliche Temperaturen erwärmen. Obwohl dieses Technologiekonzept theoretisch machbar wäre, stellt es die Wissenschaft vor enorme technische Herausforderungen. Realistischer wäre ein kleinerer Spiegel mit 125 km Radius aus aluminiertem Mylar, der lokal eine Erwärmung um etwa 5 Kelvin bewirken könnte. Dies würde ausreichen, um gefrorenes CO₂ aus der südlichen Polarkappe zu verdampfen. Da ein solcher Spiegel zu groß ist, um von der Erde aus transportiert zu werden, soll er im Weltraum aus Material von Asteroiden oder Marsmonden gebaut werden.4

Eine weitere Methode nutzt Nanostäbchen aus Aluminium oder Eisen, die Sonnenlicht streuen und infrarote Wärme abstrahlen. Simulationen zeigen, dass bereits eine geringe Dichte dieser Partikel die Temperaturen in bestimmten Regionen deutlich erhöhen könnte – sogar bis zu saisonalem flüssigem Wasser. Diese Technik ist pro Masseneinheit sehr effizient, wobei hier weiterer Forschungsbedarf besteht.5

2. Atmosphärenmodifikation

Der Mars besitzt eine sehr dünne Atmosphäre, die für menschliches Leben ungeeignet ist. Daher ist eine Verdichtung und Anreicherung der Atmosphäre mit CO₂ zur Verstärkung des Treibhauseffekts sowie die spätere Umwandlung in Sauerstoff mittels Photosynthese notwendig. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch der Import von N₂, der als Puffergas benötigt wird, um eine stabile und atembare Atmosphäre zu ermöglichen. Aus sicherheitstechnischen Überlegungen sollte vor der Erwärmung des Planeten sowie der Erhöhung des CO2-Gehalts die vollständige Menge an N2 in die Marsatmosphäre eingebracht werden.6

Da der Mars nicht genug N₂ enthält und die Erde als Quelle ungeeignet ist, wird der Saturnmond Titan als ideale Bezugsquelle betrachtet. Seine Atmosphäre besteht zu 98 % aus N₂. Kugelförmige Robotertanks könnten den Stickstoff in etwa 10 Jahren pro Flug zum Mars bringen. Innerhalb von rund 40 Jahren wäre so die nötige Menge für eine terraformierte Marsatmosphäre verfügbar.7

3. Schaffung einer Biosphäre

Die Einführung neuer Arten auf dem Mars müsste sorgfältig geplant und computergestützt auf ihre Auswirkungen auf das Ökosystem geprüft werden. Zur Etablierung eines funktionierenden Ökosystems sollen zunächst Mikroben eingesetzt werden, die CO₂ in O₂ umwandeln. Besonders geeignet sind extremophile Arten wie Chroococcidiopsis, die auch unter rauen Bedingungen überleben. Die NASA erforscht aktuell den Einsatz von Cyanobakteria und Algen, die Sauerstoff produzieren. Erste Tests sollen mit speziellen Rover-Missionen erfolgen.8

In weiteren Phasen könnten aquatische Ökosysteme entstehen, gefolgt von komplexeren Organismen wie Zooplankton, Fischen, Flechten, Insekten, Vögeln sowie Pflanzen- und Fleischfressern. Ziel ist die Entwicklung eines stabilen Kreislaufs, der am Ende auch eine menschliche Besiedlung ermöglicht.9

4. Schaffung eines Magnetfeldes

Selbst wenn es gelingen würde, den Mars mit ausreichend CO2 und O2 anzureichern und flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche zu halten, wären solche erdähnlichen Bedingungen vermutlich nicht von Dauer. Das Fehlen eines schützenden Magnetfeldes würde dazu führen, dass der Sonnenwind langfristig über Milliarden von Jahren die Atmosphäre des Planeten abtragen würde. Die durch Terraforming geschaffenen erdähnlichen Bedingungen würden wieder degradiert werden. 10

Um die Marsbiosphäre vor gefährlicher Strahlung zu schützen, könnten verschiedene Maßnahmen helfen. Eine dichtere Atmosphäre würde bereits einen gewissen Schutz vor geladenen Teilchen bieten. Steigende Sauerstoffwerte könnten zudem die Bildung einer Ozonschicht begünstigen, die UV-Strahlung blockiert. Dennoch wäre ein künstlich erzeugtes Magnetfeld die wirksamste Lösung, um den Mars langfristig vor Sonnenwind und hochenergetischer Strahlung zu schützen – so wie es das natürliche Magnetfeld der Erde macht.11

Abb. 2: Interaktion des Sonnenwindes mit der oberen Marsatmosphäre und die Interaktion mit dem globalen Erdmagnetfeld (Konzept eines Künstlers)
Abb. 2: Interaktion des Sonnenwindes mit der oberen Marsatmosphäre und die Interaktion mit dem globalen Erdmagnetfeld (Konzept eines Künstlers)12

Ein entwickeltes Konzept sieht vor, einen Plasmaring um den Mars zu erzeugen, der ein künstliches Magnetfeld entstehen lässt. Dabei sollen die beiden Marsmonde Phobos und Deimos als Quelle für dieses Plasma (Plasmageneratoren) genutzt werden. Aufgrund ihrer geringen Schwerkraft könnten mithilfe von technischen Systemen Plasmapartikel von ihrer Oberfläche verdampft und freigesetzt werden. Dieses Material würde durch Sonnenstrahlung ionisiert, wodurch ein Plasmastrom entsteht. Mit jeder Umlaufbahn des Mondes um den Mars würde sich dieser Plasmaring (Toroidal plasma current) aus ionisiertem Gas verstärken.13

Um den Plasmaring stabil zu halten und zu kontrollieren, wären Kicker-Stationen erforderlich, die das Plasma gezielt beschleunigen und lenken. Der entstehende Plasmastrom würde ein poloidales Magnetfeld erzeugen, das den Mars wirksam vor dem Sonnenwind schützt. Dadurch ließe sich der Verlust der Atmosphäre verhindern, die Wärmeaufnahme des Planeten verbessern und langfristig ein lebensfreundlicheres Klima schaffen.14

Terraforming: Science-Fiction oder Realität?

Die Arbeit konnte zeigen, dass mithilfe von Planetary Engineering grundlegende Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftdruck und Atmosphärenzusammensetzung veränderbar sind. Somit könnte langfristig eine Biosphäre aufgebaut werden. Der technologische Fortschritt in der Raumfahrt und in der Marsforschung hat die theoretische Machbarkeit einzelner Terraforming-Methoden verbessert. Dennoch hat die Auswertung der qualitativen Daten deutlich gezeigt, dass solche Vorhaben mit enormen technischen, logistischen und ökologischen Herausforderungen verbunden sind.

Ein zentrales Problem ist die Unsicherheit über die langfristige Stabilität der geschaffenen Umweltbedingungen. Wie auf der Erde sind auch auf dem Mars die Ressourcen begrenzt. Zudem muss Terraforming in seiner gesamten Komplexität betrachtet werden und hier zeigt sich, dass die derzeit verfügbaren Technologien über unsere gegenwärtigen Möglichkeiten hinausgehen. Außerdem ist noch ungeklärt, ob mikrobielles Leben auf dem Mars existiert. Sollte dies der Fall sein, könnten bereits kleine Eingriffe in die Umwelt schwerwiegende Folgen für potenzielle marsianische Lebensformen haben. Die ökologischen Auswirkungen sind kaum abschätzbar, weshalb eine vollständige Umgestaltung des Mars kritisch hinterfragt werden muss.

Für zukünftige Forschungen empfiehlt es sich, die Besiedlung des Mars nicht als Lösung der Probleme der Menschheit zu sehen, da dies als Flucht vor der ökologischen Verantwortung auf der Erde – sogenannter Eskapismus – interpretiert werden muss. Stattdessen soll Terraforming als Chance gesehen werden, um den Lebensraum der Menschen zu erweitern und die Resilienz unserer Spezies zu steigern. Dabei muss ein Gleichgewicht zwischen menschlichen Bedürfnissen und dem Schutz potenzieller außerirdischer Ökosysteme hergestellt werden. Gleichzeitig darf im Zuge dieses Terraforming-Prozesses die Erde nicht vernachlässigt werden.

Vielmehr sollte Terraforming als theoretisches Konzept dienen, das den wissenschaftlichen Diskurs über Technologie, Biologie und Ökologie vorantreibt. Dadurch kann auch das Verständnis für das eigene Ökosystem auf der Erde erweitert und der Menschheit neue Handlungsoptionen aufgezeigt werden.

Abb. 3: simulierte Darstellung des Mars als warmer, feuchter Planet (erstellt mithilfe von KI)
Abb. 3: simulierte Darstellung des Mars als warmer, feuchter Planet (erstellt mithilfe von KI)

Autorin: Lisa-Marie Senn

1 (Fogg, M.J. (1995). Terraforming: Engineering Planetary Environments. o.O.)

2 (Ballard, D. (2006). Artist’s impression of the hypothetical phases of the terraforming of Mars.
https://en.wikipedia.org/wiki/File:MarsTransitionV.jpg [Zugriff am 08.07.2025])

3 (Moss, S. (2006). Terraforming Mars. Abgerufen am 22.08.2025 von https://www.researchgate.net/publication/319177557_Terraforming_Mars)

4 (Moss, S. (2006). Terraforming Mars. Abgerufen am 22.08.2025 von https://www.researchgate.net/publication/319177557_Terraforming_Mars)

5 (Ansari, S., Kite, E.S., Ramirez, R., Steele, L.J., Mohseni, H. (2024). Feasibility of keeping Mars warm with nanoparticles. Science Advance.)

6 (Ansari, S., Kite, E.S., Ramirez, R., Steele, L.J., Mohseni, H. (2024). Feasibility of keeping Mars warm with nanoparticles. Science Advance.)

7 (Moss, S. (2006). Terraforming Mars. Abgerufen am 22.08.2025 von https://www.researchgate.net/publication/319177557_Terraforming_Mars)

8 (Moss, S. (2006). Terraforming Mars. Abgerufen am 22.08.2025 von https://www.researchgate.net/publication/319177557_Terraforming_Mars)

9 (Moss, S. (2006). Terraforming Mars. Abgerufen am 22.08.2025 von https://www.researchgate.net/publication/319177557_Terraforming_Mars)

10 (Mehta, J. (2021). Can we make Mars Earth-like through terraforming?. Abgerufen am 15.08.2025 von https://www.planetary.org/articles/can-we-make-mars-earth-like-through-terraforming)

11 (Moss, S. (2006). Terraforming Mars. Abgerufen am 22.08.2025 von 
https://www.researchgate.net/publication/319177557_Terraforming_Mars)

12 (NASA’s Scientific Visualization Studio. (2019). Image of Martian magnetic field line interactions courtesy of Anil Rao/Univ. of Colorado/MAVEN/NASA GSFC.
https://svs.gsfc.nasa.gov/12397#media_group_324357 [Zugriff am 12.08.2025])

13 (Bamford, R.A., Kellett, B.J., Green, J., Dong, C., Airapetian, V., Bingham, R. (2021). How to create an artificial magnetosphere for Mars. Acta Astronautica, S. 323 – 333.)

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Fernerkundung zum Anfassen: Mein Beitrag zum Erasmus-Projekt STEMMOS https://oewf.org/2025/08/fernerkundung-zum-anfassen-mein-beitrag-zum-erasmus-projekt-stemmos/ Fri, 29 Aug 2025 12:57:38 +0000 https://oewf.org/?p=25181 Hallo liebe Freunde des Weltraums! Mein Name ist Lisa, ich studiere Geographie an der Uni Graz und starte bald in mein letztes Bachelorsemester. Diesen Sommer habe ich die spannende Gelegenheit, ein zweimonatiges Praktikum beim ÖWF zu absolvieren, und dabei sogar […]

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Hallo liebe Freunde des Weltraums! Mein Name ist Lisa, ich studiere Geographie an der Uni Graz und starte bald in mein letztes Bachelorsemester. Diesen Sommer habe ich die spannende Gelegenheit, ein zweimonatiges Praktikum beim ÖWF zu absolvieren, und dabei sogar gleich beide Standorte kennenzulernen. Die ersten vier Wochen habe ich in Wien verbracht, wo ich vor allem im Bildungsbereich mitarbeiten konnte. Demnächst zieht es mich nach Innsbruck, wo ich die zweite Hälfte meines Praktikums verbringen werde, auch darauf freue ich mich schon sehr.


Doch zunächst ein Blick zurück nach Wien: Ein roter Faden, der sich durch viele meiner bisherigen Aufgaben zog, ist das Erasmus-Projekt STEMMOS. Ziel dieses Projekts ist es, Lehrende mit fundiertem Wissen zu Erd-, Mond- und Marsbeobachtung auszustatten, damit sie dieses an Schüler:innen der Sekundarstufe weitergeben können. Auf diese Weise soll Begeisterung für die sogenannten STEAM-Fächer (Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen, Kunst und Mathematik) geweckt und gefördert werden. Im Rahmen von STEMMOS werden unter anderem Summer Schools für Lehrkräfte organisiert, Lehrmaterialien aufbereitet und praxisnahe Online-Kurse angeboten. Einen solchen Kurs durfte ich selbst gestalten, und hatte dabei große Freiheit in der Themenwahl. Da mich die Fernerkundung besonders interessiert, wollte ich diesen Bereich unbedingt einbringen. Die Chance, Lehrende, und über sie auch Kinder und Jugendliche, für dieses faszinierende Fachgebiet zu begeistern, wollte ich nutzen. Mein Kurs behandelt die Bedeutung elektromagnetischer Strahlung in der Fernerkundung, um berührungslos Informationen über Oberflächen zu gewinnen. Dabei wird gezeigt, dass nicht nur das sichtbare Licht, sondern auch andere Spektralbereiche von hoher Bedeutung sind. Außerdem erkläre ich im Kurs das Konzept der Falschfarbdarstellung und wie es genutzt wird, um verschiedenste Variablen sichtbar zu machen, die wir mit bloßem Auge nicht sehen können. Im praktischen Teil können die Teilnehmenden mithilfe einer detaillierten Anleitung die Software QGIS nutzen, um ein Satellitenbild des Jezero-Kraters auf dem Mars zu analysieren – jener Ort, and dem der NASA-Rover Perseverance gelandet ist, und der
wissenschaftlich besonders spannend ist.

Falschfarbdarstellungen, die im Kurs erstellt werden: Links sind in blau hydrierte Minerale
hervorgehoben, rechts wird zwischen dominierenden Mineralen unterschieden.

Das Erstellen des Kurses war für mich durchaus auch eine Herausforderung. Zum einen habe ich gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, Inhalte so aufzubereiten, dass sie auch für Personen ohne jegliche Vorkenntnisse gut verständlich sind. Zum anderen bin ich auch bei der technischen Umsetzung auf Grenzen gestoßen: mit Erddaten war ich bereits vertraut, doch für das Lehrbeispiel geeignete Satellitendaten vom Mars zu beschaffen, stellte sich als ziemlich schwierig heraus. Dennoch konnte ich aus diesen Erfahrungen sehr viel mitnehmen, und bin sicher, dass mir meine neuen Fähigkeiten sowohl in der Uni, als auch später im Beruf zugutekommen werden.
Ich hoffe sehr, dass mein Kurs einige Lehrende dazu inspiriert, ihren Schüler:innen erste Einblicke in die Fernerkundung und Erd-, Mond- und Marsbeobachtung zu geben, und so junge Menschen für diese spannenden Themenfelder zu begeistern.
Nun bin ich gespannt, welche Erfahrungen mich in Innsbruck erwarten, und was die zweite
Hälfte meines Praktikums bereithält!

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Weltraumluft in Innsbruck schnuppern https://oewf.org/2025/08/weltraumluft-in-innsbruck-schnuppern/ Thu, 07 Aug 2025 09:24:00 +0000 https://oewf.org/?p=25156 Mein Name ist Carolina Meissner, ich bin 19 Jahre alt und habe dieses Jahr in Wien maturiert.Obwohl ich diesen Sommer auch einfach meine Freiheit genießen könnte, wollte ich etwas Neueslernen und kennenlernen und durch mein einmonatiges Praktikum beim ÖWF in […]

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Mein Name ist Carolina Meissner, ich bin 19 Jahre alt und habe dieses Jahr in Wien maturiert.
Obwohl ich diesen Sommer auch einfach meine Freiheit genießen könnte, wollte ich etwas Neues
lernen und kennenlernen und durch mein einmonatiges Praktikum beim ÖWF in Innsbruck konnte
ich nicht nur die Arbeit einer Weltraumorganisation, sondern auch eine neue Stadt kennenlernen.
Über das ÖWF habe ich durch das Internet erfahren; auf meiner Suche nach einem Praktikum bin ich
auf die Website der Forschungsförderungsgesellschaft aufmerksam geworden, wo das Praktikum
beim ÖWF mein Interesse geweckt hat.

Vor dem ÖWF Logo.

Nachdem ich mir in meinen ersten Tagen vor allem viel durchgelesen habe um mich mit den
verschiedenen Projekten vertraut zu machen bekam ich erste kleinere Tasks wie Recherche,
Dokumente überarbeiten und den 3D-Drucker benutzen. Den größten Teil meiner Zeit beim ÖWF hat
aber die Arbeit an den sogenannten Delta Helmets eingenommen. Meine Aufgabe war es zwei
Astronautenhelme zu bauen, die später für Workshops mit Kindern genutzt werden. Als Vorlage dazu
diente mir ein bereits fertiggestellter Helm. Die Arbeit an den Helmen war herausfordernd und ich
musste mir viele neue Skills wie löten, 3D-drucken, nähen und dremeln aneignen aber genau deshalb
bin ich ja hergekommen. Besonders an dem Projekt gefallen hat mir, dass es zwischendurch einige
Erfolgserlebnisse gab und man den Fortschritt direkt sehen konnte.

Delta Helmets in verschiedenen Entwicklungsstadien.

Neben der Arbeit an diesem Projekt waren einige weitere nennenswerte Ereignisse aus den letzten 4
Wochen meine Einheit auf der Vertical Tradmill Facility, der Open Space Day (Tag der offenen Tür im
Suitlab) und der Cooking Circle, bei dem jede Woche einmal jemand anderes für das ganze Suitlab
kocht. Ein weiteres Highlight ist natürlich einfach das Leben in Innsbruck, vor allem für jemanden aus
Wien.

Auf der Vertical Treadmill Facility.

Insgesamt habe ich in meiner Zeit beim ÖWF definitiv gelernt selbstständiger zu arbeiten,
eigenständig Lösungen zu finden, in mich selbst zu vertrauen und geduldig zu sein.
Abschließend will ich meine tollen Mitpraktikantinnen und Kolleginnen erwähnen, ohne die die
Zeit hier bestimmt auch gut gewesen wäre, aber mit denen es dann doch noch um einiges schöner
war. Generell ist der Umgang untereinander hier beim ÖWF ein sehr angenehmer.

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Ergebnisse veröffentlicht: Österreichisches Satellitenprojekt misst Verschmutzung der Erd-Umlaufbahnen https://oewf.org/2025/03/ergebnisse-veroeffentlicht-oesterreichisches-satellitenprojekt-misst-verschmutzung-der-erd-umlaufbahnen/ Mon, 24 Mar 2025 06:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24873 ADLER-1 – eine erfolgreiche Kooperation von ÖWF, Spire Global und iSEE 512 Tage lang umkreiste der Kleinsatellit ADLER-1 die Erde und suchte mit Hilfe des vom ÖWF entwickelten Instruments APID-1 nach staubkorngroßen Weltraumschrott-Teilchen. Diese Space Debris entwickeln in der Erdumlaufbahn […]

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ADLER-1 – eine erfolgreiche Kooperation von ÖWF, Spire Global und iSEE

512 Tage lang umkreiste der Kleinsatellit ADLER-1 die Erde und suchte mit Hilfe des vom ÖWF entwickelten Instruments APID-1 nach staubkorngroßen Weltraumschrott-Teilchen. Diese Space Debris entwickeln in der Erdumlaufbahn die Einschlagenergie einer Pistolenkugel und können Satelliten und die Internationale Raumstation ISS schwer beschädigen. Da der Großteil der Weltraumschrott-Teilchen nur mit großem Aufwand nachweisbar ist, wird ihre Anzahl und Verteilung hauptsächlich in Simulationsmodellen errechnet. Expert*innen des ÖWF und der ESA Space Debris Office verglichen nun die vor-Ort-Messungen von Adler-1 mit den aktuellsten Simulationen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und veröffentlichten die beunruhigenden Resultate im renommierten „Journal of Space Safety Engineering”.

Kleinsatellit Adler-1 beim Auffalten, Simulationsbild (c) ÖWF
Kleinsatellit Adler-1 beim Auffalten, Simulationsbild (c) ÖWF

Weltraumschrott nimmt schnell zu

Das Instrument APID-1 detektierte insgesamt 117 Teilchen, deren Einschlagssignaturen in einem aufwändigen Verfahren mit der Hilfe der österreichischen Firma Tilebox aus weit über 500.000 Datensätzen herausgefiltert und anschließend mit Simulationsmodellen der Europäischen Weltraumorganisation ESA verglichen wurden. 

Zwischen November 2022 und Jänner 2023 wurde ein sprunghafter Anstieg dieser Minikollisionen auf APID-1 gemessen. Möglicherweise ist dies auf die Explosion einer chinesischen Raketenoberstufe am 22. November 2022 beim Start des Wettersatelliten Yunhai-3 01 zurückzuführen. Dies wäre ein zeitnaher vor-Ort-Nachweis in der Umlaufbahn, dass Raketenoberstufen auch Space Debris erzeugen.  

„Weltraumschrott ist ein zunehmend kritischer werdendes Problem in der erdnahen Umlaufbahn. Der Kleinsatellit ADLER-1 war der rot-weiß-rote Beitrag, um den aktuellen Zustand dieser Region zu untersuchen und die Zahlen sind nicht gerade ermutigend”, resümiert Dr. Gernot Grömer, Direktor des ÖWF und Erstautor der Studie, „Zwar verglühen Kleinstteilchen im niedrigen Erdorbit nach mehreren Monaten, aber die Startfrequenz von Raketen ist derartig angestiegen, dass es vor allem in der Höhe von 500 km und darunter immer mehr gefährliche Kollisionen geben wird. Und das ist in etwa jene Höhe, in der viele Satelliten ausgesetzt werden und auch die ISS die Erde umkreist.” 

ADLER-1 – ein rot-weiß-rotes Satellitenprojekt

ADLER-1 ist eine Kooperation zwischen dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF), Spire Global und Impact Space Expedition & Exploration Global (iSEE). Eines der wichtigsten Instrumente an Bord war APID-1, das in Innsbruck vom ÖWF entwickelt wurde und mittels einer piezoelektrischen Platte, einer Art „Mikrofon in der Umlaufbahn” die Einschläge von staubkorngroßen Teilchen detektierte. ADLER-1 wurde im Jänner 2022 in einer Höhe von 480 km ausgesetzt und verglühte planmäßig knapp 1,5 Jahren später als Sternschnuppe. Der Kleinstsatellit war mit 30 x 10 x 10 cm etwa 6 kg schwer.

Homepage der ADLER Satelliten: https://adler.oewf.org/

Link zur Publikation im Journal of Space Safety Engineering https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2468896725000114

Über das Österreichische Weltraum Forum
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die seit 2022 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspüren. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.


Medienkontakt
Mag. Monika Fischer 
ÖWF Media Team Lead
Tel: +43 699 1213 4610 
monika.fischer@oewf.org 

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Rückblick auf die AMADEE-24 Mars-Simulation: Herausforderungen und Erfolge https://oewf.org/2025/03/reflecting-on-the-amadee-24-mars-simulation-challenges-and-triumphs/ Mon, 10 Mar 2025 06:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24838 Am 10. März 2024 startete die AMADEE-24 Mars-Simulation des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) in der atemberaubenden, kargen Landschaften Armeniens. Über 200 Wissenschaftler*innen aus 26 Ländern mit ihrer Ausrüstung, robotischen Fahrzeugen und Experimenten waren beteiligt. Die Auswahl des Standorts für die […]

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Am 10. März 2024 startete die AMADEE-24 Mars-Simulation des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) in der atemberaubenden, kargen Landschaften Armeniens. Über 200 Wissenschaftler*innen aus 26 Ländern mit ihrer Ausrüstung, robotischen Fahrzeugen und Experimenten waren beteiligt. Die Auswahl des Standorts für die Simulation war keine zufällige Entscheidung, denn die vulkanischen Landschaften und die mineralogische Beschaffenheit der Ararat Region ähneln in vielen Aspekten der Marsoberfläche. Ein Jahr später blicken wir nun zurück auf diese bemerkenswerte Mission, die nicht nur als eine der anspruchsvollsten in der inzwischen langen Tradition der Mars-Simulationen des ÖWF gilt, sondern auch als ein weiterer Meilenstein in der Forschung zur Erkundung des Roten Planeten.

Unsere AMADEE-24-Teams waren vor zahlreiche Herausforderungen gestellt, die Bedingungen vor Ort waren durch Wetterkapriolen, technische Pannen und logistische Schwierigkeiten geprägt. Die simulierten Marsbedingungen sollten den Teilnehmern ermöglichen, die Erfordernisse, die zukünftige Marsmissionen mit sich bringen, besser zu verstehen. Die Teams vor Ort in Armenien und im Mission Support Center (MSC) in Wien mussten sich an die Gegebenheiten des jeweiligen Tages anpassen, während sie gleichzeitig wissenschaftliche Daten generierten und die 14 Experimente aus den Bereichen Geowissenschaften, Robotik, Ingenieurwesen, Humanwissenschaften und Biotechnologie durchführten.

Wissenschaftliche Errungenschaften

Die Experimente der AMADEE-24-Mission umfassten unter anderem das GEOS-Experiment, das geologische Studien am analogen Standort „auf dem Mars“ beinhaltete sowie die Entwicklung neuer Technologien zur Analyse von Bodenproben. Die gesammelten Daten könnten entscheidend dafür sein, wie zukünftige planetare Missionen gestaltet werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der AMADEE-24 Mission war die Erforschung der menschlichen Faktoren in einer isolierten Umgebung. Die psychologischen und sozialen Dynamiken, die während der Simulation auftraten, wurden genau dokumentiert, um die Auswirkungen von Isolation und Stress auf (Analog-) Astronaut*innen und unterstützende Teams zu verstehen. Diese Erkenntnisse sind von entscheidender Bedeutung für die Planung künftiger astronautischer Missionen zum Mars und Mond.

Wissenschafter*innen auf der ganzen Welt partizipieren an unserer Analog-Forschung

Das ÖWF Mission Science Data Archive enthält neben den wissenschaftlichen Daten des AMADEE-Programms, umfangreiche Daten unserer vergangenen Forschungsmissionen. Dieser einmalige Datenschatz steht allen Forschenden weltweit offen, die entsprechende Forschungsthemen damit ableiten, bearbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen beantworten möchten.

Teamarbeit und internationale Zusammenarbeit

Wissenschaftler*innen, unterstützende Teams und Analog-Astronaut*innen aus verschiedenen Ländern arbeiteten Hand in Hand, um die Herausforderungen zu bewältigen und die Mission zum Erfolg zu führen. Diese Teamarbeit ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wichtig globale Kooperationen in der Raumfahrtforschung sind. Das Engagement unserer wundervollen, ehrenamtlichen Mitglieder, ob sie vor Ort in Armenien im Einsatz waren oder im MSC in Wien, die Begeisterung der beteiligten Experimente-Teams und der unermüdliche, fröhliche und tatkräftige Einsatz der Mitglieder des Armenischen Weltraum Forums trugen bedeutend dazu bei, dass wir unsere AMADEE-24 Mission durchführen konnten.

Ein großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten, ohne euch und euren unermüdlichen Einsatz wäre AMADEE-24 nicht möglich gewesen!

Mehr Informationen über unsere AMADEE-24 Mars-Simulation: https://oewf.org/en/amadee-24/

Weitere Erkenntnisse zu den Experimenten: https://oewf.org/en/topics/research-projects/expeditions-simulations/amadee-24/

Lernt all unsere Analog-Astronaut*innen kennen: https://oewf.org/en/about-the-oewf/oewf-analog-astronauts/

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Buchtipp: MARS. Photographs from the NASA Archives https://oewf.org/2025/01/buchtipp-mars-photographs-from-the-nasa-archives/ Fri, 10 Jan 2025 06:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24644 Der TASCHEN Verlag, bekannt für seine bildgewaltigen Publikationen, hat ein neues Weltraum-Buch mit dem Titel „MARS. Photographs from the NASA Archives“ herausgegeben. Der Bildband ist 340 Seiten stark, mehrsprachig (Deutsch, Englisch und Französisch) und 2,92 kg schwer. Wie der Titel […]

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Der TASCHEN Verlag, bekannt für seine bildgewaltigen Publikationen, hat ein neues Weltraum-Buch mit dem Titel „MARS. Photographs from the NASA Archives“ herausgegeben.

Der Bildband ist 340 Seiten stark, mehrsprachig (Deutsch, Englisch und Französisch) und 2,92 kg schwer. Wie der Titel verrät, beschäftigt sich der Bildband mit dem Planeten Mars, der die Menschen seit jeher fasziniert. Erstmals von Galileo Galilei 1610 durch ein Teleskop beobachtet, wurde der Planet dann ab Ende des 19. Jahrhunderts die Quelle für Inspiration und wissenschaftliche Beobachtungen. Mit Schiaparellis Veröffentlichung der „canali“ auf dem Mars wurde auch erstmals spekuliert, ob es intelligentes Leben am Mars geben könnte. Das wirkte sich auch ungemein auf die Popkultur des 20. Jahrhunderts aus.

Erst durch den Besuch von Marssonden und Rover seit den 1960er Jahren hat sich das Bild vom Planeten Mars deutlich geändert und neue Erkenntnisse fließen täglich von den derzeit aktiven sieben Orbitern und den zwei aktiven Rovern Perseverance und Curiosity ein.

Gesamteindruck und Inhalt

Mit einem beeindruckenden Gewicht von 2,92 kg und seiner außergewöhnlichen Gestaltung macht der MARS Bildband beim ersten Kontakt einen starken Eindruck.

Das Gewicht spürt man sofort, wenn man das Paket öffnet. Wunderschön ist das Cover gestaltet, das ein Mosaik aus 100 Viking-Bildern von der Valles Marineris Hemisphäre darstellt. Valles Marineris, die Tharsis-Vulkane und weitere geologische Elemente wurden vertieft in die Cover-Hülle eingearbeitet, und dies erzeugt einen haptischen Effekt. Dadurch wirkt das Buch besonders und begehrenswert. Der Bildband glänzt mit atemberaubenden Aufnahmen vom Mars aus den NASA-Archiven. Viele bekannte, aber auch unbekannte Aufnahmen sind dabei. Emily Lakdawalla, eine bekannte amerikanische Planetenforscherin und Wissenschaftsautorin, beschreibt jedes einzelne Bild verständlich und erklärt auch die Besonderheit der Aufnahmen.

Im Buch wechseln sich Bilder von Aufnahmen von Marssonden und Rovern mit historischen Fotos, alten Buch- und Filmpostern sowie Illustrationen und Gemälden zum Thema Mars ab. Diese Kombination aus historischen Dokumenten und aktuellen Aufnahmen erschafft einen faszinierenden Bogen von den ersten Mars-Beobachtungen bis zur modernen Raumfahrt. Es ist ein Vergnügen, die Seiten einzeln durchzublättern und die Fotos in der ausgezeichneten Qualität anzusehen.

Bei aller Qualität der Darstellung fällt auf, dass der Bildband einen deutlichen Schwerpunkt auf NASA-Material legt. Während dies die führende Rolle der amerikanischen Raumfahrtbehörde in der Mars-Forschung widerspiegelt, hätte eine breitere internationale Perspektive das Werk zusätzlich bereichern können. Einzelne ausgewählte Bilder der Mars Express Sonde der ESA sind enthalten. Nachdem aber auch analoge Mars-Simulationen auf der Erde einen Platz im Buch finden, wären Bilder von unseren AMADEE-Mars-Simulationen eine perfekte Ergänzung gewesen.

Insgesamt überzeugt der Bildband durch seine hochwertige Gestaltung und den gelungenen Mix aus spannenden Kurzaufsätzen führender Mars-Expert*innen und exzellenten Bildbeschreibungen. Ich kann den Bildband uneingeschränkt für alle empfehlen, die wunderschöne Aufnahmen vom Mars zu schätzen wissen oder den Mars auf eine visuelle Art entdecken möchten.

Seite 292-293 mit Artikel von Rob Manning mit dem Titel "Being There"
Seite 140-141 mit Aufnahmen von Viking Orbiter 1 und 2

Mars. Photographs from the NASA Archives
Hardcover mit Ausklappseiten, 30 x 30 cm, 2.92 kg, 340 Seiten
ISBN 978-3-8365-8646-7
Ausgabe: Mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Französisch)
Erscheinungsdatum: 18.12.2024
Preis: 50 EUR.

🔗 zum TASCHEN Verlag

Das Buch in wurde uns vom TASCHEN Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt und ist Teil unserer Weltraum-Bibliothek im Raumanzugslabor in Innsbruck.

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Die besten Bilder und Videos 2024 – 15 Jahre ÖWF-Jahresrückblick https://oewf.org/2024/12/die-besten-bilder-und-videos-2024/ Tue, 31 Dec 2024 05:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24575 Am letzten Tag des Jahres blicken wir zurück und schauen uns die wichtigsten Momente des ÖWF-Jahres an. Von der erfolgreichen Mars-Simulation in Armenien, über den Abschied unseres 2.ten Cubesat ADLER-2, bis zur Weiterentwicklung unserer Bildungsinitiativen – hier sind die wichtigsten […]

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Am letzten Tag des Jahres blicken wir zurück und schauen uns die wichtigsten Momente des ÖWF-Jahres an. Von der erfolgreichen Mars-Simulation in Armenien, über den Abschied unseres 2.ten Cubesat ADLER-2, bis zur Weiterentwicklung unserer Bildungsinitiativen – hier sind die wichtigsten Bilder und Videos von 2024.

Analog-Astronaut Thomas Wijnen und der Koordinator des armenischen Steering-Komitees Hayk Aslanyan. (c) ÖWF/vog.photo

1Dress Rehearsal für AMADEE-24
Im Januar fand das zweite und letzte Dress Rehearsal für die AMADEE-24 Mars-Simulation in Wien und Maria Lanzendorf statt. Solche Vorbereitungswochenenden sind essenziell, um alle Abläufe einer komplexen Simulation zu trainieren. Neben einem voll besetzten Mission Support Center waren auch alle Experimente, Analog-Astronaut*innen und unterstützenden Personen vor Ort. Auf dem Foto zu sehen: Analog-Astronaut Thomas Wijnen und der Koordinator des armenischen Steering-Komitees Hayk Aslanyan. © ÖWF/vog.photo

2 Personen die Kinder-Raumanzüge angezogen haben und auf einer Mars-Plane stehen. (c) ÖWF/vog.photo

2Weltraumforschung hautnah erleben
Im Rahmen des Dress Rehearsals konnten Mitarbeitende und deren Familien von Gebrüder Weiss dem Training beiwohnen. Ein spezielles Rahmenprogramm unseres Education-Teams brachte vor allem dem jüngeren Publikum durch Kinder-Raumanzüge und Mars-Rover die Weltraumforschung spielerisch näher. © ÖWF/vog.photo

Dronen-Aufnahme der Armash Mars Analog Research Station in Armenien (c) ÖWF/vog.photo

3 Einzug ins Habitat
Am 12. März 2024 zogen unsere sechs ÖWF Analog-Astronaut*innen in die Armash Mars Analog Research Station ein. Die Station, eingebettet in der marsähnlichen Berglandschaft der Region Ararat, bot ideale Bedingungen für die Simulation. © ÖWF/vog.photo

Anika Mehlis auf dem Quad-Bike (c) Julia/ArmSpaceForum

4Inspirierender Anblick
Während der AMADEE-24 Mission bot der schneebedeckte Berg Ararat einen inspirierenden Anblick. Auf dem Foto ist Analog-Astronautin Anika Mehlis auf einem Quad-Bike zu sehen, im Hintergrund erhebt sich majestätisch der 5137 Meter hohe Gipfel. Solch beeindruckende Landschaften könnten auch für Mars-Astronaut*innen in zukünftigen Missionen eine ähnliche Wirkung haben: Sie bieten eine mentale Erfrischung und unterstützen dabei, die Herausforderungen langer Isolation besser zu bewältigen. © Julia/ArmSpaceForum

Mission Support Center Flight Control Room (c) ÖWF/vog.photo

5Mission Support Center Wien
Das Mission Support Center (MSC) in Wien („Erde“) unterstützte die Analog-Astronaut*innen und das GOST-Team vor Ort am „Mars“. Es erstellte den täglichen Flugplan und stand in engem Kontakt mit den Experiment-Teams, um einen reibungslosen Ablauf der jeweiligen Experimente zu gewährleisten. Trotz einer 10-minütigen Kommunikationsverzögerung zwischen Erde und Mars, konnte das MSC-Team rasch auf neue Probleme am „Mars“ reagieren und lösen. © ÖWF/vog.photo

Analog-Astronaut auf dem Quad-Bike beim Wegfahren der Station bei nassem Wetter. (c) ÖWF/vog.photo

6Wetterherausforderungen
Besonders die widrigen Wetterbedingungen machten AMADEE-24 zu einer der anspruchsvollsten Missionen bisher. Unvorhersehbare Wetterbedingungen erschwerten die Durchführung, wie das Bild einer EVA (extravehicular activity) bei nassem Wetter zeigt. Dank des exzellenten Trainings der Analog-Astronaut*innen und des Mission Support Center-Teams konnten auch solche Situationen gemeistert werden. © ÖWF/vog.photo

Seda Özdemir-Fritz und Selina Schindler bei der EGU2024 Poster Session (c) ÖWF.

7Tagung der Geowissenschaftler*innen
Nach der AMADEE-24 Simulation fand die jährliche Tagung der Geowissenschaftler*innen (EGU 2024) in Wien statt. Auf unsere Initiative hin gab es eine Special-Session über Analogwissenschaften, die großen Zuspruch fand. Am Foto sieht man RSS-Teamleiterin Dr. Seda Özdemir-Fritz und Selina Schindler, die ein ÖWF-Poster über das AMADEE-24 Experiment GEOS-24 im Rahmen der Konferenz präsentierten.

8Abschied von ADLER-2
Im August verabschiedeten wir uns von unserem zweiten CubeSat ADLER-2. Der Nachfolger von ADLER-1 war am 15. April 2023 mit einer SpaceX-Rakete gestartet und verglühte Mitte August 2024 im Erdorbit. Seine Mission zur besseren Quantifizierung kleiner Weltraummüllteile lieferte wertvolle Daten, die nun für verbesserte Vorhersagemodelle genutzt werden können.

Gruppenfoto mit SAM und ÖWF in Innsbruck (c) ÖWF

9Besuch aus Arizona
Der Herbst brachte einen wichtigen Wissensaustausch mit dem Team der SAM Mars Simulationseinrichtung der Universität Arizona. Unter Leitung von Kai Staats diskutierten wir zwei Tage lang über Zukunftstechnologien und Simulationsmethoden. Solche internationalen Kooperationen sind essenziell, um neue Ideen und Ansätze zu entwickeln und die Forschung voranzubringen.

10Vertikal-Laufband der ESA
Seit Ende August beherbergt das ÖWF das Vertikal-Laufband der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) – die erste ESA Ground-Based Facility in Österreich. Mit dem Vertikal-Laufband lassen sich verschiedene Schwerkraftniveaus simulieren, um z. B. physiologische Untersuchungen für den Mond oder Mars durchzuführen. Forschungsprojekte können über das ESA CORA-Programm finanziert werden.

Nina Gruber probiert die neuen Schüler*innen Raumanzüge an. Benjamin Blaudek (links) und Marcus Ake (rechts) vom ÖWF Education-Team unterstützen Sie dabei (c) ÖWF

11Explore-Bildungsprojekt
Die ÖWF-Bildungsarbeit wurde 2024 weiter professionalisiert, um unser Angebot mehr Schulen und Interessierten zugänglich zu machen. Im Rahmen des EU-Projekts EXPLORE wurden professionelle „Kinder-Raumanzüge“ entwickelt, die bald in ganz Europa für das Training der Schul-Analog-Mission in Alqueva, Portugal 2025 genutzt werden.

Cillian Murphy (links) und Reinhard Tlustos (rechts) im AMADEE-24 Mission Support Center in Wien. (c) ÖWF/vog.photo

12Teamwork makes the dream work
Der Erfolg aller Projekte basiert auf dem außergewöhnlichen Engagement unserer Mitglieder und Freiwilligen. Die positive Teamdynamik, beispielhaft festgehalten in einer Aufnahme von Flugdirektor Reinhard Tlustos und seinem Stellvertreter Cillian Murphy, trägt uns auch durch intensive Missionsphasen. © ÖWF/vog.photo

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Telomer-Veränderung tritt bereits nach wenigen Tagen auf https://oewf.org/2024/12/telomer-veraenderung-tritt-bereits-nach-wenigen-tagen-auf/ Thu, 05 Dec 2024 06:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24550 Überraschendes Ergebnis der Mars Analog Mission AMADEE-24 Im Rahmen der Mars Analog Mission AMADEE-24 des Österreichischen Weltraum Forums gewannen Wissenschaftler*innen überraschende Erkenntnisse über die Veränderung von Telomeren: Ihre Länge veränderte sich unter Stress bereits nach wenigen Tagen. Telomere sind die […]

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Überraschendes Ergebnis der Mars Analog Mission AMADEE-24

Im Rahmen der Mars Analog Mission AMADEE-24 des Österreichischen Weltraum Forums gewannen Wissenschaftler*innen überraschende Erkenntnisse über die Veränderung von Telomeren: Ihre Länge veränderte sich unter Stress bereits nach wenigen Tagen. Telomere sind die Schutzkappen an den Enden unserer Chromosomen und stehen in engem Zusammenhang mit dem biologischen Alter eines Menschen. Längere Telomere bedeuten längeres Leben der menschlichen Zellen und eine bessere Immunfunktion.

Astronaut*innen-Studien helfen Telomer-Veränderungen zu verstehen

Die zugrundeliegende Untersuchung wurde von Wissenschaftler*innen der Russian-Armenian University (RAU) and des Instituts für Molekularbiologie der Armenian National Academy of Sciences (IMB) durchgeführt. Sie berücksichtigten dabei frühere Studien an Astronaut*innen der Internationalen Raumstation (ISS), die Veränderungen der Telomerlänge aufgrund der Stressfaktoren der Raumfahrt wie Mikrogravitation, Strahlung und Isolation gezeigt hatten. Während des Raumfluges wurden die Telomere zwar länger, doch die Studien zeigten auch, dass sich die Telomer-Länge nach der Rückkehr der Astronaut*innen wieder veränderte. Da immer noch unklar ist, wie sich einzelne Stressfaktoren auf die Telomere auswirken, wollten die Wissenschaftler*innen zwei spezifische Faktoren untersuchen: Isolation und Außenbordeinsatz-ähnliche Aktivitäten (EVA).

Überraschendes Ergebnis

Die Proband*innen der Untersuchung waren die sechs Analog-Astronaut*innen, die vier Wochen in Armenien in Isolation verbrachten, um das Leben und Arbeiten auf dem Roten Planeten zu simulieren. Bei Ihrer Arbeit außerhalb des Habitats trugen sie den vom ÖWF entwickelten Raumanzug-Simulator. Zu mehreren Zeitpunkten sammelten sie Blutproben, die im Anschluss von den Expert*innen der RAU und IMB ausgewertet wurden. Zur Überraschung der Wissenschaftler*innen zeigte die Analyse, dass sich die Telomere der Analog-Astronaut*innen in den ersten Tagen der Isolation deutlich verkürzten, sich am Ende der Isolationsperiode jedoch wieder normalisierten.

Dieses Muster deutet darauf hin, dass die anfängliche Isolation zu einem vorübergehenden Rückgang der Immunaktivität führen kann, gefolgt von einer Erholung. Laut den Forschenden sollten Astronaut*innen in den ersten Tagen der Isolation daher besonders unterstützt werden, um ihre gute Gesundheit für die Dauer der Mission aufrechtzuerhalten. In dieser Phase sind stressreduzierende Maßnahmen- wie beispielsweise genügend Schlaf – besonders wichtig.

Dazu Teamleiter Dr. Arsen Arakelyan vom Institut für Biomedizin und Pharmazie der Russian-Armenian University: „Telomere verkürzen sich mit zunehmendem Alter allmählich, und diese Verkürzung ist mit Zellalterung und einer Abnahme der Immunfunktion verbunden. Unsere Forschung kann wertvolle Daten darüber liefern, wie sich langfristige Weltraummissionen auf die menschliche Gesundheit auswirken. Zudem unterstreichen unsere Erkenntnisse, dass sichere Weltraum-Missionen nur mit guter Kontrolle der Immungesundheit möglich sein werden.“

Gernot Grömer, Direktor des ÖWF, ergänzt: „Unsere Mars Analog Missionen sind genau für solche Experimente ausgelegt. Wir simulieren bestimmte Aspekte einer Weltraum-Mission wie Isolation, Technikabhängigkeit oder Arbeiten außerhalb des schützenden Raumschiffes oder Habitats. Bei Arbeiten außerhalb des Habitats tragen unsere speziell ausgebildeten Analog-Astronaut*innen den von uns entwickelten Raumanzug-Simulator. Dieser Anzug simuliert die Bedingungen in einem echten Druckanzug und versorgt uns live mit Vitaldaten. Bei unseren Missionen können Forschende ihre Experimente also unter Bedingungen durchführen, die bestimmte Aspekte von Weltraum-Missionen in einem professionellen Umfeld simulieren. Eine einzigarte Gelegenheit!“

Zusätzliche Arbeiten sowohl in Erd-Analog-Studien als auch im Weltraum, z.B. auf der Internationalen Raumstation (ISS), könnten mehr Licht auf die verschiedenen Mechanismen werfen, die die Zellstabilität steuern.

Über AMADEE-24

AMADEE-24 war eine Mars-Analogsimulation in Armenien, die vom Österreichischen Weltraum Forum in Kooperation mit der Armenian Aerospace Agency durchgeführt wurde. Die Expedition fand vom 5. März bis 5. April 2024 in einem terrestrischen Mars-Analogon statt und wurde vom Mission Support Center in Österreich geleitet. Eine kleine Crew hochqualifizierter Analog-Astronaut*innen mit Raumanzug-Simulatoren lebte isoliert in einem Habitat und führte Experimente durch, die von internationalen Wissenschaftlern zur Vorbereitung zukünftiger astronautischer Mars-Missionen bereitgestellt wurden. In Armenien wurden sie vom GOST (Ground Operations and Support Team) unterstützt, ohne direkt zu interagieren. Beteiligt waren 200 Wissenschaftler*innen aus 26 Ländern, deren Ausrüstung, Rover und Experimente für die Expedition ausgewählt worden waren.

Über das Österreichische Weltraum Forum
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die seit 2022 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspüren. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.

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Mag. Monika Fischer
ÖWF Media Team Lead
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Führende Exoplaneten-Forscherin Lisa Kaltenegger erhält den Polarsternpreis 2024 https://oewf.org/2024/09/lisa-kaltenegger-erhalt-den-polarsternpreis-2024/ Mon, 23 Sep 2024 16:30:00 +0000 https://oewf.org/?p=24310 Der Polarsternpreis 2024 – der österreichische Weltraumpreis® – geht an die renommierte Astrophysikerin Prof. Dr. Lisa Kaltenegger. Seit 2009 ehrt dieser Preis des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) herausragende Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für die Weltraumforschung eingesetzt haben. Eine […]

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Der Polarsternpreis 2024 – der österreichische Weltraumpreis® – geht an die renommierte Astrophysikerin Prof. Dr. Lisa Kaltenegger. Seit 2009 ehrt dieser Preis des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) herausragende Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für die Weltraumforschung eingesetzt haben.

Eine beeindruckende Karriere

Lisa Kaltenegger ist eine der weltweit führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Erforschung bewohnbarer Exoplaneten. Sie entwickelt neue Methoden, um potenziell bewohnbare Welten anhand ihres Lichtsignals zu identifizieren. Ihre wissenschaftliche Reise führte sie von der NASA und ESA über Stationen in Österreich, den Niederlanden, Harvard und Deutschland bis hin zur Cornell University, wo sie heute das Carl Sagan Institute leitet. Für ihre bahnbrechende Arbeit wurde sie mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Heinz Meier Leibnitz-Preis für Physik und der Doppler-Preis für Innovation in der Wissenschaft.

Pionierin, Forscherin und Vorbild

Dr. Gernot Grömer, Direktor des ÖWF, würdigte in seiner Laudatio Kalteneggers außergewöhnliches Engagement:

„Lisa verbindet wissenschaftliche Spitzenleistung mit der Fähigkeit, junge Menschen – besonders junge Frauen – für die Wissenschaft zu begeistern.“

Neben ihrer Forschungsarbeit ist sie regelmäßig als Sprecherin auf internationalen Veranstaltungen wie TED Youth und dem World Science Festival vertreten.

Das ÖWF gratuliert Prof. Dr. Lisa Kaltenegger zu dieser Auszeichnung und ist stolz, mit dem Polarsternpreis – dem österreichischen Weltraumpreis® – eine der führenden Astrobiologinnen der Welt zu ehren.

Weitere Informationen:
Polarsternpreis – Der österreichische Weltraumpreis
Lisa Kaltenegger

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EXPLOREing the Frontiers of Space Science https://oewf.org/2024/09/exploreing-the-frontiers-of-space-science/ Fri, 06 Sep 2024 06:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24220 Woran denkst du beim Wort „Weltraumforschung“? Vielleicht an den Mond, umflossen von schwarzblauer Tinktur; wabenförmige Goldfolie, die sich langsam entfaltet, um Solarenergie zu sammeln; eine Kamera, die 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt durch das All gleitet und Bilder […]

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Woran denkst du beim Wort „Weltraumforschung“? Vielleicht an den Mond, umflossen von schwarzblauer Tinktur; wabenförmige Goldfolie, die sich langsam entfaltet, um Solarenergie zu sammeln; eine Kamera, die 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt durch das All gleitet und Bilder von fremden Galaxien macht; Roboter, die über rostroten Boden streifen, auf der Suche nach Wasser; oder vielleicht den Astronauten in Andy Weirs „Ave Maria“, der in der Fremde fieberhaft Antworten für seine Heimat zu finden gedenkt. Aber wahrscheinlich nicht an ein Büro in Innsbruck oder Wien: Rover, Raketen, Satelliten, Weltraumanzüge – hier entstehen die „Augen“, mit denen wir in den Weltraum blicken. Denn es gehört zu der rastlosen Natur der Menschen, die Welt um uns erkunden zu wollen.

Ich heiße Merlind, bin 17 Jahre alt und habe ein besonderes Faible für Physik. Es macht mir Spaß, zu verstehen, wie Dinge funktionieren, Warum-Fragen zu stellen, mit anderen über den Makro- und Mikrokosmos zu diskutieren, der unsere Welt im Innersten zusammenhält. Ich glaube, jede:r gute Forscher:in verspürt den Drang, in unbekanntes Terrain vorzudringen und die Grenzen unseres Wissen damit jedes Mal ein Stück mehr auszudehnen. Es fasziniert mich, dass Leidenschaft die Linie zwischen Fiktion und Realität verschwimmen lässt.

Das ist es, was mich zum Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) geführt hat.

Ursprünglich hatte ich vor, Daten für die ADLER-Mission auszuwerten, mit besonderem Fokus auf Weltraumschrott und dessen Folgen. Ich wollte dabei auch einen Aspekt beleuchten, an den man nicht gleich denkt, der für die meisten von uns jedoch nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken ist: digitale Kommunikation. Meine zentrale Frage hierbei war, wie sehr Weltraumschrott die optische Kommunikation einschränken kann, indem er z.B. durch Spiegelung die Polarisation von Photonen (kleinste Energieeinheiten von Licht) ändert. Dieses Projekt hätte sich sehr gut mit meiner vorwissenschaftlichen Arbeit in Einklang bringen lassen, und zudem einen derzeit eher unbeachteten (und dennoch wichtigen) Aspekt ins Licht gerückt. Schließlich beruht digitale Kommunikation heutzutage fast ausschließlich auf dem Senden und Empfangen von Photonen. Eine langfristige Störung dieser Kommunikation bedeutet Schlupflöcher (nicht nur) in Europas Sicherheit. 

Mit meiner Ankunft in Innsbruck änderte sich dieser Schwerpunkt allerdings, worauf ich im Nachhinein trotzdem zufrieden zurückblicke: Zum einen wurde ich in das Delta Suit-Projekt von William und Xavier (siehe vorhergehende Blogeinträge) eingebunden, wo ich das erste Mal mit 3D-Druck und -Design zu tun hatte. Zum anderen wurde das Praktikum seinem Namen gerecht, denn meine Tätigkeiten waren vor allem eines: praktisch orientiert. – Von der Inbetriebnahme eines kleinen Mars-Rovers bis hin zum Montieren eines neuen Griffs für eine Transportbox mittels Bohrmaschine, Stichsäge und co. Nachdem das Auswerten der ADLER-Daten bereits von Xavier und William übernommen worden war, bereitete ich schließlich eine Präsentation über die ADLER-Mission vor.

So war mein vierwöchiges Praktikum beim ÖWF vor allem eines: Vielseitig.

Denn ich hatte nicht nur technische oder organisatorische Tätigkeiten, sondern auch die Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Wenn es ein Zitat gibt, das zum ÖWF passt, dann ist es folgendes: Team work makes the dream work. – Ich fand es wirklich bemerkenswert, wie sehr dem ÖWF gute Kommunikation am Herzen liegt und wieviel Wert auf offene Arbeitsatmosphäre gelegt wird. Doch das ist noch nicht alles: Das ÖWF gibt Praktikant:innen die Möglichkeit, das eigene Projekt zu verwirklichen, indem es beispielsweise ein Budget für die dazu benötigten Materialien zur Verfügung stellt. Obgleich diese Option für mein Projekt leider aus verschiedenen Gründen nicht mehr in Frage kam, möchte ich betonen, dass ich diese Offenheit des ÖWF vor allem jungen Menschen gegenüber nicht nur motivierend, sondern auch vorbildhaft finde, da es das Forschungsinteresse der neuen Generation fördert.

Nach zwei Wochen bin ich zum Standort in Wien gewechselt, wo ich abermals eine neue Perspektive auf das ÖWF und seine zentralen Projekte in punkto Weltraumforschung kennenlernte. Mein besonderes Highlight – und auch meine Hauptbeschäftigung in Wien – war das Expeditionary Program for Learning OppoRtunities in Analog Space Exploration (EXPLORE), für das ich physische Lernboxen inklusive Anleitung und Materialliste zusammenstellte. Dass ich mein ursprüngliches Projekt nicht umsetzen konnte, ist zwar etwas schade, doch durch meine Mitarbeit an EXPLORE konnte ich bewirken, dass Schüler:innen das Thema „Weltraum“ im Klassenraum künftig ein Stückchen näher gebracht wird und dort ihre Begeisterung weckt. Manche von ihnen werden sogar an echten analogen Missionen teilnehmen (siehe Emilys Post) und dabei die Lernboxen verwenden. Ich hoffe, dass EXPLORE bei anderen jungen Menschen dasselbe Feuer entfacht, was bei mir die Leidenschaft für Physik geweckt hat. Denn auch ich habe es in erster Linie meinem Unterricht zu verdanken, dass dieses Feuer in meinem Herzen heute weiterbrennt.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei meiner Vorgesetzten und Leiterin des EXPLORE-Projektes, Seda Özdemir-Fritz, für ihre organisatorische Unterstützung und bei Gernot Grömer für die Möglichkeit des Praktikums bedanken. Insgesamt habe ich dem ganzen Team, das ich kennengelernt habe, meinen Dank auszurichten. Es hat mich gefreut, dabei zu sein.

Und nicht zuletzt möchte ich auch an dich, werte:r Leser:in, folgende Abschlussworte richten:

Jede:r, der / die an Technik interessiert ist und dabei den Weltraum gerne näher kennenlernen oder etwas zur Weltraumforschung beitragen möchte, ist beim ÖWF definitiv gut aufgehoben.

Autorin: Merlind Raible, ÖWF-Praktikantin

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Österreichs erste Ground Based Facility der Europäischen Weltraumagentur ESA https://oewf.org/2024/08/oesterreichisches-erste-esa-ground-based-facility/ Thu, 29 Aug 2024 08:30:00 +0000 https://oewf.org/?p=24177 ÖWF betreibt ab sofort Vertikal-Laufband des ESA, um Auswirkungen geringer Schwerkraft auf den menschlichen Körper zu erforschen Am 29. August 2024 eröffneten das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) und die Europäische Weltraumagentur ESA, vertreten durch ESA-Reserveastronautin Dr. Carmen Possnig, Österreichs erste […]

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ÖWF betreibt ab sofort Vertikal-Laufband des ESA, um Auswirkungen geringer Schwerkraft auf den menschlichen Körper zu erforschen

Am 29. August 2024 eröffneten das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) und die Europäische Weltraumagentur ESA, vertreten durch ESA-Reserveastronautin Dr. Carmen Possnig, Österreichs erste ESA Ground Based Facility. Die Einrichtung ist in Europa einzigartig und steht Forschenden offen, um die Wirkung von geringer oder null Schwerkraft auf den menschlichen Körper zu erforschen. Projektfinanzierungen sind z.B. über das CORA-Programm der Europäischen Weltraumagentur ESA möglich.

„Wir sind ungemein stolz darauf, dass wir nun die erste ESA Ground Based Facility in Österreich betreiben. Das zeigt einmal mehr, dass das ÖWF in den letzten 25 Jahren zu einer international anerkannten Forschungseinrichtung gewachsen ist und wichtiger Player im Weltraumsektor ist, wenn es darum geht Analogforschung voranzutreiben. Diese Einrichtung stellt für die Hypogravitationsforschung einen bedeutenden Fortschritt dar. Indem wir die Bedingungen im Weltraum, auf dem Mond oder auf dem Mars simulieren können, erweitern wir unser Wissen über die Auswirkungen von Langzeitraumflügen auf den menschlichen Körper und können wirksame Gegenmaßnahmen entwickeln“, sagt Dr. Gernot Grömer, Direktor des Österreichischen Weltraum Forums.

In der Vertical Treadmill Facility wird eine Testperson mittels Seilzügen in Schwebe gehalten und mit einem Gurtsystem auf ein Vertikal-Laufband gezogen, um verschiedene Schwerkraftniveaus zu simulieren, ein ideales System für Hypogravitationsforschung und für Bildungszwecke.
Das Vertikal-Laufband ist mit fortschrittlichen Systemen ausgestattet und bietet die Möglichkeit, den Aouda Mars-Raumanzugsimulator, der vom ÖWF entwickelt wurde, mit dem Laufband zu kombinieren.

Die Einrichtung ist in Europa einzigartig und steht Forschenden offen, um die Wirkung von geringer oder null Schwerkraft auf den menschlichen Körper zu erforschen. Projektfinanzierungen sind z.B. über das CORA-Programm der Europäischen Weltraumagentur ESA möglich.

Mehr über die Vertical Treadmill

Medienmaterial (Fotos und B-Roll)

Auf dieser Seite steht ausgewähltes Bildmaterial für Journalistinnen, Bloggerinnen, Redaktionen und TV-Sender zur Verfügung. Sämtliches Material ist honorarfrei verfügbar, sofern es im Zusammenhang mit Inhalten des Österreichischen Weltraum Forums verwendet wird und die Copyrights korrekt und vollständig angegeben werden.

Über das Österreichische Weltraum Forum
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die seit 2022 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspüren. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
ÖWF Media Team Lead
Tel: +43 699 1213 4610
monika.fischer@oewf.org

Disclaimer: The view expressed herein can in no way be taken to reflect the official opinion of the European Space Agency.

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Weltraumschrott-Mission ADLER-2 geht zu Ende https://oewf.org/2024/08/weltraumschrott-mission-adler-2-geht-zu-ende/ Mon, 19 Aug 2024 05:00:00 +0000 https://oewf.org/?p=24147 Nach einjähriger Datensammlung ist Mini-Satellit Mitte August in Erdatmosphäre verglüht Das österreichische Satelliten-Projekt ADLER-2 ist der zweite Mini-Satellit der ADLER-Reihe, der im April 2023 in die Erdumlaufbahn gebracht wurde, um die Größe und Verteilung von kleinsten Weltraumschrott-Teilchen vor Ort zu […]

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Nach einjähriger Datensammlung ist Mini-Satellit Mitte August in Erdatmosphäre verglüht

Das österreichische Satelliten-Projekt ADLER-2 ist der zweite Mini-Satellit der ADLER-Reihe, der im April 2023 in die Erdumlaufbahn gebracht wurde, um die Größe und Verteilung von kleinsten Weltraumschrott-Teilchen vor Ort zu erforschen. Nach knapp 7.100 Erdumrundungen und 480 Tagen im Orbit ist ADLER-2 Mitte August 2024 in der Erdatmosphäre verglüht. Die Analyse der Datensätze läuft aktuell auf Hochtouren.

Österreichische Co-Produktion als Weg zum Erfolg

ADLER-2 ist die erfolgreiche Fortsetzung der Zusammenarbeit des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) mit SPIRE Global, das von dem Österreicher Peter Platzer mitbegründet wurde, und anderen internationalen Unternehmen.
Das US-amerikanische Unternehmen GRASP Global nutzte den Satelliten zudem, um einen Technologie-Demonstrator zu testen: Das erste Instrument seiner Art, das die Zusammensetzung und Konzentration von Aerosolen in der Erdatmosphäre aus der Umlaufbahn misst.

Vor-Ort-Suche nach Weltraumschrott

An Bord sind ein Weltraum-Radar und ein ausfaltbares Weltraum- „Mikrofon“, die Weltraumschrott-Teilchen vor Ort finden und messen. Die gewonnenen Daten können anschließend mit den Modellen der Europäischen Weltraumorganisation ESA abgeglichen werden, um die Weltraumschrott-Verteilung und -Größe im Erdorbit zu erfassen. Die Datenbereinigung und -verarbeitung der Mission übernahm Tilebox, das vom Österreicher Stefan Amberger mitbegründet wurde.

Stefan Amberger dazu: „Die Zusammenarbeit mit dem ÖWF war eine großartige Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit von Tilebox zu demonstrieren. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 11 Millionen Rohdatensätze von ADLER-2 nahezu in Echtzeit aufgenommen, verarbeitet, bereinigt und dem ÖWF zur Verfügung gestellt. Der intuitive Zugriff auf diese Daten hat es Dutzenden von Entwicklern und Wissenschaftlern ermöglicht, die Daten mit minimalem Aufwand zu erkunden, und das Feedback hat uns geholfen, unseren Service inzwischen deutlich zu erweitern.“

Peter Platzer, CEO von Spire Global: „ADLER-2 stellt einen bedeutenden Fortschritt im Bestreben nach Nachhaltigkeit des Weltraums dar und unterstreicht die Wirksamkeit von Satellitentechnologien im Umgang mit der wachsenden Bedrohung durch Weltraumschrott. Wir sind stolz darauf, Organisationen wie dem Österreichischen Weltraum Forum mit unserer Satellitentechnologie bahnbrechende Erfolge zu ermöglichen. Diese Mission erweitert nicht nur unser Verständnis von Weltraumschrott, sondern veranschaulicht auch, wie unsere Technologie und Partnerschaften zu einer sichereren und nachhaltigeren Weltraumumgebung beitragen.“

Warum die Suche nach Weltraumschrott wichtig ist

Jahrzehntelange Weltraumaktivitäten haben die Erdumlaufbahn mit Trümmern übersät. Da die Raumfahrtnationen ihre Aktivitäten im Weltraum weiter verstärken, steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen mit noch funktionsfähigen Satelliten und Raumstationen.
Wissenschaftliche Modelle schätzen die Gesamtzahl von Objekten aus Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn auf mehr als 170 Millionen mit einer Größe von mehr als 1 mm. Diese entwickeln eine Aufprallenergie, die mit der Wucht einer Pistolenkugel vergleichbar ist und gefährden nicht nur Satelliten, sondern auch die astronautische Raumfahrt.
Dazu Dr. Gernot Grömer, Direktor des ÖWF: „ADLER-2 war eine wichtige Mission zur Analyse der wachsenden Herausforderungen durch Weltraumschrott, auch Space Debris genannt. Die Raumfahrtindustrie und Raumfahrtagenturen haben die Dringlichkeit des Problems erkannt. Wenn wir den Zugang zum Weltraum für kommende Generationen erhalten wollen, müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden – das ist der rot-weiß-rote Beitrag dazu.“

Eckdaten zu ADLER-2

Größe: 6 Unit Cubesat von Spire Global mit 30x20x10 cm (ADLER-1 ist ein 3 Unit Cubesat)
Instrumente: Weltraum-Mikrofon APID vom ÖWF, speziell entwickelte piezokeramische Platte, ausfaltbar auf 2m Spannweite; misst die Einschläge von Weltraum-Schrott-Teilchen Radargerät von Spire Global, entdeckt Weltraumschrott-Teilchen in der Umgebung des Satelliten GAPMAP-Sensor von GRASP SAS: ein Technologie-Demonstrator, das erste Instrument seiner Art, das die Zusammensetzung und Konzentration von Aerosolen in der Erdatmosphäre aus der Umlaufbahn misst.
Missionsdauer: 1 Jahr
Flughöhe: 500 km
Start: 15. April 2023 mit einer Falcon 9 Trägerrakete von SpaceX, gestartet von der Vandenberg Space Force Space Base, Kalifornien
De-Orbit: 15.-16. August 2024
Beteiligte Unternehmen: Spire Global (Cubesat, Radar) ÖWF (APID Weltraum-Mikrofon und Wissenschaftliche Leitung) GRASP SAS (GAPMAP) Tilebox (Datenmanagement)

Mehr über ADLER-2

Über das Österreichische Weltraum Forum
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) gehört im Bereich der Analogforschung weltweit zu den führenden Organisationen, die an der Vorbereitung astronautischer Erforschung anderer Planeten mitarbeiten. Das ÖWF ist federführend an zwei internationalen Cube-Sat Missionen beteiligt, die seit 2022 Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn aufspüren. Expert*innen verschiedenster Disziplinen bilden innerhalb des ÖWFs die Basis für diese Arbeit. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Unternehmen unterschiedlicher Branchen wird hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben. Dabei nutzt das ÖWF seine ausgezeichneten Kontakte zu Meinungsbildner*innen, Politik und Medien, um österreichische Spitzenforschung und Technologie international voranzutreiben und bekanntzumachen. Das Österreichische Weltraum Forum ist zudem einer der wichtigsten Bildungsträger in Österreich, wenn es um Raumfahrt und darum geht, junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern sowie ihnen einen Zugang zu dieser Branche zu ermöglichen. Neben der Betreuung von universitären Arbeiten bietet das ÖWF auch immer wieder Studierenden und Schüler*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika ihr Wissen zu erweitern.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
ÖWF Media Team Lead
Tel: +43 699 1213 4610
monika.fischer@oewf.org

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Wegbereiter für zukünftige Mars-Exploration https://oewf.org/2024/08/wegbereiter-fuer-zukuenftige-mars-exploration/ Mon, 05 Aug 2024 05:30:00 +0000 https://oewf.org/?p=24090 Nach der Mars-Simulation ist vor der Mars-Simulation, oder genauer gesagt: Die gesammelten Daten der AMADEE-Missionen sind das Herzstück unserer wissenschaftlichen Forschung. AMADEE ist unser Flaggschiff-Forschungsprogramm und bildet das Rahmenkonzept für die Entwicklung von Hardware, Arbeitsabläufen und wissenschaftlichen Methoden für zukünftige planetare Oberflächenmissionen […]

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Nach der Mars-Simulation ist vor der Mars-Simulation, oder genauer gesagt: Die gesammelten Daten der AMADEE-Missionen sind das Herzstück unserer wissenschaftlichen Forschung. AMADEE ist unser Flaggschiff-Forschungsprogramm und bildet das Rahmenkonzept für die Entwicklung von Hardware, Arbeitsabläufen und wissenschaftlichen Methoden für zukünftige planetare Oberflächenmissionen von Mensch und Roboter.

Anfang April dieses Jahres wurde die dritte Mars-Simulation des AMADEE Programms, die vierwöchige Mars-Analogmission AMADEE-24, erfolgreich abgeschlossen. Die Crew, bestehend aus sechs Analog-Astronaut*innen und unterstützenden Teams in Armenien und im Mission Support Center in Wien, meisterte zahlreiche herausfordernde Situationen – unter anderem das unerwartet regenreiche Frühjahr in der Ararat-Region – und sicherte so den Erfolg der Expedition. Über 200 Wissenschaftler*innen aus 26 Ländern mit ihrer Ausrüstung, robotischen Fahrzeugen und Experimenten waren beteiligt.

Im Laufe der Mission wurden 14 Experimente aus den Bereichen Technik, Robotik, Biotechnologie, Geo- und Humanwissenschaften durchgeführt und die Forschenden hatten so eine Chance, Daten in einem realistischen Umfeld und nicht unter Laborbedingungen zu gewinnen. Ein zentraler Aspekt unserer Mars-Simulationen ist die Datenerfassung und -speicherung, um den beteiligten Wissenschaftler*innen schnell und zuverlässig die zugehörigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Hierbei spielte die Technologie von Thomas Krenn eine entscheidende Rolle: Die Server des Unternehmens dienen u. a. dazu, die während der Simulation gesammelten Daten zu speichern und den Forschenden sehr zeitnah zugänglich zu machen. Die Daten der AMADEE-24 Mission werden derzeit von den Expert*innen des jeweiligen Fachs analysiert und Erkenntnisse abgeleitet. 

Der geplante AMADEE-24 Science Workshop Ende des Jahres in Salzburg wird Expert*innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammenbringen, um die Ergebnisse der Mars-Simulation zu diskutieren und zu bewerten. Dabei werden auch die Möglichkeiten und Herausforderungen zukünftiger astronautischer Marsmissionen erörtert. Der Science Workshop verspricht eine spannende Gelegenheit, mehr über die Ergebnisse der AMADEE-24-Simulation zu erfahren und einen Einblick in die Zukunft der Weltraumforschung zu gewinnen. 

Unsere Analog-Astronaut*innen und Teammitglieder der unterstützenden Teams werden ebenfalls vor Ort sein, um ihre Erfahrungen aus erster Hand zu teilen. Denn wie eingangs geschrieben: nach der Mars-Simulation ist vor der Mars-Simulation.

Die Technologie der Thomas-Krenn.AG wird sicherstellen, dass auch die in Armenien gesammelten Daten für Wissenschaftler*innen weltweit über unser Daten-Archiv zugänglich sein werden, um sie für ihre Forschung zu nutzen. Das ÖWF Science Data Archiv enthält neben den Daten des AMADEE-Programms, umfangreiche Daten unserer vergangenen Forschungsmissionen. Dieser einmalige Datenschatz steht allen Forschenden weltweit offen, die entsprechende Forschungsthemen damit ableiten, bearbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen beantworten möchten.

Weitere Informationen:

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Das Herzstück der Astronautenanzug-Konzeption https://oewf.org/2024/07/das-herzstueck-der-astronautenanzug-konzeption/ Fri, 19 Jul 2024 05:55:00 +0000 https://oewf.org/?p=23991 Hey, bist du ein Astronomie-Enthusiast, ein engagierter Ingenieur, ein angehender Forscher, ein Science-Fiction-Fan oder sogar ein Kind mit dem Kopf in den Sternen, wie ich es einst war? Wenn ja, dann lies weiter. Mein Name ist William und ich bin […]

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Hey, bist du ein Astronomie-Enthusiast, ein engagierter Ingenieur, ein angehender Forscher, ein Science-Fiction-Fan oder sogar ein Kind mit dem Kopf in den Sternen, wie ich es einst war? Wenn ja, dann lies weiter. Mein Name ist William und ich bin ein französischer Ingenieurstudent mit einem einzigen Traum: den Weltraum zu entdecken. Ich mache ein 4-monatiges Praktikum bei der OeWF, wo ich mit einer Gruppe von engagierten Leuten zusammenarbeite, deren einziges Ziel es ist, die Entdeckung des Weltraums voranzutreiben. Ich studiere Informatik, aber mein Wunsch, den Weltraum zu erforschen, ist wieder aufgetaucht, als es darum ging, einen Praktikumsplatz zu finden. Ich habe also lange nach einer Praktikumsstelle gesucht, die es mir ermöglicht, die Themen, die ich erforschen wollte, vorzustellen, und bin dabei auf die OeWF gestoßen, die sich zu diesem Zeitpunkt mitten in ihrer AMADEE-24-Mission befand.

Als ich beim ÖWF ankam, fühlte ich mich sofort wohl und wurde mit der Realität konfrontiert. Die Arbeit im Raumfahrtbereich erfordert eine gewisse Strenge und Methodik bei der Arbeit. Wir glauben nicht, dass wir es können, aber wir merken schnell, dass wir die Fähigkeit haben, die Dinge gut zu machen. Ich wurde dazu angehalten, zu zeigen, dass ich mit Präzision und Schnelligkeit, aber auch und vor allem mit Überzeugung zu arbeiten weiß. Der Großteil meiner Arbeit bestand bisher darin, eine Art Astronautenanzug namens „Delta Suit“ zu entwerfen. Ich habe viel mit meinen Kollegen gebrainstormt und dann habe ich Teile modelliert, die ich ausgedruckt habe, ich habe gezeichnet, geschnitten, geklebt und alle möglichen Materialien bemalt, bis ich zum Endprodukt einer strengen Arbeit kam. 

Bei jeder Arbeit brauchen wir Hilfe, denn Teamarbeit zahlt sich aus, und deshalb wollen wir alle, auch wenn wir nur eine kleine Gruppe sind, unsere Meinung und Hilfe anbieten, damit uns kein Wissen entgeht. Egal, ob es sich um Kollegen handelt, die man jeden Tag sieht, oder um seltene Hilfe von außen, wir schaffen es immer, in guter Stimmung über ein Thema nachzudenken, das uns alle fasziniert.

Zu dieser guten Arbeitsatmosphäre trägt auch die schöne Landschaft von Innsbruck bei. Auch wenn Innsbruck für manche nur aus Bergen besteht, so ist es doch viel mehr als das. Es ist ein angenehmer Ort, an dem ich sehr freundliche und verständnisvolle Menschen kennenlernen konnte, mich an eine neue Kultur anpassen und eine Sprache hören konnte, die ich bisher immer für unverständlich und unmöglich zu lernen gehalten hatte.

Autor: William Ferreira, ÖWF Praktikant

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