Krieg in Nahost
Iran: „Schwere Schäden“ an Strom- und Wasseranlagen
Die Wasser- und Energieversorgung des Iran ist nach Angaben aus Teheran durch die Angriffe der USA und Israels stark beschädigt worden. Die lebenswichtige Trinkwasser- und Strominfrastruktur des Landes habe „durch Terror- und Cyberangriffe“ der USA und Israels „schwere Schäden erlitten“, erklärte der iranische Energieminister Abbas Aliabadi heute nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.
Die Angriffe richteten sich laut seinen Worten gegen „Dutzende von Anlagen zur Wasserversorgung und Wasseraufbereitung“, außerdem hätten sie „Teile der kritischen Versorgungsnetze“ zerstört. Derzeit werde daran gearbeitet, die Schäden zu beheben.
Gegendrohung nach Trumps Ultimatum
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum bis Dienstag für die Wiederöffnung der Straße von Hormus gestellt. Sollte Teheran die Meerenge nicht wieder öffnen, „werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören“, warnte Trump. Teheran drohte daraufhin mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in der Region. Die Wasseranlagen sind lebenswichtig für Millionen Menschen in den von Trockenheit geprägten Ländern der Golfregion.
red, ORF.at/Agenturen
Netanjahu: Weitere Länder müssen sich Krieg anschließen
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat weitere Länder dazu gedrängt, sich dem Krieg gegen den Iran anzuschließen. „Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf Diego Garcia abgefeuert“, sagte Netanjahu bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad, in der gestern Abend eine iranische Rakete eingeschlagen und schwere Zerstörungen angerichtet hatte.
Raketenangriff auf Diego Garcia als Warnung
Der Iran hatte nach Angaben des Staatsfernsehens ebenfalls gestern zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste.
„Sie haben jetzt die Kapazität, tief nach Europa vorzudringen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Der Iran habe schon europäische Länder wie Zypern angegriffen. Mit der Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus versuche Teheran außerdem, „die gesamte Welt zu erpressen“.
Netanjahu fragte: „Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?“ Es sei an der Zeit, „dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen“, sagte Netanjahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen.
red, ORF.at/Agenturen
USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen
Die USA haben in ihrem Krieg gegen den Iran vorübergehend Sanktionen auf iranisches Erdöl, das sich aktuell auf Schiffen befindet, gelockert.
Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt. Mit der temporären Aufhebung von Sanktionen auf Erdöl versuchen die USA, die steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen.
China und Indien größte Abnehmer
US-Finanzminister Scott Bessent hatte die Lockerung bereits am Donnerstag in Aussicht gestellt. Er geht früheren Angaben zufolge von etwa 140 Millionen Barrel (je 159 Liter) aus. Dabei betonte er, dass iranisches Öl weiterhin vom Persischen Golf nach Indien und China exportiert werde. China und Indien sind die wichtigsten Abnehmer des Rohstoffs aus dem Iran.
Jüngst hatten die USA mitgeteilt, dass russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, vorerst wieder straflos verkauft werden dürfe. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.
Krise durch Blockade der Straße von Hormus
Durch den Krieg im Iran ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Routen des internationalen Öl- und Gashandels. Die Preise für Öl und Gas waren in der Folge drastisch gestiegen. Zuletzt stellte Trump dem Iran ein Ultimatum.
red, ORF.at/Agenturen
Erneut Bericht über Siedlergewalt im Westjordanland
Israelische Siedler haben nach palästinensischen Medienberichten erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Im Umkreis der palästinensischen Städte Jenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden, hieß es. Es sei erheblicher Sachschaden entstanden.
In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden bei den verschiedenen Vorfällen insgesamt sieben Palästinenser verletzt.
Armee verspricht Eingreifen
Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, in der Nacht seien Soldaten und Polizeikräfte in mehrere palästinensische Dörfer im Westjordanland entsandt worden, „nachdem Meldungen eingegangen waren, dass israelische Zivilisten Brandstiftungen an Gebäuden und Eigentum begangen sowie Störungen in der Gegend verursacht hatten“.
Man verurteile „jegliche Form von Gewalt“ und werde „weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bewohner und die öffentliche Ordnung in der Region zu gewährleisten“.
Gewalt nahm mit Gaza-Krieg deutlich zu
Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren ist es auch im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Der israelische Generalstabschef Ejal Samir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser in dieser Woche als „moralisch und ethisch inakzeptabel“ verurteilt.
Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.
red, ORF.at/Agenturen
Ausland
Nach Tod von zwei Anarchisten Razzien in ganz Italien
Nachdem zwei italienische Anarchisten, der 53-jährige Alessandro Mercogliano und die 36-jährige Sara Ardizzone, bei einer Explosion in einem verlassenen Gebäude in einem Park in Rom ums Leben gekommen sind, nimmt die italienische Justiz ihr gesamtes Umfeld ins Visier.
Laut Ermittlern planten die beiden ums Leben Gekommenen einen Anschlag. Durchsuchungen wurden in mehreren Städten Italiens durchgeführt.
Anschlagspläne vermutet
Die beiden Leichen wurden am Freitag in einem Park im Süden der Hauptstadt Rom entdeckt. Durch die Explosion, die sich vermutlich am Donnerstagabend ereignete, wurde das Gebäude im Park der Aquädukte (Parco degli Acquedotti) schwer beschädigt. Spekuliert wird, dass die beiden beim Versuch starben, eine Bombe zu bauen. Der Staatsschutz ermittelt.
Die Behörden prüfen mögliche Anschlagsziele der Anarchisten. Außerdem wird untersucht, woher der verwendete Sprengstoff stammte und ob weitere Personen in die mutmaßlichen Planungen eines Anschlags eingebunden waren. Der Sprengsatz soll aus Düngemittel und einem Zünder bestanden haben. Die Polizei in Rom durchsuchte die Wohnungen von fünf Personen aus der anarchistischen Szene.
Anti-Terror-Komitee tagte
Im Innenministerium kam unter Vorsitz von Ressortchef Matteo Piantedosi das nationale Anti-Terror-Komitee zusammen. An der Sitzung nahmen Vertreter von Polizei und Geheimdiensten teil. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte das Ziel ein Ort im Umfeld des Parks gewesen sein. Als mögliche Ziele im Südosten der Hauptstadt werden unter anderem ein wichtiger Bahnknotenpunkt, ein Polizeikomplex sowie eine Kaserne der Carabinieri genannt.
Die Sicherheitsbehörden bewerten die Lage als äußerst angespannt. In einem aktuellen Jahresbericht der Geheimdienste wird die anarchistische Szene als eine der größten Bedrohungen für das Land eingestuft.
red, ORF.at/Agenturen
Parlamentswahl in Slowenien: Enges Rennen erwartet
Slowenien wählt heute ein neues Parlament. Die Wahllokale öffneten um 7.00 Uhr. Umfragen lassen ein Fotofinish zwischen der Freiheitsbewegung des liberalen Regierungschefs Robert Golob und der konservativen Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) von Oppositionsführer Janez Jansa erwarten.
Nachdem die SDS monatelang mit großem Vorsprung geführt hatte, lagen die beiden Großparteien in der letzten Umfrage nur noch 0,4 Prozentpunkte auseinander. Ebenfalls wenige Zehntelprozentpunkte trennen vier Parteien, die um den dritten Platz kämpfen.
Neue Partei als Königsmacherin?
Königsmacherin könnte die prorussische rechtspopulistische Partei Resni.ca werden, die bisher nicht im Parlament vertreten war. Sollte sich Golob im Amt halten können, wäre er der erste slowenische Premier seit drei Jahrzehnten, dem das gelingt. Jansa strebt sein bereits drittes Comeback als Regierungschef an.
red, ORF.at/Agenturen
Kommunalwahl-Finale in Frankreich: Großstädte im Fokus
In zahlreichen französischen Großstädten findet heute die zweite und entscheidende Runde der Kommunalwahlen statt. In Metropolen wie Paris, Marseille und Lyon wird darüber entschieden, wer künftig das Rathaus führen wird – und der Wahlausgang ist dabei noch sehr offen. Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl gilt das Votum begrenzt auch als Stimmungstest.
Insgesamt wird in mehr als 1.500 französischen Gemeinden gewählt. In den übrigen mehr als 33.000 zumeist kleineren Gemeinden stand bereits nach der ersten Wahlrunde letzten Sonntag ein Sieger fest. Abgestimmt wird nun noch dort, wo keine Partei bzw. Liste eine absolute Mehrheit erreicht hat. Antreten dürfen in der zweiten Runde all jene Listen, die mehr als zehn Prozent der Stimmen erhalten haben.
Bei den Kommunalwahlen stimmen die Franzosen nicht direkt für einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin ab. Sie wählen die Mitglieder des künftigen Rathauses, die dann ihren Chef oder ihre Chefin wählen.
Machtwechsel in Paris und Marseille?
In der Hauptstadt Paris könnte es nach 25 Jahren sozialistischer Regierung einen Machtwechsel geben. Zwar war der Kandidat von Sozialisten, Grünen und Kommunisten, Emmanuel Gregoire, in der ersten Runde deutlich vorne gelandet. Mitte-Kandidat Jean-Yves Bournazel schloss sich dann aber der Liste der Konservativen Rachida Dati an und die Rechtsextreme Sarah Knafo zog ihre Kandidatur zugunsten Datis zurück. Mit der Linken Sophia Chikirou hat Gregoire außerdem eine Gegenkandidatin im eigenen Wählermilieu. Umfragen sagen einen knappen Ausgang voraus.
Auch in Frankreichs zweitgrößter Stadt Marseille ist noch nicht absehbar, ob der Kandidat des linken Lagers, Benoit Payan, Bürgermeister bleiben kann oder der Rechtsnationale Franck Allisio vom Rassemblement National gewinnt.
Ebenfalls sehr umkämpft ist das ostfranzösische Lyon. Der bisherige grüne Bürgermeister Gregory Doucet landete in der ersten Runde quasi Kopf an Kopf mit dem Fußballmanager Jean-Michel Aulas, der für die Konservativen und Mitte-Kräfte ins Rennen ging. Nun hat er sich mit seiner linken Konkurrentin Anais Belouassa-Cherifi zusammengeschlossen, um Aulas auszustechen.
red, ORF.at/Agenturen
Wieder inselweiter Stromausfall auf Kuba
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem inselweiten Stromausfall gekommen. Nach dem Blackout werde unter schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Energieversorgung gearbeitet, teilte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz mit. Bereits am Montag war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen sozialistischen Karibikstaat komplett zusammengebrochen.
Auf Kuba ist die veraltete Infrastruktur aufgrund mangelnder Wartung in schlechtem Zustand. Durch ein von US-Präsident Donald Trump verhängtes Ölembargo hat sich die Lage zudem dramatisch verschlechtert. Die Stromversorgung ist von Öl abhängig, und das Land hat seit drei Monaten keine Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland erhalten.
Ohne Strom verderben die knappen Lebensmittel
In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern verschärfen häufige Stromausfälle und Treibstoffmangel die ohnehin bereits seit Jahren dramatischen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Ohne Energie verderben die wenigen verfügbaren Lebensmittel im Kühlschrank. Die Telefon- und Internetverbindung bricht ständig ab. Krankenhäuser müssen ihre Leistungen kürzen. Der Unterricht an Schulen und Universitäten fällt aus. Aufgrund des Kraftstoffmangels sammelt sich der Müll auf den Straßen, weil eine Müllentsorgung nur eingeschränkt möglich ist.
Selbst die US-Botschaft ist von den Stromausfällen betroffen. Die kubanische Regierung hatte zuletzt einem Bericht der „Washington Post“ zufolge der US-Vertretung eine Einfuhr von Diesel für Generatoren verweigert. Die Botschaft nehme „schamlos“ ein Privileg für sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es.
Washington und Havanna führen vertrauliche Gespräche
Seit der Revolution 1959 unter dem linken Revolutionsführer Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Die kommunistische Regierung Kubas führt die Wirtschaftskrise des Landes auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie auf das aktuelle Ölembargo zurück.
Schon vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela im Jänner hatte Präsident Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen von Kubas südamerikanischen Verbündeten angeordnet. Auch durch Zolldrohungen an potenzielle Lieferanten schnitt er Kubas Ölzufuhr ab. Trump versucht, wirtschaftliche und politische Veränderungen auf der Insel zu erzwingen und hat eine Übernahme Kubas durch die USA angedeutet. Zugleich führen Washington und Havanna Gespräche, deren Inhalt nicht bekannt ist. Havanna hat Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen.
red, ORF.at/Agenturen
Inland
Kommandant warnt vor Sicherheitslücke bei Luftverteidigung
Der Kommandant der Luftstreitkräfte, Gerfried Promberger, hat angesichts von Aussagen von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) zur Eurofighter-Nachfolge vor einer drohenden Sicherheitslücke bei der Luftverteidigung gewarnt.
„Abfangjäger sind kein Luxus, sondern ein zentrales Instrument zur Sicherung der Souveränität, Neutralität und zum Schutz der Bevölkerung Österreichs“, betonte er heute gegenüber der APA.
Marterbauer sah „keinen Spielraum“
Marterbauer hatte zuvor via „Kronen Zeitung“ den Wünschen des Verteidigungsministeriums nach mehreren Milliarden für die Nachfolge der in die Jahre gekommenen Eurofighter eine klare Absage erteilt. Er sehe „keinen Spielraum“ über das Vereinbarte hinaus. Damit zog Marterbauer den Ärger des Koalitionspartners ÖVP auf sich.
„Neutralität darf niemals zur Wehrlosigkeit führen“
„Neutralität darf niemals zur Wehrlosigkeit führen, ganz im Gegenteil. Sie verpflichtet uns, unsere Souveränität selbst zu schützen“, so Promberger. Für die Sicherung des heimischen Luftraums sei „ausschließlich“ die Republik Österreich verantwortlich.
Die Anzahl von 36 neuen Überschallkampfflugzeugen, auf die sich ein interner Bericht zur Evaluierung der „Luftverteidigung 2032+“ festgelegt hat, sei keineswegs aus „Prestige oder Luxus, sondern aus einer klaren und nachvollziehbaren Beurteilung, militärischer Notwendigkeit und der Einsatzrealität“ getroffen worden.
„Bedrohungen halten sich nicht an Bürozeiten“
Es müsse sichergestellt werden, dass jederzeit genügend Abfangjäger zur Einsatzvorbereitung, für Übungen, für die Ausbildung der Militärpiloten, für die technische Überprüfung vorhanden sind und gleichzeitig Einsätze geflogen werden können. „Bedrohungen aus der Luft halten sich nicht an Bürozeiten“, soder Airchief. Für einen 24/7-Betrieb müsse ein Teil der Flotte immer in Einsatzbereitschaft sein.
red, ORF.at/Agenturen
Zahl der Erstanträge auf Asyl stark gesunken
Die Eskalation im Nahen Osten hat in Österreich zumindest vorläufig noch nichts am rückläufigen Trend bei den Asylanträgen geändert. Im Februar wurden laut neuer Monatsstatistik nur noch 347 originäre Ansuchen gestellt, was laut Innenministerium der niedrigste Wert seit über zehn Jahren ist. Auch insgesamt gingen die Antragszahlen weiter zurück.
Konkret wurden im Februar 850 Ansuchen eingebracht, was einem Minus von 41 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2025 entspricht. Gesamt waren es heuer knapp 1.800, davon aber nur 768 originär – das heißt von Personen, die neu eingereist sind. Die übrigen betreffen vor allem nachgeborene Kinder von Flüchtlingen, die sich bereits in Österreich aufgehalten haben.
Meiste Anträge von Syrern
Die meisten Asylanträge kamen heuer von Syrern (468). Davon waren 387 nicht originär. Erhöht hat sich inzwischen umgekehrt die Zahl der Heimkehrer nach dem Machtwechsel in Damaskus.
Seit dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad sind laut Innenministerium mehr als 1.000 Menschen aus Syrien freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt. Im Vergleich dazu hatten in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer Österreich in Richtung ihrer Heimat verlassen.
Unterschiedliche Chancen auf positiven Bescheid
Mittlerweile hat sich auch die Chance für Syrer auf Asyl in Österreich deutlich reduziert. Die Anerkennungsquote heuer lag bei nur 25 Prozent.
Zum Vergleich: Personen aus Afghanistan erhielten zu 68 Prozent Asyl, Iraner zu 56 Prozent. Auch Somalier und Iraker hatten höhere Erfolgschancen als Syrer. Insgesamt gab es heuer 916 positiv beschiedene Anträge, 928-mal wurde subsidiärer Schutz zuerkannt.
Nur 67 Anträge von Iranern
Die Eskalation im Nahen Osten bzw. in der Golfregion nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat bisher noch keinen Einfluss auf Österreichs Asylsystem. Im Jänner und Februar kamen gesamt 67 Anträge von Iranern. Nur zwei Libanesen stellten 2026 ein Ansuchen.
Der Rückgang bei den Asylzahlen hat auch zu einer Entspannung in der Grundversorgung geführt, in der nur noch 8.600 Asylwerber betreut werden. Wie das Innenministerium betont, ist das der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Insgesamt sind die Zahlen mit 51.100 freilich weiter recht hoch, was an den Vertriebenen aus der Ukraine liegt. Doch auch dieser Wert sinkt stetig. Anfang 2025 wurden noch mehr als 52.800 Personen grundversorgt.
red, ORF.at/Agenturen
EU
Tusk wirft Ungarn Informationsweitergabe an Moskau vor
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat Ungarn vorgeworfen, Russland zeitnah über Absprachen auf EU-Gipfeln zu informieren. „Dass Orbans Leute Moskau bis ins kleinste Details über die EU-Gipfeltreffen informieren, dürfte niemanden überraschen“, schrieb der proeuropäische Regierungschef heute auf der Plattform X mit Blick auf den ungarischen Regierungschef.
„Wir hatten diesen Verdacht schon lange“, schrieb Tusk weiter und erklärte damit auch seine zurückhaltende Haltung auf EU-Gipfeln: „Das ist einer der Gründe, warum ich nur dann das Wort ergreife, wenn es unbedingt nötig ist, und nur so viel sage, wie unbedingt nötig ist.“
Szijjarto: „Falschmeldungen“
Zuvor hatte die „Washington Post“ berichtet, Ungarns Außenminister Peter Szijjarto solle mehrfach aus EU-Außenministertreffen heraus mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow telefoniert und ihn über die Beratungen informiert haben. Szijjarto selbst sprach auf X von „Falschmeldungen“.
Orban, der als putin- und trumpnah gilt, hatte am Donnerstag auf dem EU-Gipfel verhindert, dass ein 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine ausgezahlt werden konnte. Er zog damit deutliche Kritik der EU-Staats- und -Regierungschefs auf sich. Auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz warf ihm „grobe Illoyalität“ vor, weil Orban im Dezember einen EU-Beschluss mitgetragen hatte.
Ungarn wählt im April
Im April findet in Ungarn eine Parlamentswahl statt. In Umfragen liegt die Opposition vorne. US-Vizepräsident JD Vance will im Wahlkampf deshalb nach Budapest reisen, um sich für Orbans Wiederwahl einzusetzen. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski kritisierte auf X, dass der nationalkonservative polnische Präsident Karol Nawrocki zur Unterstützung Orbans in die ungarische Hauptstadt reisen wolle.
Orban habe Ungarn durch „Nationalismus und Diebstahl“ zum ärmsten EU-Land gemacht. Ungarns Außenminister Szijjarto wiederum warf Sikorski vor, er wolle die oppositionelle TISZA-Partei unterstützen.
red, ORF.at/Agenturen
Wirtschaft
Slowenien schränkt Treibstoffabgabe an Tankstellen ein
Slowenien schränkt angesichts der angespannten Versorgungslage infolge des Iran-Kriegs und eines zunehmenden Tanktourismus die Abgabemengen von Treibstoff an den Tankstellen leicht ein.
Autofahrer dürfen vorübergehend nur noch höchstens 50 Liter Benzin oder Diesel pro Tag in ihre Fahrzeuge tanken. Für Unternehmen gilt ein Limit von 200 Litern. Ministerpräsident Robert Golob kündigte den Schritt heute auf einer Pressekonferenz in Ljubljana an. Wie die Einhaltung der Regelung kontrolliert werden soll, wurde nicht mitgeteilt.
In Slowenien gilt schon seit Längerem eine amtliche Preisregelung, die den Benzin- und Dieselpreis niedrig hält. Ein Liter Benzin 95 Oktan kostet derzeit 1,466 Euro. Seit Freitag gilt diese Preisregelung jedoch nicht mehr für die Autobahntankstellen – dort bezahlen Autofahrer um die 1,70 Euro pro Liter. Das ist aber noch immer deutlich weniger als in Österreich.
Tanktourismus aus Österreich und Italien
Wegen der weit höheren Benzinpreise in den meisten Nachbarländern hat sich in Slowenien seit Beginn des Iran-Kriegs ein bedeutender Tanktourismus vor allem aus Österreich und Italien entwickelt. Die nun eingeführte Rationierung begründet die slowenische Regierung vor allem damit. Ansonsten seien die Treibstofflager des Landes gefüllt, Probleme gebe es lediglich bei der zügigen Auslieferung an die Tankstellen, sagte Golob.
red, ORF.at/Agenturen
Deutscher Einzelhandel schrumpft deutlich
Der stationäre Einzelhandel in Deutschland
dünnt immer weiter aus. Die Zahl der Geschäfte dürfte in diesem Jahr auf unter 300.000 sinken, wie eine Schätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt. Für 2026 wird ein Rückgang um weitere 4.900 auf dann noch 296.600 erwartet. Schließungen und Neueröffnungen sind darin bereits berücksichtigt, hieß es dazu heute.
Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 lag die Zahl der Geschäfte laut HDE noch nie unter 300.000. In den vergangenen Jahren haben bundesweit bereits Zehntausende Geschäfte geschlossen. Ende 2015 gab es noch etwa 372.000.
Pandemie verschärfte Lage
Besonders während der Coronavirus-Pandemie verschärfte sich die Lage, weil viele Geschäfte zeitweise nicht öffnen durften. 2021 sank die Zahl um 11.500, 2022 um 11.000. Im vergangenen Jahr schrumpfte sie um 4.500 auf rund 301.500. Auch der erstarkende Onlinehandel setzt den stationären Händlern zu. Er erlebte gerade während der Lockdowns bzw. der Pandemie generell einen enormen Boom.
Zahl der Insolvenzen steigt
HDE-Präsident Alexander von Preen warnt vor den Folgen: „Viele Innenstädte leiden heute schon sichtlich unter Leerständen. So kann und darf es nicht weitergehen.“ Die Lage sei vor allem bei vielen mittelständischen Händlern ernst. „Das Umfeld mit der seit Jahren vor sich hin dümpelnden Konsumlaune ist schwierig“, so von Preen. Die Politik sei gefordert, Kosten bei Energie und Beschäftigung zu senken.
Die Zahl der Insolvenzen im deutschen Einzelhandel befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. 2025 verzeichnete der Kreditversicherer Allianz Trade 2.571 Insolvenzen, im Vorjahr waren es noch 2.291. Ein weiterer Anstieg gilt als wahrscheinlich.
red, ORF.at/Agenturen
Umwelt & Klima
Bundesheer arbeitet an seiner CO2-Bilanz
Das Bundesheer hat seine laufende Klimabilanz laut Verteidigungsministerium deutlich verbessern können. Durch die Umstellung auf 100 Prozent zertifizierten Ökostrom sei der CO2-Ausstoß im Infrastrukturbetrieb von rund 22.550 auf etwa 1.440 Tonnen pro Jahr gesenkt worden, was einem Rückgang von über 90 Prozent entspricht, teilte das Ministerium heute in einer Presseaussendung mit.
Durch den Einsatz „vollständig erneuerbar erzeugten Stroms aus Österreich“ werde die Heeresinfrastruktur klimafreundlicher betrieben. In den kommenden Jahren will das Heer außerdem verstärkt nachhaltige Fernwärme nutzen und eigene Energieanlagen auf Basis erneuerbarer Quellen ausbauen, hieß es. Ein Schwerpunkt soll dabei auf Biomasse aus eigenen Beständen gelegt werden.
Biomasse, Wasserkraft und Photovoltaik
So werden beispielsweise das Munitionslager Stadl-Paura (Oberösterreich) sowie Gebäude auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (Steiermark) mit Holz aus dem Heeresforst beheizt. Für die Benedek Kaserne in Bruckneudorf (Burgenland) ist der Bau eines Biomasseheizwerks geplant, das mit Holz aus dem Truppenübungsplatz Bruckneudorf gespeist werden soll.
In puncto Stromversorgung deckt etwa auf dem Truppenübungsplatz Lizum/Walchen (Tirol) ein eigenes Wasserkraftwerk den gesamten Strombedarf der Liegenschaft. Zusätzlich werden Photovoltaikanlagen betrieben, die mehr als 800.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr erzeugen.
Auch die 2025 neu errichteten Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäude der Theresianischen Militärakademie (MilAk) in Wiener Neustadt wurden mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Auf dem Dach des Unterkunftsgebäudes entstand eine Photovoltaikanlage mit mehr als 2.000 Quadratmetern Fläche.
Tanner unterstreicht Fortschritte
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) lobte die „konkreten Fortschritte“ beim Klimaschutz. „Durch den Einsatz von Ökostrom und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen machen wir unsere Infrastruktur Schritt für Schritt nachhaltiger.“ Gleichzeitig werde damit die Versorgungssicherheit der Standorte gestärkt und in eine „zukunftsfähige Landesverteidigung“ investiert, betonte Tanner.
red, ORF.at/Agenturen
Chronik
Medien: Deutscher Politiker nach Skiunfall in Tirol gestorben
Ein deutscher Politiker ist laut Medienberichten infolge eines Skiunfalls in Tirol verstorben. Demnach sei der 52-jährige Sozialdemokrat Carsten Träger in eine Innsbrucker Klinik eingeliefert worden, wo er kollabiert und verstorben sei, wie berichtet wird.
Träger war jahrelang Mitglied des Bundestags und seit Mai 2025 Parlamentarischer Staatssekretär beim deutschen Umweltministerium. Nach Trägers plötzlichem Tod wurde für den Deutschen Bundestag in Berlin Trauerbeflaggung angeordnet. Das teilte Parlamentspräsidentin Julia Klöckner (CDU) heute mit. Träger hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.
Zunächst keine Bestätigung aus Tirol
Klöckner zeigte sich von Trägers Tod „tief betroffen". Am Mittwoch wird der Bundestag Herrn Träger im Plenum gedenken“, kündigte sie an. „Wir sind tief erschüttert“, erklärte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch.
red, ORF.at/Agenturen
Holzboden brach in USA unter Hochzeitsgesellschaft ein
Im US-Bundesstaat New Hampshire ist während einer Hochzeitsfeier der Holzboden unter der Festgesellschaft eingebrochen. Zahlreiche Gäste stürzten in einen darunter liegenden Keller.
Sechs Menschen hätten bei dem Unglück gestern (Ortszeit) in dem Ort Tamworth nicht lebensgefährliche Verletzungen erlitten und seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Feuerwehr des Bundesstaates mit.
Nach Schätzung von Feuerwehrchef Sean Toomey fielen oder rutschten etwa 70 Menschen ungefähr 2,40 Meter tief, wie er dem ABC-Tochtersender WMUR sagte. Seinen Worten zufolge hatte die Trauung gerade begonnen, als der Fußboden nachgab.
Mutmaßlich zu viel Gewicht
Die Ursache des Unglücks war unklar. In einer von Medien zitierten Mitteilung der Feuerwehr hieß es aber, dass Ermittler vermuten, das Gebäude sei mit mehr als 144 Menschen überfüllt gewesen. Die Hochzeitsgesellschaft befand sich dem Portal In Depth NH zufolge in einer Ahornzuckerhütte, die in einem Naturgebiet nahe dem Ort liegt und zusammen mit anderen Gebäuden für Feiern vermietet wird.
Tamworth ist ein Ort im Osten von New Hampshire in einer Seenregion nahe den White Mountains und liegt nördlich von Concord, der Hauptstadt des Bundesstaates.
red, ORF.at/Agenturen
Verletzte nach Explosion zweier Wohnhäuser in Rom
Bei einer Explosion in einem Vorort im Süden Roms sind heute zwei Wohnhäuser eingestürzt. Zwei Menschen wurden laut einer vorläufigen Bilanz in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Einsatzkräfte der Feuerwehr suchten nach weiteren möglichen Opfern unter den Trümmern, berichteten italienische Medien. Vermutet wird, dass die Explosion von einer Gasflasche ausgelöst worden ist.
Die Explosion richtete auch an benachbarten Gebäuden erhebliche Schäden an. Rund 70 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einheiten aus verschiedenen Stadtteilen sowie mit Spezialeinheiten an, darunter Suchhunde und ein Team für komplexe Rettungseinsätze.
Die Druckwelle zerstörte die Wände der betroffenen Gebäude vollständig, Trümmerteile beschädigten zudem geparkte Autos. Die Suche nach weiteren möglichen Verschütteten dauerte an. Die Behörden ermitteln die genaue Ursache der Explosion. Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri machte sich an Ort und Stelle ein Bild der Lage.
red, ORF.at/Agenturen
Religion
Monat zu Verehrung der Reliquien Franz von Assisis endet
Nach einem Monat hat heute die große Reliquienverehrung in der Basilika des Heiligen Franz im italienischen Assisi geendet. Seit dem 21. Februar kamen täglich rund 10.000 Menschen in die Basilika San Francesco in Assisi, um die sterblichen Überreste des Heiligen aus dem Mittelalter zu sehen.
Kardinal Matteo Zuppi, Chef der italienischen Bischofskonferenz, zelebriert dort den Gottesdienst zum Abschluss der Reliquienverehrung.
Gebeine vier Wochen zu sehen
Die sterblichen Überreste des Heiligen Franziskus waren erstmals nach fast acht Jahrhunderten seit dem 21. Februar für einen Monat für die breite Öffentlichkeit in Assisi zu sehen.
Seine sterblichen Überreste ruhen seit Jahrhunderten in einem Sarkophag aus Stein. Am 21. Februar wurde der Sarg von der Krypta in die Basilika überführt – die Gebeine wurden in der Unterkirche in einer Vitrine aus dickem, kugelsicherem Glas ausgestellt.
Einer der bekanntesten Heiligen
Franz von Assisi (1181/82-1226) gehört zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Er war auch Namensgeber für den vergangenes Jahr verstorbenen Papst Franziskus. Der Sarg mit seinem Leichnam wurde nach seinem Tod an einem versteckten Ort in die Erde eingelassen.
1818 gab Papst Pius VII. den Franziskanern die Erlaubnis, das Grab freizulegen. Für den Sarkophag baute man in der Unterkirche der Basilika eigens eine neue Krypta. In Italien, als dessen Schutzpatron Franz von Assisi gilt, gehen die Feiern weiter. Der 4. Oktober, der mutmaßliche Todestag des Franz von Assisi, wurde zum Feiertag erklärt.
red, ORF.at/Agenturen
Science
Russische Rakete startete Richtung ISS
Rund vier Monate nach der Beschädigung einer Startrampe auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hat Russland erstmals wieder ein Raumschiff in Richtung der Internationalen Raumstation (ISS) geschickt.
Eine Sojus-Rakete startete heute mit einem umbenannten Frachtraumschiff ins All, wie auf einem von der russischen Raumfahrbehörde Roskosmos veröffentlichten Video zu sehen war. „Der Flug verläuft normal“, hieß es in einem Kommentar dazu. Das Raumschiff, das Treibstoff, Trinkwasser und Sauerstoff geladen hat, soll am Dienstag an der ISS andocken.
Russlands einzige Startrampe für bemannte Flüge zur ISS war Ende November beim Start einer Sojus-Rakete, die drei Raumfahrer ins All brachte, teilweise eingestürzt. Die Reparaturarbeiten dauerten mehrere Monate.
red, ORF.at/Agenturen