CA-Map: Die PKI unter der Lupe

Vor gut einem Jahr hatte ich mir mal den Spaß gemacht, inspiriert vom „SSL Observatory“ der EFF, eine „Landkarte“ der Public-Key-Infrastruktur zu erstellen, die ein Browser verwendet, um TLS-Zertifikate zu validieren. Die Grafik hatte ich dann für eine Seminararbeit zu illustrativen Zwecken verwendet. Weil sie eigentlich ganz interessant ist, habe ich sie jetzt noch einmal neu aufgelegt.

„Landkarte“ der öffentlichen PKI

„Landkarte“ der öffentlichen PKI

Als Datenbasis diente mir censys.io, die ihre Informationen im Wesentlichen aus zwei Quellen beziehen: scannen sie den gesamten IPv4-Adressraum und zeichnen auf, welche Zertifikate ihnen dabei begegnen, und zweitens stützen sie sich auf die Informationen aus den öffentlichen Certificate-Transparency-Protokollen.

Aus dem Datenbestand von Censys habe ich mir also alle Root- und Intermediate-CAs geben lassen, denen ein Browser auf Basis des Mozilla NSS Certificate Store vertrauen würde. Der Suchbegriff lautet:

validation.nss.valid: true and (validation.nss.type: intermediate or validation.nss.type: root)

Das sind überraschend viele und es ist durchaus interessant mal ein wenig darin herumzustöbern. Damit ihr das auch machen könnt, findet ihr hier ein GraphML-File, das man sich mit yEd anschauen kann. Darin kann man einzelne Verbindungen etwas besser nachverfolgen und sich den Graphen auch nach Belieben rearrangieren (für die hochgeladene Variante habe ich die Option Layout → Baumartig → Ballon verwendet).

Also klickt euch mal rein und seid überrascht, wer wem sein Vertrauen vererbt und wem euer Browser alles vertraut. Ich will mal nicht die 100%ige Korrektheit versprechen, denn wie man sieht, liegen unten rechts im Bild ein paar einzelne Intermediates, die keiner Root zugeordnet sind – es geht also nicht so richtig auf. Aber für eine grobe Übersicht taugt die Grafik denke ich schon.

Windows 7: Datenträgerüberprüfung beim Start bricht automatisch ab

Neulich habe ich auf einem Notebook neben einem Windows 7-System ein Linux installiert. Dazu musste die Windows-Partiton verkleinert werden, was das Windows üblicherweise dazu veranlasst, beim nächsten Start eine Datenträgerüberprüfung durchzuführen.

Diese Datenträgerüberprüfung lässt sich in den ersten 10 Sekunden durch einen Tastendruck abbrechen und auf den nächsten Start verschieben. Nun ergab sich aber das Problem, dass aus ungeklärten Gründen die Überprüfung abgebrochen wurde, ohne dass eine Taste gedrückt wurde. Man sah also noch ganz kurz den Abbruch-Countdown bei 10 Sekunden beginnen und kurz darauf erschien die Meldung „Die Datenträgerüberprüfung wurde abgebrochen“ und der Startvorgang wurde normal fortgesetzt. Dieses Spiel wiederholte sich bei jedem Start des Windows-Systems.

Die Lösung: Ich konnte den Abbruch-Timeout über die Registry auf 0 Sekunden herabsetzen, dann lief die Überprüfung problemlos durch. Die Anpassung ist über den DWORD-Wert AutoChkTimeout im Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager

möglich, der, wenn er nicht schon existiert, manuell angelegt und dann auf den Wert 0 gesetzt werden muss.

(via Lenovo-Forum und Winaero.com)

Spaß mit dem theme-color-Tag

Seit einiger Zeit unterstützt der Chrome-Browser auf Android-Systemen eine Funktion, die die UI-Elemente des Browsers in einem zur angezeigten Website passenden Farbton einfärbt. Dieses Feature nutzen zum Beispiel der Guardian, die FAZ oder eine Standard-Owncloud-Installation. Mich hat natürlich interessiert, wie das umgesetzt wurde.

Im Sourcecode konnte ich dann schnell das <meta>-Tag namens theme-color als Verantwortlichen ausmachen:

<meta name="theme-color" content="#005689">

Ich habe dann noch etwas damit herumgespielt und mich gefragt, ob die Farbe nach dem Laden der Seite, also zur Website-Laufzeit, von dieser noch verändert werden kann. Ergebnis: Ja, geht (hier eine kleine Demo) – zumindest im Chrome unter Android.

Einige konstruierte Anwendungsfälle:

  • Man könnte einem Fortschrittsbalken mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, indem man den Fortschritt auch im Browser-User Interface darstellt (etwa als Farbwechsel von schwarz über grau nach weiß)
  • Die Werbeindustrie kann jetzt endlich auch den Rahmen um die Website herum passend zur animierten Werbung mitblinken lassen

Und etwas genereller, auch ohne die Farbe ändern zu müssen:

  • Die Phisher können ihre Phishing-Site seriöser erscheinen lassen, indem sie ihr eine grüne Adressleiste verpassen, ein DV-Zertifikat installieren um ein Schloss zu bekommen und auf ihre Site schreiben: „Achten Sie beim Online-Banking stets auf die grüne Adressleiste in Ihrem Browser – nur dann nutzen Sie eine sichere Verbindung!“ – und schon sieht die falsche Site sicherer aus als die echte.

Ich glaube, diese Neuerung hat noch Potential. Ich bin jedenfalls gespannt, was die Guten und die Bösen des Internets daraus machen.

Festplatte im Laufwerksschacht

Ich habe mein ThinkPad T440p um eine (herkömmliche) Festplatte erweitert, weil mir auf der eingebauten SSD der Platz ausging. Dafür musste das DVD-Laufwerk weichen, in dessen Schacht nun die zweite Festplatte steckt. Der Festplattenadapter stammt von FirstCom und kostete via Amazon 10€. Ich habe eine Western Digital WD3200LPVX in den Adapter eingesetzt. Um das DVD-Laufwerk durch den Festplattenadapter zu ersetzen, muss die große Wartungsklappe auf der Unterseite entfernt werden (2 Schrauben) und anschließend im Inneren eine weitere Schraube, die das DVD-Laufwerk am Platz hält, gelöst werden. Diese ist mit einem CD-Symbol gekennzeichnet und liegt „ganz am Ende“ des Laufwerks. Die Schraube ist eine „captured screw“, man muss sie also nur lösen und nicht aus dem Loch entnehmen! Eine nähere Beschreibung mit Abbildungen ist ab Seite 62 (nach PDF-Zählung Seite 68) im Hardware Maintenance Manual zu finden.

Daraus ergibt sich auch, dass ein schneller Wechsel zwischen Platte und DVD-Laufwerk nicht ohne Weiteres möglich ist.

Der gelieferte Adapter sah bei mir etwas anders aus als auf dem Artikelbild. Rechts von der Vertiefung für die Festplatte war ein Aufkleber mit einer Einbauanleitung für die Festplatte angebracht, und der Plastikplatzhalter vorne in der Vertiefung war in meinem Fall gleichzeitig ein Schraubendreher, mit dem man zwei kleine Dorne, die in die vorderen Schraubenvertiefungen der Festplatte greifen, lösen und festziehen konnte.

Es folgen einige Fotos des eingebauten Adapters, da ich solche vor dem Kauf gesucht und nicht gefunden hatte:

Vorher

Vorher: Original-DVD-Laufwerk (älteres Bild)

Rechte Seite

Nachher: Jetzt mit Festplattenadapter

c

Vorne schließt der Adapter nahezu bündig mit dem Schacht ab

b

Hinten entsteht eine minimale Kante

Wie man sieht, schließt der Adapter an der Vorderkante bündig mit dem Laufwerksschacht ab, hinten entsteht eine kleine Kante – und insgesamt sieht die Front in der Tat etwas „schief“ aus. Ich finde das allerdings verschmerzbar.

Die Aktivitäts-LED leuchtet übrigens permanent grün, solange das ThinkPad eingeschaltet ist. Bei Zugriffen auf die Platte wird sie dann heller. Die von mir verbaute Platte ist für mein Empfinden sehr leise und stört mich nicht beim Arbeiten.

Screenshots, ganz einfach.

Ihr sitzt mal wieder an einem fremden Linux-Rechner, wollt eine Reihe von Screenshots aufnehmen, habt keinen Root-Zugriff und das einzige installierte Screenshot-Tool fragt jedes Mal aufs Neue, wo das Bildchen denn nun abgespeichert werden solle und hält euch einfach nur auf?

Hier ist die Lösung: Ich habe ein minimalistisches, portables Screenshot-Tool zusammengehackt. Primär hab ich es für Linux-Systeme gemacht, da es aber keinen großen Aufwand bereitete, hab ich es auch für Windows kompiliert.

Einfach herunterladen, ausführbar machen (chmod +x screenshottool oder mit dem Dateimanager der Wahl), starten und einen Ordner auswählen, in dem die Screenshots gespeichert werden sollen. Dann verzieht sich das Programm in den System-Tray und wartet darauf, von euch angeklickt zu werden. Ein Klick, ein Screenshot. Eine Bestätigung gibt es durch ein kleines Pop-up, das nach einer Sekunde automatisch wieder verschwindet. Die Screenshots werden im PNG-Format abgelegt, der Dateiname ergibt sich aus Datum und Uhrzeit (yyyy-mm-dd_hh-mm-ss.png).

Screenshottool im LXDE-Benachrichtigungsbereich

That’s it. Es wird immer der ganze Bildschirm aufgenommen. Keine bunten Pfeile, keine rosa Herzchen, kein Blingbling.

Das Programm stelle ich unter die WTFNMFPL, hier ist der Source Code (GitHub).

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