Inland

Wie heute bekanntwurde, ist sich die Regierung bei ihrem neuen Gesetz zum beschleunigten Erneuerbaren-Ausbau (EABG) einig. Länder und Gemeinden, die den Ausbau unterstützen, sollen finanziell profitieren, bei Verfehlen der Ziele hingegen drohen Strafen und Förderkürzungen. Für den Gesetzesbeschluss im Nationalrat braucht es eine Zweidrittelmehrheit.

Das Gesetz soll verbindliche Ausbauziele für jedes Bundesland vorsehen. Angekündigt war das Gesetzesvorhaben als eines von mehreren Energie-„Leuchtturmprojekten“ der Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS schon für letzten Sommer.

Nach der neuerlichen Energiekrise durch den Krieg im Nahen Osten ist der Druck auf die Regierung, die Energiewende voranzutreiben, nochmals gestiegen. Durch schnellere Genehmigungsverfahren soll das Ausbautempo erhöht werden.

Das Gesetz ist notwendig, um das Ziel, die jährliche Stromproduktion bis 2030 um 27 Terawattstunden zu steigern, doch noch zu schaffen. Damit soll Österreichs Beitrag zur Klimaerwärmung und die Abhängigkeit von fossilen Importen reduziert werden.

Grüne: „Ordentlich Nachbesserungsbedarf“

Die Grünen zeigten sich vom Entwurf enttäuscht und sahen „noch ordentlichen Nachbesserungsbedarf“. So werde der Entwurf weder der „Dringlichkeit der Aufgabe“ noch den „eigenen Ankündigungen der Bundesregierung“ gerecht. Die Flächenziele seien auch im neuen Entwurf „völlig unzureichend“, kritisierte der grüne Energiesprecher Lukas Hammer.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) geht straf- und zivilrechtlich gegen die FPÖ vor, berichteten mehrere Medien heute.

Zuvor habe die FPÖ die Behauptung in sozialen Netzwerken verbreitet, Meinl-Reisinger sei Ende Februar mit Geldkoffern nach Kiew gereist, um dort österreichisches Steuergeld bar an ukrainische Stellen zu übergeben. Konkret sehen die Anwälte der NEOS-Chefin die Tatbestände der üblen Nachrede und Rufschädigung erfüllt.

„Als politische Partei Menschen gezielt und bewusst mit Lügen zu manipulieren ist kein gangbarer Weg für Österreich. Die FPÖ darf nicht ungestraft Lügen verbreiten“, so die Außenministerin. Zwar beziehen sich die Vorwürfe der FPÖ auf „Gerüchte“. Diese habe die FPÖ bzw. „Personen aus ihrem eigenen Dunstkreis“ aber selbst in die Welt gesetzt.

FPÖ-Politiker sagten in den vergangenen Monaten wiederholt öffentlich, es halte sich „hartnäckig das Gerücht“, wonach österreichische Regierungsmitglieder mit Geldkoffern in die Ukraine reisten, um Steuergeld in bar zu übergeben.

Zahlungen an die Ukraine würden niemals in bar und ausschließlich über offizielle Kanäle laufen, so Meinl-Reisinger. Zudem würde die Unterstützung klaren gesetzlichen Vorgaben, Dokumentationspflichten und parlamentarischer Kontrolle unterliegen.

Nach der breiten Kritik an der Begutachtungspraxis der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), des Sozialministeriumservice und auch bei Gerichtssachverständigen will man seitens der Koalitionsfraktionen ÖVP, SPÖ und NEOS für die aufgezeigten Probleme nun Lösungen suchen, hat heute die APA berichtet. Man sei sich des Problems bewusst.

Die Probleme würden „ernst genommen“, hieß es aus dem ÖVP-Parlamentsklub zur APA, auch aus der SPÖ wurde erklärt, diese seien „bekannt“. NEOS verwies auf den Plan einer gemeinsamen Begutachtungsstelle.

Seitdem vor rund zwei Wochen eine im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich erstellte Studie neuerlich Missstände bei Begutachtungen der PVA aufgezeigt hat, häuft sich die Kritik am Gutachterwesen.

Gemeinsame Begutachtungsstelle „herausfordernd“

„Die Hinweise müssen jetzt in einem objektiven Verfahren geprüft werden, bei dem Ärztinnen und Ärzte in ihrer fachlichen Einschätzung immer frei und unbeeinflusst bleiben“, erklärte der ÖVP-Klub in einem schriftlichen Statement. „Die Suche nach Lösungen ist im Gange“, hieß es von der SPÖ. Man werde „sehen müssen, dass es für verschiedene Ansprüche verschiedene Voraussetzungen gibt“.

Der Forderung nach einer von zahlreichen Seiten gewünschten unabhängigen, von der PVA getrennten Begutachtungsstelle tritt man vor allem im NEOS-Klub nahe. Insgesamt werde es aber „herausfordernd“, die geplante gemeinsame Begutachtungsstelle umzusetzen, räumte NEOS-Sozialsprecher Johannes Gasser ein.

Kritik von FPÖ und Grünen

Eine unabhängige Begutachtungsstelle würde die FPÖ gerne mittragen, ebenso die Grünen. Heftige Kritik am Gutachterwesen kam aus den Parlamentsklubs der Oppositionsparteien. FPÖ-Behindertensprecher Christian Ragger kritisierte die zahlreichen Abweisungen und den daraus oftmals nötigen Gang vor Gericht.

Im Grünen Klub hieß es darüber hinaus, die „Belege für massive strukturelle Probleme im Begutachtungswesen“ seien inzwischen so zahlreich und so klar, „dass man sie nicht mehr wegdiskutieren kann“. Auch die Grünen kritisierten, dass Betroffenen oftmals erst vor Gericht ihre Ansprüche zugesprochen werden.

Die FPÖ hat heute drei weitere Auskunftspersonen für den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek geladen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Polizeibeamte, die mit dem Todesfall befasst waren.

Das Verlangen stieß auf keinen Widerstand, hieß es gegenüber der APA. Wann die drei Beamten genau aussagen sollen, steht noch nicht fest. Sämtliche Auskunftspersonen hätten „zahlreiche Wahrnehmungen zum Untersuchungsgegenstand“, hieß es lediglich im freiheitlichen Verlangen.

Die FPÖ hatte bereits mehrere Polizisten und Polizistinnen im U-Ausschuss befragt. Von Interesse ist vorwiegend, ob es politischen Einfluss auf die Ermittlungen nach dem Tod des einstigen Justizsektionschefs Christian Pilnacek gegeben hat.

Krieg in Nahost

Die EU-Kommission fordert Insidern zufolge die Mitgliedsstaaten auf, ihre Gasspeicher angesichts des Iran-Krieges so schnell wie möglich für den kommenden Winter aufzufüllen. Hintergrund seien die Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten, sagten EU-Diplomaten der Nachrichtenagentur Reuters heute.

Bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen ermutige die EU-Kommission die Regierungen, bereits im April mit der Einspeicherung zu beginnen.

Zwar betone die Kommission, dass es keine unmittelbare Gefahr für die europäische Gasversorgung gebe, da die EU vor allem aus Norwegen und den USA beliefert werde. Ein frühes Auffüllen solle jedoch den stark gestiegenen Preisen entgegenwirken und einen späteren Ansturm auf Gas verhindern.

Die iranische Revolutionsgarde hat einer Analyse zufolge in der Straße von Hormus eine Art „Mautsystem“ zur Kontrolle der internationalen Schifffahrt eingeführt.

Dabei müssten Schiffe vollständige Unterlagen vorlegen, Freigabecodes einholen und eine von der Revolutionsgarde begleitete Durchfahrt durch einen einzigen kontrollierten Korridor akzeptieren, hieß es heute in einer Publikation des Schifffahrtsmagazins „Lloyd’s List“.

Das Magazin berief sich dabei unter anderem auf Schifffahrtsdaten und mehrere mit dem neuen System vertraute Quellen. Seit dem 13. März hätten insgesamt 26 Schiffe die Meerenge auf dieser Route um die Insel Larak vor der Südküste des Iran durchquert, hieß es.

Mit Hilfe von Echtzeit-Schiffsverkehrsdaten konnten nach dem 15. März keine Durchfahrten mehr über die übliche Route erfasst werden, wie es hieß. In weiteren 21 Fällen habe aufgrund fehlender Daten keine Umleitung bestätigt werden können.

Teilweise Zahlung von Gebühren

Bei der Überprüfung durch die Revolutionsgarde hätten mindestens zwei Schiffe eine direkte Gebühr – in chinesischem Yuan – gezahlt, hieß es in dem Bericht. Nicht alle Schiffe waren davon betroffen. Nach positiver Prüfung bekommt das Schiff den Angaben zufolge einen Code, der später per Funk überprüft wird, worauf ein Lotsenboot entsandt wird.

Die für den internationalen Energiehandel zentrale Wasserstraße ist faktisch für weite Teile der Schifffahrt blockiert. Die iranische Kontrolle sowie Warnungen vor Minen, Drohnenangriffen und der Entzug von Kriegsrisikoversicherungen machten die Passage für westliche Reedereien zuletzt nahezu unmöglich. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter hängen in der Region fest.

EU

Das Europaparlament hat heute in Brüssel für ein Verbot von KI-Anwendungen gestimmt, mit deren Hilfe Nutzerinnen und Nutzer sexualisierte Videos und Bilder von Menschen ohne deren Einwilligung erstellen können. Das Verbot soll in einigen Monaten greifen, sobald die Änderung endgültig beschlossen ist.

Es bezieht sich auf Anwendungen, die mit künstlicher Intelligenz Bilder und Videos so verändern oder erstellen können, dass sie „sexuell eindeutige Aktivitäten oder intime Körperbereiche einer bestimmbaren Person ohne deren Einwilligung“ zeigen. Solche Bilder und Videos „schädigen die Opfer und verletzen die Grundrechte auf Würde und Privatsphäre“, heißt es im Gesetzesentwurf zur Begründung.

Verlängerung der freiwilligen Chatkontrolle abgelehnt

Heute fand im EU-Parlament zudem eine weitere Abstimmung zu verbotenen Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch statt: Die Verlängerung der Ausnahmeregelung für die freiwillige Kontrolle auf Missbrauchsdarstellungen von Kindern („Chatkontrolle“) wurde abgelehnt.

Mit der Entscheidung läuft die Regelung, die es Onlinediensten wie Facebook, Instagram und WhatsApp erlaubt, Nachrichtenverläufe auf verbotene Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch zu scannen, aus.

Verpflichtende Chatkontrolle vom Tisch

Die dänische EU-Ratspräsidentschaft hatte sich im Herbst nach jahrelangen intensiven Diskussionen dazu entschieden, das grundsätzliche Ausspähen privater Chatnachrichten aus den Gesetzesplänen zum Vorgehen gegen Kinderpornografie zu streichen. Mehrere Mitgliedsländer hatten sich dagegen ausgesprochen, darunter Österreich und Deutschland.

„Ohne eine Verlängerung der freiwilligen Aufdeckungsmaßnahmen können Onlineplattformen Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs nicht mehr melden. Das tun sie seit über 15 Jahren. Viele Fälle werden unentdeckt bleiben, und Opfer sind schutzlos ausgeliefert. Als Elternteil, Gesetzgeber und Europäer fällt es mir schwer, die heutige Abstimmung im Europäischen Parlament nachzuvollziehen“, kommentierte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) die Abstimmung.

Die EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen die App Snapchat vor. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Kinder und Jugendliche könnten bei Snapchat von Fremden nach Nacktbildern gefragt oder für kriminelle Banden angeworben werden und Informationen zum Kauf von Drogen bekommen, teilte die Kommission heute mit.

Sie will prüfen, ob das Unternehmen ausreichend gegen solche Fälle vorgeht. Auch bei vier großen Pornoseiten wurden Jugendschutzmängel festgestellt.

Über Snapchat können Nutzende private Fotos und Videos hin und her schicken sowie öffentlichen Profilen folgen. Die Kommission befürchtet, dass sich Erwachsene „mit böser Absicht“ als Minderjährige ausgeben und dort mit Kindern und Jugendlichen chatten. Zahlreiche Influencer machen über die Plattform zudem Werbung für ihre Produkte.

Geldstrafe möglich

Die EU-Kommission wirft Snapchat außerdem vor, das eigene Mindestalter für die Nutzung nicht konsequent durchzusetzen. Die App ist laut Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, bei der Anmeldung müssen Nutzende aber lediglich ein Geburtsdatum angeben.

In den Ermittlungen geht es zudem um Privatsphäre-Einstellungen für Minderjährige und Push-Benachrichtigungen, die nach Einschätzung aus Brüssel die Suchtgefahr fördern.

„Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Snapchatter haben oberste Priorität", teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Snapchat sei nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, die hohen Sicherheitsstandards des DSA zu erfüllen“, und werde im Laufe der Ermittlungen mit der Kommission zusammenarbeiten, erklärte sie weiter.

Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) dürften einige Monate dauern. Bestätigen sich die Vorwürfe, kann die Kommission eine Geldstrafe gegen Snapchat verhängen.

Auch vier großen Pornoseiten drohen Strafzahlungen in der Europäischen Union. Die EU-Kommission stellte bei diesen Mängel beim Jugendschutz fest. Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos nähmen in Kauf, dass durch eine lasche Altersüberprüfung auch Minderjährige ihre Inhalte sehen können, teilte die Kommission mit.

Das EU-Parlament hat heute in Brüssel seine Position zur EU-Rückführungsrichtlinie („Abschiebegesetz“) festgelegt. Die anwesenden österreichischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP stimmten mit Ja, die von SPÖ und Grünen mit Nein, von NEOS gab es eine Enthaltung. Der von EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) vorgelegte Gesetzesvorschlag sieht deutlich strengere Regeln als bisher vor.

So sollen Abschiebungen von irregulär Einreisenden in Zukunft einfacher und schneller gehen. Auch die umstrittenen Abschiebezentren („Return-Hubs“) außerhalb der EU wären mit dem neuen Gesetz möglich.

Karner und Brunner begrüßen Votum

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) begrüßte das Votum. „Es ist wichtig, dass das europäische Parlament die nächste Hürde genommen hat, um die dafür notwendige Rechtsgrundlage zu schaffen. Wir unterstützen zügige Verhandlungen des EU-Vorsitzes für einen baldigen Abschluss“, so Karner laut Aussendung.

„Mit der heutigen Abstimmung im Parlament sind wir einen Schritt näher gekommen, die Instrumente zu erhalten, die wir dafür brauchen. Wir arbeiten nun an raschen Verhandlungen“, hieß es in einem Statement von EU-Kommissar Brunner. Der Beschluss sei ein wichtiger erster Schritt, „um die völlig gescheiterte Rückführungspolitik der EU endlich zu verschärfen“, sagte die FPÖ-EU-Abgeordnete Petra Steger.

Kritik an „Return-Hubs“

Die „Return-Hubs“ in Drittstaaten sollen nur in Fällen möglich sein, für die bereits ein Rückführbescheid erlassen wurde. Entsprechende Abkommen können laut Entwurf mit einem Drittland geschlossen werden, das die internationalen Menschenrechtsstandards und -grundsätze achte.

Menschenrechtsorganisationen hatten hier Bedenken geäußert. Amnesty International betonte, „Return-Hubs“ seien mit dem Völkerrecht unvereinbar und müssten abgelehnt werden. Schutzsuchenden drohe „die Abschiebung in Drittstaaten, die sie nie betreten haben“.

Auch der grüne EU-Abgeordnete Thomas Waitz kritisierte das „Deportationsgesetz mit seinen ICE-Methoden“ als „zutiefst menschenverachtend und rassistisch“. Fachleute hatten bereits vor dem Beschluss Kritik geübt.

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Das EU-Parlament hat die Umsetzung einer Handelsvereinbarung zwischen der EU und den USA aus dem vergangenen Jahr einen Schritt vorangebracht. Die Abgeordneten stimmten heute in Brüssel dafür, die europäischen Zölle auf US-Industrieprodukte zeitweise abzuschaffen, stellten dafür aber eine Reihe von Bedingungen auf. Der Gesetzesentwurf geht nun in die Verhandlungen mit dem Rat der 27 EU-Staaten.

Die Abschaffung der Industriezölle ist Teil einer Vereinbarung, die US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im vergangenen August geschlossen haben. Die USA verpflichteten sich im Gegenzug, auf die meisten EU-Produkte maximal einen 15-prozentigen Zoll zu erheben.

Gesetzesbeschluss war zeitweise auf Eis

In der EU müssen das Europaparlament und der Rat der Mitgliedsstaaten die Umsetzung per Gesetz beschließen, das dauert mehrere Monate. Die Abgeordneten legten ihre Arbeit an der Umsetzung im Jänner auf Eis, zunächst wegen Trumps Drohungen gegen Grönland. Später sorgten das Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen die US-Zölle sowie die Einführung neuer Sonderzölle für Unsicherheit.

Der Sonderzoll auf die meisten europäischen Produkte liegt derzeit bei zehn Prozent, Trump hat mit einer Erhöhung auf 15 Prozent gedroht. Dazu kommen reguläre Zölle in Höhe von im Schnitt 4,8 Prozent, die es schon vor Trumps Amtszeit gab. Auf Stahl- und Aluminiumprodukte wird ein Sonderzoll von 50 Prozent fällig.

Die Abschaffung der Industriezölle soll nur dann greifen, wenn die USA ihre Zusagen vom vergangenen August voll einhalten. Erhöht Trump die Zölle zu einem späteren Zeitpunkt wieder, soll die EU-Kommission die Abschaffung rückgängig machen.

Ausland

Angesichts des Ukraine-Krieges und der weltweit angespannten Sicherheitslage haben die NATO-Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben weiter gesteigert.

Wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht des Verteidigungsbündnisses für 2025 hervorgeht, gaben im vergangenen Jahr sieben NATO-Länder mehr als drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung aus. Drei Länder erreichten laut den Schätzungen sogar das für 2035 anvisierte Ziel von 3,5 Prozent.

Auf diese Prozentzahl hatten sich die 32 Mitgliedsstaaten auf dem NATO-Gipfel in Den Haag im vergangenen Jahr geeinigt. Zusätzlich sollen die NATO-Länder 1,5 Prozent ihres BIP für verteidigungsrelevante Ausgaben wie Infrastruktur und Cybersicherheit ausgeben.

Auf Druck von Trump

Die meisten europäischen Länder haben seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 ihre Verteidigungsausgaben deutlich hochgefahren. Auf Druck von US-Präsident Donald Trump wurde dann in Den Haag das Fünfprozentziel festgelegt.

Die im Verhältnis zum BIP höchsten Verteidigungsausgaben hatten dem Bericht zufolge Polen mit 4,3 Prozent, Litauen mit vier Prozent und Lettland (3,74 Prozent). Insgesamt stiegen die Verteidigungsausgaben der europäischen NATO-Mitglieder und Kanadas erneut um mehr als 19 Prozent, wie es in dem Bericht hieß.

Die Verteidigungsausgaben der USA entsprachen im vergangenen Jahr 3,19 Prozent des BIP. In absoluten Zahlen gerechnet gaben die 32 NATO-Länder 2025 den Angaben zufolge 1,63 Billionen Dollar (rund 1,41 Billionen Euro) für Verteidigung aus.

Ein aus Russland kommender Öltanker ist im Schwarzen Meer mutmaßlich von einer Unterwasserdrohne angegriffen worden. Das Schiff habe um Mitternacht eine Explosion im Maschinenraum gemeldet, man gehe davon aus, dass dieser gezielt mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug angegriffen wurde, sagte der türkische Transportminister Abdulkadir Uraloglu heute dem Sender 24 TV.

Die Küstenwache und Expertenteams seien entsendet worden. Es gebe keine Verletzten. Der Betreiber und alle 27 Besatzungsmitglieder seien türkisch, das Schiff fahre aber nicht unter türkischer Flagge. Den genauen Ort des Vorfalls nannte der Minister nicht.

Mit dem Fall vertraute Kreise sagten der dpa, der Tanker sei vor der türkischen Küste vor der Einfahrt zur Meerenge Bosporus, die durch Istanbul führt, angegriffen worden. Zurzeit bestehe nicht die Gefahr, dass das Schiff sinke.

Zusammenhang mit Ukraine-Krieg noch unklar

Der Tanker transportiert offiziellen Angaben zufolge Rohöl, Medien berichteten von einer Ladung von 140.000 Tonnen. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine steht, ist unklar.

Am Samstag war an der Küste der Provinz Ordu am Schwarzen Meer eine mit Sprengstoff beladene Unterwasserdrohne gefunden worden. Sie wurde kontrolliert gesprengt. Die Herkunft war unklar.

Ukraine-Krieg

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban stellt die Durchleitung von Erdgas durch sein Land in die Ukraine ab Juli ein. Eine diesbezügliche Verordnung erschien in der Nacht auf heute im ungarischen Amtsblatt.

Orban will damit nach eigenen Angaben den Druck auf das von Russland angegriffene Nachbarland erhöhen, die durch einen russischen Angriff beschädigte Erdölleitung „Druschba“ schneller wieder in Betrieb zu nehmen.

„Solange die Ukraine uns kein Öl gibt, so lange bekommt sie aus Ungarn kein Gas“, hatte Orban gestern auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Die Blockade der Gasdurchleitungen in die Ukraine wirft Fachleuten zufolge schwerwiegende juristische und europarechtliche Fragen auf.

Der Gashandel liegt nämlich in den Händen von privaten Firmen, darunter Unternehmen, die mit dem Energieträger handeln und solchen, die den Transport durch Röhren bewerkstelligen. In Ungarn ist das der Pipelinebetreiber FGSZ, eine Tochter des Mineralölkonzerns MOL.

Wirtschaft

Der teilstaatliche Energiekonzern OMV und der staatliche Ölkonzern ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten haben heute die Führungsebene für den neuen Petrochemieriesen Borouge Group International (BGI) bestimmt. Roger Kearns übernehme den Posten des Vorstandschefs, teilten die Unternehmen mit. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats sei Sultan Ahmed al-Dschaber ernannt worden.

Das Führungsteam werde komplettiert durch Stefan Doboczky, derzeit Borealis-Chef, als Vertriebschef und Hasan Karam, derzeit Borouge-Chef, als operativen Chef. Die Position des Finanzvorstands soll bis Mai 2026 mit einem externen Kandidaten besetzt werden. Bis dahin werde Daniel Turnheim, derzeit Borealis-Finanzchef, das Amt kommissarisch ausüben.

OMV und ADNOC hatten sich im vergangenen Jahr auf einen Zusammenschluss ihrer Petrochemietöchter Borealis und Borouge sowie die Einbringung der kanadischen Nova Chemicals unter dem Dach der BGI geeinigt. Durch die Fusion entsteht der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent mit einer Kapazität von 13,6 Millionen Tonnen.

Die beteiligten Unternehmen erklärten, die Transaktionen lägen im Zeitplan und sollten Ende März 2026 abgeschlossen werden.

Trotz schwächelnder Wirtschaft befindet sich der heimische Wintertourismus auf Rekordkurs. Von November bis Februar stiegen die Nächtigungszahlen um 5,5 Prozent auf 54,25 Millionen – der höchste jemals gemessene Wert für diesen Zeitraum, wie die Statistik Austria heute mitteilte.

Während die Nächtigungen von Gästen aus dem Inland mit 11,42 Millionen stabil blieben, wuchsen die Nächtigungen von Gästen aus dem Ausland um 7,1 Prozent auf 42,83 Millionen.

Mehr Gäste aus Deutschland und den Niederlanden

Insbesondere die wichtigsten Herkunftsmärkte legten zu: Nächtigungen von Gästen aus Deutschland zogen um 6,6 Prozent auf 19,22 Millionen an und aus den Niederlanden um 8,8 Prozent auf 5,81 Millionen – zusammen machten sie laut Statistik Austria die Hälfte aller ausländischen Nächtigungen aus.

Von insgesamt 15,15 Mio. Ankünften (plus 6,3 Prozent) entfielen 11,07 Mio. (plus 8,1 Prozent) auf Gäste aus dem Ausland und 4,08 Mio. (plus 1,6 Prozent) auf inländische Gäste.

Starker Februar, aber schwacher März befürchtet

„Mit einem Anteil von mehr als einem Viertel an allen Nächtigungen im Winter ist der Februar traditionell der wichtigste Monat der touristischen Wintersaison“, sagte Statistik-Generaldirektorin Manuela Lenk laut Aussendung.

„Heuer haben die auf drei Termine gestaffelten Semesterferien in Österreich und die Winterferien in den Nachbarländern die Übernachtungen in heimischen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Februar auf 18,09 Millionen steigen lassen.“ Das sind um 5,1 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres.

Trotz der Rekordzahlen zeigt sich die heimische Hotellerie zurückhaltend und warnt vor einem „deutlich“ schwierigeren März. „Österreichweit sehen wir eine spürbare Zurückhaltung bei den Buchungen – und das in einer Phase, in der wir eigentlich Planungssicherheit brauchen“, so Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich.

Chronik

Beim Versuch, auf eine Flussfähre aufzufahren, ist in Bangladesch ein Bus mit mehr als 40 Fahrgästen ins Wasser gestürzt. Mindestens 26 Menschen wurden getötet, darunter mehrere Kinder, wie die Polizei im betroffenen Bezirk Rajbari heute mitteilte.

Menschen versammeln sich nahe des Unglücksortes
IMAGO/ZUMA Press Wire/Rubel Karmaker

Das Unglück ereignete sich gestern knapp 80 Kilometer von der Hauptstadt Dhaka entfernt im Distrikt Rajbari an einer schwimmenden Anlegestelle. Die meisten Opfer wurden tot aus dem Fluss Padma geborgen. Viele von ihnen waren in dem gesunkenen Fahrzeug eingeschlossen. Unklar war, ob noch Menschen vermisst wurden.

Bergung dauerte mehrere Stunden

„Der Bus fiel vor unseren Augen in den Fluss, wir konnten nichts tun“, sagte ein Beamter an der Unglücksstelle. Einige Passagiere hätten sich retten können, indem sie ans Ufer geschwommen seien.

Vermutet werde, dass eine Fähre mit Wucht auf den Ponton gestoßen sei, sodass der Busfahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren haben könnte. Es dauerte nach Angaben der Behörden mehr als fünf Stunden, um den Bus aus etwa 20 Meter Tiefe aus dem Fluss zu ziehen.

Medien

Nach Klaus Webhofer im vergangenen Jahr führt heuer „ZIB Talk“-Gastgeberin Simone Stribl bereits zum zweiten Mal nach 2020 durch die ORF-„Sommergespräche“.

Die Interviewreihe mit den Vorsitzenden der im Parlament vertretenen Fraktionen ist heuer vom 10. August bis zum 7. September immer montags um 21.05 Uhr in ORF2 und ORF ON zu sehen und in ORF.at nachzulesen. Schauplatz der Interviewreihe ist wie im Vorjahr die „Studio 2“-Terrasse im ORF-Mediencampus auf dem Küniglberg.

Simone Stribl
ORF/Roman Zach-Kiesling

„Entscheidende Fragen für Publikum stellen“

„In wirtschaftlich und politisch turbulenten Zeiten die entscheidenden Fragen für unser Publikum zu stellen – für mich der wichtigste Auftrag dieser Gespräche“, wurde Stribl in einer Aussendung zitiert. Mit ihr setze man „auf eine Moderatorin, die innenpolitische Zusammenhänge nicht nur versteht, sondern auch präzise und verständlich vermitteln kann“, so ORF-Chefredakteur Johannes Bruckenberger.

Die gebürtige Oberösterreicherin absolvierte das Diplomstudium Journalismus und Medienmanagement an der FH Wien. 2008 begann sie ihre journalistische Karriere in der Redaktion des ORF-„Reports“, ehe sie 2013 in die ZIB-Innenpolitikredaktion wechselte.

Seit 2017 gehört die 39-Jährige auch zum ORF-Team der „Pressestunde“, ab 2019 moderierte sie den „Runden Tisch“. Seit Jänner 2022 ergänzt Stribl das Moderationsteam der ZIB-Ausgaben in der Früh und der ZIB um 13.00 Uhr, außerdem gehört sie zum „ZIB Talk“-Team.

Gesundheit

In Italien ist der erste Fall eines nachweislich mit dem Vogelgrippevirus H9N2 infizierten Menschen festgestellt worden. Es handle sich dabei um den ersten Fall in Europa, bestätigte das Gesundheitsministerium in Rom.

Bei dem Infizierten handelt es sich um einen in der Lombardei lebenden Mann aus Afrika, der sich dort mit dem Virusstamm H9N2 angesteckt hat. Alle Personen, die Kontakt mit dem Mann hatten, wurden negativ getestet.

Das bestätigt, dass bisher keine Übertragung des Vogelgrippevirus A(H9N2) von Mensch zu Mensch nachgewiesen wurde. „Es besteht daher keine Alarmlage in Italien“, versicherte der Epidemiologe Gianni Rezza laut Medienangaben. Dennoch sei die Überwachung durch das Gesundheitsministerium aktiv.

Seit 1998 weltweit 195 infizierte Menschen

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden seit 1998 und bis zum 27. Februar 2026 weltweit 195 Fälle von A(H9N2) beim Menschen in zehn Ländern in Asien und Afrika gemeldet. Zwei Infektionen verliefen tödlich.

Es wurden bisher weder Cluster von Infektionen mit A(H9N2) beim Menschen noch dokumentierte Fälle einer Übertragung von Mensch zu Mensch gemeldet. Der direkte Kontakt mit infizierten Vögeln oder kontaminierten Umgebungen gilt als wahrscheinlichste Infektionsquelle für Vogelgrippeviren beim Menschen.