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Cake day: June 23rd, 2024

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  • Problem is that you keep on filling the circumstances with your own personal opinions/assumptions and then confuse these for facts. It is your choice to interpret these things in the most negative way possible or suspecting a conspiracy/“something bigger”, but don’t be surprised if others won’t follow you on that path and grow tired of you trying to keep that wheel spinning.

    The facts are: the government explicitly stated they won’t meet Pahlavi. Pahlavi met with foreign affairs politicians / members of the Bundestag from various parties. These parties also raised concerns about this meeting. Laschet himself was cited with “Of course I want to talk to Pahlavi, as he’s a person of relevance when it comes to transition in Iran.” Details of this meeting and participants beyond Laschet are not known.

    Yet, for you this is all clear and you’ll happily interpret it as a sign of support. Not only by Laschet, but the whole of Germany. What’s there left to say to that?


  • Of course, the meeting can be held for the personal goals of Laschet but how likely is that?

    No one here said that. When the current chair of the Bundestag’s Foreign Affairs Committee meets such a person (together with foreign affairs politicians from other parties), the most obvious reason for that meeting would be their respective function in foreign affairs.

    Given the criticism from across a plethora of parties - involved and uninvolved - and the clear message by the government to not meet him, your statement of ‘Germany’ supporting is false: either uninformed or malicious.


  • As far as I read, he met with several foreign affairs politicians from various parliamentary groups in the Bundestag. The only named participant I know of is CDU’s Laschet. He was cited with “Of course I want to talk to Pahlavi, as he’s a person of relevance when it comes to transition in Iran.” Green’s Nouripour said, while he himself wouldn’t have attended that meeting, he yet thinks it is ok and even sensible of Laschet to speak with the various facets of Iranian opposition and that other members of his party will also attend the meeting. There are very critical voices from Laschet’s party as well as other parties. At least I do not know what they actually discussed in that meeting, so I am cautious to blindly assume they fully supported him and did not voice any concerns. Meeting a political figure from abroad does not automatically equal supporting them.









  • Das war der (naive) Versuch des Erstschlages: Die Regierung enthaupten damit hoffentlich das Regime kollabiert.

    Dazu gibt es ein Buch von Robert Pape, einem amerikanischen Politikwissenschaftler, der sich genau der Frage gewidmet hat, ob man nur durch Bombardierungen ein Land zum Kapitulieren bringen kann (seine Antwort: nein). Das Ding ist mittlerweile ein Evergreen und es wird jedes mal wieder neu drauf verwiesen, wenn es doch wieder einer probiert. Trump scheint es auch nicht gelesen zu haben.

    Mittlerweile dürfte aber auch er begriffen haben, dass er das Regime nicht zu Fall bringt, ohne einen richtigen Landkrieg zu führen (und selbst dann ist das nicht sicher). Das möchte er nicht, weil sie ihm innenpolitisch jetzt schon aufs Dach steigen und nun will er gesichtswahrend raus aus der Nummer. Aber ich denke, wir sind uns wohl einig, dass realistisch keine dieser Optionen die Auslöschung des iranischen Volkes vorsieht.

    Und dann kamen die Islamisten…

    Richtig. Mir ging es dabei nur darum, dass Amerikaner die Iraner nicht als ewige Todfeinde sehen, die man zwingend vom Angesicht der Erde tilgen muss. Sondern als Volk, mit dem man früher gut kooperieren konnte und das nur “momentan” unter der Knute eines fanatischen Zirkels steht. Es ist schon ein Unterschied, ob du fundamental das gesamte Volk hasst und es vernichten willst, oder ob du nur die Regierung scheiße findest und diese loswerden willst. Bei ersterem würde eine Atombombe das Volk beschützen, bei letzterem nur das Machtregime.



  • Der Iran wurde jetzt einen Monat lang mit allem bombardiert, was das Arsenal des wohl stärksten Militärs zu bieten hat. Die Schäden sind definitiv da und viel Leid hat es natürlich ebenfalls verursacht. Aber das Land und seine Führung existieren nach wie vor und werden es weiterhin. Weil Bomben alleine keine Staaten kollabieren lassen. Jedenfalls nicht solche von der Größe eines Irans. Und selbst ein Trump ist nicht dumm genug (Stand jetzt, jedenfalls), ein 90 Mio.-Volk auch auf breiter Front am Boden anzugreifen, um damit einen echten Regimewechsel zu erzwingen. Und wer strebt schon ernsthaft die Auslöschung des iranischen Volks an? Das will doch nicht mal ein Republikaner wie Trump. Wenn er stattdessen ein anderes Regime haben kann, denn es ist nur ein paar Dekaden her, da war der Iran/Persien noch ein enger Verbündeter der Amerikaner und hatte als einer der ersten Staaten das Existenzrecht Israels anerkannt. Wer also eigentlich Angst haben muss, sind die Mullahs mit ihrem fundamentalistischen Fanatismus. Aber bei denen gilt, ebenso wie bei den anderen fundamentalistischen und nationalistischen Fanatikern in dieser Gleichung wie Trump und Netanyahu: je schneller die weg sind, desto besser für den Rest, der einfach nur in Frieden leben will.



  • Trotzdem haben sie die Sanktionen, die die USA 2018 (wieder) verhängt haben, nicht mitmachen wollen.

    Weil die Europäer tatsächlich am Abkommen interessiert waren. Aber das hätte ihre Meinung zum Raketenprogramm nicht geändert, denn dieses sahen sie von bisherigen Sanktionen ja gedeckt.

    Die Sanktionen sind die Strafe. Das Atomprogramm ist der Verstoß, der dadurch bestraft werden sollte.

    Wenn die USA sich aber entscheiden, die Kooperation zu beenden, hat der Iran nichts mehr davon, seinen Teil des Plans weiter durchzuziehen

    In einer Welt, in der es nur Iran und die USA gibt, würde ich dir zustimmen. Aber der ganzen restlichen Welt den Mittelfinger zu strecken, weil amerikanische Hardliner den Deal beenden (den btw die iranischen Hardliner ebenso kritisch sahen), macht für mich keinen Sinn. Zumal es dabei um eine Waffe geht, die die internationale Gemeinschaft dem Iran nicht durchgehen lassen wird. Der Iran macht sich so zum Feind der Welt und stärkt argumentativ genau die Hardliner und Gegner des Irans, die eine harte Lösung fordern (deren zuerst aus der Luft gegriffenen Behauptungen plötzlich nämlich zutreffen) und verhindert viel effektiver die Rückkehr des Irans ins normale Gefüge der Nationen als es jeder Alleingang der Amerikaner jemals hätte schaffen können. Das ist dumm.

    Ich kann dem Iran nicht verdenken, dass er den Fehler nicht auch machen will.

    Ich schon. Denn, siehe oben, schreibt der Iran auf seine Raketen nicht etwa “bitte lasst uns leben”, sondern “Tod Israel”. Ein Land, dessen oberste Führer seit Ewigkeiten direkt und indirekt die Auslöschung eines anderen Staates als Staatsziel formuliert haben, darf und wird so eine Waffe nicht besitzen. Da war sich sogar mal die UN einig. Der Iran könnte heute den Verzicht auf die nukleare Bewaffnung verkünden und diejenigen Staaten, die an einem normalen Verhältnis mit dem Iran interessiert sind, würden direkt normalere Beziehungen mit ihm aufnehmen. Das ist wohl nicht Amerika, aber who cares? Will der Iran stattdessen wirklich auf diesem Hügel sterben?

    Wofür ich die USA verantwortlich mache ist, dass sie wieder tickt.

    Es gibt keinen Automatismus zwischen “USA setzen aus innenpolitischen Gründen neue Sanktionen in Kraft” und “Iran schmeißt die Zentrifugen an um waffenfähiges Uran zu produzieren”. Die USA haben sich dumm verhalten, indem sie aus dem Abkommen ausgestiegen sind, aber seinen Weg aus dem Abkommen und zur Bombe wiederum ging Iran selber.


  • Die Frage ist letztlich, ob die Einnahmen Irans relativ zu ihrem Haushalt größer sind als der Schaden, den die USA (und andere) durch die doppelte Blockade erleiden.

    Ja, aber nur wenn die USA ebenfalls blockieren, wird es wirklich zu einem Problem, das alle Seiten trifft und von dem sich nicht eine Gruppe Länder mit guten Verbindungen zum Iran “freikaufen” können. Du siehst es jetzt ja schon: China hat den Iran eindrücklich gebeten, den freien Schiffsverkehr wieder zu ermöglichen. Ob sie das auch getan hätten, wenn der Iran mit seiner Willkür-Maut ein System geschaffen hätte, was zumindest für die Chinesen funktioniert? Insofern würde ich es schon Äquilibrium nennen, denn es sorgt dafür, dass sich der Druck gleichmäßiger als vorher verteilt und keine Seite den Nachteilen entgehen kann.

    Das waren die Forderungen, die die USA 2017 nachgeschoben hatte. Ich meine, Iran hatte nie verkündet, diesen folgen zu wollen, sondern wollte beim ursprünglichen Deal bleiben, der das nicht vorsah.

    Jain. Die UN-Resolution 2231 hatte auch schon Raketen angesprochen. Darum haben sich 2016 auch nicht nur die Amis, sondern auch UK, FR und DE darüber bei der UN beschwert, weil die Raketentests nach Abschluss des Deals für sie gegen diese Bestimmungen verstoßen haben. Die Amis haben es dann danach explizit als Forderung aufgenommen, während es in der ursprünglichen Resolution 2231 nur eine Nebenrolle spielte. Dass auf zumindest einer dieser Raketen groß auf hebräisch “Israel muss vom Angesicht der Erde getilgt werden” geschrieben stand, hat auch nicht unbedingt geholfen…

    verhandelbares neues Angebot zu machen, haben sie angefangen, die Anschuldigungen wahrzumachen.

    Warum sollte man das tun? “Ihr unterstellt uns zu unrecht Sachen und zur Strafe machen wir jetzt das, was ihr uns unterstellt!”??

    Ja, richtig, das hat auch der Iran selbst nicht nur 2019 als Absicht erklärt sondern 2022 explizit verkündet nachdem die USA ihre Kooperation 2018 zurückgezogen hatte und die Sanktionen wieder eingesetzt hatte.

    Dass der Iran es öffentlich ankündigt, macht die Sache nicht wirklich besser. Diese Form der Anreicherung macht nur Sinn, wenn man Nuklearwaffen anstrebt. Ärger über Amis hin oder her, dem Iran wurde durch die Weltgemeinschaft im Rahmen der UN diese Bewaffnung verboten. Tut er es trotzdem, und danach sieht es aus, ist er nicht das Opfer, dessen Hand irgendwie geführt wurde, sondern trägt die Verantwortung für seine Taten.

    Iran hatte sich an die Spielregeln gehalten, bis Trump die Regeln unvermittelt ändern wollte

    Wie gesagt: die Raketensache ist zumindest umstritten.




  • Wie gesagt: Die Säule scheint schon weggebrochen zu sein, also nicht mehr viel zu verlieren.

    Da hast du recht. Fraglich ist nur, ob der Iran wirklich langfristig auf diese Säule verzichten kann. Die blutig niedergeschlagenen Proteste Anfang des Jahres hatten ihren Ursprung ja in der desolaten wirtschaftlichen Lage.

    Eine starke Verhandlungsbasis für Diplomatie schaffen.

    Die könnte aber auch dazu führen, dass es immensen Druck geben wird, dass man sicherstellt, dass der Iran das nie wieder machen kann. Wir haben schon jetzt Stimmen von anderen Golfstaaten, die klar sagen, dass ein reiner Waffenstillstand nicht reicht, sondern das “Problem” (damit meinen sie Iran bzw dessen Bedrohungspotential) endgültig gelöst werden muss. Mit dieser Ankündigung stellt der Iran in Aussicht, sich auch nach den Kriegshandlungen nicht an bisherige etablierte internationale Regeln halten zu wollen. Das kann auch nach hinten losgehen.

    Sprich: Wenn das positive Equilibrium erst verloren ist, stellt das negative eine Verbesserung / Schadensbegrenzung dar?

    Genau! Bzw sogar noch perfider: nur der Schritt ins negative Äquilibrium eröffnet die Möglichkeit, irgendwann wieder ins positive zu wechseln, da keine Seite mehr vom Ungleichgewicht profitiert.

    Folglich wäre es logischer gewesen, den Krieg gar nicht anzufangen

    Natürlich wäre das logischer gewesen. Dieser Krieg ist ja nicht nur illegal, sondern komplett töricht. Außer sinnloser Zerstörung konnte kein einziges strategisches Ziel erreicht werden. Stattdessen sitzt ein Regime, das Anfang des Jahres noch zehntausende seiner Bürger in den Straßen erschoss, um zu überleben, nun fester im Sattel als vorher und die Weltwirtschaft ist im Klammergriff. Aber der Krieg wurde angefangen und nun kann man sich nur noch innerhalb dieser Möglichkeiten entscheiden. Und da ist das negative Gleichgewicht die logischste Alternative für den “Spieler”, wenn der andere den Zug der Blockade gemacht hat.

    Bezogen die Sanktionen sich nicht primär auf das Atomprogramm

    Ein Teil der Bestimmungen der Sanktionen ist, dass der Iran keine Raketen entwickeln oder besitzen darf, die im Zusammenhang mit einem Nuklearwaffenprogramm genutzt werden können. Bisher war die Aussage der iranischen Seite, dass man ein Raketenprogramm dieser Reichweite überhaupt nicht hätte.

    welche von Israel ausging, das aufgrund von persönlichen Interessen keine zuverlässige Quelle darstellt

    Es sind ja nicht nur israelische Quellen, die zu recht sehr skeptisch behandelt werden müssen. Aber zB 2009 wurde die Existenz einer weiteren Anreicherungsanlage in Fordo bekannt, die der Iran bisher vor der IAEO verborgen hatte. Und obwohl der Iran stets ein rein ziviles Atomprogramm beteuert, berichtet die IAEO von mehreren Hundert Kilo auf 60% angereichertem Uran. Für zivile Energiegewinnung ist das nicht nötig. Man muss keinesfalls das Verhalten der Amis oder Israelis gutheißen, aber der Iran verhält sich hier seit Jahren höchst suspekt und intransparent!