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Veranstaltungsankündigung

  • 029/26 18. März 2026 Veranstaltungsankündigung Weibliche Rebellinnen? Online-Vortrag über Tradwives

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    18. März 2026   029/26    Veranstaltungsankündigung

    Weibliche Rebellinnen? Online-Vortrag über Tradwives

    Oldenburg. Rechte Frauen sind in den sozialen Medien auf vielfältige Weise präsent: etwa als „Tradwives“ und Lifestyle-Influencerinnen. Die ästhetisch perfektionierten Inszenierungen von Weiblichkeit, Natürlichkeit und Häuslichkeit nimmt die Frankfurter Soziologin Viktoria Rösch in einem Online-Vortrag am Dienstag, 31. März, genauer unter die Lupe. Die Veranstaltung der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften der Universität Oldenburg ist kostenlos und findet ab 18.00 Uhr über das Konferenzsystem BigBlueButton statt. Interessierte können sich bis Samstag, 28. März, online unter uol.de/p116736 anmelden.

    Rösch untersucht, wie die Akteurinnen traditionelle und moderne Rollenbilder miteinander verknüpfen, um politische Botschaften der extremen Rechten zu vermitteln. Dabei nimmt sie nicht nur klassische, unterwürfige Frauenfiguren in den Blick, sondern auch Strategien der Selbstermächtigung. Es wird deutlich, wie rechte Influencerinnen durch verschiedene Bild- und Erzählpolitiken eine „feminine rechte Gegenkultur“ entwickeln – übersteigerte Weiblichkeit, Protest, Intellektualität und rechte Ideologie vereinend. Rösch ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Frankfurt University of Applied Sciences sowie Mitglied im Netzwerk feministische Perspektiven und Interventionen gegen die extreme Rechte (femPi).

    Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rechte Netzwerke: Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Gegenstrategien“ statt, in Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben Niedersachsen, der DGB-Region Weser-Ems und der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften in Osnabrück.

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    Dr. Claudia Czycholl, E-Mail:

  • 028/26 12. März 2026 Veranstaltungsankündigung Vortrag zum Mythos Neutralitätsgebot im Bildungskontext

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    12. März 2026   028/26    Veranstaltungsankündigung

    Vortrag zum Mythos Neutralitätsgebot im Bildungskontext

    Oldenburg. Mit welchen strategischen Funktionen ein „Neutralitätsgebot“ populär postuliert wird und welche Folgen das für die Bildungsarbeit haben kann, beleuchtet die Politikwissenschaftlerin Jana Sämann von der Universität Siegen in einem Vortrag - am Donnerstag, 26. März, um 18 Uhr im Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3). Interessierte können sich bis Sonntag, 22. März 2026, über das Online-Formular der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften unter uol.de/p116798 anmelden. Die Veranstaltung ist kostenlos.

    Rechte Akteure wie die AFD stellen mit zunehmender Härte demokratisch positionierte Bildungspraxis in Frage. Oft beziehen diese sich auf das Einhalten des vermeintlichen „Neutralitätsgebots“: Lehrkräften an Schulen oder zivilgesellschaftlichen Akteur*innen werden Verstöße vorgeworfen und es wird mit Sanktionen gedroht – meist mit dem Ziel, politische Positionierungen und Praktiken politischer Bildung zu beschränken.

    Sämann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Politikwissenschaft - Didaktik der Sozialwissenschaft der Universität Siegen. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Politische Bildung in den Handlungsfeldern der Jugendarbeit sowie Anrufungen, Interventionen und Neutralitätsforderungen in der Jugendbildungsarbeit. Der Vortrag findet im Rahmen der Oldenburger Wochen gegen Rassismus (18.3. bis 27.3.) statt, in Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben Niedersachsen und der DGB-Region Weser-Ems.

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    Dr. Claudia Czycholl, E-Mail:

  • 027/26 5. März 2026 Veranstaltungsankündigung Spannende Einblicke in die Hirnforschung Forschende der Universität Oldenburg laden zu Veranstaltungen im Rahmen der Brain Awareness Week
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    5. März 2026   027/26    Veranstaltungsankündigung

    Spannende Einblicke in die Hirnforschung

    Forschende der Universität Oldenburg laden zu Veranstaltungen im Rahmen der Brain Awareness Week

    Oldenburg. Was passiert eigentlich in unserem Kopf, wenn wir uns zum Beispiel mit anderen unterhalten, Musik hören oder lernen? Die Prozesse, die meist ganz unbemerkt in unserem Gehirn ablaufen, faszinieren viele Menschen. Die Wissenschaftler*innen vom Department für Psychologie der Universität Oldenburg haben diese Faszination zu ihrem Beruf gemacht. Sie teilen jedes Jahr im Rahmen der weltweit stattfindenden Brain Awareness Week neueste Erkenntnisse der Hirnforschung in unterhaltsamen Veranstaltungen mit allen Interessierten.

    Ab 16. März lädt das Department zu drei Terminen, die im Zeichen der Hirnforschung stehen. Den Anfang macht die Hörforschung am Montag, 16. März, ab 18.30 Uhr, im Schlauen Haus (Schloßplatz 16, Oldenburg). Bei „Ohren auf!“ sprechen Prof. Dr. Christiane Thiel und Prof. Dr. Bernd T. Meyer, die beide im Oldenburger Exzellenzcluster Hearing4all.connects forschen, sowie Dr. Rüdiger Schönfeld, Ärztlicher Leiter des Hörzentrums Oldenburg, über Hör-Mythen rund um den Hörverlust, Tinnitus und moderne Hörgeräte. Sie erklären auch, welche Rolle das Gehirn beim Hören und Verstehen spielt und beantworten Fragen der Anwesenden.

    Ihr eigenes Wissen können Interessierte am Mittwoch, 18. März, ab 19.30 Uhr beim „Augesprochen! Brewing Minds Event“ in der Buddel Jungs Bar (Friedensplatz 2, Oldenburg) unter Beweis stellen. Neben Kurzvorträgen unter anderem des Neuropsychologen Prof. Dr. Martin Bleichner und der Neuropsychologin Dr. Mareike Daeglau fordern die Oldenburger Wissenschaftler*innen ihre Gäste auch beim Pub-Quiz heraus.

    Das Gehirn ist nicht nur für tägliche Höchstleistungen bekannt, sondern steht auch in Verbindung mit verschiedenen Erkrankungen – unter anderem dem Schlaganfall, der am Freitag, 20. März, ab 18.00 Uhr, beim Filmabend im Cine k (Bahnhofstr. 11, Oldenburg) im Mittelpunkt steht. Dort präsentieren Forschende der Universität und verschiedene Selbsthilfegruppen ihre Arbeit. Ab 18.30 Uhr ist ein aktueller Film des mdr zu sehen, der von einer Grundschullehrerin handelt, die einen Schlaganfall erleidet. Im Anschluss berichten Betroffene und Fachleute aus Medizin und Forschung in einer Paneldiskussion über ihre Erfahrungen. Zu den Diskutant*innen gehören Prof. Dr. Tania Zieschang, Direktorin der Universitätsklinik für Geriatrie, und Berbel Häseker, die als Betroffene die Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Hoffnung“ gegründet und 2024 den Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe erhalten hat.

    Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Für „Ohren auf Hör-Mythen, Fakten und Ihre Fragen“ lassen sich Plätze online auf schlaues-haus.de reservieren. Auf cine-k.de sind kostenlose Tickets für die Filmvorstellung buchbar.

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    Unter dem Titel "Brewing Minds" laden die Hirnforschenden zu Kurzvorträgen und Pub-Quiz ein. Insgesamt drei Veranstaltungen finden in Oldenburg im Rahmen der Brain Awareness Week statt. Foto: Daniel Küppers

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  • 024/26 24. Februar 2026 Veranstaltungsankündigung Zwei Dialogkonzerte: Klaviertrios und ein Soloklavierabend

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    24. Februar 2026   024/26    Veranstaltungsankündigung

    Zwei Dialogkonzerte: Klaviertrios und ein Soloklavierabend

    Oldenburg. Die Reihe „Dialogkonzerte an der Universität Oldenburg“ wird im März mit zwei Konzerten fortgesetzt. Am Montag, 2. März, sind Klaviertrios von Maurice Ravel und Georgi Swiridow zu hören. Die Pianistin Olga Riazantceva-Schwarz, die Violinistin Aida López Borrego und die Cellistin Paula Sagastibelza aus Oldenburg und Bremen musizieren ab 19.30 Uhr im Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3, Oldenburg). Unter dem Titel „Im Schutzkreis der Klänge“ bringen sie Werke zu Gehör, die unter dem Eindruck des 1. und 2. Weltkriegs komponiert wurden. „Beide Werke geben dem Schönen und Hoffnungsvollen Raum, ohne die Trauer auszublenden“, betont Organisatorin Prof. Dr. Kadja Grönke vom Institut für Musik. Die Veranstaltung wird gefördert vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg, der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO), der Dr. Hildegard Schnetkamp Stiftung sowie der Landessparkasse zu Oldenburg und der Oldenburger Volksbank. Der Eintritt ist frei; um eine Spende für die Künstlerinnen-Honorare wird gebeten.

    Das Dialogkonzert am Dienstag, 17. März, steht unter der Überschrift „Wald und Bäume“. Im Forum St. Peter (Peterstraße 22 – 26, Oldenburg) spielt der Oldenburger Pianist und Klavierlehrer Faraz Forouzandeh ab 19.30 Uhr Klaviermusik von Robert Schumann, Edvard Grieg und Jean Sibelius sowie ein neues Werk des Oldenburger Komponisten Christoph J. Keller als Uraufführung. Die musikalischen Werke werden durch die Rezitation von Gedichten verbunden. Die Veranstaltung wird gefördert vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg, der Dr. Hildegard Schnetkamp Stiftung sowie der Landessparkasse zu Oldenburg und der Oldenburger Volksbank. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für Klavierstimmung und Saalmiete wird gebeten.

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    Prof. Dr. Kadja.Grönke, E-Mail: .

  • 021/26 13. Februar 2026 Veranstaltungsankündigung Universitätspredigt zur Marginalisierung Jugendlicher Soziologe Michael Feldhaus spricht in Lamberti-Kirche

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    13. Februar 2026   021/26    Veranstaltungsankündigung

    Universitätspredigt zur Marginalisierung Jugendlicher

    Soziologe Michael Feldhaus spricht in Lamberti-Kirche

    Oldenburg. Viele Menschen kennen das Phänomen aus verschiedenen Gründen übersehen zu werden. Welche Auswirkungen haben derartige Marginalisierungen für betroffene Jugendliche und was bedeutet das für eine demokratische Gesellschaft? Darüber spricht am Sonntag, 22. Februar, Prof. Dr. Michael Feldhaus, Professor für Mikrosoziologie an der Universität Oldenburg, in seiner Universitätspredigt unter dem Titel „Siehst du mich?“. Beginn ist um 10.00 Uhr in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche (Markt 17). Im Anschluss ist Gelegenheit zu Gespräch und Austausch beim Kirchenkaffee.

    Bei den „Universitätspredigten“ thematisieren Forschende und Lehrende der Universität in Gottesdiensten aktuelle gesellschaftliche, wissenschaftliche, ethische und religiöse Fragen. Dabei werden – neben den fachlichen – auch ihre persönlichen Perspektiven sichtbar. Die Predigten sind ein Kooperationsprojekt der Universität Oldenburg und der Citykirchenarbeit an der St. Lamberti-Kirche.

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    Pastor Prof. Dr. Ralph Hennings, Tel.: 0441/506544, E-Mail:

  • 020/26 11. Februar 2026 Veranstaltungsankündigung Online-Vortrag zu besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege

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    11. Februar 2026   020/26    Veranstaltungsankündigung

    Online-Vortrag zu besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege

    Oldenburg. Der anhaltende Pflegenotstand in Deutschland stellt Krankenhäuser und Beschäftigte vor große Herausforderungen. Hohe Arbeitsbelastung und -verdichtung, Personalmangel und fehlende Entlastung führen dazu, dass Pflegefachkräfte erschöpft sind, ihre Arbeitszeit reduzieren oder den Beruf verlassen. In einem Online-Vortrag mit dem Titel „Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege – Entlastung durch Tarifvertrag“ wird der Pflegepädagoge Thorsten Wurlitz von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Mittwoch, 25. Februar, um 17.00 Uhr über die Zukunft der Pflege sprechen. Insbesondere wird er darlegen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um gute Pflege und gute Arbeit zu gewährleisten, und welche Rolle tarifliche Vereinbarungen zur Entlastung von Beschäftigen spielen können. Der Vortrag ist kostenfrei und findet online via BigBlueButton statt. Interessierte können sich bis zum 23. Februar unter uol.de/kooperationsstelle/anmeldung-bessere-arbeitsbedingungen-in-der-pflege anmelden.

    Thorsten Wurlitz hat Politikwissenschaften und Geschichte studiert und ist examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger. Er ist Pflegepädagoge und Mitarbeiter an der Bildungsakademie Pflege der MHH. Zudem engagiert er sich seit vielen Jahren aktiv bei ver.di und war als Beteiligter der ver.di-Tarifkommission an den Aushandlungen des Entlastungstarifvertrages der MHH im Jahr 2024 beteiligt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem ver.di-Bezirk Weser-Ems statt.

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    Dr. Claudia Czycholl, E-Mail:

  • 015/26 30. Januar 2026 Veranstaltungsankündigung Kompositionswettbewerb: Elektronische Musik im Fokus Einsendeschluss ist der 30.April

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    30. Januar 2026   015/26    Veranstaltungsankündigung

    Kompositionswettbewerb: Elektronische Musik im Fokus

    Einsendeschluss ist der 30.April

    Oldenburg. Komponistinnen und Komponisten können ihre selbstkomponierten Werke beim diesjährigen 23. Internationalen Wettbewerb um den Carl von Ossietzky-Kompositionspreis einreichen. Das Institut für Musik der Universität Oldenburg sucht in diesem Jahr Stücke, die Verbindungen schaffen: zwischen experimentell-zeitgenössischer Musik und populären Musikkulturen sowie zwischen analog-physischen, elektroakustischen und digital-elektronischen Musikinstrumenten.

    Spielbare Live-Elektronik soll in den eingereichten Kompositionen mit herkömmlichen Musikinstrumenten zu einem hybriden Klangkörper verschmelzen. Ein Ensemble von maximal zehn Musiker*innen muss – neben den üblichen Orchester- und Bigbandinstrumenten sowie Gesangs- und Sprechstimmen – mindestens zwei verschiedene elektronische oder virtuell-digitale Instrumente/ Controller beinhalten.

    Eingereichte Werke sollen einen mittleren Schwierigkeitsgrad haben, mit dem Ziel, dass Studierende die Musik uraufführen können. Für Ende des Jahres ist eine Aufführung ausgewählter Werke geplant. Die Kompositionen sollten eine maximale Aufführungsdauer von 20 Minuten haben und bislang weder veröffentlicht noch aufgeführt sein.

    Für die Teilnahme gibt es keine Altersbegrenzung. Kompositionen von Teams sind auch möglich. Die eingesendeten Werke sollen von geschulten Laien oder interessierten Musikstudierenden leicht aufzuführen sein. Die inhaltliche Ausrichtung ist freigestellt. Die Jury vergibt drei Hauptpreise in Höhe von 1.000, 700 und 500 Euro sowie einen Förderpreis in Höhe von 500 Euro für junge Komponist*innen. Einsendeschluss ist Donnerstag, der 30. April. Weitere Details zur Ausschreibung sind auf der Website zu finden.

    Weblinks

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    Volker Schindel, Tel.: 0441/798-4907, E-Mail:

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  • 026/26 26. Februar 2026 Forschung Forschende entschlüsseln „Fingerabdruck“ eines Gendefekts, der Herzfehler verursacht Entdeckung ermöglicht eindeutige Diagnose und angepasste Therapien
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    26. Februar 2026   026/26    Forschung

    Forschende entschlüsseln „Fingerabdruck“ eines Gendefekts, der Herzfehler verursacht

    Entdeckung ermöglicht eindeutige Diagnose und angepasste Therapien

    Oldenburg. Von 100 Neugeborenen kommen ein bis zwei Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt – häufig bleibt die genaue Ursache dafür unklar. Die Humangenetikerinnen und -genetiker der Universitätsmedizin Oldenburg haben jetzt ein Verfahren vorgestellt, mit dem sie überprüfen können, ob ein Defekt am Gen NOTCH1 verantwortlich ist. Mit diesem Wissen können Ärztinnen und Ärzte zuverlässigere Diagnosen stellen und zielgerichtet geeignete Therapien entwickeln. Betroffene und Angehörige erhalten außerdem endlich Antwort auf die Frage, inwiefern der Herzfehler voraussichtlich vererbbar ist. Über die Forschungsergebnisse berichtet das Team um Prof. Dr. Marc-Phillip Hitz, Direktor des Universitätsinstituts für Medizinische Genetik am Klinikum Oldenburg, und der Laborleiter und Erstautor Dr. Gregor Dombrowsky in der Fachzeitschrift „Genome Medicine“.

    Die Suche nach der genauen Ursache für einen angeborenen Herzfehler gleicht häufig der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Der Mensch hat ungefähr 20.000 Gene. Jedes dieser Gene kann unterschiedliche Veränderungen tragen und längst nicht jede hat negative Auswirkungen. Häufig bilden auch mehrere gleichzeitig auftretende genetische Veränderungen zusammen die Ursache für einen Herzfehler. Kurz gesagt: Die Zahl der denkbaren Kombinationen ist riesig.

    Licht in dieses Dunkel bringen jetzt Oldenburger Forschende, die das Blut von fast 4.000 herzkranken Kindern molekulargenetisch untersucht haben. Ein Gen begegnete ihnen dabei immer wieder: NOTCH1. Es trägt den Bauplan für ein wichtiges Signalprotein, das eine führende Rolle dabei spielt, wie sich das Herz eines Embryos entwickelt. Ist der Bauplan verändert, arbeitet auch das auf ihm basierende Signalprotein nicht korrekt und stört den hochkomplexen molekulargenetischen Prozess der embryonalen Herzentwicklung. Dieser kleine Defekt führt zu einer Fehlerkaskade mit weitreichenden Folgen, die zum Beispiel zu angeborenen Herzfehlern führt. Obwohl NOTCH1-Veränderungen nur für ein Prozent aller angeborenen Herzfehler verantwortlich sind, gibt es kein anderes Gen, das häufiger Alleinverursacher für einen Herzfehler ist.

    „Von einigen Veränderungen dieses Gens war bereits bekannt, dass sie der Grund für einen angeborenen Herzfehler sind, auch weil andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten. In der Praxis begegnen wir aber einer Vielzahl von zum Teil auch neuen NOTCH1-Veränderungen, von denen wir bisher nicht wissen, ob sie harmlos oder ursächlich sind“, erklärt Dombrowsky. „Wir haben deshalb einen Weg gesucht, mit dem wir auch sie einordnen können.“

    Wie Ermittler im Krimi machten sich die Forschenden auf die Suche nach Spuren, die bereits gut erforschte und schwerwiegende NOTCH1-Defekte in der Erbinformation von Betroffenen hinterlassen. Sie wussten: Der durch den Genfehler gestörte Signalprozess führt letztlich dazu, dass andere, eigentlich völlig intakte Gene nicht korrekt abgelesen werden. Methylgruppen heften sich an verschiedene Stellen der DNA und beeinflussen diesen Prozess bei Betroffenen. Fachleute sprechen von Methylierung.

    Die Oldenburger Forschenden fanden heraus: Mit hoher Übereinstimmung waren bei den Testpersonen mit unterschiedlichen NOTCH1-Veränderungen die gleichen Abschnitte im Erbgut von der veränderten Methylierung betroffen. „Dieses Muster der betroffenen DNA-Abschnitte ist wie ein Fingerabdruck, den nur eine krankheitsursächliche NOTCH1-Veränderung im Erbgut hinterlässt. Dieses Wissen kann zukünftig genutzt werden, um sicher zu diagnostizieren, ob eine Veränderung ursächlich für einen Herzfehler ist“, erklärt Dombrowsky.

    Originalpublikation: Dombrowsky et al.: “DNA methylation analysis of NOTCH1 variants reveals the first episignature for nonsyndromic congenital heart defects“,Genome Medicine, 7. Januar 2026, DOI: 10.1186/s13073-025-01587-6

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    Der Biochemiker und Molekularbiologe Gregor Dombrowsky ist Erstautor der in Genome Medicine erschienenen Studie. Foto: Universität Oldenburg / Markus Hibbeler

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    Marc-Phillip Hitz leitet das Universitätsinstitut für Medizinische Genetik der Universitätsmedizin Oldenburg. Foto: Universität Oldenburg / Markus Hibbeler

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    Prof. Dr. Marc-Philip Hitz, Dr. Gregor Dombrowsky, Tel.: 0441/403-2408, E-Mail:

  • 025/26 26. Februar 2026 Studium und Lehre Universität Oldenburg verabschiedet Absolventinnen und Absolventen der Mathematik und Naturwissenschaften
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    26. Februar 2026   025/26    Studium und Lehre

    Universität Oldenburg verabschiedet Absolventinnen und Absolventen der Mathematik und Naturwissenschaften

    Oldenburg. In einer Feierstunde hat die Fakultät V – Mathematik und Naturwissenschaften der Universität Oldenburg kürzlich 658 Absolventinnen und Absolventen verabschiedet. Insgesamt erlangten 365 Bachelor- und 241 Masterstudierende im vergangenen Studienjahr ihren Abschluss. Außerdem verlieh die Fakultät 52 Promotionen. Rund 180 Absolventinnen und Absolventen nahmen ihre Urkunden persönlich entgegen. Prof. Dr. Andrea Strübind, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität, hielt ein Grußwort. Prof. Dr. Helmut Hillebrand unterhielt die Teilnehmenden mit einem Vortrag zum Thema „You ain‘t seen nothing yet: Veränderungen der marinen Biodiversität“. Musikalisch begleitet wurde das Programm durch die studentische Soul- und Funkband des Instituts für Musik unter der Leitung von Stephan Schomaker.

    Im Rahmen der Feierstunde ehrte die Fakultät außerdem fünf Masterstudierende für ihre herausragenden Abschlussarbeiten. Ausgezeichnet wurden Marit Büsing (Institut für Chemie), Lars Burnus (Institut für Biologie und Umweltwissenschaften), Kristian Gjorgjieski (Institut für Physik), Noah Körner (Institut für Mathematik) und Helena Post (Institut für Chemie und Biologie des Meeres).

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    Rund 180 Absolventinnen und Absolventen der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften nahmen ihre Urkunden persönlich entgegen. Foto: Universität Oldenburg / Marcus Windus

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    Geschäftsstelle der Fakultät V, Tel.: 0441/798-3443, E-Mail:

  • 023/26 23. Februar 2026 Weiterbildung / Veranstaltungsankündigung Genehmigungsverfahren für Energieprojekte beschleunigen Fachdiskussion im TGO Oldenburg am 27. Februar

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    23. Februar 2026   023/26    Weiterbildung / Veranstaltungsankündigung

    Genehmigungsverfahren für Energieprojekte beschleunigen

    Fachdiskussion im TGO Oldenburg am 27. Februar

    Oldenburg. Wie lassen sich komplexe Genehmigungsverfahren für Wind- und Solarparks, für Großspeicher und Wasserstoffprojekte beschleunigen? Darüber diskutierten Gesprächspartner aus der Branche sowie von Behörden und Vereinen am Freitag. 27. Februar ab 11.00 Uhr im Technologie- und Gründerzentrum (Marie-Curie-Straße 1, 26129 Oldenburg). Das Dialogforum „Energiewende & Genehmigungspraxis“ bildet den Abschluss der Pilotphase einer neuen Weiterbildung des C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg. In dem von der Metropolregion Nordwest und der Stadt Oldenburg geförderten Programm „Genehmigungspraxis für die Energiewende“ haben 17 Teilnehmende aus Verwaltung und Energiewirtschaft gelernt, Verfahren effizienter durchzuführen.

    Beim Dialogforum werden ihre Erkenntnisse mit weiteren Expertinnen und Experten diskutiert, und zwar            Dr. Jan Christoph Weise, Leiter der Servicestelle Erneuerbare Energien des niedersächsischen Umweltministeriums, Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, Roland Hentschel, Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Energieclusters, Matthias Wenholt, Erster Kreisrat des Landkreises Wesermarsch, Dr. Sebastian Rohe von der Alterric Deutschland GmbH und Christoph Brand, Fachanwalt für Verwaltungsrecht sowie für Bau- und Architektenrecht. Der Jurist wird im Eingangsvortrag auf aktuelle Herausforderungen bei der Genehmigungspraxis eingehen.

    „Durch rechtliche Änderungen ist die Genehmigungspraxis für Anlagen erneuerbarer Energien ein äußerst dynamischer Bereich“, erklärt Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, wissenschaftlicher Leiter des C3L-Programms. „Deshalb bedarf es intensiver Weiterbildung der Fachkräfte, um Verfahren effizient und zügig zu gestalten. Gut qualifiziertes Personal ermöglicht zudem, einen breiten Rückhalt für Projekte zu erreichen.“

    „Als Metropolregion ist es unser zentrales Ziel, die Energietransformation voranzutreiben. Doch das gelingt nur, wenn auch die bürokratischen Prozesse im Hintergrund verschlankt werden. Deshalb unterstützen wir das Weiterbildungsprogramm des C3L, da es neben dem klassischen Wissenstransfer vor allem die Menschen an einen Tisch bringt, die diese Großprojekte umsetzen sollen. So werden – ganz nebenbei – wichtige Netzwerke zwischen Energiewirtschaft und Verwaltung geschaffen, um die Energiewende langfristig zu tragen“, betont Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest.

    Bei der Weiterbildung haben die Teilnehmenden über sechs Monate hinweg ihre Kenntnisse online und vor Ort vertieft, um Genehmigungsverfahren zügig umsetzen zu können. Der zweite Durchgang startet voraussichtlich im April.

    Hinweis für die Kolleginnen und Kollegen der Medien: Sie sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und vor Ort mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen.

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    Dr. Claudia Bardachzi, E-Mail:

  • 022/26 16. Februar 2026 Hochschulpolitik Universität treibt energetische Sanierung und Photovoltaik-Ausbau voran Mehrere Maßnahmen verbessern Energiebilanz
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    16. Februar 2026   022/26    Hochschulpolitik

    Universität treibt energetische Sanierung und Photovoltaik-Ausbau voran

    Mehrere Maßnahmen verbessern Energiebilanz

    Oldenburg. Neue Solarmodule, ein energieeffizientes Gewächshaus, eine moderne Lüftungsanlage im Sporttrakt und ein Ausbau des Energiemanagementsystems: Im vergangenen Jahr hat die Universität Oldenburg einiges getan, um ihre Energiebilanz zu verbessern.

    Substanzielle Fortschritte gab es beim Ausbau der erneuerbaren Energien: Auf dem Campus Wechloy wurden die Dächer mehrerer Gebäude mit neuen Photovoltaikanlagen bestückt. Insgesamt wuchs die an der Universität installierte Leistung dadurch um etwa ein Drittel – rund 360 Kilowatt Spitzenleistung – auf nunmehr 1.378 Kilowatt. „Damit haben wir unser Ziel beim Ausbau der Solarenergie vorerst erreicht: Alle relevanten Dachflächen der Universität sind mit Photovoltaikanlagen belegt“, erklärt Vizepräsident Jörg Stahlmann. Eine weitere Steigerung der Photovoltaikleistung lasse sich in Zukunft durch Neubauten oder die bauliche Sanierung älterer Gebäude erreichen, deren Dächer aktuell noch nicht für Solaranlagen geeignet sind.

    Daneben haben verschiedene Sanierungs- und Neubaumaßnahmen dazu geführt, dass die Universität ihren Energiebedarf weiter reduziert. Die Basis dafür bildet das bereits seit 2006 bestehende Energiemanagementsystem, das aktuell erweitert wird. Den Hauptbestandteil bildet ein Netz aus Messstellen und Zählern, die Strom- und Wärmeverbrauch an verschiedenen Stellen auf dem Campus erfassen. Die Auswertung der erfassten Daten ermöglicht es zu ermitteln, wo der Energieverbrauch besonders hoch ist und welche Einsparungen eine Sanierung bringt. Aktuell kommen auf dem Campus Haarentor und dem Campus Wechloy eine Reihe von Sensoren hinzu, die genauere Messungen und Analysen ermöglichen. Für die Maßnahme erhielt die Universität eine Förderung in Höhe von 250.000 Euro durch das Bundeswirtschaftsministerium, die Gesamtkosten lagen bei rund 360.000 Euro.

    Eine große Maßnahme des vergangenen Jahres war die Sanierung der Lüftungsanlage des Sporttraktes, die neben der großen Dreifachhalle mit ihren Tribünen auch weitere Räume versorgt. Sie war seit 1982 in Betrieb und bewegt 41.000 Kubikmeter Luft pro Stunde – was etwa dem Volumen von zehn Heißluftballons entspricht. Durch Austausch der Schalttechnik und eine verbesserte Wärmerückgewinnung ließen sich der Stromverbrauch um 8 Prozent und der Wärmeverbrauch um 58 Prozent reduzieren. Die Universität spart dadurch pro Jahr knapp 34.000 Euro ein. Die Maßnahme kostete 1,1 Millionen Euro, wovon die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums rund 150.000 Euro übernahm.

    Am Standort Küpkersweg des Botanischen Gartens wurde das bisherige, schlecht isolierte Gewächshaus durch eine moderne und energiesparende Anlage ersetzt. Der Neubau verfügt beispielsweise über einen „Energieschirm“ – ein spezielles, lichtdurchlässiges Gewebe, das im Winter den Wärmeverlust senkt und an heißen Tagen für Beschattung sorgt. Eine moderne Steuerungstechnik ermöglicht es zudem, im Gewächshaus ein ideales Klima für die Pflanzenzucht zu erzeugen. Mehrere Zisternen fangen Regenwasser auf, so dass die Pflanzen nachhaltig bewässert werden können. Der Neubau hat eine Fläche von 827 Quadratmetern, die Kosten lagen bei 3,8 Millionen Euro und wurden von der Universität aus Eigenmitteln finanziert.

    Hintergrund

    Die Installation der neuen Photovoltaikanlagen auf dem Campus Wechloy erfolgte auf Teilen des Hauptgebäudes (W02 und W04), den Technischen Werkstätten, dem Experimentierhörsaal und dem Gebäude W37 am Küpkersweg. Damit ist die vierte und letzte Ausbaustufe abgeschlossen. Der erste große Ausbau der Solarmodule erfolgte 2017 auf dem Campus Haarentor auf der Bibliothek, dem Gebäude A02 (der „Brücke“ über dem Uhlhornsweg), dem Kuppeldach des Hörsaalzentrums und weiteren Gebäuden. 2019 wurde der Campus Wechloy im Bereich des Hauptgebäudes und des Forschungsbaus NeSSy mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. 2022 gingen Anlagen auf dem Sportgebäude, dem Fitness- und Gesundheitszentrum und dem Hörsaalzentrum A14 in Betrieb. 2024 kamen weitere Anlagen auf dem Forschungsbau NeSSy, auf der Freilufthalle, dem Sprachenzentrum, dem neuen Forschungs- und Trainingszentrum und an der Ringebene in Wechloy hinzu.

    Die energetische Sanierung von Gebäuden und die Versorgung durch regenerative Energie sind zwei wichtige Bausteine der Universität auf ihrem Weg, bis 2030 klimaneutral zu sein. Der Energieertrag aller an der Universität Oldenburg installierten Photovoltaik-Anlagen beträgt nach dem aktuellen Ausbau rund 1,2 Gigawattstunden pro Jahr, was dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von knapp 300 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Den erzeugten Strom verbraucht die Universität komplett selbst. Sie spart dadurch jährlich etwa 660 Tonnen CO2 ein. Die Finanzierung erfolgt größtenteils im Rahmen eines Intractingmodells aus eigenen Mitteln.

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    Auf dem Campus Wechloy sind nun alle geeigneten Gebäude mit Photovoltaikanlagen belegt. Foto: Universität Oldenburg / Daniel Schmidt

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    Meik Möllers, Tel.: 0441/798-5400, E-Mail:

  • 019/26 5. Februar 2026 Wissenschaftliche Tagung / Veranstaltungsankündigung Nutzung von Freiräumen als Antwort auf Ungleichheit, Diversität und Digitalisierung in der Schule Schulmanagement-Tagung an der Universität Oldenburg

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    5. Februar 2026   019/26    Wissenschaftliche Tagung / Veranstaltungsankündigung

    Nutzung von Freiräumen als Antwort auf Ungleichheit, Diversität und Digitalisierung in der Schule

    Schulmanagement-Tagung an der Universität Oldenburg

    Oldenburg. Soziale Ungleichheiten, migrationsbedingte Diversität, die Digitalisierung und neue Familienformen fordern Schulen in ihren etablierten Strukturen heraus, sodass diese gezwungen sind, sich strukturell zu wandeln. Neue Freiräume könnten bei dieser Umstellung helfen, doch wie können Schulen diese fördern, gestalten und nutzen? Die 33. Schulmanagement-Tagung an der Universität Oldenburg bietet unter dem Titel „Freiräume nutzen: Schulentwicklung im gesellschaftlichen Wandel“ Antworten auf diese Frage. Die Tagung findet statt am Donnerstag, 19. März, von 8.30 bis 14.30 Uhr im Hörsaalzentrum (Gebäude A14, Uhlhornsweg 86). Sie richtet sich an Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogisches Personal mit Führungsaufgaben und bietet praxisnahe Impulse aus Forschung und Schule. Interessierte können sich bis zum 5. März über die Webseite der Tagung anmelden. Die Teilnahmegebühr beträgt 95 Euro.

    Den Einführungsvortrag hält Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Hochschullehrer für Migrations- und Bildungssoziologie an der TU Dortmund und einer der profiliertesten Bildungs- und Migrationssoziologen Deutschlands. El-Mafaalani wird einen soziologischen Blick auf die Entwicklung unserer Gesellschaft werfen und diesen mit Erkenntnissen aus der Bildungsforschung verbinden.

    Im Anschluss bietet die Tagung in zwei Zeitblöcken die Möglichkeit, an verschiedenen Impulsangeboten teilzunehmen. Zu den Themen, von denen viele anhand von Praxisbeispielen erläutert werden, zählen unter anderem Methoden zur partizipativen und demokratischen Schulentwicklung, Konzepte für eigenverantwortliches und individualisiertes Lernen sowie Zukunftsimpulse für Lehr-, Unterrichts-, und Schulkonzepte.

    Die jährliche Schulmanagement-Tagung wird vom Zentrum für Lehrkräftebildung – Didaktisches Zentrum, der Arbeitsstelle Schulentwicklung und dem Oldenburger Fortbildungszentrum der Universität Oldenburg veranstaltet. Alle Details zum Programm, den Referentinnen und Referenten sowie den Vorträgen finden sich unter:

    Weblinks

    Kontakt

    Dr. Verena Niesel, Tel.: 0441/798-4080, E-Mail:

  • 018/26 4. Februar 2026 Forschung Universitätsmedizin und Großleitstelle arbeiten enger zusammen Neuer Innovationscluster für Notfallversorgung und Gefahrenabwehr
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    4. Februar 2026   018/26    Forschung

    Universitätsmedizin und Großleitstelle arbeiten enger zusammen

    Neuer Innovationscluster für Notfallversorgung und Gefahrenabwehr

    Oldenburg. Wie häufig rufen Menschen ohne lebensbedrohlichen Notfall einen Rettungswagen? Welche Notfälle sind die häufigsten Gründe für einen Anruf unter der Nummer 112? Wie gut funktionieren die Versorgungsketten vom Notruf bis zur Nachsorge? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich jetzt der neue Innovationscluster für Notfallversorgung und Gefahrenabwehr (INGA). Er ist ein gemeinsames Vorhaben der Universitätsmedizin Oldenburg (UMO), der Großleitstelle Oldenburger Land und deren Trägerkörperschaften.

    Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben heute Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder, Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg, und Frank Leenderts, Geschäftsführer der Großleitstelle Oldenburger Land, unterschrieben. Anwesend waren außerdem Vertreter*innen der Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg und Wesermarsch sowie der kreisfreien Städte Delmenhorst und Oldenburg. Im Auftrag dieser Kommunen steuert die Großleitstelle die Feuerwehr- und Rettungseinsätze in der Region. In Kooperation mit 36 Rettungs- und 155 Feuerwachen disponiert die Großleitstelle von Oldenburg aus mehr als 2.000 Einsatzfahrzeuge.

    „Unsere Zusammenarbeit ist ein Beispiel dafür, wie universitäre Forschung unmittelbar in der Region wirkt und zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Menschen beiträgt, die hier leben“, sagte Bruder. Im Rahmen der Forschung zum Thema Notfallversorgung hat die Universität das Oldenburger Forschungsnetzwerk Notfall- und Intensivmedizin aufgebaut. Diese Vernetzung mit Rettungsdiensten, Katastrophenschutzbehörden, Krankenhäusern und Hausärzteschaft ist ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der niedersächsischen Hochschullandschaft und bietet die idealen Voraussetzungen für den Innovationscluster.

    Hintergrund der engen Zusammenarbeit sind die immer komplexeren Herausforderungen in der Notfallversorgung. Fachkräftemangel, Krankenhauszentralisierungen, die steigende Zahl älterer Menschen, die allein zu Hause leben – Entwicklungen wie diese erfordern, regelmäßig zu überprüfen, ob Ressourcen der Notfallversorgung optimal eingesetzt sind und genügen. Einfache statistische Auswertungen reichen für diese Betrachtungen nicht aus. Wie oft und für welche Notfälle der Rettungsdienst ausrücken muss, hängt auch mit anderen Sektoren des Gesundheitswesens zusammen. Ein Beispiel: Kann der Hausarzt keinen Hausbesuch machen, wählt eine Person, die Schmerzen hat und nicht selbst einen Arzt aufsuchen kann, im Zweifel die 112 – auch wenn für sie der ärztliche Notdienst unter der 116 117 eigentlich die richtige Stelle wäre. Die Zusammenarbeit zwischen Großleitstelle und Universität soll künftig Analysen vollständiger Prozessketten und Zusammenhänge ermöglichen.

    „Die Sicherstellung einer leistungsfähigen Notfallversorgung ist eine zentrale Aufgabe für unsere Region. Angesichts grundlegender Zukunftsfragen wie neuer Versorgungsmodelle oder der sektorenübergreifenden Patientensteuerung braucht es eine enge Verzahnung von Praxis und Wissenschaft. Mit der Kooperation bündeln wir die operative Erfahrung aus den Bereichen Leitstelle, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz mit der wissenschaftlichen Expertise der Universität, um relevante Fragestellungen fundiert zu analysieren und die Notfallversorgung zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“, sagte Leenderts.

    Die Großleitstelle richtet im Rahmen von INGA eine neue Stelle ein, die sich ausschließlich mit Forschungsdatenmanagement beschäftigt. Sie bereitet alle relevanten Daten, die zum Beispiel Rettungskräfte in Form von Einsatzprotokollen erheben, systematisch für Forschungszwecke auf. An der Universität entsteht eine Koordinationsstelle, die als Schnittstelle zu den Forschenden fungiert und sich auch mit dem Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis beschäftigt.

    Die Vereinbarung gilt bis zum 31. Dezember 2030 und verlängert sich anschließend um jeweils fünf Jahre, sofern sie nicht gekündigt wird.

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    Ralph Bruder, Präsident der Universität Oldenburg (vorne rechts), und Frank Leenderts, Geschäftsführer der Großleitstelle Oldenburger Land (vorne links), gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern aller Landkreise und Städte, in deren Auftrag die Großleitstelle die Feuerwehr- und Rettungseinsätze in der Region koordiniert. Foto: Universität Oldenburg / Daniel Schmidt

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    Hans-Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Frank Leenderts, Geschäftsführer der Großleitstelle Oldenburg, und Ralph Bruder, Präsident der Universität Oldenburg (v.l.), haben die Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Foto: Universität Oldenburg / Daniel Schmidt

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  • 017/26 2. Februar 2026 Forschung Wie Lichtverschmutzung die Orientierung von Nachtfaltern stört Projekt „Lightstar“ untersucht Einfluss von Straßenbeleuchtung auf Insekten – Renommierte EU-Förderung über 1,5 Millionen Euro 
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    2. Februar 2026   017/26    Forschung

    Wie Lichtverschmutzung die Orientierung von Nachtfaltern stört

    Projekt „Lightstar“ untersucht Einfluss von Straßenbeleuchtung auf Insekten – Renommierte EU-Förderung über 1,5 Millionen Euro 

    Oldenburg. Nachtfalter sind von zunehmender Lichtverschmutzung bedroht: Straßenlaternen, beleuchtete Städte und Siedlungen stören die Orientierung der nachtaktiven Insekten und reduzieren damit ihre Paarungsaussichten. Welche Mechanismen dahinterliegen, ist Forschenden bislang in großen Teilen rätselhaft. Das Projekt „Lightstar“ will diese entschlüsseln. „Wir wollen eine aussagekräftigere Datengrundlage zum Verhalten von Nachtfaltern bei Lichtverschmutzung schaffen“, sagt Projektleiterin Dr. Jacqueline Degen. Für ihre Forschung an der Universität Oldenburg hat die Biologin eine hochkarätige Förderung eingeworben: einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre.

    Die Auszeichnung geht an exzellente Forschende in frühen Karrierephasen. „Der renommierte ERC-Grant ist ein großer Erfolg für Jacqueline Degen“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder. „Ihr Vorhaben stärkt unsere herausragende Forschung auf dem Gebiet der Tiernavigation und somit auch unseren Exzellenzcluster ‚NaviSense‘“. Seit Januar 2026 bündeln darin Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Oldenburg Spitzenforschung zur Navigation von Tieren wie Zugvögeln, Fledermäusen, Krill und Insekten. 

    Nachtfalter tracken mit Leichtgewicht-Markern

    Nachtfalter gelten als die „Bienen der Nacht“ und haben eine unverzichtbare Funktion im Ökosystem: Sie bestäuben (Nutz-)Pflanzen und sind eine Nahrungsquelle für andere Tiere wie Fledermäuse und Vögel. Degen interessiert sich angesichts des signifikanten Insektenschwunds dafür, wie Mondlicht, Straßenbeleuchtung, Wetter und Bewölkung wechselseitig auf Ligusterschwärmer und Mittlerer Weinschwärmer wirken. Diese Nachtfalterarten navigieren mithilfe des Mondes und der Sterne und legen zur Nahrungssuche häufig weite Strecken zurück. Der aufgehende Mond fördert zudem die Partnersuche. Die Navigationsbiologin geht davon aus, dass künstliches Licht männliche Nachtfalter bei dieser räumlichen Orientierung und der Suche nach paarungswilligen Weibchen beeinträchtigt.

    Um Nachtfalter in bislang unerforschten räumlichen und zeitlichen Dimensionen detailliert beobachten zu können, entwickelt Degen mit ihrem Team ein neuartiges 3D-Tracking-System. „Wir platzieren einen möglichst kleinen Marker auf dem Rücken des Nachtfalters“, erklärt Degen. „Mithilfe einer speziell gebauten Drohne können wir die Flugbahn und die Flughöhe dann erstmals überhaupt über hunderte Meter hinweg verfolgen.“ Das Knifflige: Die Marker müssen nicht nur extrem leicht, sondern auch unter realen nächtlichen Freilandbedingungen zuverlässig detektierbar sein. Zwar existieren bereits sehr leichte reflektierende Marker im Bereich von rund 20 Milligramm, doch ob sie nachts im Freiland funktionieren, ist bislang unklar. „Wiesen sind nachts häufig feucht“, erklärt Degen. „Tau auf Pflanzen kann starke, unkontrollierte Reflexionen erzeugen, die wahrscheinlich nur schwer von den gewünschten Marker-Signalen zu unterscheiden sind.“

    Ziel des Projekts ist es daher, speziell angepasste Leichtgewicht-Marker und Auswertungsmethoden zu entwickeln, die auch unter solchen Bedingungen ein eindeutig identifizierbares Signal liefern. Langfristig sollen diese Marker so leicht sein, dass sie nicht nur für größere Nachtfalter, sondern auch für weitere, besonders kleine Insektenarten nutzbar werden.

    Insektensterben: Eindämmung von Lichtverschmutzung

    Das neue 3D-Tracking-System soll auch in groß angelegten Feldexperimenten zum Einsatz kommen. „Wir platzieren männliche Falter im Freiland rund 100 Meter entfernt von den Weibchen“, erklärt Degen. „Wenn sich die Männchen auf den Weg zu den Weibchen machen, simulieren wir auf der Route Straßenbeleuchtung und im Hintergrund den Mond.“ Im Freiland wollen die Forschenden erstmalig beobachten, wie Mondlicht, Straßenbeleuchtung, Bewölkung, Wind, Flugdauer und Flughöhe der Nachtfalter miteinander interagieren.

     „Unsere Forschung kann dabei helfen, wirksame Strategien zu entwickeln, um dem unter anderem durch Lichtverschmutzung verursachten Insektensterben entgegenzuwirken“, erläutert Degen. Die gewonnenen Daten könnten beispielsweise als Grundlage für politische Entscheidungen dienen, etwa wenn es um die Reduktion von Beleuchtung im öffentlichen Raum geht. Schon kleine Maßnahmen könnten helfen, betont Degen, indem beispielsweise Lampen niedriger angebracht würden, um den Flugkorridor von Nachtfaltern nicht zu stören. 

    Zur Person

    Dr. Jacqueline Degen hat an der Universität Bielefeld und der Universität Würzburg Biologie studiert. Promoviert hat sie zum Thema „Orientierungsflüge von Honigbienen“ an der Freien Universität Berlin. 2016 kehrte Degen an die Universität Würzburg zurück und leitete unter anderem zwei Forschungsprojekte am Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie. Seit August 2025 forscht Degen an der Universität Oldenburg in der Arbeitsgruppe „Insect Spatial Orientation and Navigation Lab“, die von dem Navigationsbiologen Prof. Dr. Basil el Jundi geleitet wird. Degens Forschungsprojekt „Lightstar“ startet im Februar 2026. In dem Projekt vorgesehen sind ein Postdoc und zwei Doktoranden.

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    Mithilfe einer Drohne und speziellen Leichtgewicht-Markern will Jacqueline Degen die Flugbahnen von Nachtfaltern untersuchen. Foto: Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

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    Nachtfalterlarven. Die Insekten gelten als die „Bienen der Nacht", weil sie Pflanzen bestäuben. Foto: Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

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    Kontakt

    Dr. Jacqueline Degen, Tel.: 0441/798-3132, E-Mail:

  • 016/26 2. Februar 2026 Forschung Unerwartetes Feedback im Klimasystem Studie deckt überraschenden Zusammenhang zwischen Rückgang des Westantarktischen Eisschildes und Algenwachstum während der vergangenen 500.000 Jahre auf
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    2. Februar 2026   016/26    Forschung

    Unerwartetes Feedback im Klimasystem

    Studie deckt überraschenden Zusammenhang zwischen Rückgang des Westantarktischen Eisschildes und Algenwachstum während der vergangenen 500.000 Jahre auf

    Oldenburg. Ein Sedimentkern aus dem pazifischen Sektor des Südpolarmeeres hat einem Forschungsteam um den Geochemiker Dr. Torben Struve von der Universität Oldenburg einen Hinweis auf eine unerwartete Klimarückkopplung in der Antarktis geliefert. Wie die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature Geoscience berichten, bestand während vergangener Eiszeitzyklen ein enger Zusammenhang zwischen Veränderungen des Westantarktischen Eisschildes und dem Algenwachstum im Meer – allerdings anders als vermutet. Das Team schließt aus den Ergebnissen, dass der pazifische Sektor des Südpolarmeeres im Zuge der globalen Erwärmung in Zukunft womöglich weniger Kohlendioxid aufnehmen könnte als im Augenblick, wenn sich der als instabil geltende Westantarktische Eisschild weiter verkleinern sollte. 

    Der Sedimentkern, den das Team untersuchte, enthält Ablagerungen, die rund eine halbe Million Jahre in die Vergangenheit reichen und damit vier Eiszeitzyklen umfassen. Er wurde bereits 2001 auf einer Expedition des Forschungsschiffes Polarstern bei 116 Grad West und 62 Grad Süd in knapp 5.000 Metern Wassertiefe entnommen. Das Gebiet liegt zwischen Südamerika und Neuseeland südlich der sogenannten Polarfront und gehört damit zum Südpolarmeer.

    Eine unerwartete Rolle in dem von den Forschenden beobachteten Klima-Feedback spielt das Element Eisen. „Im Normalfall wirkt die Zufuhr von Eisen im Südpolarmeer wie eine Düngung: Sie regt das Algenwachstum an, was wiederum dazu führt, dass der Ozean mehr Kohlendioxid aufnehmen kann“, erläutert Struve. Dies geschah früheren Untersuchungen zufolge etwa während vergangener Kaltzeiten: Damals wehten starke Winde vermehrt eisenhaltigen Staub von den Kontinenten ins Meer. Als Folge erhöhte sich das Algenwachstum, und das Südpolarmeer nördlich der Polarfront nahm mehr CO2 auf. Das verstärkte jeweils zu Beginn der Eiszeiten die globale Abkühlung.

    Der in der aktuellen Studie untersuchte Sedimentkern zeichnete allerdings ein anderes Bild: Die Untersuchungen des Kerns ergaben, dass der Eiseneintrag dort – anders als in anderen Kernen aus benachbarten Meeresgebieten etwas weiter nördlich – vor allem in Warmzeiten besonders hoch war. Aus ihren Analysen ziehen die Forschenden den Schluss, dass die eisenhaltigen Sedimente nicht durch Wind, sondern durch Eisberge dorthin gelangt waren. Darauf deutet etwa die Größe der Partikel hin. Die Untersuchungen legen zudem nahe, dass das Material aus der Westantarktis stammt, dem Teil des Südkontinents westlich der Antarktischen Halbinsel. Der dortige Eisschild gilt als relativ instabil, da große Teile des Eises unterhalb des Meeresspiegels liegen.

    Die aktuelle Studie liefere damit einen kleinen Beitrag zur Klärung der Frage, wie empfindlich der Westantarktische Eisschild auf Klimaveränderungen reagiert, berichtet Struve. Verschiedene jüngere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich das Eis in diesem Teil der Antarktis während der letzten Warmzeit vor rund 130.000 Jahren stark zurückgezogen hatte. Damals lagen die Temperaturen in etwa so hoch wie heute. „Auch unsere Ergebnisse legen nahe, dass damals in der Westantarktis viel Eis verloren gegangen ist“, erklärt der Struve, der am Oldenburger Institut für Chemie und Biologie des Meeres in der Arbeitsgruppe Marine Isotopengeochemie forscht. Durch den Zerfall des teils kilometerdicken Eispanzers entstanden offenbar zahlreiche Eisberge, die nach Norden drifteten. Im Eis waren Sedimente eingeschlossen, die Gletscher zuvor vom felsigen Untergrund abgetragen hatten und die beim Schmelzen der Eisberge zum Meeresgrund sanken. Den Daten aus dem Sedimentkern zufolge waren am Ende der Kaltzeiten und während des Höhepunkts der Warmzeiten besonders viele Eisberge unterwegs.

    Überrascht waren Struve und seine Kolleginnen und Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven und vom Lamont-Doherty Earth Observatory im US-Staat New York vor allem davon, dass die verstärkte Sediment- und Eisenzufuhr im Meer kein Algenwachstum anregte. „Das Wachstum des Phytoplanktons, also der Mikroalgen in den lichtdurchfluteten oberen Schichten des Ozeans, wurde nicht oder nur schwach angeregt, was somit zu einer stark verringerten Aufnahme von CO2 führte“, erklärt Dr. Frank Lamy, Paläoklimatologe am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Koautor der Studie. Die Forschenden führen dies darauf zurück, dass es sich um stark verwitterte Sedimente handelte. Das Eisen, das diese Mineralkörnchen enthielten, lag ihrer Analyse zufolge in einer schlecht löslichen Form vor, die von Lebewesen nicht gut verwertet werden kann.

    Das Bild, das sich aus den Daten ergibt, sieht folgendermaßen aus: „Unter dem Eisschild der Westantarktis befindet sich wahrscheinlich geologisch altes, bereits stark verwittertes Gestein“, erläutert Struve. Immer, wenn der Eisschild in vergangenen Warmzeiten schrumpfte und dabei zahlreiche Eisberge abbrachen, trugen diese größere Mengen der verwitterten Mineralien in den angrenzenden Südpazifik – wo das Algenwachstum dennoch gering blieb. „Dieser Zusammenhang war für uns sehr überraschend“, so der Forscher. Denn: „Die Gesamtmenge an Eisen war in diesem Bereich des Südpolarmeeres nicht der kontrollierende Faktor für das Algenwachstum“, erklärt er. Die Ergebnisse würden zeigen, dass man nicht, wie bisher angenommen, pauschal davon ausgehen könne, dass eine Eisenzufuhr die CO2-Aufnahme des Südpolarmeers erhöht. Dies hänge vielmehr von der Bioverfügbarkeit des Eisens und damit etwa auch von der chemischen Zusammensetzung der eingetragenen Mineralien ab.

    Für die Zukunft, wenn der Westantarktische Eisschild im Zuge der globalen Erwärmung vermutlich weiter schrumpfen wird, seien womöglich ähnliche Szenarien wie in der letzten Warmzeit zu erwarten, so das Team. „Nach allem, was man weiß, ist ein Zerfall des Eisschildes nicht in naher Zukunft zu erwarten, aber wir sehen, dass sich das Eis dort bereits ausdünnt“, erklärt Struve. Ein weiterer Rückgang könnte zur Folge haben, dass Gletscher und Eisberge erneut die verwitterten Gesteinsschichten verstärkt abtragen. Das könnte wiederum dazu führen, dass der pazifische Sektor des Südpolarmeers weniger Kohlendioxid aufnimmt als im Augenblick – eine Rückkopplung, die den Klimawandel noch verstärkt. Um mehr zum Ausmaß und zur Bedeutung dieses Phänomens sagen zu können, wäre es Struve zufolge sinnvoll, noch genauere geochemische Untersuchungen durchzuführen und weitere Meeresbodenproben aus dem Südpazifik zu analysieren: „In verschiedenen Archiven gibt es noch viel Material, mit dem man arbeiten kann.“  

    Originalveröffentlichung: Torben Struve et al.: „South Pacific carbon uptake controlled by West Antarctic Ice Sheet dynamics”, Nature Geoscience, DOI: 10.1038/s41561-025-01911-0, www.nature.com/articles/s41561-025-01911-0

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    Der untersuchte Bohrkern stammt aus dem pazifischen Sektor des Südpolarmeeres, wo zum Zeitpunkt der Bohrung 2001 hin und wieder Eisberge drifteten. Foto: Johann P. Klages / Alfred Wegener Institut

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    Ein wichtiger Schritt bei der Aufbereitung der Proben aus dem Meeresboden ist die Eisenfällung. Dieser Prozess konzentriert die Elemente Uran und Thorium, wodurch sich der Sedimenteintrag rekonstruieren lässt. Foto: Universität Oldenburg / Matthias Knust

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    Kontakt

    Dr. Torben Struve, Tel.: 0441/798-3894, E-Mail:

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