World Vision Österreich https://worldvision.at World Vision Österreich - Zukunft für Kinder weltweit. Unterstützen Sie unsere Arbeit für sauberes Wasser, Bildung und Gesundheit. Werden Sie Kinderpate und schenken Sie Hoffnung. Mon, 16 Mar 2026 10:25:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://worldvision.at/wp-content/uploads/2025/08/cropped-worldvision-logo-square-32x32.png World Vision Österreich https://worldvision.at 32 32 Weltwassertag 2026 https://worldvision.at/2026/03/16/weltwassertag-2026/ Mon, 16 Mar 2026 10:15:22 +0000 https://worldvision.at/?p=4993 5 Fakten, die zeigen, warum Wasser alles verändert

Stell dir vor, du drehst den Wasserhahn auf – und es kommt nichts. Kein Tropfen. Nicht heute, nicht morgen, nicht nächste Woche. Für 2,1 Milliarden Menschen auf der Welt ist genau das Realität: kein Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser. 106 Millionen von ihnen trinken direkt aus Flüssen oder Tümpeln – ohne jede Aufbereitung.

Fünf Fakten, die zeigen, wie ungleich die wichtigste Ressource der Welt verteilt ist. Und warum sich das ändern kann.

1. Warum trinken 106 Millionen Menschen aus Tümpeln?

Jeder vierte Mensch auf der Welt hat keinen Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser – das zeigt der aktuelle JMP-Report von WHO und UNICEF aus dem Jahr 2025. Am stärksten betroffen ist Subsahara-Afrika: Obwohl es Fortschritte gibt, wächst die Bevölkerung dort schneller als die Versorgung.

Besonders dramatisch ist die Lage in Ländern, die von Konflikten geprägt sind. Dort liegt die Trinkwasserversorgung 38 Prozentpunkte unter dem Niveau stabiler Staaten. Wer ohnehin am verletzlichsten ist, hat am wenigsten Zugang zu dem, was jeder Mensch zum Überleben braucht.

2. Tausend Kinder. Jeden einzelnen Tag.

1,4 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von unsauberem Wasser und mangelnder Hygiene. Besonders tragisch: Über tausend Kinder unter fünf Jahren verlieren täglich ihr Leben an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Cholera. Nicht wegen fehlender Medikamente – sondern wegen fehlendem sauberem Wasser.

Das ist keine Naturkatastrophe. Das ist eine Krise, die wir lösen können. Und die sich gleichzeitig verschärft: Die Zahl der Cholera-Fälle ist 2025 erneut gestiegen. 31 Länder meldeten Ausbrüche, Afrika trägt über 80 Prozent aller Todesfälle.

3. 200 Millionen Stunden. Jeden Tag. Für Wasser.

So viel Zeit verbringen Frauen und Mädchen weltweit täglich mit dem Holen von Wasser – das sind über 22.800 Jahre. Jeden einzelnen Tag. In acht von zehn Haushalten ohne Wasseranschluss sind es Frauen und Mädchen, die diese Aufgabe übernehmen. In ländlichen Gebieten Afrikas und Asiens legen sie dafür durchschnittlich sechs Kilometer zurück. Zeit, die für Schule fehlt, für Arbeit, für ein selbstbestimmtes Leben.

Die Folgen reichen weit: 443 Millionen Schultage gehen jährlich durch wasserbedingte Krankheiten verloren. In Subsahara-Afrika verpasst jedes zehnte Mädchen während der Menstruation den Unterricht, weil Schulen keine geeigneten Sanitäranlagen haben.
Nicht umsonst steht der Weltwassertag 2026 unter dem Thema „Water and Gender“: Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung.

4. Weniger Wasser, mehr Krisen: Was der Klimawandel verschärft

Die Klimakrise ist auch eine Wasserkrise. Seit 1900 sind die verfügbaren Wasserressourcen um 20 Prozent zurückgegangen. Bis 2050 werden laut Prognosen fünf Milliarden Menschen mindestens einen Monat pro Jahr unter Wasserknappheit leiden.

Am Horn von Afrika wurde das besonders deutlich: Die schwerste Dürre seit über 40 Jahren betraf ab 2020 mehr als 36 Millionen Menschen. In Somalia starben geschätzt 43.000 Menschen an den Folgen – die Hälfte davon Kinder. Dürren und Überschwemmungen wechseln sich immer häufiger ab, und die Leidtragenden sind fast immer dieselben: Familien, die ohnehin kaum genug zum Überleben haben.

5. Es gibt Lösungen. Und sie funktionieren.

So alarmierend die Zahlen sind – es gibt Grund zur Hoffnung. Seit 2015 haben weltweit 961 Millionen Menschen erstmals Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser erhalten. 89 Länder haben inzwischen eine flächendeckende Grundversorgung erreicht.

World Vision ist die weltweit größte nichtstaatliche Organisation im Bereich Wasserversorgung. Alle zehn Sekunden bekommt ein Mensch durch World Vision Zugang zu sauberem Wasser. Seit 2016 wurden über 25 Millionen Menschen erreicht, bis 2030 sollen es 50 Millionen sein.
Was diese Arbeit besonders macht: Sie ist nachhaltig. Schon Lao Tzu wusste: Nichts ist weicher als Wasser, und doch kann ihm nichts widerstehen. „Nothing is softer or more flexible than water, yet nothing can resist it.“ Das gilt auch für die Arbeit an nachhaltigen Lösungen: nicht laut, nicht schnell – aber beharrlich und wirksam.

Eine unabhängige Studie der University of North Carolina in Ghana hat gezeigt, dass fast 80 Prozent der von World Vision errichteten Brunnen nach knapp 20 Jahren noch voll funktionsfähig sind. Das liegt am Ansatz – zehn bis 15 Jahre Engagement pro Gemeinde, Schulung lokaler Fachkräfte und die Kombination aus Infrastruktur, Hygieneschulungen und Stärkung lokaler Strukturen.

Der Preis für nachhaltigen Zugang zu sauberem Wasser: 50 Dollar pro Person. Und jeder investierte Dollar bringt wirtschaftliche Erträge von bis zu 5,50 Dollar zurück.
Aber noch trinken 106 Millionen Menschen aus Flüssen und Tümpeln. Noch laufen Mädchen sechs Kilometer für Wasser, statt in der Schule zu sitzen. Die Lösungen sind da. Was fehlt, ist der Wille, sie für alle umzusetzen.

Sauberes Wasser verändert alles. Es rettet Leben, öffnet Klassenzimmer und gibt Frauen und Mädchen ihre Zeit zurück.

Mehr über unsere Wasserprojekte und wie du helfen kannst:

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Radiobeiträge zu unserer „100 Mädchen“ Kampagne https://worldvision.at/2026/03/02/radiobeitraege-zu-unserer-100-maedchen-kampagne/ Mon, 02 Mar 2026 14:40:09 +0000 https://worldvision.at/?p=2334

Jeden Tag verlieren tausende Mädchen ihre Kindheit und Zukunftschancen.
Frühverheiratung, fehlender Zugang zu Bildung und ein Leben ohne Schutz und Perspektiven bestimmen ihren Alltag. Hinter jeder Zahl steht ein Mädchen, das nie die Chance bekam, ihre Zukunft zu gestalten.

Unsere Radiobeiträge zu „100 Mädchen“ geben einen Einblick in die Kampagne, machen die Geschichten von Rachana und Esther hörbar und thematisieren die Arbeit in den Projekten.

Alexander Eisenbach über die Kampagne „100 Mädchen“

Angelika Rädler über die Kampagne „100
Mädchen“

Juliane Wöll über Mädchenförderung in den Projekten

Die Geschichte von Rachana aus Kambodscha

Sebastian Corti über Esters Geschichte

Alexander Eisenbach über sein Patenkind

Sebastian Corti über Tansania

Alexander Eisenbach über Tansania

Daniel Streit über Projektansätze

Sebastian Corti über Patenschaftsprojekte

Sebastian Corti über die Arbeit von World Vision

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Warum Mädchenbildung die Welt verändert https://worldvision.at/2026/03/02/warum-maedchenbildung-die-welt-veraendert/ Mon, 02 Mar 2026 08:08:57 +0000 https://worldvision.at/?p=4856

„If you educate a man, you educate an individual. But if you educate a woman, you educate a nation.“
 Afrikanisches Sprichwort

Hinter diesem Satz steckt mehr als Poesie. Hinter diesem Satz steckt einer der wirksamsten Hebel gegen Armut überhaupt.

23 Mädchen. Jede Minute

Die Zahlen sind schwer zu fassen. 12 Millionen Mädchen werden jedes Jahr vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Das sind rund 33.000 am Tag. 23 in jeder einzelnen Minute. Während du diesen Absatz liest, haben mehrere Mädchen ihre Kindheit verloren.

Gleichzeitig haben weltweit über 130 Millionen Mädchen und junge Frauen keinen Zugang zu Bildung. In den ärmsten Ländern schließen nur 38 Prozent der Mädchen die untere Sekundarstufe ab. In Afghanistan gehen 60 Prozent der Mädchen nicht einmal in die Grundschule.

Das sind nicht nur Statistiken. Das sind verlorene Lehrerinnen, Ärztinnen, Ingenieurinnen. Verlorene Mütter, die ihren eigenen Kindern eine bessere Zukunft hätten ermöglichen können. Verlorenes Potenzial in einem Ausmaß, das sich kaum beziffern lässt.

Die Weltbank hat es trotzdem versucht: Zwischen 15 und 30 Billionen US-Dollar gehen der Weltwirtschaft verloren, weil Mädchen nicht ausreichend Zugang zu Bildung haben. Billionen. Nicht Milliarden.

Die eine Sache, die alles verändert

Die gute Nachricht: Es gibt eine Lösung. Sie ist erforscht, belegt und wirksam. Bildung.

„Study after study has taught us that there is no tool for development more effective than the education of girls.“
 Kofi Annan, ehem. UN-Generalsekretär, 2003

Und die Forschung gibt ihm recht. Jedes zusätzliche Jahr Sekundarschulbildung senkt die Wahrscheinlichkeit einer Kinderheirat um fünf bis sechs Prozentpunkte. Mädchen ohne Schulbildung werden bis zu sechsmal häufiger als Kinder verheiratet als Mädchen mit Sekundarschulabschluss. Und wenn alle Mädchen weltweit zwölf Jahre Bildung abschließen würden, könnte Kinderheirat um 64 Prozent zurückgehen.

Das ist keine Theorie. Das sind Zahlen aus der Realität. Im Niger sank die Kinderheirat mit jedem zusätzlichen Schuljahr um 19 Prozentpunkte. In Bangladesch reduzierten Bildungsprogramme die Heiratsrate unter Minderjährigen um 31 Prozent.
Bildung schützt. Nicht abstrakt. Ganz konkret.

Von Kinderbraut zu Klassenbester

Sarah war zehn Jahre alt, als sie beschloss, sich zu wehren. Während ihre Brüder zur Schule gehen durften, sollte sie zu Hause bleiben und die kleineren Geschwister versorgen. In ihrer Gemeinschaft gelten Mädchen als weniger wertvoll. Viele werden früh verheiratet, um die Familie wirtschaftlich zu entlasten.

Doch Sarah gab nicht auf. Sie wandte sich an den Dorfvorsteher, der ihr half, zur Schule zu gehen. Innerhalb eines Jahres übersprang sie zwei Klassen. Heute ist sie die Beste ihrer Schule und träumt davon, Lehrerin zu werden.
Sarahs Geschichte ist kein Einzelfall. In Äthiopien wurde Amsalech mit 14 Jahren entführt und zur Ehe gezwungen. Durch ein Kinderschutzprogramm von World Vision wurde sie befreit. Heute besucht sie die neunte Klasse. In Kambodscha unterrichtet Phanet als 19-Jährige in genau jenem Klassenzimmer, in dem sie selbst als Patenkind zur Schule ging.

Aus einer Kinderbraut wird eine Schülerin. Aus einer Schülerin wird eine Lehrerin. Aus einer Lehrerin wird eine Inspiration für die nächste Generation. Das ist die Kraft von Bildung.

Der Dominoeffekt: Warum ein Mädchen alles verändert

„When girls are educated, their countries become stronger and more prosperous.“
 Michelle Obama, 2013

Die Forschung zeigt, warum. Kinder, deren Mütter lesen können, haben deutlich höhere Überlebenschancen in den ersten fünf Lebensjahren. Jedes zusätzliche Jahr mütterlicher Bildung senkt die Kindersterblichkeit um rund drei Prozent. Frauen mit Sekundarschulabschluss bekommen im Schnitt zwei Kinder weniger und investieren einen deutlich größeren Anteil ihres Einkommens in Gesundheit, Ernährung und Bildung ihrer Familien.

In Mali etwa zeigen Erhebungen: Frauen ohne Bildung haben im Durchschnitt deutlich mehr Kinder als Frauen mit Sekundarschulabschluss — der Unterschied beträgt mehrere Kinder pro Frau.

Bei World Vision sehen wir diesen Effekt in der täglichen Arbeit: Für jedes Kind, dem geholfen wird, profitieren vier weitere Kinder durch die Programme in der Gemeinschaft.

Mädchenbildung ist kein Tropfen auf den heißen Stein. Sie ist ein Dominostein, der alles in Bewegung setzt.

Was jetzt zählt

Die Fortschritte sind real. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Kinderheirat in Südasien fast um die Hälfte zurückgegangen. Seit 2015 gehen weltweit 50 Millionen mehr Mädchen zur Schule. Allein in Bangladesch haben sich durch gemeinsame Anstrengungen über 1.300 Dörfer für kinderheiratsfrei erklärt.

Aber die Fortschritte reichen nicht. Beim aktuellen Tempo würde es noch 300 Jahre dauern, Kinderheirat weltweit zu beenden. In West- und Zentralafrika werden heute fast genauso viele Mädchen verheiratet wie vor 25 Jahren. Konflikte in Ländern wie Sudan, Somalia und Myanmar werfen Millionen Mädchen aus den Schulen.

Gerade jetzt, wo weltweit Hilfsgelder gekürzt werden, zählt jede Stimme. Jedes Wissen. Jedes Engagement. Gerade jetzt brauchen Mädchen wie Sarah, Amsalech und Phanet Menschen, die an ihre Zukunft glauben.

One child, one teacher, one book, one pen can change the world.“
 Malala Yousafzai, UN-Rede zum 16. Geburtstag, 2013

Endlich Hoffnung. Für sie. Und für alle, die nach ihr kommen.

Mehr über unsere Arbeit für Mädchen weltweit

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Zwei Traditionen, ein Gedanke. https://worldvision.at/2026/02/26/gemeinsam-verzichten/ Thu, 26 Feb 2026 11:52:05 +0000 https://worldvision.at/?p=4793 Warum der gemeinsame Fastenbeginn 2026 eine Chance ist, die wir nicht verpassen sollten.

Derselbe Tag. Zwei Wege. Ein Ziel.

Am 18. Februar 2026 passiert etwas, das selten vorkommt: Aschermittwoch und der erste Fastentag des Ramadan fallen auf denselben Tag. In Österreich beginnen damit für Millionen Menschen gleichzeitig zwei Fastenzeiten – eine christliche und eine muslimische. Unterschiedliche Traditionen, unterschiedliche Regeln, unterschiedliche Gebete. Aber ein gemeinsamer Kern: der bewusste Verzicht. Die Hinwendung zu dem, was wirklich zählt. Und die Frage, wie es anderen geht.

Rund 55 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind katholisch, etwa acht Prozent muslimisch. Das sind zusammen Millionen Menschen, die in den kommenden Wochen fasten – freiwillig, aus Überzeugung, als Ausdruck ihres Glaubens. In der christlichen Tradition dauert die Fastenzeit 40 Tage bis Ostern. Im Islam umfasst der Ramadan 30 Tage bis Eid al-Fitr, voraussichtlich um den 20. März.

Was beide Traditionen verbindet: Es geht nicht nur ums Essen. Es geht um Mitgefühl. Um Dankbarkeit für das, was man hat. Und um Solidarität mit denen, die nichts haben.

318 Millionen Menschen fasten nicht freiwillig

Während wir in Österreich darüber nachdenken, worauf wir in den nächsten Wochen verzichten – Schokolade, Alkohol, das Handy am Abend – ist Hunger für 318 Millionen Menschen weltweit kein Vorsatz, sondern Alltag. 318 Millionen. Mehr als doppelt so viele wie vor der Pandemie.

Die UN-Ernährungsorganisationen haben Ende 2025 Alarm geschlagen: In 16 Ländern droht die Hungerlage bis Mai 2026 weiter zu eskalieren. In sechs davon – Sudan, Gaza, Südsudan, Mali, Haiti und Jemen – herrschen bereits Hungersnöte oder famineähnliche Zustände. In Afghanistan sind 17 Millionen Menschen akut von Hunger betroffen. Im Sudan brauchen 33,7 Millionen Menschen – fast zwei Drittel der Bevölkerung – dringend humanitäre Hilfe.

Für Ghairat Khan, einen Lehrer in der afghanischen Provinz Parwan, der vor sechs Monaten seinen Job verloren hat, ist dieser Ramadan anders als alle zuvor. Er ernährt neun Menschen mit Gelegenheitsarbeit. Zum Iftar gibt es Bolani – Gemüsefladenbrot – mit Tee. Mehr ist nicht drin.
Für eine Mutter in Somalia, die leeres Wasser kocht, damit ihre Kinder einschlafen, weil es nichts zu essen gibt, hat der Fastenbegriff eine ganz andere Bedeutung.

Was Fastenzeit und Ramadan gemeinsam haben

Die christliche Fastenzeit ruht auf drei Säulen: Fasten, Gebet und Almosen. Die Diözese Innsbruck beschreibt sie als „Zeit der Besinnung und der Umkehr“. Der Gedanke: Weniger für mich, mehr für andere.

Im Islam ist der Ramadan einer der fünf Pfeiler des Glaubens. Fasten von der Morgen- bis zur Abenddämmerung, verstärktes Gebet und erhöhte Spendenbereitschaft prägen den Monat. Zakat, die Pflichtabgabe, und Sadaqah, die freiwillige Spende, erreichen im Ramadan ihren Höhepunkt. Der Gedanke dahinter: Wer spürt, wie es sich anfühlt, nichts zu essen, versteht besser, was es bedeutet, arm zu sein.

UN-Generalsekretär António Guterres hat es in seiner Ramadan-Botschaft 2026 so formuliert: Der Ramadan trage eine Vision von Hoffnung und Frieden in sich. Eine Einladung, Gräben zu überbrücken und denen zu helfen, die leiden. Das ist kein exklusiv muslimischer Gedanke. Es ist ein zutiefst menschlicher.

Warum gerade 2026 jede Spende zählt

Die globale Hungerkrise trifft 2026 auf eine beispiellose Finanzierungslücke. In den USA wurden seit Anfang 2025 mehr als 80 Prozent der USAID-Programme gestrichen – die größte einzelne Quelle humanitärer Hilfe weltweit. Das Welternährungsprogramm muss Rationen kürzen und Programme zurückfahren. In Somalia ist der humanitäre Hilfsplan nur zu einem Viertel finanziert, der Bereich Wasser und Hygiene mit gerade einmal 22 Prozent am stärksten unterfinanziert.
Was das konkret bedeutet: Wenn staatliche Gelder wegbrechen, hängen Millionen Menschenleben an privaten Spenden. An der Entscheidung von Einzelnen, ob sie etwas geben oder nicht. Genau das ist der Kern der Fastenzeit – christlich wie muslimisch: Der Verzicht ist nicht Selbstzweck. Er ist ein Weg, den Blick auf andere zu richten.

Was World Vision in dieser Zeit tut

World Vision ist in vielen der am stärksten betroffenen Länder seit Jahrzehnten vor Ort – in Somalia seit 1993, in Afghanistan seit 2001, in Syrien seit 2011. Allein im vergangenen Jahr wurden fast neun Millionen Menschen mit Nahrungsmittelhilfe erreicht und 180.000 Kinder unter fünf Jahren wegen akuter Mangelernährung behandelt. Über 86 Prozent haben sich vollständig erholt.
Im Sudan hat World Vision trotz eskalierender Kämpfe und massiver Zugangsbeschränkungen 1,8 Millionen Menschen mit lebensrettender Hilfe erreicht. In Afghanistan verteilt das Welternährungsprogramm, unterstützt von Organisationen wie World Vision, Nahrungsmittel und Bargeld an die Verwundbarsten – damit Familien wie die von Ghairat Khan den Ramadan nicht hungrig verbringen müssen.

Aber Nothilfe allein reicht nicht. Deshalb investiert World Vision gleichzeitig in langfristige Lösungen: nachhaltige Wasserprojekte, die Gemeinden dauerhaft versorgen. Landwirtschaftsprogramme wie FMNR, die Familien helfen, sich selbst zu ernähren. Bildungsprogramme, die Kindern eine Zukunft geben. Hilfe, die bleibt, auch wenn die Krise aus den Schlagzeilen verschwindet.

Was du in den nächsten 40 Tagen tun kannst

Die Fastenzeit ist eine Einladung. Nicht zur Perfektion, sondern zur Aufmerksamkeit. Ein paar Ideen, wie der eigene Verzicht über dich hinaus wirken kann:

  • Statt Kaffee am Morgen: Leg den Betrag zur Seite. Am Ende der Fastenzeit hast du genug für eine Spende, die eine Familie einen Monat lang ernährt.
  • Statt Schokolade am Abend: Lies, was in Sudan, Afghanistan oder Somalia passiert. Wissen ist der erste Schritt.
  • Statt allein verzichten: Teile diesen Artikel. Erzähle jemandem, dass Fastenzeit und Ramadan dieses Jahr am selben Tag beginnen. Manchmal ist ein Gespräch der Anfang von allem.
  • Oder ganz konkret: Mit 80 Euro kann World Vision eine Familie in Somalia einen Monat lang mit Nahrungsmitteln versorgen.

Aus einem Zufall ein Zeichen machen

Dass Fastenzeit und Ramadan 2026 am selben Tag beginnen, ist astronomischer Zufall. Dass Millionen Menschen in Österreich in den kommenden Wochen bewusst verzichten, ist freie Entscheidung. Und dass 318 Millionen Menschen weltweit unfreiwillig hungern, ist weder Zufall noch Entscheidung – sondern eine Realität, die wir verändern können.


Vielleicht ist das der schönste Gedanke, den Fastenzeit und Ramadan teilen: Dass weniger für mich mehr für andere bedeuten kann. Nicht als Pflicht. Als Möglichkeit.

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30 Hühner und ein Traum. https://worldvision.at/2026/02/05/zu-besuch-im-projekt-idumbala/ Thu, 05 Feb 2026 13:39:21 +0000 https://worldvision.at/?p=4427 Wie eine Familie in Tansania entdeckte, was in ihr steckt – und was deine Unterstützung möglich macht.

Ein Stück Land, eine Handvoll Hühner, kein Plan.

Tuten Mwambus ist 33 Jahre alt, Vater von drei Kindern und lebt in Idumbala, einer ländlichen Gemeinde in Tansania. Vor drei Jahren bewirtschaftete er sein Land so, wie er es gelernt hatte: traditionell, ohne große Erwartungen. Er hielt 30 Hühner. Das war sein Betrieb.
Dostea Ngwema, seine Frau, kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Zwei davon sind Patenkinder bei World Vision. Die Familie kam über die Runden. Aber kaum mehr als das.
Heute, drei Jahre später, sieht Tutens Farm anders aus. Über 100 Hühner, Milchkühe, Schweine, Gemüsegärten, drei Fischteiche, Bienenstöcke für Honigproduktion und eine Avocado-Plantage, die in den nächsten Jahren Ertrag bringen wird.
Was ist passiert? Kein Geldregen. Kein großes Hilfsprojekt, das alles geändert hat. Sondern etwas viel Einfacheres – und gleichzeitig viel Tieferes.

Die Idee, die alles verändert:
Du hast schon, was du brauchst.

Empowered Worldview – so heißt das Programm, das den Unterschied gemacht hat. Es liefert keine Hilfsgüter. Keine Maschinen. Keine Setzlinge. Stattdessen stellt es eine einzige Frage, die alles verändert: Was hast du schon? Was kannst du schon? Was steckt in dir, das du noch nicht siehst?

Das klingt abstrakt. Ist es aber nicht. Empowered Worldview wurde 2015 in Tansania entwickelt – genau dort, wo Tuten und Dostea leben. Es entstand aus einer konkreten Beobachtung: In vielen Gemeinden hatten Bäuerinnen und Bauern fruchtbares Land, Arbeitskraft und Ideen. Aber sie glaubten nicht daran, dass sie selbst etwas verändern können. Jahrelange Abhängigkeit von außen hatte ein Bild geprägt, in dem Veränderung immer von woanders kommen muss.

World Vision nannte das „Armut des Seins“ – nicht die Armut an Geld oder Ressourcen, sondern die Armut an Selbstvertrauen, an Identität, an der Überzeugung, dass man selbst gestalten kann. Und genau dort setzt Empowered Worldview an.

Das Programm besteht aus fünf Modulen, die in mehrtägigen Workshops vermittelt werden: Identität, Vision, Mitgefühl, Beziehungen und Glaube. Es baut auf dem Grundgedanken auf, dass jeder Mensch Stärken, Kreativität und Ressourcen besitzt – und dass Veränderung von innen beginnt, bevor sie nach außen sichtbar wird.

Von 30 Hühnern zu Drei Fischteichen

Für Tuten und Dostea begann die Veränderung mit einem Training.

World Vision Tansania begleitete die Familie Schritt für Schritt: zuerst die Workshops, in denen sie lernten, ihre eigenen Fähigkeiten und Ressourcen neu zu sehen. Dann Austauschbesuche zu erfolgreichen Farmen in anderen Regionen, die zeigten, was möglich ist. Schließlich die Teilnahme an der nationalen Landwirtschaftsausstellung Nane Nane – Tansanias größtem Agrar-Event.

Mit diesem Wissen und diesem neuen Blick auf sich selbst begann die Familie zu investieren. Zuerst in mehr Hühner. Dann kam die Milchkuh dazu, die regelmäßiges Einkommen brachte. Dann Schweine. Dann legten sie Gemüsegärten an. Einen eigenen Brunnen. Fischteiche folgten, weil Tuten bei einem Austauschbesuch gesehen hatte, wie andere Familien damit zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Und die Avocado-Plantage ist seine langfristige Investition – ein Projekt für die Zukunft seiner Kinder.

World Vision unterstützte dabei gezielt: mit einer Milchkuh, mit Bienenstöcken, mit fachlicher Begleitung. Aber der Antrieb kam von der Familie. Die Entscheidungen kamen von der Familie. Die Vision kam von der Familie.

Warum deine Unterstützung hier tiefer wirkt als du denkst

Was Tuten und Dostea erlebt haben, ist kein Einzelfall. Es ist ein Muster, das sich in über 40 Ländern wiederholt, in denen World Vision Empowered Worldview einsetzt – ermöglicht durch Patinnen, Paten und Spendende, die genau solche Programme finanzieren.

In Sambia zeigt eine unabhängige Studie: Familien, die am Programm teilgenommen haben, erreichen deutlich höhere Werte bei Hoffnung, Selbstvertrauen und Zukunftsplanung als Vergleichsgruppen – und diese Effekte halten drei bis fünf Jahre nach dem Training an. In Tansania stieg das monatliche Haushaltseinkommen der Teilnehmenden messbar. Am deutlichsten war der Effekt bei Familien, die vorher wenig hatten, aber genug Grundlagen, um darauf aufzubauen – genau wie Tuten und Dostea.

Die Forschung bestätigt, was in Idumbala sichtbar wird: Empowered Worldview wirkt wie ein Verstärker. Es multipliziert die Wirkung von allem – Spargruppen, landwirtschaftlichem Wissen, Zugang zu Märkten. Deine Unterstützung finanziert nicht nur ein Training. Sie setzt einen Prozess in Gang, der Herz, Kopf und dann die wirtschaftliche Veränderung erreicht. In dieser Reihenfolge.

Was in Idumbala gerade entsteht

Anfang Dezember besuchte ein Team von World Vision Österreich – drei Kolleginnen und Kollegen und ein Vorstandsmitglied – das Projekt in Idumbala. Sie sahen Schulen, eine Gesundheitsstation für Mütter, eine Spargruppe. Und sie trafen Familien wie die von Tuten und Dostea.

In Idumbala wurden 2022 zwölf lokale Trainerinnen und Trainer ausgebildet – acht Männer und vier Frauen. Sie geben das Wissen aus den Empowered-Worldview-Workshops an andere Familien weiter und begleiten sie bei der Umsetzung. Nicht als externe Fachleute, sondern als Nachbarinnen und Nachbarn, die denselben Weg gehen. Diese Art der Weitergabe – von Mensch zu Mensch, innerhalb der Gemeinschaft – ist der Kern des Programms. World Vision nennt es den „Buschfeuer-Effekt“: Wenn eine Person Feuer fängt, breitet sich die Veränderung aus.

Hilfe, die weiter lebt

Empowered Worldview ist ein zentraler Baustein in World Visions Ansatz der nachhaltigen Entwicklung. Denn World Vision arbeitet in Programmgebieten wie Idumbala nicht für immer. Zehn bis 15 Jahre begleitet die Organisation eine Gemeinschaft – mit dem Ziel, sich danach zurückziehen zu können. Damit das funktioniert, müssen Familien und Gemeinschaften in der Lage sein, ihren Weg selbst weiterzugehen.

Genau das schafft Empowered Worldview. Es legt die Grundlage dafür, dass Spargruppen weiterarbeiten, wenn World Vision geht. Dass Bäuerinnen und Bauern neue Anbaumethoden ausprobieren, weil sie an sich glauben. Dass Eltern ihre Kinder in die Schule schicken, weil sie an deren Zukunft glauben.

Für jedes Kind, dem geholfen wird, profitieren vier weitere Kinder in der Gemeinschaft. Dieser Multiplikatoreffekt – das Herzstück von World Visions Arbeit – funktioniert nur, wenn Menschen wie Tuten und Dostea nicht Empfänger von Hilfe sind, sondern Gestalter ihrer eigenen Veränderung.

Was in 30 Hühnern stecken kann

Tuten und Dosteas Geschichte zeigt, was passiert, wenn jemand sagt: Du hast schon, was du brauchst. Schau genauer hin. Vor drei Jahren hatten sie 30 Hühner und ein Stück Land. Heute haben sie eine Farm, die ihre Familie ernährt, ihre Kinder in die Schule schickt und andere in der Gemeinschaft inspiriert und beschäftigt.

Der größte Unterschied war nicht die Milchkuh. Nicht die Bienenstöcke. Sondern der Moment, in dem sie verstanden haben, was in ihnen steckt.

Und in Idumbala entsteht gerade etwas, das größer ist als eine einzelne Farm.
Etwas, das bleibt.

Unterstütze unsere Arbeit in Projekten wie Idumbala und hilf mit Gemeinschaften zu stärken:

weitere Eindrücke des Projektbesuchs

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Amsalechs Weg zurück ins Leben https://worldvision.at/2025/11/17/amsalechs-albtraum/ Mon, 17 Nov 2025 10:03:12 +0000 https://worldvision.at/?p=3740

„Die Erinnerungen an das, was ich durchgemacht habe, sind noch da. Ich denke oft daran.“ Doch Amsalech gibt nicht auf – heute kämpft sie für ihre Zukunft und will anderen Mädchen helfen.

Mit 14 Jahren wurde Amsalech* auf dem Weg zum Markt in Hula, Äthiopien, von einer Gruppe Männer entführt. Einer von ihnen wollte sie zwangsverheiraten – ohne ihre Zustimmung. In ihrer Gemeinschaft zählen die Stimmen von Mädchen oft wenig. 24 Tage lang wurde Amsalech gefangen gehalten und von Haus zu Haus gebracht. Ihre Familie suchte verzweifelt nach ihr, bis Polizei und World Vision eingriffen. Als ihre Entführer sie zur Polizei brachten, sollte sie behaupten, freiwillig heiraten zu wollen. Doch Amsalech hatte an einem Kinderschutztraining teilgenommen und kannte ihre Rechte. Mutig sagte sie die Wahrheit und kam frei.

Sie kam zurück zu ihrer Familie, doch der Weg zurück ins Leben war schwer. Amsalech fühlte sich lange isoliert – doch sie gab nicht auf.

„Ich möchte stark sein und anderen Mädchen helfen.“

Amsalech kämpft weiter: Sie geht wieder zur Schule und träumt davon, Ärztin zu werden. World Vision begleitete Amsalech und ihre Familie auch nach der Befreiung. Gemeinsam mit Polizei und Behörden wurde der Fall vor Gericht gebracht, die Täter erhielten zehn Jahre Haft. Amsalech bekam psychologische Unterstützung und die Schulmaterialien, die sie brauchte, um ihre Ausbildung fortzusetzen.

Heute ist sie 15 Jahre alt und besucht die 9. Klasse. Sie lebt in einem gemieteten Zimmer nahe ihrer neuen Schule, fern von der Gemeinschaft, die ihre Geschichte kennt. Manchmal ist sie einsam, doch für Amsalech ist es der richtige Weg: Sie will lernen und ihre Zukunft selbst gestalten.

In ihrer Heimat sind Entführungen von Mädchen für Zwangsehen noch immer verbreitet. Betroffene werden oft stigmatisiert. Viele Familien stimmen unter sozialem und wirtschaftlichem Druck solchen Ehen zu. Amsalech weiß: Nur durch Aufklärung und Bildung kann sich etwas ändern – und genau dafür will sie kämpfen.

Jeden Tag erleben Mädchen Gewalt und werden zwangsverheiratet – nur weil sie Mädchen sind. Deine Patenschaft kann das ändern! Mit deiner Unterstützung schützen wir Kinder, ermöglichen ihnen Bildung und schenken Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben. So wie Amsalech.

Schenke einem Mädchen Hoffnung – werde jetzt Patin oder Pate!

* Name zum Schutz der Identität geändert

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Rachanas Leben voller Mut https://worldvision.at/2025/11/17/rachanas-leben-voller-mut/ Mon, 17 Nov 2025 09:08:18 +0000 https://worldvision.at/?p=3738

„Damals war ich sehr verletzt. Mein Vater zwang mich, die Schule abzubrechen, obwohl ich unbedingt weiterlernen wollte. Ich fühlte mich allein gelassen.“ Heute hat Rachana es geschafft – und gibt anderen Mut.

Rachana* ist 18 Jahre alt und wuchs in einem kleinen Dorf in Chikraeng, Kambodscha, auf. Dort kennt jeder das Leben der anderen – und alle wussten von den Problemen in ihrer Familie. Rachana, ihre Mutter Leakena* und die Geschwister litten unter der schwierigen Familiensituation. Die Nachbarn hielten Abstand, und Rachana fühlte sich isoliert und allein.

Rachanas Vater war nicht immer so. Früher arbeitete er hart und sorgte für die Familie. Doch ein Streit mit seinen Geschwistern führte zu Alkoholproblemen, Glücksspiel und Arbeitslosigkeit. Leakena wurde zur alleinigen Versorgerin der sechsköpfigen Familie – ein täglicher Kampf ums Überleben.

Nach und nach verließen die älteren Geschwister das Haus. Leakena hielt durch, bewirtschaftete ihr kleines Stück Land und nahm jede Arbeit an, die sie finden konnte. Doch irgendwann blieb ihr keine Wahl: Rachana musste die Schule abbrechen, um zu helfen. Für Rachana brach damals eine Welt zusammen: sie konnte sich keine bessere Zukunft mehr vorstellen.

Hilfe zur richtigen Zeit – World Vision greift ein

Als die Situation aussichtslos schien, erfuhren lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von World Vision von Rachanas Familie. Sie unterstützten Leakena und Rachana in dieser schweren Zeit, halfen Leakena, zusätzliches Einkommen zu erzielen, und ermutigten sie, Rachana wieder zur Schule zu schicken.

Auch Rachanas Vater wurde einbezogen: Gemeinsam mit Leakena nahm er an einem Celebrating Families-Workshop teil. Dort lernten sie, wie wichtig gewaltfreie Kommunikation ist, wie man gesunde Beziehungen aufbaut und Kinder positiv begleitet. „Es hat uns geholfen, unsere Probleme zu erkennen und anzugehen“, sagt Leakena. „Mein Mann hat sein Leben verändert. Er trinkt nicht mehr.“

Rachana nutzte ihre Chance: Sie nahm an Schulungen zu Kinderschutz, Kinderrechten und gesunden Familienbeziehungen teil und leitet inzwischen einen Jugendclub, um ihr Wissen weiterzugeben. Vor Kurzem hat sie ihre Abschlussprüfung an der High School gemeistert und blickt voller Zuversicht und großer Träume in die Zukunft.

Noch immer erleben viele Kinder schwierige Situationen und verlieren ihre Bildungschancen. Deine Patenschaft kann den Unterschied machen: Sie schenkt Hoffnung, schützt Kinder und gibt ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben – so wie Rachana.

Schenke einem Mädchen Hoffnung – werde jetzt Patin oder Pate!

*Namen zum Schutz der Identität geändert

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Sarah und ihr Traum von Bildung https://worldvision.at/2025/11/17/sarahs-kampf-um-bildung/ Mon, 17 Nov 2025 08:18:07 +0000 https://worldvision.at/?p=3736

„Ich fühlte mich damals hoffnungslos und habe viel geweint. Aber ich sagte immer wieder: Ich will auch in die Schule gehen, genau wie meine Brüder. Das ist mein Recht – nehmt mir das nicht weg.“

Sarah ist 12 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Naberera, Tansania. Mit fünf Geschwistern, ihrer Mutter Anna, ihrem 70-jährigen Vater und den Großeltern. Anna ist die einzige Versorgerin, das Einkommen ist knapp. Während Sarahs Brüder zur Schule gehen durften, sollte sie zu Hause bleiben und die jüngeren Geschwister versorgen – in ihrer Gemeinschaft galten Jungen als wichtiger für die Zukunft der Familie.

Mit zehn Jahren beschloss Sarah, das nicht länger hinzunehmen. Sie wandte sich an den Dorfvorsteher Hashim, der ihr half, bei seiner Familie zu wohnen und zur Schule zu gehen. Sarah nutzte ihre Chance: Innerhalb eines Jahres übersprang sie zwei Klassen und wurde zur Jahrgangsbesten. Heute lebt Sarah wieder zu Hause, hilft nach der Schule im Haushalt und liebt das Lernen. „Ich möchte meinen Eltern helfen und später meine eigenen Kinder zur Schule schicken!“, sagt Sarah.

Sarahs Mutter Anna unterstützt ihre Tochter heute. „Ich wünsche mir, dass Sarah eine Ausbildung bekommt und ein besseres Leben führen kann als ich.“

Sarah träumt davon, Lehrerin zu werden und andere Mädchen zu inspirieren.

Für Dorfvorsteher Hashim ist klar: „Jungen und Mädchen müssen die gleiche Chance bekommen. Bildung ist der Schlüssel zum Leben. Wenn wir allen Kindern Bildung ermöglichen, schaffen wir eine starke Generation mit Verständnis und Perspektiven.“ Er verweist auf Vorbilder: „Die Präsidentin unseres Landes ist eine Frau. Das zeigt, was möglich ist, wenn Mädchen Bildung erhalten.“
Hashim wurde von World Vision geschult und engagiert sich als Child Monitor: „Ich liebe Kinder und will Verantwortung übernehmen. Meine Hoffnung ist, dass alle Kinder hier zur Schule gehen können – besonders Mädchen, die oft früh verheiratet werden. Mit Bildung bekommen sie die Chance auf ein selbstbestimmtes, besseres Leben.“

Sarahs Geschichte zeigt, wie wichtig Bildung für Mädchen ist und welche Kraft in ihnen steckt, wenn sie die Chance dazu bekommen. Noch immer werden viele Mädchen benachteiligt oder früh verheiratet. Mit einer Patenschaft kannst du Mädchen wie Sarah dabei helfen, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Zukunft selbst zu gestalten.

Schenke einem Mädchen Hoffnung – werde jetzt Patin oder Pate!

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Ntaolengs Geschichte https://worldvision.at/2025/10/27/ntaolengs-geschichte/ Mon, 27 Oct 2025 14:12:48 +0000 https://worldvision.at/?p=3625

In der abgelegenen Gemeinde Masuaneng im Distrikt Mokhotlong in Lesotho kämpfen viele Familien mit einer stillen, aber tiefgreifenden Krise: chronische Nahrungsmittelunsicherheit. Diese wird durch soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Barrieren verstärkt und führt zu hoher Kindersterblichkeit, Mangelernährung und Krankheiten – besonders bei Kindern unter fünf Jahren.
Die Geschichte von Mashakhane und ihrer Tochter Ntaoleng ist ein Beispiel für diese Realität. Mashakhane ist verheiratet und Mutter von zwei kleinen Mädchen. Sie und ihr Mann sind arbeitslos und verdienen gelegentlich etwas durch Feldarbeit während der Erntesaison – meist nur mit ein paar Säcken Gemüse als Bezahlung. In den mageren Monaten jedoch fehlt es der Familie an allem, besonders an Nahrung. Die Kinder, insbesondere die dreijährige Ntaoleng, litten am meisten unter Hunger und Unterernährung.

Ntaoleng wurde im Februar 2022 mit einem Gewicht von nur 1,8 kg geboren – deutlich unter dem Normalgewicht. Sie wurde früh mit Mangelernährung diagnostiziert und musste häufig in staatliche Kliniken gebracht werden. Ihre Entwicklung war stark verzögert, sie wirkte jünger als Gleichaltrige, und ihre Mutter lebte in ständiger Angst um ihr Leben.

„Ich konnte nachts kaum schlafen, aus Angst, dass meine Tochter am nächsten Morgen nicht mehr lebt.“ -Mashakhane


Trotz aller Bemühungen – Stillen, Brei und Suppen – nahm Ntaoleng kaum zu. Ihre Mutter fühlte sich schuldig und vermutete, dass ihre eigene Unterernährung während der Schwangerschaft die Ursache war. Die Situation schien aussichtslos, bis ‘Mashakhane im Jahr 2023 einem von World Vision Lesotho unterstützten Ernährungsklub beitrat. Dort lernte sie, wie man gesunde Mahlzeiten zubereitet, Lebensmittel konserviert und einen eigenen Garten anlegt. Gemeinsam mit ihrem Mann baute sie Spinat, Karotten und Rote Beete an und bereitete daraus nährstoffreiche Mahlzeiten für ihre Kinder zu.

Bei einer Untersuchung wurde Ntaoleng erneut als unterernährt eingestuft und erhielt Unterstützung durch ein Ernährungsprogramm. Anfangs war ihre Genesung langsam, doch mit jeder Mahlzeit verbesserte sich ihr Zustand. Heute ist sie ein lebhaftes, fröhliches Kind, das spielt, lacht und sich altersgerecht entwickelt.
Mashakhane ist heute eine selbstbewusste Mutter, die stolz ihre konservierten Lebensmittel zeigt und sagt: „Ich weiß jetzt, wie ich meine Kinder gesund großziehen kann. Wir gehen nicht mehr hungrig ins Bett.“
Diese Geschichte steht stellvertretend für viele Familien in Lesotho. Sie zeigt, wie Bildung, Gemeinschaft und gezielte Hilfe Leben verändern können. Dank der Unterstützung von World Vision, lokalen Gesundheitshelfern und Ernährungsklubs erhalten Kinder wie Ntaoleng eine zweite Chance – eine Chance auf Gesundheit, Wachstum und ein Leben voller Hoffnung.


Es reicht! Hunger darf kein Kind daran hindern, gesund aufzuwachsen. Mit einer Patenschaft kannst du das ändern!

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Rijus Geschichte https://worldvision.at/2025/10/13/rijus-geschichte/ Mon, 13 Oct 2025 13:04:11 +0000 https://worldvision.at/?p=3487

Riju ist 11 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Suagram, einem kleinen, grünen Dorf im Süden Bangladeschs. Früher war Riju stark unterernährt, wog bei seiner Geburt gerade einmal 2200 Gramm. Doch durch die Unterstützung von World Vision und seinem Paten konnte sich nicht nur sein Leben, sondern auch das vieler anderer Kinder nachhaltig verändern.

Denn World Vision denkt größer: Wenn ein Kind gesponsert wird, profitieren gleich mehrere Kinder und deren Familien. Auch in Suagram war das der Fall. Neben Riju erhielten viele weitere Kinder wichtige Unterstützung. Dabei lernen Mütter, wie sie mit einfachsten Mitteln gesunde Mahlzeiten zubereiten, Krankheiten früh erkennen und ihre Kinder liebevoll und bewusst versorgen. Auch einfache Hausmittel werden verwendet, um Krankheiten wie Durchfall oder Lungenentzündung frühzeitig zu behandeln. Das Besondere: Die Programme setzen auf lokale Lösungen – und auf den Austausch von Wissen innerhalb der Gemeinschaft.

Dank der Patenschaft erhielt Riju zum Beispiel einen Rucksack, Bücher und Saatgut für Obstbäume. Sein Vater lernte, wie er durch den Anbau von Gemüse das Familieneinkommen vervierfachen kann. Seine ältere Schwester schloss sogar ein Masterstudium ab.

Riju geht heute gesund und glücklich zur Schule, spielt gerne Cricket, schwimmt mit Freunden und hat große Pläne für die Zukunft.

Doch das Erfreulichste: Auch seine Freunde, die keine Paten haben, profitieren von den Programmen. Deb, Surjo, Anup und Jack – sie alle erhielten Schulmaterialien, gesunde Ernährung, Aufklärung und die Chance auf ein besseres Leben.
Dank des gemeinschaftlichen Ansatzes und der gezielten Unterstützung durch Paten wurde Rijus Familie zum Vorbild. Heute suchen andere Eltern bei ihnen Rat, wie sie ihre Kinder besser ernähren und fördern können.

Die Geschichte von Riju zeigt, wie viel Gutes eine einzelne Kinderpatenschaft bewirken kann – nicht nur für ein Kind, sondern für ein ganzes Dorf. Mit einfachen Mitteln, praktischen Schulungen und viel Herz konnte eine Entwicklung angestoßen werden, die weit über den Einzelnen hinausgeht.

Es reicht! Hunger darf kein Kind daran hindern, gesund aufzuwachsen. Mit einer Patenschaft kannst du das ändern!

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Michaels Vermächtnis für Bildung https://worldvision.at/2025/09/30/testamentsspende-im-bereich-bildung/ Tue, 30 Sep 2025 11:09:06 +0000 https://worldvision.at/?p=3316

Bildung lag Michael B. als ehemaligem Lehrer besonders am Herzen. Dank seines Vermächtnisses entstanden 28 Leseclubs in Fiama, Sierra Leone – ein Geschenk, das Generationen von Kindern begleitet.

Michaels Geschichte

Michael B. begleitete uns über 20 Jahre als Pate bei World Vision. In all diesen Jahren unterstützte er mehrere Patenschaftsprojekte – in Malawi, Eswatini und Mosambik. Der afrikanische Kontinent lag ihm besonders am Herzen. Einige Projekte besuchte er sogar persönlich und traf seine Patenkinder vor Ort.

Ob als „Leseopa“ für Volksschulkinder oder als Lernbuddy für Jugendliche in Wien – Michael war ein engagierter Mensch. Er verstarb unerwartet im Alter von 80 Jahren.

Sein Engagement endete nicht mit seinem Leben: Nachdem er alles Persönliche geregelt hatte, bedachte er World Vision gemeinsam mit drei weiteren Organisationen mit einer Testamentsspende. Bildung lag Michael als ehemaligem Lehrer besonders am Herzen. So wurde sein Vermächtnis mit großer Dankbarkeit für Bildungsprojekte in Sierra Leone eingesetzt – und wirkt bis heute nach.


28 Leseclubs für Kinder in Sierra Leone

Was mit Michaels Vermächtnis erreicht wurde:
28 Leseclubs gegründet
In 8 verschiedenen Gebieten des Projekts Fiama entstanden Leseclubs, ausgestattet mit allen nötigen Lehr- und Lernmaterialien.
50 Freiwillige geschult
29 Männer und 21 Frauen lernten, die Leseclubs zu leiten und Kinder bei der Verbesserung ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten zu unterstützen.
Begeisterung für das Lesen geweckt
Durch Aufklärungs-Events an Schulen und in Dörfern wurden Kinder, Lehrkräfte und Eltern für das Lesen begeistert. Eltern lernten, wie sie ihre Kinder am besten beim Lesen und Lernen unterstützen können.
Bildungsqualität gestärkt
Drei Arbeitsgruppen wurden gegründet und befähigt, bei der lokalen Regierung für gute Schulbildung einzutreten.
Das Ergebnis: Kinder haben mehr Spaß am Lesen – und ihre Leseleistung steigt deutlich. Michaels Vermächtnis schenkt ihnen Bildung und damit eine bessere Zukunft.

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Janukas Geschichte https://worldvision.at/2025/09/25/janukas-geschichte/ Thu, 25 Sep 2025 10:36:35 +0000 https://worldvision.at/?p=3209

„Weil ich eine Patin hatte, konnte ich zur Schule gehen, regelmäßig essen und jetzt helfe ich anderen, genau das auch zu schaffen.“ – Januka, 18

In den ländlichen Regionen von Udayapur, Nepal, ist Hunger trauriger Alltag. Rund 36 % der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt – mit gravierenden Folgen für ihre Entwicklung und ihre Zukunft. Viele Familien leben von der Landwirtschaft. Fällt die Ernte aus, fehlen nicht nur Mahlzeiten – oft bleibt auch der Schulbesuch der Kinder auf der Strecke.

So war es auch bei Januka. Ihre Kindheit war geprägt von Unsicherheit: Würde es morgen genug zu essen geben? Könnte sie weiter zur Schule gehen?
Doch dann änderte sich ihr Leben grundlegend – durch eine Kinderpatenschaft mit World Vision. Ab ihrem achten Lebensjahr erhielt sie regelmäßige Unterstützung, konnte die Schule besuchen und wurde zur Klassenbesten. Heute, mit 18 Jahren, ist sie die Erste in ihrer Familie, die ein Universitätsstudium aufnimmt.
Und Januka denkt weiter: Mit großem Engagement setzt sie sich nun für bessere Ernährung und den Kampf gegen den Hunger in ihrer Gemeinde ein.

Heute arbeitet Januka auf vier Ebenen daran, die Ernährungssituation in Udayapur zu verbessern:

In Gesundheitszentren informiert sie werdende Mütter über ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit – entscheidend für das Überleben und Gedeihen der Neugeborenen im ersten Lebensjahr.

Mit ihrem eigenen Gemüsegarten zeigt sie, wie lokale, saisonale Produkte gesunde Ernährung sichern und zugleich die Abhängigkeit von teuren Importen verringern können.

In Spargruppen hilft sie Frauen, kleine Summen zu sparen und in Projekte zu investieren, die ihre Familien besser ernähren – etwa durch Hühnerhaltung oder Gemüsegärten. Einfache Maßnahmen, die große Wirkung zeigen.

An Schulen führt sie mit Theaterstücken Kinder spielerisch an das Thema gesunde Ernährung heran – und inspiriert so die nächste Generation.

Janukas Weg zeigt: Hunger ist kein Schicksal, sondern eine Herausforderung, die mit Bildung, Wissen und gezielter Unterstützung überwindbar ist. Ihre Geschichte beginnt mit einer einfachen, aber tiefgreifenden Tat – einer Patenschaft.

Es reicht! Hunger darf kein Kind daran hindern, gesund aufzuwachsen. Mit einer Patenschaft kannst du das ändern!

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